Sergi der Gute

Aus Sagradien
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Sergius I. (von Sagradien und Micolinien) (*1282; †1354), genannt der Weise (sagr. Don Sergi I il Sábio) oder der Große (micol. Serge I le Grand) war König von Micolinien (1315-1354) und von Sagradien (1321-1354). Er war der erste Herrscher, der beide Königskronen in einer Hand vereinte (Union von Alágua), und gilt sowohl in der micolinischen wie in der sagradischen Nationalgeschichte als bedeutender Herrscher, der den Traum vom sagromicolinischen Großreich verwirklichte.

Herkunft und Stellung in der Thronfolge

Sergi wurde 1282 in Gerón als Sohn von Joán de Gerón, Herzog von Scantia und Bruder König Philipps VI., und Roberta María von Gerón, der Erbtochter der skantischen Herzöge, geboren. Sergi war ein Enkel Philipps des Schweigsamen und Neffe der Könige Martin IV. Felix, Robert von Sagradien sowie des seit 1301 regierenden Königs Jakob II. von Sagradien. Als Sohn des jüngsten Bruders war Sergi bei seiner Geburt erst an sechster Stelle der sagradischen Thronfolge und es war unwahrscheinlich, dass er je einen Thron besteigen würde.

Nachdem seine beiden Onkel Martin IV. Felix 1289 und Robert 1292 starben, wurden nacheinander Sergis Cousins Philipp VI. und Martin V. zu Königen. Als Martin V. 1301 den Thron bestieg, war er bereits in sehr schlechtem gesundheitlichen Zustand und wurde daher nach nur kurzer Zeit auf dem Thron von seinem Onkel Erzbischof Jakob von Tesqué entmachtet, der als Jakob II. selbst den Thron bestieg. 1315 folgte Sergi seinem Vater als Herzog von Skanten nach. Da sein Onkel der König durch seine späte Heirat mit Isabela von Viça einen Sohn namens Filipe gezeugt hatte, blieb Sergi die Nummer Zwei in der Thronfolge, gehörte aber zum engeren Kreis der königlichen Prinzen.

Kampf um die micolinische Krone

1311 hatte Sergi bereits die micolinische Prinzessin Margarete von Salua, älteste Tochter Rodriques I., geehelicht, ein Jahr später heiratete der König Rodrique wiederum in zweiter Ehe Sergis Schwester Júlia. Die Allianz zwischen Rodrique und Sergis Vater Joán de Gerón war von Seiten Rodriques der Versuch, ein Bündnis mit den Herzögen von Scantia gegen die sagradische Krone zu schmieden. Als 1315 überraschend Rodriques einziger Sohn und Thronfolger Prinz Charl von Salua starb und nur kurze Zeit später auch Rodrique dahinschied, war Sergis Frau Margarete plötzlich zur micolinischen Erbprinzessin geworden und Sergi konnte mit gutem Grund Anspruch auf den verwaisten micolinischen Thron erheben.

Von seinem Onkel König Jakob II. unterstützt, zog Sergi mit einem Heer von Skanten aus über Golen nach Micolinien, um seinen Thronanspruch gegen Heinrich von Kont, den unehelichen Sohn Roderichs I., und Anton von Salua-Servette, einen weiteren Schwager des verstorbenen Königs, zu verteidigen. Sergi hatte zwar die am besten berechtigten Thronansprüche, war zunächst aber kein Wunschkandidat der micolinischen Stände, die sich einen einheimischen Thronfolger wünschten. Da sich die Großen des Reichs aber auf keinen gemeinsamen Kandidaten einigen konnten, scheiterte eine Allianz zwischen der Servettinischen Partei und Heinrich von Kont, der schließlich allein gegen Sergi antrat.

