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Seine Herrschaftszeit war von ständigen Kriegen mit dem seit 1102 lusonidischen Perucía und Sagradien überschattet. Im [[Golischer Erbfolgekrieg|Golischen Erbfolgekrieg 1162-1165]] gegen die sagradischen Könige [[Jakob I. der Kühne|Jakob den Kühnen]] und [[Gabriel Juvans]] konnte Micolinien seine Ansprüche auf Golen nicht durchsetzen und musste die Eingliederung Golens in die Krone Sagradiens mitansehen. Die Niederlagen der micolinischen Könige führten zu neuen Aufständen. Wiederum erhob sich das Haus Salua gegen die Königsherrschaft. Michael wurde 1166 von den Saloanern festgenommen und starb kurze Zeit später in saloanischer Haft, sein zwölfjähriger Sohn und Erbe Charl wurde enthauptet. Sogleich erhoben mehrere saloanische und loneische Fürsten Anspruch auf die Krone, es kam zu blutigen Bürgerkriegen und zu einem faktischen Zusammenbruch des Königreichs. Die Zeit zwischen 1167 und 1214 ging als "Zeit des Blutes" ([[Temp de Sang]]) oder auch als "[[Micolinischer Bürgerkrieg]]" in die Geschichte ein. | Seine Herrschaftszeit war von ständigen Kriegen mit dem seit 1102 lusonidischen Perucía und Sagradien überschattet. Im [[Golischer Erbfolgekrieg|Golischen Erbfolgekrieg 1162-1165]] gegen die sagradischen Könige [[Jakob I. der Kühne|Jakob den Kühnen]] und [[Gabriel Juvans]] konnte Micolinien seine Ansprüche auf Golen nicht durchsetzen und musste die Eingliederung Golens in die Krone Sagradiens mitansehen. Die Niederlagen der micolinischen Könige führten zu neuen Aufständen. Wiederum erhob sich das Haus Salua gegen die Königsherrschaft. Michael wurde 1166 von den Saloanern festgenommen und starb kurze Zeit später in saloanischer Haft, sein zwölfjähriger Sohn und Erbe Charl wurde enthauptet. Sogleich erhoben mehrere saloanische und loneische Fürsten Anspruch auf die Krone, es kam zu blutigen Bürgerkriegen und zu einem faktischen Zusammenbruch des Königreichs. Die Zeit zwischen 1167 und 1214 ging als "Zeit des Blutes" ([[Temp de Sang]]) oder auch als "[[Micolinischer Bürgerkrieg]]" in die Geschichte ein. | ||
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Nachdem sich Herzog [[Karl I. von Micolinien|Karl von Salua]] als Karl I. zum König erhoben hatte, wurde er 1170 wieder durch [[Loris VI.]], den Kandidaten der loneischen Partei entmachtet und vertrieben. Nach der [[Schlacht von Bovil]] 1182, in der Loris getötet wurde, kehrte Karl von Salua wieder auf den Thron zurück, musste sich aber gegen [[Mark I.]] von Lonea, den Sohn Loris' VI. erwehren. | Nachdem sich Herzog [[Karl I. von Micolinien|Karl von Salua]] als Karl I. zum König erhoben hatte, wurde er 1170 wieder durch [[Loris VI.]], den Kandidaten der loneischen Partei entmachtet und vertrieben. Nach der [[Schlacht von Bovil]] 1182, in der Loris getötet wurde, kehrte Karl von Salua wieder auf den Thron zurück, musste sich aber gegen [[Mark I.]] von Lonea, den Sohn Loris' VI. erwehren. | ||
Nachdem [[Ernest de Conte]] 1184 seine Herrschaftsgebiete im Osten Micoliniens für unabhängig von der Krone erklärt hatte, schaffte es erst [[Karl II. von Micolinien|Karl II. von Salua]] 1214 die innermicolinischen Kämpfe zu beenden und sich als Karl II. zum neuen Herrscher über Micolinien wählen zu lassen. Zunächst wurde er aber nur von den Südständen und nicht von Conte und den westmicolinischen Fürstentümern anerkannt. Erst 1219 unterstellten sich auch letztere sowie die [[Grafschaft Lukien]] Karl und begründeten damit das wieder vereinte Königreich Micolinien, in welchem die Stände noch große Macht ausübten. | Nachdem [[Ernest de Conte]] 1184 seine Herrschaftsgebiete im Osten Micoliniens für unabhängig von der Krone erklärt hatte, schaffte es erst [[Karl II. von Micolinien|Karl II. von Salua]] 1214 die innermicolinischen Kämpfe zu beenden und sich als Karl II. zum neuen Herrscher über Micolinien wählen zu lassen. Zunächst wurde er aber nur von den Südständen und nicht von Conte und den westmicolinischen Fürstentümern anerkannt. Erst 1219 unterstellten sich auch letztere sowie die [[Grafschaft Lukien]] Karl und begründeten damit das wieder vereinte Königreich Micolinien, in welchem die Stände noch große Macht ausübten. | ||
Version vom 14:27, 15. Mai 2011
Geschichte Micolinien
Inhaltsverzeichnis
Micolinien in der Antike
Unter Kaiser Augustus unterwarf Rom die Consadiner und Litier und gewann damit die Kontrolle über die gesamten Konsetten einschlißlich der südlichen Muren. Augustus errichtete hier im Jahr 8 v. Chr. die kaiserliche Provincia Litia mit der Hauptstadt Mons Sinicia am Mare Quintisicum und dem Legionslager bei Cania. In den folgenden Jahren musste Rom immer wieder gegen einfallende Pontier und Faläer kämpfen. Erst unter Kaiser Claudius begann 43 n. Chr. die weitere Eroberung der micolinischen Halbinsel, die als Provinca Micolina dem römischen Reich eingegliedert wurde. Der Name leitet sich wahrscheinlich vom Stamm der Micoläer ab. Lediglich das Gebiet der keltischen Sorier sowie der Faläer, Vellier und Oskonier im alberischen Hochland konnte Rom nicht unterwerfen, die auch in den kommenden Jahrhunderten immer wieder in die römische Provinz einfielen. 159 n. Chr. wurde die Provinz Micolina in eine nördlichere Provinz Micolina Superior mit der Hauptstadt Legantium und eine südlichere Micolina Inferior mit der Hauptstadt Tinacanum aufgeteilt. Kaiser Diokletian wiederum errichtete aus den beiden micolinischen Provinzen sowie der Provinz Litia die Diözese Micolina und teilte Micolinien wiederum in die Provinzen Ligria Ulterior, Micolina Legantiensis, Caeliria und Lucia auf.
