David I.

Aus Sagradien
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David I. (Portrait von Tizian)

David I. (*1491; †1543) aus dem Haus Santori war König von Sagradien (1509-1543) und von Portugal (1521-1543), Herzog von Salua und Macedi und Herr der Saloanischen Lande (1509-1532 und 1534-1543) sowie als David II. Conte von Tulis (1509-1543). Er führte das sagradische Renaissance-Königtum zur Hochblüte und herrschte über ein Weltreich. Seine Herrschaftszeit vereinte die sagradische mit der portugiesischen Krone und gilt als Beginn der sagradischen Gran'Etá.

Herkunft und Jugend

David Alexander Antoninus von Santori wurde im April 1491 im mikolinischen Plato geboren. Sein Vater war der Sántori-Prinz Peter von Sagradien, ein jüngerer Bruder König Philipps VI., der seit 1485 für Davids älteren Halbbruder Baltasar die Regentschaft über die Saloanischen Lande innehatte. Seine Mutter war Peters dritte Frau, die portugiesische Prinzessin Beatrix von Aviz-Viseu, eine Tochter von Ferdinand von Viseu und Marguerita de Sántori. David war damit väterlicherseits ein Urenkel von König Philipp V. aus dem Haus Vesaey, Enkel von David de Sántori und Vetter von Philipp VII., der wenige Monate nach Davids Geburt zum König von Sagradien gekrönt wurde. Mütterlicherseits war David ein Urenkel des portugiesischen Königs Eduard I. und Neffe von Manuel von Viseu, der 1495 als Manuel I. den portugiesischen Thron bestieg.

In seinen ersten zehn Lebensjahren wuchs David am Hof seines Vaters in Macedi auf, wo er eine umfassende Ausbildung bei dem italienischen Humanisten Ercule Schiatti erhielt. Im Jahr 1502 starb Davids Vetter, König Philipp VII., an den Folgen eines Reitunfalls. Da er kinderlos geblieben war, beanspruchte seine Schwester Katharina den Thron, was von Teilen des sagradischen Hochadels aber mit Verweis auf Katharinas unrechtmäßig geschlossene Ehe mit Filipe de las Marcas zurückgewiesen wurde. Gegen Katharina bildete sich daher eine schlagkräftige Opposition, die Davids Vater Peter von Sagradien unterstützte. Dieser zog schließlich mit einem Heer nach Sagradien und riss den Thron an sich. Es folgte ein Erbfolgekrieg innerhalb des Hauses Sántori, in dem sich die Anhänger König Peters, die sogenannten Saloanœs, mit den Anhängern Catarinas, den Catarinenses, gegenüberstanden. Aus den Kämpfen ging schließlich Davids Vater Peter als Sieger hervor und konnte als Peter I. den sagradischen Thron besteigen. David wurde damit schlagartig zum Thronfolger eines europäischen Großreichs, das von Armorien bis zur Insel Feiroa reichte und ein aufstrebendes Kolonialreich in Übersee umfasste.

Während des Bürgerkriegs in Sagradien verbrachte David gemeinsam mit seinen Brüdern mehrere Jahre am Hof ihres Onkels Manuel I. von Portugal, der mit Davids Cousine Maria von Sagradien, Königin von Portugal, verheiratet war. In Lissabon entwickelten die Sántori-Prinzen ein enges Verhältnis zum portugiesischen Königshaus und zur Familie ihrer Mutter.

Thronbesteigung und frühe Regierungsjahre

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Nach seinem achtzehnten Geburtstag kehrte David schließlich 1509 nach Sagradien zurück, um nach dem Tod seines Vaters die Thronfolge im Königreich Sagradien, im Comitat Tulis und in den Saloanischen Landen anzutreten. David gelang es schließlich, auch die Unterstützung der "Catarinenses" zu gewinnen, indem er Katharina als Königin anerkannte, ohne ihr aber ein Mitspracherecht in der Regierung einzuräumen oder ein Nachfolgerecht ihrer Tochter Maria Renata anzuerkennen. Erst Katharinas Tod im Jahr 1515 beendete die unklare dynastische Lage.

