Aliança Republicana

Aus Sagradien
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Die Aliança Republicana (AR, deutsch Republikanische Allianz), später als Aliança Republicana Liberal (ARL) bekannt, war eine Mitte-Rechts-Partei in der Zweiten Sagradischen Republik, die von 1908 bis 1945 bestand. Sie war die führende liberale Partei der Zweiten Republik und eine Vorläuferin des Movimiento Popular Democrático und der heutigen UDS.

Die Partei wurde 1908 unter dem Namen Acción Republicana gegründet und stand in der gemäßigt-liberalen Tradition der republikanischen Strömung der Zweiten Republik. Sie kann daher als Nachfolgerin des Partido Republicano Liberal (PRL) angesehen werden, umfasste aber auch Teile der konservativen Unión Republicana, die sich von der Parteimehrheit der Koalition der Moral gelöst hatten.

Die Allianz war der Versuch, die gemäßigten bürgerlich-liberalen Kräfte der Mitte in einer Partei zu vereinen und die aus dem rechten Lager ausgescherten Dissidenten der Unionistischen Partei zu vereinnahmen.

Vorgeschichte

Nach der Januarrevolution 1891 hatte sich die liberale Bewegung in Sagradien im wesentlichen in zwei konkurrierende Parteien gespalten, die der Republik aufgeschlossen gegenüberstanden, einerseits den Partido Republicano Radical, der für soziale Reformen und die klare Trennung von Staat und Kirche eintrat, und den Partido Republicano Liberal, der die moderatere Mehrheit der republikanischen Strömung repräsentierte und gleichzeitig für liberale Freiheiten, aber eine Beibehaltung der sozialen Ordnung eintrat und vornehmlich das mittlere und Großbürgertum repräsentierte. Führende Politiker dieser Strömung waren Francisco Brentano, José Delacrûce und Ricardo Alemà.

Über die Frage der Trennung von Staat und Kirche und die weitere Zusammenarbeit mit der zunehmend dominanten Radikalen Partei hatten sich die moderaten Liberalen letztlich gespalten. Während die PRL-Mehrheit bis 1903 zusammen mit den Radikalen regierte, gewannen die konservativen Unionisten zusammen mit Nationalisten und früheren Monarchisten die Parlamentswahl 1903 und bildeten daraufhin eine rechtsgerichtete Regierung der Koalition der Moral. Erst nach dem Zerfall der Koalition und der Spaltung der Unionistischen Partei in zwei konkurrierende Flügel kam es zu einer Wiederannäherung der moderaten Republikaner, die sich schließlich im Jahr 1907 zu einer gemeinsamen Parlamentsfraktion und schließlich zur Republikanische Allianz als Sammlungspartei des liberalen Bürgertums wiedervereinigten.

Entwicklung und Niedergang

In ihren dezidiert laizistischen Ansichten zählte die Republikanische Allianz im polarisierten Links-Rechts-Spektrum des zweiten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts zur politischen Linken, driftete allerdings stetig weiter in die rechte Mitte und wurde dort bald zur stärksten Kraft. Bis 1913 fest im Bündnis der Linken verankert, bildete die Partei 1914-1916 eine Mitte-Rechts-Koalition mit den Katholiken der Acción Popular, ehe sie 1921 erstmals eine Große Koalition mit Sozialisten und Radikalen bildete.

Unter ihrem Vorsitzenden Daniel Laponte ordnete sich die Partei schließlich in den 1920er Jahren fester ins rechte Spektrum ein, stand dort aber stets in kritischer Distanz zur katholisch-konservativen Volksunion, der Nachfolgepartei der Acción Popular. Gleichzeitig kam es zu einem rapiden Stimmenverlusten der Partei, die der gestiegenen Rechts-Links-Polarisierung und der neuen Konkurrenz in der Mitte durch die christdemokratische PDP nur wenig entgegenzusetzen hatte. Seit 1925 beteiligte sich die Partei an mehreren Rechtsregierungen mit Volksunion und Nationalisten und konnte, obwohl der kleinere Partner, mit Daniel Laponte mehrmals den Regierungschef stellen.

