António Santiago: Unterschied zwischen den Versionen

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Nach der Niederlage der Sozialistischen Partei bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950]] ging Santiago zunehmend auf Distanz zur Kommunistischen Partei, die Führungsrolle der UdSSR wollte er nicht anerkennen. An eine rasche Wiederannäherung mit dem PSD, wie von einigen Sozialisten rund um das so genannte [[Mitternachtskartell]] angestrebt, glaubte Santiago zu dieser Zeit aber nicht. Nach der erneuten deutlichen Niederlage der Linksparteien bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954]], bei der die Sozialisten erstmals hinter die Kommunistische Partei zurückfielen, kam es zu einem Wechsel im Vorsitz der Partei. Generalsekretär [[Ricardo Moreno]] gab sein Amt an seinen bisherigen Stellvertreter António Santiago ab, der die Verbindungen zum PCS in der Folge endgültig kappte und den Einmarsch sowjetischer Truppen in Ungarn 1956 scharf verurteilte.
 
Nach der Niederlage der Sozialistischen Partei bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950]] ging Santiago zunehmend auf Distanz zur Kommunistischen Partei, die Führungsrolle der UdSSR wollte er nicht anerkennen. An eine rasche Wiederannäherung mit dem PSD, wie von einigen Sozialisten rund um das so genannte [[Mitternachtskartell]] angestrebt, glaubte Santiago zu dieser Zeit aber nicht. Nach der erneuten deutlichen Niederlage der Linksparteien bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954]], bei der die Sozialisten erstmals hinter die Kommunistische Partei zurückfielen, kam es zu einem Wechsel im Vorsitz der Partei. Generalsekretär [[Ricardo Moreno]] gab sein Amt an seinen bisherigen Stellvertreter António Santiago ab, der die Verbindungen zum PCS in der Folge endgültig kappte und den Einmarsch sowjetischer Truppen in Ungarn 1956 scharf verurteilte.
  
Nach dem Tod [[Santo de la Ilpa]]s kam es auch zu sich intensivierenden Verbindungen zwischen Vertretern der beiden sozialistischen Parteien mit dem Ziel einer baldigen Wiedervereinigung der zunehmend marginalisierten Parteien in einer neuen sozialistischen Mitte-Links-Partei. Nach gemeinsamen Kampagnen bei den [[Kommunalwahlen 1956]] kam es 1957 schließlich in [[Vapaís]] zur Gründung der [[Aliança Socialista d'Unitá Lavorista]].
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Nach dem Tod [[Santo de la Ilpa]]s kam es auch zu sich intensivierenden Verbindungen zwischen Vertretern der beiden sozialistischen Parteien mit dem Ziel einer baldigen Wiedervereinigung der zunehmend marginalisierten Parteien in einer neuen sozialistischen Mitte-Links-Partei. Nach gemeinsamen Kampagnen bei den [[Kommunalwahlen 1956]] kam es 1957 schließlich in [[Vapaís]] zur Gründung der [[Aliança Socialista d'Unitá Lavorista]] aus PS, PSD und anderen Mitte-Links-Parteien. Gemeinsam mit PSD-Sekretär [[Márcio Álvarez]] wurde António Santiago zu einem von zwei gleichberechtigten Sekretären der neuen Partei gewählt, die sich vorerst ein nur vorläufiges Wahlprogramm gab.

Version vom 13:22, 24. Dez 2011

José António Santiago (* 1894 in Parasca del Pesce, † Juni 1964 in Semess) war ein sozialistischer sagradischer Politiker. Er war seit 1954 der letzte Generalsekretär des Partido Socialista (PS) und danach bis zu seinem Tod der erste Generalsekretär der neugegründeten ASUL. Von Februar bis Juni 1964 war er Ministerpräsident Sagradiens. Als solcher verstarb der herzkranke Santiago an den Folgen eines Herzinfarkts im Amt.

Leben und Wirken in der Zweiten Republik

Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende António Santiago, Sohn eines Schusters aus der Kleinstadt Parasca im Pescano, wuchs ohne Vater auf. Dennoch schaffte er es bis zum Abitur und erhielt ein Gewerkschaftsstipendium für ein Studium der Rechtswissenschaften. Nach seinem Jura-Examen arbeitete er bis zu seinem Tod als Funktionär für die linke Gewerkschaftsbewegung und für die sagradische Sozialistische Partei sowie zunächst als Vorstandsdelegierter für die sozialistische Jugendbewegung CSJS. 1920 wurde der damals 26-jährige für zwei Jahre zum stellvertretenden Sekretär der CSJS gewählt. Eine Bewerbung um das Sekretärsamt schlug 1922 fehl, sodass sich Santiago aus dem Vorstand zurückzog.

