Mikolinisches Parteiensystem

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Das Parteiensystem der parlamentarischen Monarchie seit 1879 war geprägt vom Zensus- und Mehrheitswahlrecht, das das Parlament in eine konservative Rechte und eine liberale Linke teilte. Dabei verteidigten die Konservativen die Rechte der monarchischen Exekutive, während die Liberalen sich für demokratische Reformen aussprachen.

Wichtigste liberale Partei war die Liberale Staatspartei (PdEL), die 1888-1894 unter Luvis Rénard erstmals die Regierung stellte. Ihr konservatives Gegenstück stellte die Mikolinische Rechtspartei (PDM) dar, die zunächst als Parlamentsfraktion, später als nationale Partei in Opposition zu den Liberalen begründet wurde. Das Erstarken der Sozialistischen Arbeiterpartei (PSL) nach der Einführung des allgemeinen Wahlrechts 1906 führte zu einer Annäherung der Liberalen Staatspartei an die Rechte, während sich der radikale Flügel, der Partit Radical-Democrat (PRD), zeitweise mit den Sozialisten verbündete. Außerdem entstand in den 1920er Jahren mit dem Nationalen Landvolkbund (LNPP) eine populistische Bauernpartei, die zeitweise einige Erfolge feiern konnte.

Die PSL konnte 1914 einen großen Wahlerfolg feiern und wurde erstmals stärker als die Liberalen. Der Eintritt der Sozialisten in die Kriegsregierung von Marc Visconte im Jahr 1917 führte zur Spaltung der Partei in einen moderaten und einen radikalen Flügel. Letzterer setzte sich nach 1919 durch, spaltete sich aber erneut, woraus 1921 der PCM hervorging.

In den 1920er Jahren standen sich daher eine Linke aus Kommunisten, Sozialisten und Radikaldemokraten und eine Rechte aus Staatspartei, Rechtspartei und Bauernbund gegenüber. Hinzu kamen mehrere Regionalparteien, von denen die golische Volkspartei PPG die wichtigste Rolle spielte. Außerdem entstanden mehrere rechtsextreme und nationalistische Gruppierungen, die wichtigste darunter die faschistische Schwarze Garde, die zeitweise im Bündnis mit dem Bauernbund zu Wahlen antrat.

Nach dem Aufstieg der Sozialisten zur stärksten Parlamentsfraktion verbündeten sich Rechte und Liberale in den 1920er Jahren zu einem antimarxistischen Machtkartell der Nationalen Koalition, das bis 1948 alle Parlamentswahlen gewann und die Regierungsgewalt in Hand der bürgerlichen Kräfte monopolisierte. Zeitweise wurde daran auch die nationalpopulistische LNPP beteiligt.

Nach dem Zerfall der Nationalen Koalition in Folge der Narzissenbewegung 1948 formierten sich die Kräfte der bürgerlichen Rechten neu. Aus der konservativen Rechtspartei formierte sich das christlich orientierte Demokratische Zentrum (CDM) unter Armand Mikael Carpol. Im liberalen Spektrum wurde die flügelübergreifende PDL begründet. Als Nachfolgerin der LNPP kann die Nationalliberale Partei PNL angesehen werden.

Nach den vorgezogenen Neuwahlen 1948 wurde eine Koalition der verfassungstragenden Parteien CDM, PSL und PDL unter dem parteilosen Francis Ernest Crést gebildet, auf die 1949 nach Ausscheiden der Sozialisten eine bürgerliche Mitte-Rechts-Koalition unter Führung von CDM-Chef Carpol folgte. Die Zentrumsdemokraten blieben danach bis Ende der Siebziger Jahre die dominante Kraft im parlamentarischen System Mikoliniens. Das CDM gewann bis 1976 stets mehr als 38 Prozent der Stimmen und war immer stärkste Partei, gefolgt von den Sozialisten, die sich bei einem Stimmenanteil zwischen 28 und 38 Prozent einpendelten, während Liberale und Kommunisten um Platz 3 kämpften und die Nationalliberalen als Antisystempartei ausgeschlossen blieben.

1952 erreichte Carpols CDM zum ersten und einzigen Mal die absolute Mehrheit der Stimmen und Sitze und konnte alleine regieren, ehe die Partei 1956 wieder zur Mitte-Rechts-Koalition mit den Liberaldemokraten zurückkehren musste. In der Opposition zur bürgerlichen Regierungsmehrheit etablierte sich ein sozialistisch-kommunistisches Volksfrontbündnis, das bei den Wahlen 1959 die Mehrheit gewann. Carpols CDM zwar erneut stärkste Partei, PSL-Führer Luvis Blum-Sael konnte aber eine Minderheitsregierung bilden. Bis 1965 regierte er mit Unterstützung der Kommunisten, die dadurch ins parlamentarische System eingebunden wurden. Die Krise der Sechziger Jahre führte 1965 zum Bruch der Volksfront und im Folgejahr zur Bildung einer neuen konstitutionellen Koalition aus Christdemokraten, Sozialisten und Liberalen unter Führung des PDL-Chefs Charl Henrique Valdes. Nach der Parlamentswahl 1968, bei denen abermals die Christdemokraten siegten, wurde CDM-Chef Joann Christén neuer Regierungschef. Er führte das Land als Kopf einer Mitte-Rechts-Koalition bis 1979.