Micolinien im frühen Mittelalter
Im Zuge der Völkerwanderung brachen im 5. und 6.Jahrhundert n. Chr. verschiedene germanische Stämme in Micolinien ein und errichteten Reiche, von denen sich das der Skanten im gesamten Norden der Konsettenhalbinsel, das der Herkanden in Süd- und Mittelmicolinien sowie das der Golen im Osten mit Teilen Contes und Litiens etablierten. Das Herkandenreich zerplitterte bereits um 550 in die fünf Kleinkönigreiche Pirania, Colia, Fanata, Lucia und Conte (Herkandische Pentarchie). Um 600 einte der Colenfürst Antros die Colen und Fanaten und schuf einen eigenen Herrschaftsbereich im Eral-Luenda-Dreieck sowie südlich davon. Sein Nachfolger Sylius eroberte Teile Lukiens. Aus diesem Reich entstand das Reich der Micoliner. Franzerich der Große (661-693), der zum trinitarischen Christentum übertrat und als erster eigentlicher micolinischer König gilt, unterwarf ganz Lukien und die Gebiete im Süden Micoliniens inklusive der Inseln Sáloa und Feiroa und breitete seinen Herrschaftsbereich in Kriegen gegen die Piranen nach Nordwesten aus, sodass er schließlich im Norden sogar die Voraneiy tributpflichtig machen konnte. Franzerichs Nachfolger Loris I. und Lorrivik I. unterwarfen endgültig die Voraneiy und schafften es darüber hinaus, in Kriegen gegen Skanten, Konten und Golen ganz Kont und Teile Gebiete in Nordmicolinien ins Reich einzugliedern.
Zu Beginn des 9. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Überfällen der norwegischen Perutinger auf die Nordküste Micoliniens, die zu dieser Zeit zwischen dem micolinischen Königreich und dem Skantenreich umkämpft war. Aus den Winterlagern der Perutinger entwickelte sich bald eine dauerhafte Herrschaft unter den nordischen Herrschern, die rasch zum Christentum konvertierten, den Königstitel annahmen und sich an die unterworfene micolino-romanische Bevölkerung assimilierten. Die Perutinger wagten bald auch von ihrem neuen Reich in Nordmicolinien aus die Invasion im Süden Irlands und Westen Großbritanniens, konnten ihre Herrschaft dort aber nicht dauerhaft konsolidieren. Unter Franzerich II. und seinen Nachfolgern konsolidierte sich das micolinische Königreich, stand aber trotzdem in ständigen Kriegen mit dem neuen perutingischen oder „peruzinischen“ Nachbarn sowie dem Golenreich. Nach dem Tod König Michaels I. 804 wurde das Reich im Vertrag von Nanthés unter seinen drei Söhnen Franzrich (Norden), Loris (Westen) und Michael (Süden) aufgeteilt, die sich alle Könige von Micolinien nannten und sich teilweise gegenseitig bekriegten. Ihre Macht war äußerst schwach und sie mussten immer mehr Befugnisse an die Fürsten ihrer Reiche abgeben, die sich zunehmend souverän fühlten und sich ihre Loyalität teuer erkaufen ließen. In Kont machte sich der Fürst Berrent selbst zum König und begründete das Geschlecht der Berrentiden. Die Teilreiche Montana, Piranía und Tresterre wurden 899 unter Korrent III. wiedervereinigt, während die Berrentiden in Kont noch bis 989 unabhängig herrschten und sich weiterhin als gesamtmicolinische Könige ansahen. Nach dem Aussterben der Syliden-Dynastie im wiedervereinigten "Drei-Micolinien" 909 beanspruchte Berrent III. von Kont die Herrschaft über ganz Micolinien. Die Stände aber erhoben den einheimischen Adligen Loris von Lonéa zum König. Es folgten lange Kriege zwischen Drei-Micolinien und Kont, die 989 mit dem Tod Berrents IV. von Kont endeteten. Da er erbenlos gestorben war, wurde Kont wieder ins wiedervereinigte Micolinerreich eingegliedert.