David machte sogleich seinen engen Vertrauten Carles de Biniar zu seinem leitenden Minister und übertrug ihm die wesentlichen Staatsgeschäfte. Dieser erkannte schnell, dass Sagradien und das Haus Santori sich mittelfristig nur würden behaupten können, wenn sie ihre Macht in Europa verteidigen konnten. In der Hoffnung, die französischen Italienkriege nutzen zu können, um die Bretagne für Sagradien zu gewinnen, setzte Davids leitender Minister Carles de Biniar auf ein anti-französisches Bündnis mit England und dem Haus Habsburg. 1511 nahm Sagradien entsprechend an der Heiligen Liga Julius’ II. gegen Ludwig XII. von Frankreich teil und zog an der Seite seiner Alliierten in den Krieg gegen den Nachbarn.

Ehe mit Catherine Tudor

Die Suche nach einer Ehefrau für David gehörte zu den maßgeblichen Aufgaben der ersten Regierungdsjahre. Das schon von Peter von Sagradien verfolgte Landzeitprojekt, den jungen David mit Claude de France, der zukünftigen Erbin des Herzogtums Bretagne, zu verheiraten, war zum Scheitern verurteilt, weil Claudes Mutter Anne daran arbeitete, die Unabhängigkeit des Herzogtums zu bewahren, und ihre Tochter 1501 dem spanischen Thronfolger Karl versprach. Hiergegen arbeitete König Ludwig XII. an einer Ehe Claudes mit seinem Präsumptiverben Franz von Angoulême, dem späteren Franz I., und setzte diese Option schließlich durch.

Biniar gab den Plan schließlich auf und versuchte stattdessen, den König mit einer Habsburgerprinzessin zu verheiraten. Als Kandidatin kam zunächst Margarete, Tochter Maximilians I. in Frage. Diese jedoch war ganze elf Jahre älter als David und zudem in Verhandlungen mit Philibert II. von Savoyen. Auch diese Verhandlungen scheiterten schließlich.

Stattdessen heiratete David 1510 die englische Prinzessin Catherine Tudor (*1493; †1512), eine Tochter von Heinrich VII. und Elisabeth von York und Schwester Heinrichs VIII. von England. Die Tudor-Ehe blieb jedoch von kurzer Dauer, da Catherine bereits im Januar 1512 starb. Aus der Verbindung gingen keine Kinder hervor.

Ehe mit Leonor d'Aragón

Schon 1514 heiratete David in zweiter Ehe die spanische Prinzessin Eleonore von Aragon (Leonor d'Aragón), die jüngste Tochter der katholischen Könige Isabella von Kastilien und Ferdinand II. von Aragon. Eleonore war die Witwe des mikolinischen Thronfolgers Mikael Alexander, Prinz von Peruzien, der schon nach wenigen Ehemonaten gestorben war. Sie war zudem Schwägerin des englischen Königs Heinrich VIII. und eine Tante des römischen Kaisers Karl V. und verfügte damit über exzellente Verbindungen zu Europas Königshäusern. Aus der Ehe ging mit Andrés Piero ein Sohn und Thronfolger hervor, der den traditionellen Titel eines Fürsten von Sarmay erhielt.

Nach der Hochzeit emanzipierte sich David schließlich auch vom Grafen von Biniar und begann zunehmend eigenständig zu handeln. Die heimliche Verheiratung Biniars mit seiner Tante María de Sántori führte schließlich zum Bruch zwischen David und seinem leitenden Minister. Nachdem diesem Hochverrat vorgeworfen worden war, wurde er 1515 festgenommen, angeklagt und schließlich 1518 hingerichtet.

