Alfonso María Guivares
Alfonso María Guivares Lomas (*1910 in Marcone/Bordez, †1994) war ein sagradischer Jurist, Ökonom und Politiker der konservativen Volkspartei. In seiner langen Karriere war er u.a. Präsident der Banca de Sagradia, zweimal sagradischer Finanzminister sowie Wirtschafts- und Außenminister seines Landes. Von 1985 bis zu seinem Rücktritt im Rahmen der Guivares-Affäre 1989 war er zudem Präsident der Sagradischen Republik.
Der Politiker und Wirtschaftsexperte prägte die Politik der sagradischen Konservativen über drei Jahrzehnte hinweg und galt seit den Siebziger Jahren als Graue Eminenz im Schatten der jeweiligen Parteiführer. Als Finanzminister suchte er Ende der 1970er Jahre zunächst vergeblich, eine wirtschaftsliberale Wende herbeizuführen, konnte dies aber erst 1982 nach der Wahl Emilio Moyas zum neuen Parteivorsitzenden durchsetzen.
Inhaltsverzeichnis
Karriere in der freien Wirtschaft
Alfonso María Guivares wurde 1910 in Marcone geboren. Als junger Jurist stand er den politischen Kreisen um Ministerpräsident Manuel Álamo Igualde nahe. In dieser Zeit begann er auch seine Karriere in der Wirtschaft. 1949 wurde er wirtschaftlicher Berater von Ministerpräsident Paulo Luciaro, wenige Jahre später wurde er Vorstandsmitglied der sagradischen Großbank Sagontina de Creditoes.
Politische Karriere als Finanz- und Wirtschaftsminister
Seine politische Karriere begann Guivares 1958 als Staatssekretär unter dem sagradischen Finanzminister Carles Angel Favale, der Guivares schließlich 1961 zum Präsidenten der sagradischen Zentralbank Banca de Sagradia machte. Als solcher nahm Guivares eine monetaristische Position ein und suchte einen von den sozialistischen Regierungen unabhängigen Kurs durchzusetzen. Nach der erneuten Übernahme der Regierung durch Carles Angel Favale im Jahr 1967 wurde Guivares zum Finanzminister in dessen Regierungskabinett ernannt, schied nach dem Sturz Favales Anfang 1970 aber aus dem Amt.
Bei der Parlamentswahl 1974 kehrte Guivares in die erste Reihe der sagradischen Politik zurück und wurde erstmals in die sagradische Abgeordnetenkammer gewählt, wo er als renommiertester Wirtschafts- und Finanzpolitiker seiner Partei in Erscheinung trat. Kurze Zeit später wurde er Präsident des mächtigen Haushaltskomitees der Abgeordnetenkammer und Vizepräsident des PPC.
Als anerkannter Wirtschaftsfachmann wurde Guivares 1975 von der Volkspartei erstmals zum Präsidentschaftskandidaten nominiert, verlor aber in der zweiten Runde gegen den sozialistischen Kandidaten Iacovo Del Pérez.
Nach dem Regierungswechsel 1979 kehrte Guivares in der konservativ-liberalen Regierung unter Ministerpräsident Sandro de la Nada in das Amt des Finanzministers zurück. Die von ihm angestrebte wirtschaftspolitische Wende und die versprochene Haushaltskonsolidierung blieben in Folge der Zweiten Ölkrise aber zunächst aus. Nach Bildung der Großen Koalition im Sommer 1981 musste Guivares das Finanzministerium an die Sozialisten abgeben und wurde Minister für Wirtschaft und Industrie. Seine auch öffentlichen Auseinandersetzungen und berühmten Wortgefechte mit dem sozialistischen Arbeitsminister Andrés Colón stehen stellvertretend für die damalige politische Polarisierung auch innerhalb der Regierungskoalition.
Mit seinem wirtschaftspolitischen Reformprogramm trug Guivares 1982 wesentlich zum Scheitern der Großen Koalition, zur Entmachtung von Ministerpräsident Sandro de la Nada und zur Wahl Emilio Moyas zum neuen Parteivorsitzenden der Konservativen bei. Nach dessen Sieg bei der Parlamentswahl 1982 wurde Guivares in dessen erster Regierung in das prestigereiche Amt des Außenministers berufen.
Präsidentschaft
Trotz seiner Niederlage 1975 trat Guivares bei der Präsidentschaftswahl 1985 erneut als Kandidat der Konservativen an und erreichte mit 34 Prozent im ersten Wahlgang die meisten Stimmen. In der Stichwahl gegen den Sozialisten Filipe López setzte er sich schließlich mit 52:48 Prozent der Stimmen durch und wurde zum sechsten Präsidenten der Dritten Republik gewählt.
Guivares' Präsidentschaft wurde von Beginn an durch wiederkehrende Korruptionsvorwürfe gegen das Staatsoberhaupt belastet, die seine Zeit als Notenbankchef und als Minister betrafen. Nachdem er versucht hatte, Ermittlungen gegen seine Person und gegen ihm nahestehende Beamte zu verhindern, kam es schließlich zur größten Staatskrise in der Geschichte der sagradischen Republik mit öffentlichen Protesten gegen den amtierenden Präsidenten. In deren Folge trat Guivares schließlich im Januar 1989, wenige Monate vor Ablauf seiner regulären Amtszeit, als Staatspräsident zurück. Dennoch führte die Guivares-Affäre nach dem Rücktritt des Präsidenten zu weiteren Ermittlungen. Auch der amtierende Ministerpräsident Emilio Moya geriet unter den Verdacht der Mitwisserschaft.
Alfonso María Guivares wurde 1990 wegen Vorteilsnahme und dem Versuch des Amtsmissbrauchs zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt, die aber wegen des schlechten Gesundheitszustands des ehemaligen Präsidenten zur Bewährung ausgesetzt wurde. Die Ermittlungen gegen den früheren Regierungschef Moya wegen Behinderung der Strafverfolgung wurden 1992 gegen Zahlung einer Geldsumme eingestellt.
Öffentliche Ämter
- 1958-1960: Staatssekretär im sagradischen Finanzministerium
- 1961-1967: Präsident der Banca de Sagradia
- 1967-1970: Finanzminister im Kabinett Favale II und III
- Juli-August 1968: amtierender Wirtschaftsminister im Kabinett Favale II
- 1974-1979: Präsident des Haushaltsausschusses der sagradischen Abgeordnetenkammer
- 1979-1981: Finanzminister im Kabinett Nada I
- 1981-1982: Minister für Wirtschaft und Industrie im Kabinett Nada II und III
- 1982: zugleich Minister für Außenhandel und wirtschaftliche Entwicklung im Kabinett Nada III
- 1982-1984: Außenminister im Kabinett Moya I
- 1984-1989: Präsident der Republik
Mandate
- 1974-1984: Mitglied der sagradischen Abgeordnetenkammer
Parteifunktionen
- 1975-1979: Stellvertretender Parteivorsitzender der PPC