Micolinien zwischen Ludhige dem Großen und der Temp de Sang
Ludig I. der Große (998-1049) konsolidierte die königliche Macht und föderte Kunst und Kultur. Sein Nachfolger Achim I. starb nach wenigen Monaten, die Nachfolge Johanns I., eines Neffen Ludigs wurde von großen Teilen der micolinischen Stände aber nicht anerkannt, die sich in den Parteien der Saloaner und der Alberaner wiederum gegenseitig bekriegten und mit Charl von Álbero und Distriqs von Salua jeweils einen Gegenkönig wählten. In der gesamten Regierungszeit Johanns I. war Micolinien daher gespalten in den saloanischen Süden, den alberanischen Norden und eine geringe Zahl von loyalen Anhängern Johanns. Dieser verfügte faktisch über keinerlei Macht und stand in ständigem Schatten seiner beiden Gegenkönige, die sich gegenseitig bekriegten. 1070 starb Charl von Álbero in der Schlacht von Tinágua. Er blieb erbenlos, sodass die Alberaner plötzlich wieder den legitimen Johann unterstützten. Gemeinsam konnten Alberaner und Legitimisten 1077 in der Schlacht bei Saséia die Saloaner besiegen. Im Heiligen Frieden wurde 1078 Johann schließlich anerkannt. Nach Johanns Tod 1079 folgte ihm sein Sohn Johann II. nach, der 1078 die Saloanerprinzessin Margareta geheiratet hatte und in ständigem Konkurrenzkampf mit den südlichen Magnaten der Salua stand. Die Schwäche der micolinischen Krone verhinderte im Peruzinischen Erbfolgekrieg 1101-1112 einen Erfolg Johanns II. Johanns Enkel Michael III. wurde 1123 im Alter von fünf Jahren König und stand lange unter der Vormundschaft seiner saloanischen Mutter.
Seine Herrschaftszeit war von ständigen Kriegen mit dem seit 1102 lusonidischen Perucía und Sagradien überschattet. Im Golischen Erbfolgekrieg 1162-1165 gegen die sagradischen Könige Jakob den Kühnen und Gabriel Juvans konnte Micolinien seine Ansprüche auf Golen nicht durchsetzen und musste die Eingliederung Golens in die Krone Sagradiens mitansehen. Die Niederlagen der micolinischen Könige führten zu neuen Aufständen. Wiederum erhob sich das Haus Salua gegen die Königsherrschaft. Michael wurde 1166 von den Saloanern festgenommen und starb kurze Zeit später in saloanischer Haft, sein zwölfjähriger Sohn und Erbe Charl wurde enthauptet. Sogleich erhoben mehrere saloanische und loneische Fürsten Anspruch auf die Krone, es kam zu blutigen Bürgerkriegen und zu einem faktischen Zusammenbruch des Königreichs. Die Zeit zwischen 1167 und 1214 ging als "Zeit des Blutes" (Temp de Sang) oder auch als "Micolinischer Bürgerkrieg" in die Geschichte ein.
Temp de Sang und Herrschaft der Salua
Nachdem sich Herzog Karl von Salua als Karl I. zum König erhoben hatte, wurde er 1170 wieder durch Loris VI., den Kandidaten der loneischen Partei entmachtet und vertrieben. Nach der Schlacht von Bovil 1182, in der Loris getötet wurde, kehrte Karl von Salua wieder auf den Thron zurück, musste sich aber gegen Mark I. von Lonea, den Sohn Loris' VI. erwehren. Nachdem Ernest de Conte 1184 seine Herrschaftsgebiete im Osten Micoliniens für unabhängig von der Krone erklärt hatte, schaffte es erst Karl II. von Salua 1214 die innermicolinischen Kämpfe zu beenden und sich als Karl II. zum neuen Herrscher über Micolinien wählen zu lassen. Zunächst wurde er aber nur von den Südständen und nicht von Conte und den westmicolinischen Fürstentümern anerkannt. Erst 1219 unterstellten sich auch letztere sowie die Grafschaft Lukien Karl und begründeten damit das wieder vereinte Königreich Micolinien, in welchem die Stände noch große Macht ausübten.
Innersagradische Machtkämpfe zwischen Lusoniden und Dianniden führten bald zu Instabilität im Norden der Halbinsel. Nach dem Tod des peruzinischen Königs Martin des Zänkers aus dem Geschlecht der Lusoniden 1242 kam es in Perucía zu einer dynastischen Krise. Für seinen posthum geborenen Sohn Martin Posthumus regierte ein Regentschaftsrat, der seit 1245 unter dem Einfluss des micolinischen Königs Richard I. stand, der das Erbe der Lusoniden anstrebte. Als der mit einer Tochter Richards verlobte Martin Posthumus 1249 starb, kam es zum erneuten Erbfolgekrieg, in dem Richard den unehelichen Sohn Martins des Zänkers Renart von Soria unterstützte, der aber 1250 und endgültig in der Schlacht von Porinéi 1255 gegen den sagradischen Bewerber Philipp von Redanior verlor.
In der Folge kam es mit südmicolinischer Unterstützung immer wieder zu Aufständen der abtrünnigen Peruzinischen Stände gegen die sagradische Herrschaft (Peruzinische Kriege). Die Rebellionen setzten sich im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert fort, während in Südmicolinien die Könige aus dem Haus Salua kontinuierlich ihre Macht konsolidieren konnten. Karl III. von Micolinien zwang 1280 den Herzog von Kont unter seine Herrschaft und gliederte Kont damit abermals ins neue Reich ein. Nach den neuerlich erfolglosen Rebellionen der peruzinischen Stände gegen Sagradien ging die micolinische Krone dazu über, eine Diplomatie der Annäherung mit den Herzögen von Scantia einzuleiten, die faktisch die Herrschaft über Perucía ausübten. 1287 bereits heiratete Joán de Gerón, Bruder des sagradischen Königs Martin IV. Felix, Joanna, die Tochter König Karls III., 1311 verheiratete Roderich I. seine Tochter Margarete mit Johanns Sohn Sergi Graf von Gerón und ehelichte selbst ein Jahr später dessen Schwester Júlia. Dahinter verbarg sich die Strategie, eine micolinisch-skantische Allianz gegen den sagradischen König Jakob II. zu initiieren. Sergi verwahrte sich aber vor einem Bruch mit seinem König und Onkel Jakob.