Krieg um Portugal

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Im zweiten Jahrzehnt von Davids Herrschaft rückte unverhofft die portugiesische Nachfolgefrage auf die internationale Landkarte. Nach dem schlagartigen Ableben der Söhne Manuels I., Dom Luís (†1515) und Dom João (†1518) – der erste Sohn Miguel da Paz war bereits im Jahr 1500 gestorben –, stieg David als Nachkomme Eduards I. über seine Mutter Beatrix zum Präsumptiverben der portugiesischen Krone auf. Zwar kam 1520 mit Dom Carlos ein weiterer Sohn Manuels I. auf die Welt, dieser starb aber bereits im Folgejahr. Nur kurze Zeit später ereilte auch Manuel I. im Dezember 1521 der Tod, sodass das portugiesische Königshaus Avis in legitimer männlicher Linie ausstarb.

Nachdem David als testamentarischer Erbe Manuels die Nachfolge in Lissabon beansprucht hatte, musste er sein Erbe gegen weitere Thronprätendenten durchsetzen. Zu den Konkurrenten Davids gehörten Jorge de Lencastre, Herzog von Coimbra, ein unehelicher Sohn Johanns II., sowie Jaime, Herzog von Braganza. Es folgten mehrere kriegerische Auseinandersetzungen um Portugal, die Davids Truppen schließlich unter der Führung des Kommandanten Joán de Biniar für sich entscheiden konnten. Der große Nachbar Spanien war mit der Kaiserwahl 1519 und ihren Folgen, der Auseinandersetzung mit Martin Luther, den seit 1521 wieder aufgeflammten Kriegen Karls V. in Italien sowie den Rebellionen der Comuneros (in Kastilien) und der Germanies (im Königreich Valencia) beschäftigt und griff daher nur kurz und halbherzig in die Auseinandersetzung ein. Nachdem Sagradien 1524 auf Seite der Franzosen in den Italienkrieg Franz' I. eingestiegen war, einigten sich David I. und Karl V. 1525 auf einen Friedensvertrag, in dem Spanien die sagradische Nachfolge in Portugal anerkannte.

Der Sántori-König war nun zu einem der wichtigsten Monarchen Europas und zum Herrscher über ein aufblühendes Weltreich aufgestiegen. In seiner Hand vereinte er zwei Königskronen, ein sich im Aufbau befindliches System von übersseischen Kolonialbesitzungen in Südamerika und Indien sowie große Territorien in Mikolinien. Jedoch musste er zugestehen, die beiden Reichsteile in Sagradien und Portugal nicht miteinander zu vereinen, sondern lediglich in Personalunion zu regieren. Auch die im Entstehen befindlichen Kolonialgebiete der sagradischen und der portugiesischen Krone blieben nominell getrennt. Bis 1525 blieb er in Portugal und hielt dort Hof, ehe er seinen Schwager Joán de Biniar als Vizekönig zurückließ. Diesem folgte 1529 Davids Bruder Johann, Herzog von Corar und von Guimaraes.

Sagradisch-Portugiesische Union

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Der Krieg in Portugal hatte hohe Summen an Geld gekostet, die David trotz der Handelseinnahnen aus den neuen Kolonien nur durch umfassende Finanzreformen sowie durch Anleihen bei seinen Vasallen aufbringen konnte. Diese Situation verhinderte auch, dass sich David 1532 gegen die Einverleibung des Herzogtums Bretagne ins Königreich Frankreich wehren konnte. Nach einem kurzen Krieg 1533/34 suchte David den Ausgleich mit Franz I. und einigte sich mit diesem schließlich auf die endgültige Teilung Armoriens.

