Martin VI./I. der Gute

Aus Sagradien
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Martin von Redanior, genannt der Gute (*1287; †1354, sagr. Martín il Bô, mikol. Martin le Bone, peruz. Martí le Bon), war als Martin VI. König von Peruzien (1313-1354), als Martin I. König von Mikolinien (1315-1354) und als Martin VI. König von Sagradien (1321-1354). Er war der zweite mikolinische Regent aus dem Haus Redanior und der erste Herrscher, der alle drei Königskronen der Konsettenhalbinsel in einer Hand vereinte (Union von Alágua). Er gilt sowohl in der mikolinischen wie in der sagradischen Nationalgeschichte als bedeutender Herrscher, der den Traum vom sagromikolinischen Großreich verwirklichte.

Herkunft und Stellung in der Thronfolge

Martin wurde 1287 in Gerón als zweiter Sohn von Joán de Gerón, Herzog von Scantia, und Prinzessin Margarete von Mikolinien geboren. Martin war ein Enkel Philipps des Schweigsamen und Neffe der Könige Martin IV. Felix, Robert von Sagradien sowie des seit 1301 regierenden Königs Julen II. von Sagradien. Als zweiter Sohn des jüngsten Bruders war Martin bei seiner Geburt erst an siebter Stelle der sagradischen Thronfolge und es war unwahrscheinlich, dass er je einen Thron besteigen würde.

Martins Mutter Margarete von Mikolinien war Tochter des mikolinischen Königs Karl III. und Schwester König Karls IV. und Rodiques I.. Die Hochzeit zwischen Johann von Gerón, dem Herzog von Scantia, und Margarete war Teil einer geplanten Allianz zwischen Mikolinien und Scantia gegen die sagradische Krone. Als gebildete Frau hatte Margarete bereits früh den Ehrgeiz, ihren Söhnen eine einflussreiche Stellung zu sichern. Durch seine Mutter und seine Erzieher lernte Martin bereits früh neben Sagradisch auch Mikolinisch, Peruzinisch, Französisch und Latein und wurde in verschiedenen Wissenschaften unterrichtet. Er genoss damit die für die damalige Zeit denkbar umfassendste Ausbildung.

Nachdem ihr Bruder Rodique, zu dem sie ein enges Verhältnis pflegte, 1289 auf den Thron gekommen war, gewann Margarete großen Einfluss auf dessen Politik. Sie erreichte die Verlobung von Rodiques ältester Tochter Karoline I. von Mikolinien mit ihrem ältesten Sohn Philipp (*1384). Sie wurden in der Folge am Königshof in Mikolinien erzogen. Nachdem Martins beide Onkel Martin IV. Felix 1289 und Robert 1292 gestorben waren, wurden nacheinander Martins Cousins Philipp VI. und Martin V. Könige in Sagradien und Perucía. Als Martin V. 1301 den Thron bestieg, war er bereits in sehr schlechtem gesundheitlichen Zustand und wurde daher nach nur kurzer Zeit auf dem Thron von seinem Onkel Erzbischof Julen von Tesqué entmachtet, der als Julen II. selbst den Thron bestieg.

Bereits vor Martins Entmachtung hatte sich Martins Vater Johann von Gerón mit der mikolinischen Krone gegen seinen Neffen Philipp VI. und seinen Bruder Julen von Tesqué verschworen. Als Anführer der Rebellion in Perucía besiegte er Philipp VI. 1301 in der Schlacht bei Cresq, in der diese sein Leben ließ, und übernahm anschließend zunächst als Sachwalter seines Neffen Martin V., nach dessen erzwungener Thronentsagung als König selbst die Macht in Perucía. Martin und sein älterer Bruder Philipp wurden auf diese Weise Prinzen von Perucía.