Zum Ende der Siebziger Jahre hin kam es zu einer Transformation des Parteiensystems. Parteiinterne Richtungsstreitigkeiten innerhalb der PDL führten 1979 zur Abspaltung des konservativen Parteiflügels als Demokratisch-Progressive Union (UPD) und zum Bruch der Koalition. Das liberale Lager aus Rest-PDL und UPD ging aus den vorgezogenen Neuwahlen 1979 zwar insgesamt gestärkt hervor, konnte die Verluste von Christéns CDM aber nicht auffangen. Erstmals wurden die Sozialisten stärkste Kraft im Parlament und konnten die Dominanz der Zentrumsdemokraten brechen.

PSL-Führer Guillemes Oreste bildete daraufhin eine Große Koalition der Mitte mit den Christdemokraten als Juniorpartner, die aber 1981 wieder zerbrach. Erneute Neuwahlen brachten wieder einen klaren Sieg des CDM, das die Koalition mit der PDL zwar erneuern, die alte Dominanz aber nicht zurückerobern konnte. Es folgte eine Phase der relativen Instabilität, in der neue politische Akteure die Parteibühne betraten wie die rechtsextremistische Freiheitspartei (PLM), die sich bald mit der PNL zur PNL-PLM vereinigte, sowie die Grünen, die 1981 erstmals ins Parlament einzogen. In der Opposition kam es zudem zu einem allmählichen Niedergang der Kommunisten sowie zu einem stetigen Aufstieg der wirtschaftsliberalen und bisweilen populistischen Steuersenkungspartei UPD.

Nach dem Bruch der Koalition 1984 und dem Wahlsieg der Sozialisten bei der Neuwahl folgte die Bildung einer neuen Großen Koalition unter Führung des Sozialisten Stefan Casagre, der nach dem Rücktritt der CDM-Minister 1987 von seinem Parteifreund Antoni Sagrand abgelöst wurde, der bis zu den Wahlen 1988 einer von Kommunisten tolerierten Minderheitsregierung vorstand. Der Sieg der Christdemokraten 1988 brachte die Bildung einer breiten Mitte-Rechts-Koalition aus CDM, UPD und der PDL-Nachfolgerin DL unter Noribert Pasquale (CDM). Erstmals wurde die UPD an einer Regierung beteiligt. Zentrumsdemokraten und Liberale verloren danach fast kontinuierlichen an Stimmen, während die UPD sich allmählich als dritte Kraft etablierte.

Nach neuerlichen Zuwächsen der UPD bei den Wahlen 1992 scheiterten die Verhandlungen über eine Neuauflage der Regierungskoalition und Carlo Masane (CDM) bildete eine Große Koalition mit den Sozialisten Bernard Sandres’. Nach einer linksliberalen Neuorientierung der DL und Erfolgen der Grünen Listen (LV) bei den Wahlen 1992 und 1996 bildete der Wahlsieger Bernard Sandres von der PSL 1996 eine neuartige Mitte-Links-Koalition (Regenbogen-Koalition, Selbstbezeichnung: „Reform-Koalition“) aus PSL, DL und LV. Großer Sieger der Wahlen 2000 war die UPD, die mit einem von Gegnern als populistisch bezeichneten rechtkonservativen Programm große Zuwächse verzeichnen konnte. Obwohl Sandres’ Sozialisten erneut stärkste Kraft wurden, bildete CDM-Chef Albert Nobel eine neue Rechtskoalition mit UPD und DL. Die Wahlen 2004 brachten einen Wahlerfolg des Rechtspopulisten Marc Nabert, der als neuer Partner von CDM und UPD in Nobels Rechtskoalition eingebunden wurde. Nach Zerfallserscheinungen der Nabert-Partei AMN und persönlichen Streitigkeiten zwischen Nobel und Nabert folgten im Jahr 2006 vorgezogene Neuwahlen, aus denen Nobels CDM gestärkt hervorging und erstmals seit 1992 wieder als stärkste Partei im Parlament hervorging. Daraufhin wurde die Koalition mit den liberalen Parteien UPD und DL wieder neuaufgelegt.

Bei der Parlamentswahl 2010 mussten die seit 2000 regierenden Christdemokraten unter ihrer Spitzenkandidatin Piera Miquel eine herbe Niederlage einstecken und fielen von zuletzt über 30 Prozent auf nur noch knapp über 20 Prozent der Stimmen ab und hinter die rechts von ihr stehende UPD zurück. Stärkste Partei war jedoch trotz größeren Verlusten die Sozialistische Arbeiterpartei unter Joann Clement. Dieser führt nun eine neuartige Mitte-Koalition mit Christdemokraten und den gestärkten Grünen an.

