Comunión Nacional

Aus Sagradien
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Comunión Nacional war der Name einer rechtsgerichteten politischen Bewegung der späten Zweiten Republik in Sagradien, die im 1938 errichteten Estado Sagradês schließlich nach faschistischem Vorbild als Einheitspartei des Álamo-Regimes diente.

Liga de la Comunión Nacional

Die Kommunion hat ihren Ursprung in der radikalen Rechtsopposition zur 1935 ins Amt gekommenen Volksfrontregierung der sagradischen Linksparteien (PS, PCS, PRR, URS). Nach der Wahlniederlage der bis 1934 regierenden rechtskatholischen Volksunion und ihrer in der Frente Nacional zusammengefassten nationalistischen und radikalen Verbündeten sowie dem Verbot der paramilitärischen Truppistenbewegung durch die neue Regierung kam es zu einer umfassenden Neustrukturierung der politischen Rechten in Sagradien. Aus den verschiedenen Strömungen der Truppistenbewegung entstanden zahlreiche neue paramilitärische Vereinigungen und antiparlamentarische Bewegungen. Die bedeutendsten wurden bald die 1935 gegründete und offen faschistische División Sagradêsa de Ofensiva Popular des Ex-Truppistenführers León Francês sowie die gemäßigteren Juntas Accionistas, die sich im Vorfeld der Volksunion und der Círculoes de la Juventú sammelten. Mit Hilfe der Juntas und der Círculoes übernahm im Herbst 1935 der am rechten Rand der Partei stehende Manuel Álamo die Führung der Volksunion und baute sie zu einer radikalen Führerpartei mit dem Ziel eines katholisch-nationalistischen Ständestaats um. Daneben entstanden zahlreiche kleinere paramilitärische und terroristische Gruppen, die Anschläge auf Regierungsmitglieder verübten und Aufstände gegen die Linksregierung anführten.

Am 3. März 1937 kam es schließlich in Selva de Croel zur Gründung der Liga de la Comunión Nacional als antikommunistisches und antirepublikanisches Kampfbündnis der Volksunion, der Division sowie der relativ unbedeutenden monarchistischen Frente Integral (FI). Binnen weniger Tage erklärten zahlreiche andere rechte Organisationen wie der Partido d’Acción Nacional (PAN) und der Landbund (UC), aber auch faschistische Organisationen wie der „Novo Partido Social“ (NPS) und das „Movimiento Antibolxevista“ (MAB) ihre Solidarität mit der neuen Liga, als deren gleichberechtigte Führer Álamo und Francês auftraten. Als konservative Galeonsfigur diente der Ex-General und Putschist Mariano de Vicentis. Die Liga organisierte in der Folge zahlreiche Demonstrationen gegen die Regierung und war in Aufstände und Attentate verwickelt. Divisionisten und Juntas lieferten sich vor allem seit Herbst 1937 immer wieder Kämpfe mit linken Rotgardisten und Republikanischen Garden. Der von der Liga angeführte Januaraufstand 1938 hatte schließlich den Sturz der Regierung zum Ziel.

Februarputsch und Aprilwahlen 1938

Der am 21. Februar verübte Staatsstreich des rechtsgerichteten Generals Oscar Romero Castro fand unter Mitwissen und Unterstützung der beiden Führer der Liga statt. Unmittelbar nach dem geglückten Umsturz kamen Anhänger der Liga, vor allem Divisionisten und Álamo-Anhänger auf dem Plazarenya und anderen Plätzen zusammen, feierten die nationale Erhebung und forderten von der neuen Junta Presidencial die Ernennung einer Regierung der nationalen Kommunion. Obwohl er im Bündnis mit Francês stand, erreichte nun Manuel Álamo eine Einigung mit Romero Castro, der ihn schließlich zum Ministerpräsidenten ernannte. Álamo bildete eine Regierung, die sich als Governo de la Comunión Nacional verstand und neben Volksunionisten und Divisionisten auch gemäßigte Politiker der Rechten und der Mitte umfasste. Programm der neuen Regierung war die nationale Erneuerung durch eine autoritäre Regierung und eine ständisch organisierte Volksgemeinschaft. Für die Aprilwahlen 1938 erließ die Regierung ein neues Wahlgesetz, das der siegreichen Koalition automatisch eine Zweidrittelmehrheit im Parlament sicherte. Die Gemeinschaftslisten der Nationalen Kommunion sicherten sich auf diese Weise eine verfassungsändernde Mehrheit.

Gründung der Comunión Nacional als Staatspartei

Kurz nach der Wahl wurden die Parteien der Linken und der Mitte verboten, sodass nur noch Parteien und Organisationen bestanden, die der Regierung gegenüber loyal waren. Am 27. Juli 1938 wurde die Comunión Nacional offiziell als Organisation des öffentlichen Rechts gegründet. Alle politische Willensbildung und Aktivität sollte unter dem Dach der Kommunion stattfinden, die sich als politischer Integrationsverband aller sagradischen Staatsangehörigen verstand. Die Regierungsparteien blieben zwar bestehene, wurden aber nach und nach in die Comunión integriert und auf diese Weise gleichgeschaltet. Am 1. August 1938 trat die Verfassung des sagradischen Staates in Kraft, durch die der autoritär-faschistische Estado Sagradês entstand. In der Verfassung wurde die Nationale Kommunion als "umfassende politische Sammlung und Träger des gesamten Staatsgedankens" festgeschrieben und wurde so faktisch zur Monopolpartei des Estado, wenn die Organisation offiziell auch keine Partei war. Obwohl die Kommunion zunächst offiziell keinen Führer hatte und die Mitglieder des so genannten "Triumvirats" Álamo, Francês und Romero Castro als Führungsfiguren angesehen wurden, etablierte sich Manuel Álamo als faktischer Chef der Organisation und nannte sich selbst seit Herbst 1938 auch Chefe der la Comunión. Nach und nach setzte er in der Folge seinen Führungsanspruch sowohl gegen Romero Castro als auch gegen Francês durch, der zwar Führer der Divisionen blieb, im Zuge des Divisionistenaufstands im Juli 1939 aber endgültig entmachtet wurde und auch diesen Titel an Álamo abgeben musste. Erst nun wurde Álamo auch offiziell als einziger "Chefe" und später als "Grande Chefe" der Nationalen Kommunion bezeichnet.