Mit der Übernahme der portugiesischen Krone wurde David auch zum Herr über ein aufstrebendes Kolonialreich und zum Dienstherr zahlreicher Seefahrer und Abenteurer. Portugiesische Seefahrer erreichten China und Japan. Der 1529 mit Karl V. geschlossene Vertrag von Saragossa 1529 grenzte schließlich spanische und portugiesische Einflusssphären in Asien ab und legte den Gegen-Meridian zum Vertrag von Tordessillas fest. Auf dem Kongress von Badajoz erkannte Spanien 1524 den portugiesischen Anspruch auf Brasilien an, 1532 wurde die erste dauerhafte Siedlung in Brasilien gegründet. David vergab große Landgebiete in Brasilien als Lehen (donatárias) und förderte so den Aufbau des Landes, eine Politik, die von seinem Bruder Johann intensiviert wurde.

Bereits zuvor hatte sich David darum bemüht, die erfolgreiche Geschichte portugiesischer Seefahrer nachzuahmen und auch für Sagradien und Tulis Entdeckungen und Eroberungen zu fördern. Im Auftrag Davids starteten die sagradischen Seefahrer Santo Aziz, Nuno Guavo, Selle Inoza und Carles Diaz de la Verra sowie der Genuese Giovanni Caballi (Joán Caballes) ihre Entdeckungsfahrten auf den Weltmeeren. Da sich Sagradien nicht an die spanisch-portugiesischen Verträge von Tordesillas und Badajoz halten musste, versuchte David die sagradischen Fahrten und Gründungen in Übersee zu nutzen, um in die spanische Einflusssphäre vorzudringen. Erste Koloniegründungen in Amerika blieben aber erfolglos.

Mäzenatentum

Doch Davids Hof in Tulis, der Palâciu Sántori, wurde nicht nur zum Ausgangspunkt von Entdeckungsfahrten. Die westsagradische Hafenstadt wurde vielmehr zu einem florierenden Handelszentrum. Der aufstrebende Überseehandel lief in den Folgejahren maßgeblich über Tulis, mehr noch als über Lissabon, und die Stadt häufte großen Reichtum an.

David ließ als Conte von Tulis neue Prachtbauten in der Stadt errichten und alte Bauwerke erneuern. Nachdem er schon als Knabe mit den Ideen und Idealen des Humanismus konfrontiert worden war, tat er sich zudem als Mäzen und Förderer der neuen Künste der Renaissance hervor, die in Italien schon in so großer Blüte standen und deren Errungenschaften er nun auch in Sagradien fördern wollte. Zahlreiche italienische Künstler wie Niccolò Vacheotti und Donato Celeste ließ er nach Tulis kommen und einheimische Talente förderte er durch persönliche Protektion. Tulis wurde zum „Florenz des Westens“, zu einem Zentrum von Handel, Wissenschaft, Kunst und den großen Errungenschaften der Renaissancekultur. Damit legte David den Grundstein für das Aufblühen der sagradischen Kunst und Literatur, das später als "Gran'Etá" bezeichnet werden sollte.

Glaube und Religionspolitik

Davids Glaube an die Ideale des Humanismus und die Förderung der neuen Ideen in Kunst und Kultur gingen einher mit einer insgesamt aufgeklärten Geisteshaltung und einer gewissen Offenheit in religiösen Dingen. Als Schüler der Humanisten Schiatti und van Stael galt er als Sympathisant der katholischen Reformbewegung des 15. Jahrhunderts. Zumal die verbreitete Kritik an der absoluten Autorität des Papstes kam Davids Interesse an Nicht-Einmischung Roms in inner-sagradische Angelegenheiten entgegen.

Dennoch suchte er politische Vorteile aus dem Bündnis mit dem Papsttum zu ziehen. Im Jahr 1518 schloss David mit dem Papst das Konkordat von Trient, das ihm, gegen hohe finanzielle Zuwendungen an das Papsttum, das Recht gab, über die Besetzung aller bedeutenden Ämter innerhalb der katholischen Kirche in Sagradien zu entscheiden. Damit legte er einen wichtigen Grundstein in der Ausbildung einer sagradischen Nationalkirche (Sagrikanismus).