Union von Alagua
Als Roderich I. aber nach dem Tod seines einzigen Sohnes 1315 ohne männlichen Erben starb, erhob Sergi als Schwager und Schwiegersohn Roderichs sofort Anspruch auf den micolinischen Thron. Die micolinischen Stände waren uneins und favorisierten teilweise Henrique de Conte, den unehelichen Sohn Roderichs, zum Teil Anton de Servette aus einer Nebenlinie des Hauses Sáloa, einem anderen Schwager Roderichs, als König. Sergi de Gerón zog schließlich zusammen mit Jakob II. von Sagradien über die Konsetten nach Micolinien und fiel über Kont in Micolinien ein. Bei Lonéa stellte er Heinrich im Sommer 1320 und besiegte ihn. In der Schlacht kam Heinrich von Kont ums Leben und Serge I. bestieg in Lonéa den micolinischen Thron. Den Ständen und seinem Widersacher Anton von Servette machte er zuvor große Zugeständnisse. Als fünf Jahre später Jakob II. von Sagradien erbenlos starb, fiel Sergi auch die sagradische Krone zu, jedoch musste er diese gegen den Usurpator Danadier von Scola verteidigen, der mit Hilfe einer antimicolinischen Adelsfraktion in Sagradien die Krone an sich gerissen hatte. Serge setzte seinen Schwager Martin de Interea aus einer illegitimen Linie des Hauses Saloa als Vizekönig ein und zog nach Sagradien, um die sagradische Krone gegen Danadier de Scola zu behaupten. In der Zwischenzeit musste Martin de Interea mehrere Adels-Aufstände im Süden Micoliniens niederschlagen. Schließlich vereinte Serge als erster Herrscher die sagradische und die micolinische Königskrone in seiner Hand. 1352 ernannte Serge seinen Sohn zum Mitkönig in beiden Reichsteilen. Serge I. führte die Doppelmonarchie einer wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Hochblüte. Sein Sohn Serge II. (1354-1378) konsolidierte die Doppelmonarchie.
Revolution und Fünfzigjähriger Krieg
Unter Gabriel I. dem Schönen, der eine sehr sagrophile Herrschaft ausübte, sich kaum in Micolinien aufhielt und seine sagradischen Vertrauten mit wichtigen micolinischen Ämtern betraute, kam es zum Aufstand micolinischer Adliger gegen den König unter der Führung von Charl de Interea, dem Herzog von Lonéa, der sich bald zum Volksaufstand ausweitete. Charl ließ sich schließlich 1386 als Karl V. selbst zum micolinischen König erheben und besiegte Gabriel in mehreren Schlachten (u.a. bei Mel Ladí und Salazia 1387). Damit begründete Karl V. die bis heute noch ununterbrochen andauernde Königsherrschaft des Hauses Interea und seiner Nebenlinie, dem heute regierenden Haus Álbero. Gabriel I. musste schließlich 1390 im Vertrag von Álbero offiziell auf die micolinische Krone verzichten. Im Gegenzug garantierte Karl V., auf alle sagradischen Besitztümer zu verzichten. Als Grenze wurde die alte Reichsgrenze zwischen Montana und Perucía festgelegt.
1395 starb König Gabriel IV. von Sagradien und blieb ohne männlichen Erben. Karl VI. unterstützte im Vertrag von Nanthés José de Óstino als sagradischen Thronanwärter und nutzte die folgenden Kämpfe zwischen den beiden sagradischen Thronprätendenten Joseph von Óstino und Miguel de Vesaey, um im Namen seines Verbündeten Joseph von Óstino große Teile Perucías einzunehmen. Nachdem Miguel de Vesaey 1396 José de Óstino besiegt und als Michael III. den sagradischen Thron bestiegen hatte, erhob Karl VI. als Schwager Josés und Schwiegervater dessen Sohnes Johann selbst Anspruch auf den sagradischen Thron und widerrief damit seinen Thronverzicht von 1390. Dies führte zum Ausbruch des Fünfzigjährigen Krieges (1396-1443) zwischen Micolinien und Sagradien, in dem seit 1398 die Tulinesische Republik, zeitweise auch das Haus Salóa-Servette (1420-1429) auf sagradischer Seite, die Häuser Óstino und Esqués auf micolinischer Seite kämpften.
Bis 1420 konnte Micolinien große Gewinne verbuchen und stand 1420 sogar vor Gerón. Die Stadt wurde fast ein Jahr lang belagert, konnte aber schließlich nicht erobert werden. Nach dem Tod König Miguels I. in der Schlacht von Valés 1421 übernahm Don António den Oberbefehl über die sagradischen Heere und fügte Micolinien in den Schlachten von Gerón, San Cristo und Alágua schwere Verluste zu. Daraufhin kam es 1423 zu einem Waffenstillstand mit Sagradien, da Karl VI. seit 1420 mit den Herzögen von Servette im Krieg stand, die selbst Anspruch auf die micolinische Krone erhoben. Nach Wiederaufflammen der Kämpfe mit Tulis 1424 und mit Sagradien 1427 sowie der micolinischen Niederlage in Cania 1427 stagnierten die Kämpfe schließlich. Nach Ende des Kriegs gegen Servette und zermürbenden kleineren Gefechten wurden die Kampfhandlungen 1439 weitgehend eingestellt.