Auch in Mikolinien hielten die Nachfolgesorgen König Rodiques I. an. Im Jahr 1302 erließ der noch immer kinderlose König schließlich mit Zustimmung der Stände die Konvention von Santéi, in der er seine älteste Tochter Karolina als Erbin einsetzte. Sie heiratete Margaretes Sohn und Martins älteren Bruder Philipp von Gerón. Als König Rodique I. im Jahr 1310 starb, wurde Karolina als Königin Carolina I. offiziell inthronisiert. Filip von Gerón wurde als König Philipp I. von Mikolinien ihr Mitkönig. Damit war ein neuerlicher Bürgerkrieg wie zur Temp de Sang ein halbes Jahrhundert zuvor, verhindert. Karoline starb jedoch bereits im Jahr 1313, ohne einen Erben zu hinterlassen. Entgegen der Konvention von Santéi übernahm nun Philipp selbst den Thron, ließ seine bisher übermächtige Mutter Margarete von Mikolinien vom Hof entfernen und strebte ein persönliches Regiment an. Nach kurzer Zeit kam es jedoch zur Revolte gegen den unbeliebten König, die von Heinrich von Kont, einem unehelichen Sohn Karls IV. angeführt wurde. In der Schlacht von Marquesta besiegte Heinrich von Kont Philipp, der in der Schlacht getötet wurde. Die Stände verweigerten dem Bastard jedoch die Anerkennung, sodass der Thron erneut verwaist war. Es kam zu einem Interregnum, in dem es keinem der Thronprätendenten gelang, die Herrschaft zu übernehmen.

Kampf um die mikolinische Krone

Margarete versuchte nun mit Anton von Salua - selbst ein möglicher Thronprätendent - eine Allianz zu schmieden, was anfangs jedoch misslang. 1303 bereits hatte Martin Blanka von Salua, die Tochter des Herzogs geheiratet. Die Stände übertrugen nun Margarete die Herrschaft, scheiterten aber bei dem Versuch, sich auf einen Nachfolgekandidaten zu einigen.

In Mikolinien kam es nun zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Heinrich von Kont und Anton von Salua um die mikolinische Krone. Nach mehreren ergebnislosen Kämpfen waren die Großen des Landes in zwei Parteien gespalten. Anders als zuvor, kam es diesmal jedoch zu keiner Doppelwahl zum Königsamt. Um einen langjährigen Erbfolgekrieg zu verhindern, verbündete sich Anton von Salua schließlich doch mit Margarete. Gemeinsam setzten beide die Wahl Martins durch die Stände durch. Dabei kam ihnen entgegen, dass der sagradische König Julen II. mit dem Prinzen Filipe einen eigenen Thronfolger gezeugt hatte, was Martins Königtum unwahrscheinlicher machte. Anders als Anton von Salua, erkannte Heinrich von Kont die Entscheidung jedoch nicht an und forderte eine Neuwahl.

Von seinem Onkel König Julen II. unterstützt, zog Martin nun mit einem Heer von Skanten aus über Golen nach Mikolinien, um seinen Thronanspruch gegen Heinrich von Kont, den unehelichen Sohn Roduichs I., zu verteidigen. In der Schlacht bei Luenas kam es im März 1315 zum Sieg des sagradischen Heeres. Martin zog daraufhin in die Stadt ein, um sich zum mikolinischen König krönen zu lassen. Nachdem er den mikolinischen Ständen und seinem potenziellen Rivalen Anton von Salua im Akt von Marrel einige Zugeständnisse gemacht hatte, wurde der Skantenherzog als Martin I. im Spätsommer 1316 im Beisein seines Onkels zum mikolinischen König gekrönt. Mikolinien wurde nun dauerhaft von einer jüngeren Linie des sagradischen Königshaus Redanior regiert, während die ältere Linie unter Martins Onkel weiterhin in Sagradien herrschte. Dennoch war der Grundstein für die spätere Union gelegt.