In der Schlacht bei Luenas kam es im März 1316 zum Sieg des sagradisch-geronesischen Heeres. Sergi zog daraufhin in die Stadt ein, um sich zum micolinischen König krönen zu lassen. Nachdem er den micolinischen Ständen und seinem potenziellen Rivalen Anton von Servette einige Zugeständnisse gemacht hatte, wurde der Skantenherzog als Serge I. im Spätsommer 1316 im Beisein seines Onkels zum micolinischen König gekrönt. Micolinien wurde nun von einer jüngeren Linie des sagradischen Königshaus Redanior regiert, während die ältere Linie unter Sergis Onkel weiterhin in Sagradien herrschte. Dennoch war der Grundstein für die spätere Union gelegt.

Herrschaftsantritt in Sagradien

Im Frühjahr 1319 erhielt Sergi die Nachricht vom Tod des vierjährigen Thronfolgers Don Filipe in Sagradien, sodass Sergi plötzlich im Falle des Todes seines Onkels auch zum sagradischen Thronanwärter wurde. Als Jakob 1320 gestorben war, erhob Sergi als Neffe und nächster männlicher Verwandter des verstorbenen auch auf die sagradische Krone Anspruch. Derweil hatte der Neffe König Jakobs, Danadier von Scola in Sagradien die Königskrone usurpiert und sich seine Erhebung von den Ständen legitimieren lassen, denen er große Zugeständnisse machte. Danadier war ein Sohn Katharinas von Micolinien, der Witwe Martins IV., die nach dem Tod ihres Mannes den Grafen José von Scola und Pineta geheiratet hatte. Danadier berief sich auf eine angeblichen Thronentsagung Sergis vor seiner Krönung zum micolinischen König und leitete seine eigenen Ansprüche von seiner Frau Josefina ab, einer Schwester der Könige Philipp VI. und Martin V.

Nach wenigen Monaten zeigte sich, dass Danadier nicht willens und in der Lage war, die Zugeständnisse an die Stände einzuhalten. Sergi zog im folgenden Sommer wiederum mit einem eigenen Heer aus sagradischen Gefolgsleuten und micolinischen Adligen zurück nach Sagradien und verhandelte mit den sagradischen Ständen über eine micolinisch-sagradische Union. Bei Alágua in Golen besiegte er das Heer Danadiers, der in der Schlacht das Leben verlor. Nach Einigung mit den Ständen zog er nach Noyar, wo er sich auch zum sagradischen König krönen ließ und damit als erster König, die micolinische mit der sagradischen Krone vereinigte, wodurch er die jahrhundertelang offenen Kriege zwischen beiden Ländern vorübergehend beenden konnte (Pax Sergiana).

Wirken als König in beiden Reichsteilen

Er baute die Macht der Krone in beiden Reichsteilen weiter aus, vor allem durch seine teils kluge, teils rigorose Finanzpolitik: Er schuf in jedem Reichsteil einen zentralen Rechnungshof als selbständige Behörde, erhöhte die Steuern, ermöglichte die Ablösung von Lehenspflichten durch finanzielle Leistungen und verbot den mächtigen Fallenserorden in Südmicolinien, dessen Vermögen er der Krone einverleibte. Als König der Kronen von Scantia, Sarmay, Alconía, Malesc, Golen, Perucía und Micolinien bemühte sich Sergi um eine ausgewogene Herrschaft und zog von einem Ort seines Riesenreichs in den anderen. Mit dem Statut von Alessa, das den peruzinischen Ständen Privilegien einräumte, beendete Sergi auch endgültig die seit 1290 immer wieder aufgeflackerten Aufstände der peruzinischen Stände gegen die Herrschaft der Redanior-Könige (Peruzinische Kriege). Seinen potenziellen Machtrivalen in Micolinien Martin von Interea, einen illegitimen Vetter des letzten Salonaerkönigs, band er durch die Hochzeit mit seiner Schwester Anna eng an das Königshaus und machte ihn zum Vikar des südlichen Reichsteils.

1352 ernannte Sergi seinen Sohn Sergi d.J. zum Mitkönig in beiden Reichsteilen. Sergi I. führte die Doppelmonarchie zu einer wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Hochblüte. Er starb im Jahr 1354 in Álbero.