Im Frieden von Tesqué 1443 wurde die endgültige Trennung der Kronen Sagradiens und Micoliniens festgeschrieben. Michael II., Sohn Michaels I., wurde als sagradischer, Karl VI. als micolinischer König bestätigt. Sagradien musste aber auf ganz Nordmicolinien und Perucía verzichten und die so genannte Medéo-Linie wurde als Grenze vereinbart. Danach blieb Golen bei Sagradien, während die gesamte westliche Neumeerküste an Micolinien fiel. Damit war Micolinien wieder in etwa in seinen Grenzen konstituiert, die Ludighe der Große erobert hatte. Der Frieden von Tesqué bildete auch die Basis, auf der die micolinischen Könige aus dem Haus Interea ihren innenpolitischen Machtzuwachs begründen konnten. Seinem Machtanspruch stand aber zunächst mit dem Herzog von Servette ein mächtiger Vasall entgegen, der als Herzog von Sáloa sowie Fürst von Saséia und Marbore den gesamten Süden des Reichs kontrollierte. Mit seinem großen Vermögen war der Herzog auch als Geldgeber der micolinischen Könige und Finanzier der Kriege gegen Sagradien aufgetreten und hatte so eine große Unabhängigkeit erlangt. Im Laufe des 15. Jahrhunderts gingen auch wichtige Herrschaften in Lukien und Südpiranien wie die Grafschaften Drouvel und Carata als Pfandschaften in die Hand Servettes über.
Servettische Kriege und Verlust der Servetter Lande
Nachdem 1477 mit dem Tod Antons von Servette die männliche Linie des Hauses ausgestorben war, versuchte König Heinrich I. die Lande als heimgefallene Lehen wieder ins Reich zu inkorporieren, jedoch erwählten die servettischen Stände mit Filip von Saséia den illegitimen Sohn Antons zum neuen Herzog. Filip wurde vom sagradischen König Jakob I. unterstützt. Es kam zum Krieg, den Micolinien nach der Schlacht von Tinágua 1479 verlor. Heinrich musste die Herrschaft Filips anerkennen, hatte es aber vermocht, einige wichtige Stützpunkte zu besetzen. Die Situation blieb angespannt, da nach wie vor die servettisch-sagradische Allianz bestand und intensiviert wurde. Nach dem Tod Filips 1490 kam es erneut zum Krieg. Sagradien unterstützte die minderjährige Antonia, Tochter Filips mit der Santori-Prinzessin Isabella, als legitime Nachfolgerin, während Heinrich II. erneut das Lehen einziehen wollte.
1494 konnte Micolinien die sagradischen Truppen bei Jocaleia zurückdrängen und Golen besetzen, 1496 wurde Servette eingenommen, die minderjährige Antonia festgehalten und ihre Mutter Isabella als Regentin abgesetzt. Daraufhin landeten sagradische Heere bei Macedi und besiegten die Heere Heinrichs in zwei wichtigen Feldschlachten in Sant Filip und Cosqol. Heinrich II. musste sich aus Servette zurückziehen, konnte aber Golen sowie die Pfandschaften in Lukien und Piranien halten. Nachdem es 1501 zur Hochzeit zwischen Antonia und dem sagradischen Präsumptiverben Pietro gekommen war, starb Antonia 1505 ohne männlichen Erben. In kleineren Kämpfen konnte sich Pietro jedoch als Herzog etablieren. Die Reinkorporationspolitik Micoliniens war damit endgültig gescheitert. Zudem war es 1499 nicht gelungen, die Besatzungstruppen in Golen zu halten und die Markgrafschaft zu übernehmen. Stattdessen wurde Micolinien auch hier von Pietro zurückgedrängt.
Die Kriege zwischen Sagradien und Micolinien um Servette und Golen endeten 1506 im Frieden von Sáloa, in dem Aquim II. dem sagradischen König Pietro (seit 1502 König) die Herrschaft über die Servettischen Lande sowie über die Markgrafschaft Golen bestätigen musste und lediglich die Pfandschaften in Lukien und Piranien zurück erhielt.
Mit der Begründung der sagradischen Herrschaft in Südmicolinien war die Position Micoliniens nach dem Fünfzigjährigen Krieg erneut geschwächt. Neue Hauptstadt wurde Nanthés, das Herrschaftszentrum verlagerte sich nun nach Piranien und Lonea.
Im sagradischen Erbfolgekrieg unterstützte Aquims Nachfolger Karl VII. den sagradischen Thronprätendenten Miguel de Valier und griff 1544 aufseiten der Migueliten in den Krieg gegen die Allianz aus Habsburgern und Santori ein - mit dem Ziel, eine Einbeziehung der Servettischen Lande ins sagradische Königreich zu verhindern und die Macht über diese Vasallengebiete wiederzuerobern. Im Friede von Servette 1547 verblieb das Herzogtum in sagradischer Hand und wurde in den kommenden Jahrhunderten zur Sekundogenitur zunächst der Valier, sodann der sagradischen Bourbonen. Jedoch gelang es Micolinien im Frieden von Servette schließlich, mit dem cuentesisch-tulinesischen Königreich einen Pufferstaat am Blaumeer zu installieren, der die Machtstellung Sagradiens mit einzuschränken half.