Trotz anfänglichen Interesses an den Ideen der europäischen Humanisten und auch der frühen evangelischen Reformation sprach sich David deutlich gegen jede Form der "Häresie" aus und bekämpfte den aufkommenden Protestantismus in Sagradien, da er von diesem die dauerhafte Spaltung der Kirche und großes Übel für die Christenheit befürchtete. Zwar zeigte er anfänglich Verständnis für zentrale Anliegen wie die Kritik am Ablasswesen, die schlechte Ausbildung vieler Priester und die Verweltlichung der Kirche, doch lehnte er den Bruch der Protestanten mit der römischen Kirche ab. Mit der Reformatio Davidi (Reformatio Sanctissimi Ecclesiae Nationis Sagradicae) reagierte David 1529 auf die Missstände in der Kirche und die sich abzeichnende Glaubensspaltung in Europa. Darin reformierte er die Seelsorge grundlegend, ging gegen Simonie und Ämterhäufung vor, legte Regeln zur Verbesserung der Priesterausbildung fest und setzte eine stärkere Aufsicht und gegenseitige Kontrolle der Geistlichen durch regelmäßige Visitationen und Synoden fest. Damit gelang es David, wesentliche Missstände, die als Auslöser der Reformationsbewegung gewirkt hatten, zu beseitigen, und wesentliche Neuerungen des Reformkonzils von Trient bereits vorwegzunehmen.

Auf der anderen Seite verpflichtete die Reformatio Davidi alle Untertanen auf die katholische Glaubenslehre und ließ keine abweichenden Formen mehr zu. Nachdem David zunächst noch gewillt war, den Protestanten im eigenen Herrschaftsgebiet weitgehende Toleranz entgegen zu bringen und sich für ein umfassendes Kirchenkonzil zur Beseitigung der Gegensätze einsetzte, zeigte er sich spätestens nach dem Erlass der Reformatio als heftiger Gegner der in seinen Augen zunehmend radikalisierten Reformationsbewegung und ging gegen Neugläubige hart vor. Die antiprotestantische Stoßrichtung wurde erst durch das Toleranzedikt von Viça seiner Tochter Johanna 1567 wieder zurückgenommen.

Heiratspolitik und Nachfolgefrage

Als Herrscher über ein Weltreich musste es Davids größtes Anliegen sein, die Herrschaft seiner Nachkommen durch geschickte Heirats- und Bündnispolitik zu sichern. Um den Konflikt mit Spanien um Portugal beizulegen, arrangierte David 1525 die Hochzeit seines Bruders Johann mit Katharina von Österreich, der Schwester Kaiser Karls V. Sein einziger Sohn und Thronfolger Don Andrés Piero war ein äußerst schwächlicher Junge und war oft krank. Es musste befürchtet werden, dass er das Erbe seines Vaters nie würde antreten können. Er heiratete 1533 im Alter von siebzehn Jahren Maria von Exeveste und trat die Herrschaft über die Herzogtümer in Mikolinien an. Jedoch konnte er kaum eigene Akzente setzen. In der Tat starb er bereits im Jahr 1534, wahrscheinlich an einer angeborenen Herzschwäche. Damit war David erneut ohne männlichen Erben. Die Herrschaft über die Gebiete seines Sohnes in Mikolinien übernahm er wieder selbst, übetrug die Verwaltung aber seinem Neffen Philipp von Valier, Sohn von Davids Bruder Danadier de Valier.

Nach dem Tod seines Sohnes musste David dafür sorgen, dass er einen männlichen Erben in die Welt brachte. Da seine erste Frau Leonor bereits im Februar 1532 gestorben war, musste er ein zweites mal heiraten. Seine kurzzeitigen Bemühungen um die englische Prinzessin Elisabeth (die spätere Königin) blieben ob des großen Altersunterschieds erfolglos. In der "Allianz von Pont-Aven" einigte er sich 1536 mit Franz I. von Frankreich auf ein Bündnis: David verlobte sich mit Franz' Tochter Isabelle de Valois, im Gegenzug hielt sich Sagradien aus dem italienischen Krieg 1536-38 zwischen Franz und Karl V. um die Herrschaft in Mailand heraus. Im Oktober 1536 kam es schließlich zur Hochzeit zwischen David und Isabelle von Valois, einer Tochter des französischen Königs Franz I. Die Ehe sollte die angespannten Verhältnisse zu Frankreich entschärfen.