Liste politischer Parteien in Mikolinien

gesamtmikolinische Parteien
. Partei Ausrichtung Position Internat. Gründung Führung
Partit Socialiste Micoline (PSM)
Mikolinische Sozialistische Partei
Sozialismus, Trotzkismus Links EACL; GUE-NGL
Partit Comuniste Micoline (PCM)
Mikolinische Kommunistische Partei
Eurokommunismus Links EL; GUE-NGL 1920 Cornèle Breix (Generalsekretärin)
Partit Socialiste Lavorator (PSL)
Sozialistische Arbeiterpartei
Sozialdemokratie Mitte-Links PES; PASD; SI 1890 Joann Clement (Leader),
Luisa Maria Aresàn (Parteisekretärin)
Liste Vert - les Verts Federats (LV)
Grüne Liste - die föderierten Grünen
Grüne Politik Mitte-Links EGP; V/ALE; Global Greens
Democratia Libral (DL)
Liberale Demokratie
Liberalismus, Sozialliberalismus Mitte ALDE; LI 1948/1985 Maria Letard (Parteivorsitzende)
Cèntre Democrat Micoline (CDM)
Mikolinisches Demokratisches Zentrum
Christdemokratie, Liberalkonservatismus Mitte; Mitte-Rechts EVP; CDI 1948 Jacq-Alexandre Bertrand (Parteivorsitzender)
Unió Progresiste-Democrat (UPD)
Demokratisch-Progressive Union
Konservativer Liberalismus, Wirtschaftsliberalismus Mitte-Rechts ALDE; LI 1979 Daniel Barnay (Parteivorsitzender)
Partit National Libral - Partit de Libertat Micolina (PNL-PLM)
Nationalliberale Partei - Mikolinische Freiheitspartei
Nationalismus, Nationalkonservatismus, Rechtspopulismus Rechts ELD; MELD
Moviment de Libertat (MdL)
Freiheitsbewegung
Rechtspopulismus, Nationalismus, Euroskeptizismus Rechts 2008
Golische Parteien
. Partei Ausrichtung Position Internat. Gründung Führung
Eljanç Gŏols de Libretait (PCG)
Golische Freiheitsallianz
Separatismus; Linksnationalismus; Antikapitalismus Links GUE-NGL
Partet Comunist Gŏols (PCG)
Golische Kommunistische Partei
Eurokommunismus Links EL; GUE-NGL
Verds Gŏols (VG)
Golische Grüne
Grüne Politik; Ökosozialismus Mitte-Links EGP; V/ALE; Global Greens
Gŏols Natiò (GN)
Golische Nation – Golische Nationalpartei
Golischer Nationalismus, Sozialdemokratie Mitte-Links EFA; V/ALE 1966 Pâul Senterrsi (Parteivorsitzender)
Partet Socialist Gŏols (PSG)
Golische Sozialistische Partei
Sozialdemokratie; Föderalismus Mitte-Links PES; PASD; SI
Librals Gŏols (LG)
Golische Liberale
Liberalismus; Föderalismus Mitte ALDE; LI
Pùble Gŏols (PG)
Golisches Volk
Golischer Nationalismus, Zentrismus, Christdemokratie Mitte EDP; ALDE 1909/1948 Xàin Borrard (Parteivorsitzender)
Cèntre Democrat Micoline (CDM)
Mikolinisches Demokratisches Zentrum
Christdemokratie, Liberalkonservatismus; Unitarismus Mitte; Mitte-Rechts EVP; CDI 1948
Unió Progresiste-Democrat (UPD)
Demokratisch-Progressive Union
Konservativer Liberalismus, Wirtschaftsliberalismus; Föderalismus Mitte-Rechts ALDE; LI 1979
Partit National Libral - Partit de Libertat Micolina (PNL-PLM)
Nationalliberale Partei - Mikolinische Freiheitspartei
Nationalismus, Nationalkonservatismus, Rechtspopulismus; Unitarismus Rechts ELD; MELD
Avinische Parteien
. Partei Ausrichtung Position Internat. Gründung Führung
Anibynnòl Avvynn (A)
Avinische Unabhängigkeit
Separatismus, Demokratischer Sozialismus, Ökosozialismus Links
Ylàintas Avvynn (Y)
Avinische Fortschrittspartei
Wirtschaftsliberalismus, Separatismus Mitte-Rechts
Blàedh Llàvur Avvynn (L)
Avinische Arbeitspartei
Sozialdemokratie, Unionismus Mitte-Links
Pòbl Avvynn (P)
Avinische Volkspartei
Populismus, Protektionismus Rechts
Blàedh Kevryadh Avvynn (K)
Avinische Koalitionspartei
Unionismus, Liberalismus, Konservativer Liberalismus Mitte-Rechts