Von der Uleistenbewegung zu den Napoleonischen Kriegen
Um 1540 kam der englische Calvinist Francis Howle (Francis Uleus) ins nordmicolinische Erín, wo er eine calvinistische Gemeinschaft formte, die in den folgenden Jahren in ganz Nordmicolinien ausstrahlte. Unter den Königen Karl VII. und Karl VIII. wurden diese „Uleisten“ verfolgt und unterdrückt, die nordmicolinischen „Uleisten-Städte“ wurden 1552 belagert, ausgehungert und schließlich erobert. Die Uleisten wurden getötet oder vertrieben. Einige kehrten jedoch in den folgenden Jahren zurück. Ein zweiter Uleisten-Krieg 1559-1564 verlief erfolglos, da immer mehr Städte offen zum calvinistischen Glauben übertraten. Auch Karl VIII. konnte die Protestanten nicht aus dem Lande vertreiben. Er starb 1578 erbenlos. Der Protestantenfreund Albert I. aus der Nebenlinie Interea-Conte wurde neuer König. Er erließ 1584 das Edikt von Plato, in dem er den Calvinisten in seinem Land weitgehende Religionsfreiheit gewährte. Seither gibt es in Micolinien eine relativ große protestantische Minderheit (die so genannten „Reformats“), die vor allem im Norden des Landes präsent ist, während der santorisch-dominierte Süden keine reformatorischen Bewegungen zuließ und noch heute fast ausschließlich katholisch geprägt ist.
Nach der Niederlegung der Uleistenkriege konnte sich Micolinien wieder auf den Kampf um die Vorherrschaft im Blaumeer konzentrieren. Der Angriff auf die tulinesischen Besitzungen in Micolinien, Südkont und Plato, führte 1616 zum Micolinisch-Cuentesischen Krieg, der hauptsächlich auf See geführt wurde und erst 1621 im Frieden von Tinagua niedergelegt wurde. Er endete weitgehend mit einer Niederlage für Micolinien.
Durch geschickte Heiratspolitik gelang es Micolinien in der Regierungszeit des sagradischen Königs Gabriel VI. Einfluss auf dessen Politik zu erhalten. Nachdem Katharina von Micolinien, die Mutter des sagradischen Thronfolgers Gabriel VII. 1653/54 entmachtet worden war, kam es 1657 zum Ausbruch des Golischen Erbfolgekriegs, nachdem Micolinien nach dem Aussterben des golischen Markgrafengeschlechts die Mark Golen für sich eingefordert hatte. Der Krieg endete 1669 mit einer Niederlage für Micolinien, das im Frieden von Villagua auf Golen verzichten musste. Ein Jahr später endete mit dem Tod Karls IX. die inteburgische Dynastie. Neuer König wurde Karls Enkel Johann IV., der Herzog von Álbero, der das Haus Álbero auf den Thron brachte.
1736 wurden im Vertrag von Monte Sinicia zahlreiche Grenzkonflikte zwischen Micolinien und dem mit Cuentez vereinigten Sagradien niedergelegt. Nach dem Erlöschen des Hauses Valier-Servette im Jahr 1760 gelang es dem micolinischen König Heinrich III. nicht, gegen eine übermächtig erscheinende sagradisch-französisch-spanische Bourbonenallianz die Kontrolle über den Süden wieder zu erlangen. Stattdessen wurden die Servettischen Lande wieder sagradische Sekundogenitur und erst 1805 nach dem Tod des Großherzogs Charl Fernand wieder von Micolinien besetzt. Nach dem Beginn der Napoleonischen Kriege und der Eingliederung Sagradiens in das napoleonische Satellitensystem unter Julien Bonaparte, musste auch Micolinien sich der französischen Angriffe erwehren. Gemeinsam mit Portugal und Großbritannien gelang es dem Land, die Franzosen fernzuhalten. Seit 1808 unterstützte der micolinische König Karl XI. aktiv den sagradischen Widerstand gegen die napoleonische Fremdherrschaft. Im Gegenzug musste der Bourbonenkönig Joseph Ludwig der Eingliederung Servettes in das micolinische Königreich zustimmen. Damit war die micolinische Halbinsel zum ersten mal seit dem dem 16. Jahrhundert wieder unter einer unabhängigen micolinischen Herrschaft vereint. 1813 konnten die Heere Micoliniens, Großbritanniens und der sagradischen Bourbonen Julien Bonaparte vertreiben. Nachdem der Bourbone Joseph Ludwig II. auf den sagradischen Thron zurückgekehrt war und der Wiener Kongress die Wiedereingliederung Servettes in das micolinische Königreich bestätigt hatte, nutzte Karl XI. einen Aufstand gegen den König in Sagradien, um im Jahr 1817 im Ostteil Golens einzumarschieren. Nachdem Karl die Heere Joseph Ludwigs geschlagen hatte, musste dieser abdanken. Neuer sagradischer König wurde mit Miguel de Borbón-Vuelta der Schwiegersohn Karls, der im Vertrag von Vèrisa die Abtretung Westgolens an Micolinien zusichern musste.
