Miquel Fernando Luisanto
Miquel Fernando Luisanto war ein sagradischer Politiker der Zweiten Republik. Er war der Parteiführer der Unión Nacional und von 1903 bis 1904 sowie erneut von 1905 bis 1907 sagradischer Ministerpräsident. Daneben war er in seiner Karriere unter anderem Finanzminister und Außenminister. Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts galt Luisanto als der starke Mann der sagradischen Politik.
Politischer Werdegang[bearbeiten]
Der aus katholisch-bürgerlichem Haus stammende Luisanto wurde bei der Parlamentswahl 1895 erstmals in die sagradische Abgeordnetenkammer gewählt, wo er zunächst unauffällig blieb und Kontakte sowohl zu Konservativen als auch zu Liberalen pflegte.
Nach dem monarchistischen Putsch von 1898 sprach sich Luisanto für eine Amnestierung der Putschisten aus, weil diese nur das Wohl des Vaterlandes im Auge gehabt hätten. Die Parlamentswahl 1899 führte schließlich zu einem Sieg der Linken und zur Bildung einer laizistischen Regierung aus Radikalen und Liberalen. Luisanto stieg zum Führer der katholischen Opposition auf, die die Autorität und Rechte der Katholischen Kirche und die religiöse Tradition des Landes verteidigte. Um diese Politik zu stärken, war er wesentlich an der Gründung der Unión Nacional del Ordre Costitucional beteiligt, die in ihren Reihen gemäßigt-monarchistische, katholische und bürgerlich-konservative Abgeordnete zusammenfasste. Damit wurde auch versucht, ein konservativ-bürgerliches Gegengewicht zur radikalpopulistischen Lafontanistischen Bewegung zu bilden.
Die Parlamentswahl 1903 führte schließlich zu einem klaren Sieg der Unionistischen Partei, die mit Abstand stärkste Kraft in der Abgeordnetenkammer wurde. Luisanto wurde von Präsident Luis Cavaller zum Regierungschef berufen und bildete eine "Regierung der Moral", die sich auf eine katholisch-rechte Koalition stützte und ein dezidiertes Gegenprogramm zu den laizistischen Vorgängerregierungen verfolgte. Im Februar 1904 musste er das Ministerpräsidentenamt an Fernando Cabalín abgeben, blieb aber als Finanzminister in der Regierung. In der Regierung von Domênco Serrano López wurde er schließlich Außenminister, ehe er im November 1905 erneut zum Regierungschef berufen wurde.
Bei der Präsidentschaftswahl 1905 war Luisanto zunächst Kandidat der Unionisten, wurde aber nicht von seiner gesamten Partei unterstützt und konnte sich nicht durchsetzen. In der Folge kam es zu einer Dauerfehde zwischen Luisanto und seinem parteiinternen Widersacher Francisco Britón. Vor der Parlamentswahl 1907 spalteten sich die Unionisten de facto in "Luisantistas" und "Britonistas", wobei letztere stärker aus der Wahl hervorgingen. Der Regierung von Francisco Britón gehörte Luisanto nicht an. Unter dem parteilosen Luis Filipe Conte de Tesqué übernahm er erneut das Außenministerium.
Luisantos Karriere in der ersten Reihe endete abrupt bei der vorgezogenen Parlamentswahl 1909, bei der er seinen Parlamentssitz verlor. Später schaffte Luisanto ein Comeback als Mitglied des sagradischen Senats, dem er als Unabhängiger angehörte. Er stand der katholischen Acción Popular nahe.