Luis Cavaller

Aus Sagradien
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Luis Fernán Cavaller (*1828, †1905) war ein sagradischer Anwalt, bürgerlicher Politiker und Staatsmann. Von 1893 bis zu seinem Tod im Jahr 1905 war er der erste Präsident der Zweiten Sagradischen Republik. Bis heute gilt er als einer der "Gründerväter der Republik".

Tätigkeit in der Monarchie

Der Jurist und Anwalt gehörte seit 1860 der sagradischen Abgeordnetenkammer an, wo er den bürgerlichen Partíu Liberal von Jacquel de Montevil vertrat. In der Regierungszeit König Philipps IX. stieg Cavaller neben Persönlichkeiten wie Cornel Gil-Lerma und Joán-Pier Ballestrac zu einem der profiliertesten Vertreter der liberalen Opposition auf.

Januarrevolution und Wahl zum Präsidenten

Als solcher spielte Cavaller eine führende Rolle während der sogenannten "Januarrevolution" des Jahres 1891. Obwohl ein Anhänger einer konstitutionellen Monarchie gehörte Cavaller zu den Mitautoren der Juni-Proklamation, welche die Nationalversammlung zum Souverän erklärte und entscheidend zum Ende der Monarchie beitrug. In der provisorischen Regierung von Francès de Píu-Castellán übernahm Cavaller die Funktion des Innenministers. Als solcher unterstützte er das harte Vorgehen gegen die radikalen Semestiner Revolutionäre.

Im Juni 1892 wurde Cavaller von der Nationalversammlung zum Präsidenten des Regierungsrats gewählt. In dieser Rolle unterstützte er die Erklärung der Nationalversammlung vom 2. Januar 1893, die Sagradien offiziell zur Republik erklärte. Am 5. Januar wurde er schließlich zum ersten formellen Präsidenten der Sagradischen Republik.

Präsidentschaft

Als Präsident wandte sich Cavaller bald schon gegen die seiner Ansicht nach unbeschränkte Macht des Parlaments und trat für eine starke Exekutive ein, die er wegen der politischen Krise und der Gefahren, die von radikalen Republikanern und Monarchisten ausgingen, für notwendig hielt. Mit den Januarrevisionen 1895 konnte er schließlich eine konservative Korrektur der Verfassung durchsetzen, welche die Stellung des Präsidenten stärkte und seine Amtszeit von drei auf sieben Jahre verlängerte.

Das versuchte Bündnis der Moderaten mit den Kräften der Restauration stieß bald an offensichtliche Grenzen und nutzte vor allem letzteren, die sich vor allem in Verwaltung und Militär halten konnten. Mit dem gescheiterten monarchistischen Putsch vom 25. April 1898 wurde diese Politik des Ausgleichs letztlich stark diskreditiert. Auslöser der Krise war ein Komplott führender monarchistischer Politiker und rechter Generäle um Arcélio del Carnet, Filipe Conte d'Avís und Stefano Perón de Carilla gegen die demokratische Republik. Die Putschisten verfolgten das Ziel, die Monarchie des Hauses Vienne wieder einzuführen. In der Abwesenheit Cavallers, der sich noch auf dem Rückweg von einem Staatsbesuch in Mikolinien befand, versuchten die Putschisten am 25. April die Nationalversammlung zu besetzen, scheiterten aber daran, dass wesentliche Kommunikationswege abgeschnitten waren.

Cavaller entschied sich in dieser Situation dazu, zurückzureisen, den Ausnahmezustand zu verhängen und General Luis María del Castós zum Inhaber der Exekutivgewalt zu ernennen. Bereits nach wenigen Stunden brach der Putschversuch in sich zusammen, da sich große Teile der Semestiner Bevölkerung, der Verwaltung sowie Teile des Militärs, die General de Castós loyal gegenüberstanden, mit der republikanischen Regierung solidarisierten und den Staatsstreich boykottierten. Die Putschisten mussten schließlich aufgeben, auch wenn es in der Folge noch wochenlang zu verschiedenen Erhebungen in den Regionen kam.

In der Folge wurde Cavaller, der sich in der Krise als starker Mann präsentiert hatte und dem offenbar die Loyalität führender Militärs sicher war, von einer überwältigenden Mehrheit für eine weitere Amtszeit im Präsidentenamt bestätigt und entwickelte sich zur Integrationsfigur der jungen Republik. Dennoch zog sich Cavaller auch aufgrund gesundheitlicher Probleme in seiner zweiten Amtszeit zunehmend auf die Position eines formellen Staatsoberhauptes zurück. Obwohl selbst kein Befürworter radikaler Reformen, ernannte er nach dem Sieg der radikalen Linken bei der Parlamentswahl 1899 den Radikal-Republikaner Donado Salgado zum Ministerpräsidenten und duldete dessen umfangreiches säkulares und soziales Reformprogramm. Nach der Parlamentswahl 1903 wiederum sah er sich gezwungen, den Konservativen Miquel Fernando Luisanto mit der Regierung zu beauftragen.

Cavaller starb schließlich im Januar 1905 kurz vor dem Ende seiner zweiten Amtszeit. Zum Nachfolger wählte die konservative Parlamentsmehrheit den parteilosen Monarchisten Joán Cardinal, der aber an die Tradition Cavallers anknüpfte.