Micolinien zwischen Beginn und Ende der Demokratie Die Versuche Sagradiens, Westgolen in zwei Kriegen zurückuerobern, scheiterten beide, sodass Micolinien, nachdem es zwischenzeitig ganz Golen beherrscht hatte, die dauerhafte Teilung der Region im Frieden von Diegue 1829 durchsetzen konnte. Michael IV. verlegte im Jahr 1839 den Königshof und Regierungssitz wieder von Nanthés nach Servette. In der Folge der revolutionären Unruhen im April 1848 erhielt Micolinien eine liberale Verfassung. Mit der Verfassungsreform des Jahres 1879 wurde das Regierungssystem weitgehend parlamentarisiert und die Verantwortlichkeit des Kabinetts gegenüber den beiden Kammern des Nationalparlaments festgeschrieben. Nach 43 Regierungsjahren starb Michael IV. im Jahr 1882. Da er ohne männlichen Erben blieb, sollte mit Karl von Albero-Poléi sein Schwiegersohn auf den Thron kommen, der aber selbst schwer erkrankt auf den Thron verzichtete. Das micolinische Parlament bestimmte daraufhin den hessischen Prinzen Johann von Battenberg, den Schwiegersohn Karl von Poléis und Mann einer Enkelin Michaels IV. als Johann V. zum neuen König von Micolinien, der die Dynastie Albero-Poléi-Battenberg auf dem micolinischen Thron begründete. Johann, der mithilfe seiner Frau Francise von Albero-Poléi schnell Micolinisch lernte und trotz seiner ausländischen Herkunft im Volk sehr beliebt wurde, hielt sich weitestgehend aus der Tagespolitik zurück. Unter den liberalen Staatsministern Luvis Renard (1888-1894) und Fernand Esquill (1904-1907) wurde eine Reihe von Wirtschafts- und Sozialreformen durchgesetzt, die das Land modernisierten. Die Ära der liberalen Dominanz im Parlament wurde 1910 durch den Wahlsieg der Sozialisten beendet, die erstmals stärkste Kraft im Unterhaus wurden. Nachdem Micolinien im Ersten Weltkrieg zunächst neutral geblieben war, trat es 1917 auf Seiten der Entente in die Kampfhandlungen ein. Der liberale Marc Visconte bildete daraufhin ein breites Kriegskabinett, dem sowohl Konservative als auch Sozialisten angehörten. Nach dem Krieg geriet das Land in eine schwere Krise, in der es den demokratischen Parteien nicht mehr gelang, Lösungen für die sozialen Probleme des Landes zu finden. Nach landesweiten bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zwischen linken und rechten Kampfverbänden sowie dem Wahlsieg der faschistischen Micolinischen Nationalpartei von Pier Ulisse ernannte König Karl XII. den ultrakonservativen General Osvalt Camur zum Staatsminister, der ein autoritäres Regime installierte und im Oktober 1922 eine ständestaatliche Verfassung erließ, welche die parlamentarische Demokratie abschaffte (Nove Regimen).
Faschistische Juni-Bewegung und Ulisse-Regime Dennoch gelang es Camur nicht, die Probleme des Landes in den Griff zu bekommen und den Quasi-Bürgerkrieg zu beenden. Besonders die faschistische paramilitärische Schwarze Garde (Guarda Negre) gewann mit ihrem gewaltsamen Terror immer mehr Macht im Land. Im Juni 1924 startete Ulisses „Juni-Bewegung“ einen Marsch auf Servette nach dem Vorbild Mussolinis, der ihm die Regierungsgewalt sichern sollte. König Karl XII. gab schließlich nach und entließ Camur, um unmittelbar darauf Ulisse zum Staatsminister zu ernennen. Binnen kürzester Zeit modifizierte er die ständestaatliche Camur-Verfassung so, dass sie Ulisses PNM die alleinige Staatsmacht sicherte. Als neues entscheidendes Verfassungsorgan wurde der Nationale Generalrat installiert, der faktisch die Rechte des Königs und des Staatsrats übernahm und bündelte. Die Bürgerrechte wurden suspendiert, die oppositionellen Parteien ausgeschaltet, die PNM zur alles beherrschenden Staatspartei gemacht. Nach separatistischen Aufständen in beiden Teilen Golens im Jahr 1935, die ein eigenständiges und wiedervereinigtes Golen anstrebten und von Ulisse blutig niedergeschlagen wurden, nutzte der Diktator die Schwäche der sagradischen Übergangsregierung Dini, um auf sagradisches Staatsgebiet vorzudringen. Unter dem Vorwand, die vom sagradischen Ostteil Golens ausgehenden terroristischen Akte zu beenden und damit die Sicherheit des eigenen Landes zu gewährleisten, besetzten micolinische Truppen die sagradischen Provinzen Golen und Val d’Ambrís sowie Teile der Provinz Escada. Nachdem der micolinische Außenminister Marrel ein internationales Moratorium erwirken konnte, das die sagradische Provinz (Ost-)Golen für ein Jahr unter micolinische Verwaltung stellte, erfolgte 1936 eine manipulierte Volksabstimmung, die eine vermeintliche Mehrheit für ein vereintes Golen unter micolinischer Oberhoheit erbrachte. Unter der Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker annektierte Micolinien im Mai 1936 die Provinz Ostgolen. Der Völkerbund zeigte sich durch die Abessinien-Episode handlungsunfähig, Sagradien durch innere Auseinandersetzungen zwischen linker Volksfrontregierung und rechten Gruppierungen zu geschwächt, um einen Krieg zu riskieren. Außerdem bestanden auf Seite der sagradischen Rechten durchaus Sympathien für das Vorgehen Ulisses, dem man glaubte, das Golenproblem aufdrücken zu können und ein ethnisch einheitliches Sagradien schaffen zu können. In einem Geheimvertrag zwischen dem seit 1938 regierenden sagradischen Diktator Manuel Álamo und dem micolinischen Regierungschef Ulisse erkannte Sagradien de facto die Annexion Golens durch Micolinien an, erwirkte aber die Garantie für die golischsprachigen Gebiete in den Provinzen Val d’Ambrís und Escada, aus denen die micolinischen Truppen endgültig abzogen. Außerdem wurde es sagradisch-sprachigen Golen erlaubt, nach Sagradien zurückkehren zu dürfen, was die meisten auch taten. Das Juni-Regime betrieb im ganzen Land eine systematische Micolinisierungspolitik, die die gewaltsame Unterdrückung der zahlreichen Regionalsprachen wie des Golischen, des Peruzinischen und des Litischen umfasste.