Als Mitarbeiter wurde Santiago ein enger Vertrauter des sozialistischen Abgeordneten José Saviola, der den jungen Santiago förderte und 1925 zu seinem persönlichen Büroleiter machte. 1930 wurde Santiago erstmals in den Vorstand der Sozialistischen Partei gewählt und erhielt kurz darauf einen hauptamtlichen Posten als Organisationssekretär der Partei. Er war unter anderem für die Kontakte der Partei zu den formell unabhängigen, de facto aber von der Partei finanzierten Republikanischen Kräfte (Forças Republicanas) zuständig. In der Folge gehörte Santiago zu den Skeptikern bezüglich einer Zusammenarbeit mit den Kommunisten, änderte aber seine Meinung, nachdem er von rechten Schlägertruppen 1934 zusammengeschlagen worden war und mehrere Wochen lang im Krankenhaus liegen musste. Daraufhin setzte er sich für eine linke Kampfgemeinschaft gegen den immer bedrohlicher werdenden Faschismus ein. Erst nach dem Sieg der linken Volksfront bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1935 zog er erstmals ins sagradische Parlament ein, wo er die Volksfrontregierungen José Saviolas und Angel Colóns unterstützte. Er gehörte zum Vorstand der sozialistischen Fraktion und bekleidete 1936/37 im zweiten Kabinett José Saviolas den Posten eines Staatssekretärs im Erziehungsministerium. Nach dem Februarputsch 1938 wurde ihm sein Parlamentsmandat entzogen und er saß in der Folge als politischer Gefangener in Haft.

Widerstand und Karriere in der Dritten Republik

Erst 1940 wurde er aufgrund seines Gesundheitszustands freigelassen, musste aber die Hauptstadt verlassen. Nachdem er nur knapp einem Anschlag auf sein Leben hatte entgehen können, ging Santiago 1942 in den Untergrund und wurde zu einem wesentlichen Führer des linken Widerstands gegen das faschistische Álamo-Regime. Im Untergrund trug er u.a. den Kampfnamen Chanal und arbeitete eng mit kommunistischen und nicht-sozialistischen Widerstandskämpfern sowie mit dem Sozialisten Santo de la Ilpa zusammen. Gemeinsam mit Santo de la Ilpa begründete er den Partido Socialista de la Libertá Proletária (PSLP) und saß für die Sozialisten seit 1943 im Comité Nacional de la Resistença Sagradêsa. Stärker als Ilpa hielt Santiago zur Zeit der Reorganisation der sozialistischen Partei auch Kontakt zum Exil-PS unter Ricardo Moreno, den er 1944 zu Vorstandssitzungen des PSLP einlud. In der Folge kam es 1945 zur offiziellen Wiedergründung des PS (zunächst unter dem Namen Partido Socialista Unitáriu). Im neuen Vorstand der Partei bekleidete er den Posten eines Organisationssekretärs. Nachdem er 1945 in die Verfassungsgebende Nationalversammlung gewählt worden war, gehörte er ab 1946 der sagradischen Abgeordnetenkammer an.

In dem sich bald in der Partei abzeichnenden Richtungskampf zwischen den Frentistas, die eine Fortführung der Volksfront mit den Kommunisten anstrebten, und den Anti-Comunistas bezog Santiago lange keine eindeutige Stellung und schlug sich erst spät, kurz vor der Spaltung der Partei im Jahr 1947 auf die Seite Ricardo Morenos und gegen den antikommunistischen Flügel um Ilpa, der daraufhin die Partei verließ und den Partido Socialista Democrático gründete. Nach der Spaltung stieg Santiago zur unumstrittenen Nummer Zwei in der Partei hinter Generalsekretär Ricardo Moreno auf, zudem er bald jedoch ein eher gespanntes Verhältnis hatte, da er Moreno vorwarf, sich all zu sehr auf das Bündnis mit den Kommunisten zu stützen und die Unabhängigkeit der Partei zu gefährden. Dennoch unterstützte er Morenos Kurs, kritisierte die Westbindung des Landes, sprach sich für eine atomwaffenfreie Zone in Sagradien ein und kritisierte die westlichen Mächte für ihre kolonialistische und imperalistische Politik. Die auch von Moreno ausgehende Diffamierung der Demokratischen Sozialisten Ilpas als "Arbeiterverräter" lehnte Santiago jedoch ab, auch wenn er deren Regierungspolitik heftig kritisierte.

Nach der Niederlage der Sozialistischen Partei bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950 ging Santiago zunehmend auf Distanz zur Kommunistischen Partei, die Führungsrolle der UdSSR wollte er nicht anerkennen. An eine rasche Wiederannäherung mit dem PSD, wie von einigen Sozialisten rund um das so genannte Mitternachtskartell angestrebt, glaubte Santiago zu dieser Zeit aber nicht. Nach der erneuten deutlichen Niederlage der Linksparteien bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954, bei der die Sozialisten erstmals hinter die Kommunistische Partei zurückfielen, kam es zu einem Wechsel im Vorsitz der Partei. Generalsekretär Ricardo Moreno gab sein Amt an seinen bisherigen Stellvertreter António Santiago ab, der die Verbindungen zum PCS in der Folge endgültig kappte und den Einmarsch sowjetischer Truppen in Ungarn 1956 scharf verurteilte.

Nach dem Tod Santo de la Ilpas kam es auch zu sich intensivierenden Verbindungen zwischen Vertretern der beiden sozialistischen Parteien mit dem Ziel einer baldigen Wiedervereinigung der zunehmend marginalisierten Parteien in einer neuen sozialistischen Mitte-Links-Partei. Nach gemeinsamen Kampagnen bei den Kommunalwahlen 1956 kam es 1957 schließlich in Vapaís zur Gründung der Aliança Socialista d'Unitá Lavorista aus PS, PSD und anderen Mitte-Links-Parteien. Gemeinsam mit PSD-Sekretär Márcio Álvarez wurde António Santiago zu einem von zwei gleichberechtigten Sekretären der neuen Partei gewählt, die sich vorerst ein nur vorläufiges Wahlprogramm gab.