Nachdem Laponte nochmals seit 1929 die Regierung angeführt hatte, rutschte die ARL bei den Parlamentswahlen 1929 unter 10 Prozent der Stimmen ab und verlor zunehmend an Zuspruch. Auch ein Wahlbündnis mit der kleinen christlich-progressiven PDP konnte an dieser Situation nichts ändern. Den Tiefpunkt erreichte die Partei bei der Parlamentswahl 1935, bei der sie eine Beteiligung an der rechtsgerichteten Frente Nacional mit Volksunion, Agrariern und Nationalisten ablehnte und schließlich nur 16 Sitze im Parlament gewinnen konnte.

In Opposition zu den linken Volksfront-Regierungen 1935-1937 suchte die ARL schließlich einen dritten Block mit Volksdemokraten und Dissidenten des Partido Radical zu etablieren, aus dem schließlich das so genannte Reagrupamiento Independiente (RI) hervorging, das bei der Parlamentswahl 1938 40 Mandate in der Abgeordnetenkammer gewann. Nachdem Laponte seit Februar eine Übergangsregierung angeführt hatte, trat er schließlich als Minister in eine Mitte-Rechts-Regierung unter Manuel Álamo Igualde ein. Als solcher unterstützte Laponte nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs die Neutralitätspolitik Álamos sowie dessen Programm der Comunión Nacional, geriet aber zunehmend in Konflikt mit diesem. Nachdem sich die Republikanische Allianz gegen Lapontes Willen dem Zentralkomitee für die Nationale Kommunion unter Álamos Führung angeschlossen hatte, verließ der langjährige Parteiführer die Allianz sowie die Regierung. De facto hörte das Reagrupamiento damit auf zu existieren und die Aliança Republicana lehnte sich eng an die Volksunion an.

Ende und Nachfolge

Laponte gründete im Herbst 1941 den Partido Democrático Reformador (PDR), der sich für einen Eintritt in den Zweiten Weltkrieg aussprach, während die ARL unter der Führung von Carles Elísio weiter bestand, de facto aber erodierte. Nach Ende des Weltkriegs bemühten sich mehrere Gruppen schließlich, das Projekt des dritten Blocks in Form eines neuen Reagrupamiento wiederzubeleben, darunter auch Lapontes PDR, die liberale Neugründung Partido Liberal de Sagradia unter António Miguel Verón und die Reste des ARL, die nun von Gerardo Ferrera angeführt wurde. Zur Parlamentswahl 1945 vereinten sich Laponte, Ferrera und Verón schließlich im Wahlbündnis der Demokratischen Volksbewegung, das als liberalkonservative, antikommunistische Partei in Konkurrenz zum Partido Popular de Convergência antrat und die Reste der Republikanischen Allianz schließlich in sich aufnahm, sich nach zahlreichen Spaltungen aber 1952 auflöste und in Resten in der konservativen PPC, dem liberalkonservativen Partido Republicano sowie über den Partido Liberal Democrático schließlich in der liberalen Unión Democrática de Sagradia aufging.

Ergebnisse bei nationalen Parlamentswahlen

Wahljahr - Fraktion/Liste Stimmanteil Sitze / gesamt Parteiführer
1892 Moderatas 146 / 359
1895 Moderatas 160 / 359
1899 PRL 89 / 359
1903 PRL 71 / 397
1907 PRL 57 / 397
1909 AR 102 / 397
1913 AR 105 / 445
1917 AR 62 / 499
1921 AR 74 / 499
1925 AR 72 / 499 Daniel Laponte
1929 ARL 46 / 521 Daniel Laponte
1932 EDR 48 / 529 Daniel Laponte
1935 ARL 16 / 529 Daniel Laponte
1938 RI 40 / 529 Daniel Laponte
1945 RI 9,7 % 45 / 449 Daniel Laponte
1946 MRL 8,5 % 35 / 411
1950 MRL 4,8 % 20 / 411