Herrschaftsantritt in Sagradien

Im Frühjahr 1319 erhielt Martin die Nachricht vom Tod des vierjährigen Thronfolgers Don Filipe in Sagradien, sodass Martin plötzlich im Falle des Todes seines Onkels auch zum sagradischen Thronanwärter wurde. Als Julen II. 1320 gestorben war, erhob Martin als Neffe und nächster männlicher Verwandter des verstorbenen auch auf die sagradische Krone Anspruch. Derweil hatte der Stiefsohn König Julens, Heinrich von Viça in Sagradien im Namen seiner Frau Margaid von Bretagne, einer Cousine Martins, die Königskrone an sich gerissen und sich seine Erhebung von den Ständen legitimieren lassen, denen er große Zugeständnisse machte. Heinrich war ein Sohn Königin Isabella von Avons, der Witwe Julens II., aus deren erster Ehe mit Americ de Viça. Seine Thronansprüche leitete er aber von seiner Frau Margaid von Bretagne ab, die eine Enkelin Robert von Skantens war, bei der Thronerhebung Julens II. aber übergangen worden war.

Nach wenigen Monaten zeigte sich, dass Heinrich nicht willens und in der Lage war, die Zugeständnisse an die Stände einzuhalten. Martin zog im folgenden Sommer wiederum mit einem eigenen Heer aus sagradischen Gefolgsleuten und mikolinischen Adligen zurück nach Sagradien und verhandelte mit den sagradischen Ständen über eine mikolinisch-sagradische Union. Seinen ältesten Sohn Philipp von Soria hatte er derweil zum Mitkönig im Königreich Mikolinien ernannt. Bei Alágua in Golen besiegte er das Heer Heinrichs, der in der Schlacht das Leben verlor. Nach Einigung mit den Ständen zog er nach Noyar, wo er sich auch zum sagradischen König krönen ließ und damit als erster König, die mikolinische mit der sagradischen Krone vereinigte, wodurch er die jahrhundertelang offenen Kriege zwischen beiden Ländern vorübergehend beenden konnte (Pax Martinana).

Wirken als König in beiden Reichsteilen

Martin baute die Macht der Krone in beiden Reichsteilen weiter aus, vor allem durch seine teils kluge, teils rigorose Finanzpolitik: Er schuf in jedem Reichsteil einen zentralen Rechnungshof als selbständige Behörde, erhöhte die Steuern, ermöglichte die Ablösung von Lehenspflichten durch finanzielle Leistungen und verbot den mächtigen Fallenserorden in Südmikolinien, dessen Vermögen er der Krone einverleibte. Als König der Kronen von Scantia, Sarmay, Alconía, Malesc, Golen, Perucía und Mikolinien bemühte sich Martin um eine ausgewogene Herrschaft und zog von einem Ort seines Riesenreichs in den anderen. Mit dem Statut von Alessa, das den peruzinischen Ständen Privilegien einräumte, beendete Martin auch endgültig die seit 1290 immer wieder aufgeflackerten Aufstände der peruzinischen Stände gegen die Herrschaft der Redanior-Könige (Peruzinische Kriege). Nachdem Martins erste Frau Blanka von Salua 1318 gestorben war, heiratete Martin im Jahr 1320 die Witwe seines Konkurrenten Heinrich von Kont, Maria von Interea, Tochter Martins von Interea. Damit band er einen potenziellen Machtrivalen, einen illegitimen Vetter des letzten Saloanerkönigs, eng an das Königshaus. Er machte Martin von Interea zudem zum Vikar des südlichen Reichsteils und gab ihm seine jüngste Schwester Anna zur Frau.

Nach dem Tod seines Sohnes Filip von Sória im Jahr 1348 ernannte Martin seinen ältesten Sohn aus zweiter Ehe Martin d.J. zum Mitkönig in beiden Reichsteilen.

Martin war ein großer Förderer der Künste und der Wissenschaften und verfasste zu Lebzeiten selbst philosophische, anthropologische und naturwissenschaftliche Werke. Martin führte die Doppelmonarchie zu einer wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Hochblüte. Er starb im Jahr 1354 in Álbero.