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Die UCR beschloss schließlich nach einer Eskalation der Spannungen ihre Auflösung, nachdem sich die Parlamentsfraktion bereits gespalten hatte. Die bisherige Parteiführung des UCR beteiligte sich mehrheitlich an der Gründung der sozialdemokratischen Mitte-Links-Partei ASUL, der ein ein großer Teil der Mitglieder beitrat. Die Gegner der ASUL-Gründung, vornehmlich vom liberalen Parteiflügel, folgten nun ihren ehemaligen Kollegen ins MRD, das sich nun - unter Beteiligung dissidenter Sozialdemokraten - in [[Partido Radical-Democrático]] (PRD) umbenannte und damit die alte Radikale Partei wiederbelebten. | Die UCR beschloss schließlich nach einer Eskalation der Spannungen ihre Auflösung, nachdem sich die Parlamentsfraktion bereits gespalten hatte. Die bisherige Parteiführung des UCR beteiligte sich mehrheitlich an der Gründung der sozialdemokratischen Mitte-Links-Partei ASUL, der ein ein großer Teil der Mitglieder beitrat. Die Gegner der ASUL-Gründung, vornehmlich vom liberalen Parteiflügel, folgten nun ihren ehemaligen Kollegen ins MRD, das sich nun - unter Beteiligung dissidenter Sozialdemokraten - in [[Partido Radical-Democrático]] (PRD) umbenannte und damit die alte Radikale Partei wiederbelebten. | ||
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Version vom 22:08, 28. Okt 2011
Die Radikale Bürgerunion oder sagradisch Unión Cívica Radical (kurz UCR) war eine kleine sagradische Partei in den Fünfziger Jahren. Die aus der Radikalen Partei hervorgegangene linksliberale bis sozialdemokratische Partei entstand aus einem Wahlbündnis der Radikalen mit der kleinen Partido d'Acción Democrática und anderen Mitte-Links-Gruppierungen anlässlich der Senatswahlen 1949 und Kammerwahlen 1950 und war Anfang der Fünfziger Jahren an der Regierung der Zentrumskoalition unter Paulo Luciaro beteiligt. Nach ihrem Ausscheiden aus der Regierung erlitt sie Mitte der Fünfziger Jahre einen Erosionsprozess und löste sich 1957 schließlich auf. Während sich Vertreter des sozialdemokratischen Flügels an der Gründung der ASUL beteiligten, führten Vertreter des liberalen Flügels das radikale Erbe im Partido Radical-Democrático (PRD) fort.
Geschichte der UCR
Die Radikale Bürgerunion wurde 1949/1950 gegründet und ging aus der Mehrheit der alten Radikalen Partei (PRD) hervor, von dem sich 1949 der Regierungsflügel als Unión Democrática Republicana (UDR) abgespaltet hatte. Diese verbündeten sich schließlich mit dem Partido d'Acción Democrática Fernando de la Rúas. Hinzu kamen kleinere regionale Splittergruppen des linken bürgerlichen Spektrums und Einzelvertreter der sozialdemokratischen Linken. Die Partei war eine linksbürgerliche laizistische Partei mit einem sozialliberalen Programm. Gegründet wurde die UCR zunächst als Wahlbündnis der Rest-PRD mit kleineren Bürgerlisten und Wahlparteien anlässlich der Senatswahlen 1949. Dazu gehörte u.a. die Ein-Mann-Partei Concertación Social-Democrática des langjährigen Bürgermeisters von Artir Angel Martín Celardo sowie die Unión Cívica Pacifista. Bei den Kammerwahlen 1950 wurde das Bündnis wiederholt, ehe im Dezember 1950 die PRD ganz in der UCR aufging.
Bei den Kammerwahlen 1950 holte die UCR 2,9 Prozent der Stimmen und schnitt damit nur wenig stärker ab als die konkurrierende UDR mit 2,2 Prozent. Das schlechte Abschneiden beider Gruppen und der gemeinsame Eintritt ins Kabinett Luciaro II im Herbst 1950 führten zu einem Wiederannäherungsprozess der beiden radikal-republikanischen Parteien, der die Bildung einer gemeinsamen Parlamentsfraktion im Januar 1951 umfasste (siehe Unión de Republicanoes i Radical-Democráticoes). Dem Ausscheiden der UCR aus dem Kabinett Luciaro im Jahr 1953 folgte das Auseinanderbrechen der URRD-Fraktion vor den Kammerwahlen 1954, welches das Ende des Wiederannäherungsprozesses markiert. Während die UCR ihren Standpunkt links der Mitte suchte, wanderte die UDR aufs konservativ-bürgerliche Spektrum zu. Die UDR schloss sich zu den Kammerwahlen dem Mitte-Rechts-Bündnis Unión Democrática mit mehreren konservativ-liberalen Parteien an, das mit einem Stimmenanteil von 8,9 Prozent sehr erfolgreich abschnitt. Die UCR betonte dagegen ihre Eigenständigkeit, konnte alleine aber nur 1,5 Prozent der Stimmen gewinnen. Fernando De la Rúa hatte die Partei bereits vorher verlassen und sich mit seinem Cientro Democrático Humanista den Sozialdemokraten angeschlossen.
Anders als die Parteien der UD, die 1955 der neuen Bürgerblock-Regierung Luciaro beitraten, setzte die UCR-Parteiführung um Daniel Galindo Ferres auf eine Annäherung an die politische Linke, was zu großen parteiinternen Verwerfungen führte. Eine größere Minderheit, die nach wie vor auf einen eigenständigen Weg als liberale Partei der Mitte und eine mittelfristige Wiedervereinigung mit der UDR hinarbeitete, geriet in Widerspruch zur Anlehnung der Parteiführung an die neu entstehende Mitte-Links-Allianz aus Sozialisten und Sozialdemokraten. Eine Wiedervereinigung mit mehreren UDR-Dissidenten, die das Movimiento de Radical-Democráticoes (MRD) bildeten, scheiterte wesentlich an dieser neuen Mitte-Links-Strategie, doch verließen zahlreiche UCR-Mitglieder die Partei und schlossen sich dem MRD an.
Die Diskussion um den zukünftigen Standort der Partei, das schwache Abschneiden bei Wahlen und der damit eingeleitete Erosionsprozess kulminierten schließlich in der parteiinternen Debatte um eine mögliche Beteiligung an der entstenden Neugründung einer sozialdemokratischen Mitte-Links-Partei, die schließlich 1957 in der ASUL verwirklicht wurde. Der Parteitag der bereits marginalisierten UCR zeigte sich in dieser Hinsicht gespalten und die Flügel unversöhnlich. Die Gruppe um Parteichef Galindo Ferres befürwortete die neue Parteigründung und sah den Platz der UCR auf der Linken, Gegner lehnten den Verlust der Eigenständigkeit ab und wollten die Radikale Partei fortführen.
Die UCR beschloss schließlich nach einer Eskalation der Spannungen ihre Auflösung, nachdem sich die Parlamentsfraktion bereits gespalten hatte. Die bisherige Parteiführung des UCR beteiligte sich mehrheitlich an der Gründung der sozialdemokratischen Mitte-Links-Partei ASUL, der ein ein großer Teil der Mitglieder beitrat. Die Gegner der ASUL-Gründung, vornehmlich vom liberalen Parteiflügel, folgten nun ihren ehemaligen Kollegen ins MRD, das sich nun - unter Beteiligung dissidenter Sozialdemokraten - in Partido Radical-Democrático (PRD) umbenannte und damit die alte Radikale Partei wiederbelebten.