Als Königin Isabelle ihrem Mann bis 1539 immer noch keinen männlichen Thronfolger geschenkt hatte, entschloss sich David, die Thronfolge in einem testamentarischen Sukzessionserlass zu regeln. Sein jüngerer Bruder Johann, genannt "der Fromme", Statthalter Davids in Portugal, hatte bereits seit längerem darauf gedrängt, von seinem Bruder als Erbe zumindest in einem Teil des Reichs eingesetzt zu werden. In seinem Erlass bestimmte David jedoch seine Tochter Johanna zur Präsumptiverbin der sagradischen Krone sowie der Besitzungen in Mikolinien. 1542 heiratete die damals erst fünfzehnjährige Prinzessin ihren sieben Jahre älteren Vetter Philipp von Valier, Sohn ihres Onkels Danadier de Sántori, der mit ihr zusammen regieren sollte. In Portugal dagegen sollte Johann der Fromme als König nachfolgen und das Reich Davids I. damit wieder geteilt werden. Mit seiner Erbregelung hoffte David die Differenzen mit seinen Brüdern ausgeräumt und die Thronfolge des Hauses Sántori auch in Portugal gesichert zu haben, wo man eine Frau auf dem Thron nicht akzeptiert hätte.

Nachkommen

David hatte mehrere ehelich geborene Kinder. Die 1510 geschlossene erste Ehe mit Catherine Tudor (*1493; †1512) blieb kinderlos.

Aus der zweiten Ehe Davids mit Eleonore von Aragon (*1490, †1532), die er 1514 geheiratet hatte, gingen fünf Kinder hervor:

Mit seiner dritten Frau Isabelle de Valois (Hochzeit 1536) hatte David drei Kinder:

David hatte zudem einen unehelichen Sohn mit der mikolinischen Adligen Loisa de Nabarret:

Tod

David I. starb nach kürzerer Krankheit im Jahr 1543. Die von ihm erlassene Erbteilung wurde relativ problemlos vollzogen. Johanna I. und Philipp von Valier wurden gemeinsam als Könige von Sagradien anerkannt, Johann der Fromme, zu Lebzeiten Davids bereits dessen Regent in Lissabon, folgte David als König von Portugal nach. Mit dem territorialen Zusammenhalt verlor das Reich der Sántori nun auch sein Zentrum, da Johann fortan in Lissabon, Johanna und Philipp in Tulis und danach in Semest residierten.

Bedeutung

David I. gilt im Andenken der Sagradier als Inbegriff des Renaissance-Herrschers und als König, unter dem die Bedeutung Sagradiens in der Welt einen Höhepunkt erreichte. Das Zeitalter Davids gilt als erste große kulturelle und politische Blütephase Sagradiens in der Neuzeit. Mit David begann nicht nur das "Große Zeitalter" der sagradischen Kunst und Literatur, unter seiner Herrschaft erreichte Sagradien auch den Höhepunkt seiner politischen Macht in Europa und gehörte damit für fast ein halbes Jahrhundert zu den absoluten Weltmächten. In der sagradischen Geschichtsschreibung des 19. Jahrhundets wurde er daher häufig als David der Große bezeichnet, auch wenn sich diese Bezeichnung in der späteren Geschichtswissenschaft nicht durchgesetzt hat. Dennoch sprechen die Sagradier von der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts auch von der "Era Davidêsa" und der Begriff "Impêriu Davidês" ist zum Synonym für sagradische Großmachtträume geworden.