Die Narzissenrevolution und die Redemokratisierung des Landes Im Zweiten Weltkrieg blieb Micolinien trotz seiner ideologischen Nähe zu den Achsenmächten neutral. Dennoch führte der Sieg der Alliierten zu einer Destabilisierung des Juni-Regimes. Nach dem überraschenden Tod Ulisses im Mai 1947, mit dem das Regime seine unumstrittene Führungsfigur verloren hatte, zeigte die PNM-Führung zunehmend Auflösungserscheinungen, da Ulisses Nachfolger Noribert Ferrer es nicht vermochte, die Partei geschlossen hinter sich zu bringen. Im April 1948 kam es zum Aufstand der linksoppositionellen Narzissenbewegung (Moviment Narcisse), die so genannte Narzissen-revolution, die binnen kürzester Zeit die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich bringen konnte. Nachdem der Generalrat es nicht schaffen konnte, die Aufstände zu stoppen und das Militär den Kampf gegen die Aufständischen verweigert hatte, entließ König Karl XII. den Staatsrat Ferrer und dankte zugunsten seines Sohnes Karl XIII. ab. Dieser entmachtete umgehend den Generalrat und setzte die Verfassung aus. Stattdessen ernannte er den Sozialistenführer Antoni Piël, einen der Führer der Narzissenbewegung, zum neuen Staatsminister. Er berief ein nationales Kabinett aus Kommunisten, Sozialisten und Christdemokraten. Eine der ersten Amtshandlungen war das Verbot der PNM, die Verhaftung ihrer führenden Köpfe sowie die Reinstallation der Bürgerrechte. Im Juni 1948 kam es zu den ersten freien Wahlen seit 1922, bei denen die Christdemokraten überraschend eine Mehrheit vor Sozialisten, Kommunisten und Liberalen erreichten. Der parteilose Ernest Crést bildete eine Dreiparteienregierung aus CDM, PSL un3d PDL, die nach Austritt der Sozialisten im Jahr 1949 von einem christdemokratisch-liberalen Staatsrat unter Mikael Carpol (CDM) abgelöst wurde. Eine neue liberale Verfassung, die im Wesentlichen an die von 1879 anknüpfte, wurde in einer Volksabstimmung im Dezember 1948 angenommen. Um die nach dem Zusammenbruch des Juni-Regimes wieder aufflammenden Separationsbestrebungen in Golen, aber auch die Regionalbewegungen in Perucía und Litien auffangen und die Integrität des Landes sicherstellen zu können, sah die neue Verfassung die Umwandlung Micoliniens von einem Einheitsstaat in einen Bundesstaat unter parlamentarisch-monarchischer Regierung vor. Den peruzinischen, litischen und golischen Bevölkerungsgruppen wurde weitgehende kulturelle Autonomie garantiert. Die neue Regierung liberalisierte das Land wirtschaftlich, hielt aber an dem von der Regierung Piel deklarierten strikten Neutralitätskurs fest, sodass Micolinien auch nicht zu den Gründernationen der NATO gehörte. Bis heute gehört Micolinien dieser Vereinigung nicht an. Die Umwandlung Micoliniens in einen Föderalstaat und die Erhebung Golens zu einem Gliedstaat innerhalb der micolinischen Monarchie machten die nie offiziell beigelegte Golenkrise wieder aktuell, da Sagradien die Provinz Golen, also den Ostteil der neuen Region Golen, nach wie vor als besetzten Teil seines Staatsgebiets betrachtete, auch wenn man keine aktive Wiedereroberungspolitik betrieb. Die Spannungen der Jahre 1948 und 1949 wurden erst im Jahr 1955 durch die Verträge von Alágua und Pexace zwischen Micolinien, Sagradien und der golischen Regionalregierung beigelegt. In den Verträgen verzichtete Sagradien endgültig auf seine Gebietsansprüche in Golen. Im Gegenzug verpflichtete sich Micolinien zu Kompensationszahlungen und gewährte der sagradisch-, eskadisch- und azumarisch-sprachigen Minderheit im Land weitgehenden kulturellen und politischen Schutz. Außerdem ließ Micolinien im Folgeabkommen von Plato (1957) seine jahrhundertealten Besitzanspräche auf Cuentez fallen. Das 1943 von micolinischen Truppen besetzte Allécapo wurde daraufhin geräumt. Zwischen 1952 und 1956 regierten die Christdemokraten alleine. Im Jahr 1960 gehörte Micolinien zu den Gründerstaaten der Europäischen Freihandelszone EFTA. Seit 1959 wurde das Land von einer Volksfrontregierung der Sozialisten unter Tolerierung der Kommunisten unter PSL-Führer Luvis Blum-Sael regiert. Das Linksbündnis zerfiel im Jahr 1965, weil sich die Regierungspartner nicht auf einen gemeinsamen Haushalt einigen konnten. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging die Mitte-Rechts-Opposition als Sieger hervor und bildete unter Mikael Mari Salt ein CDM-PDL-Kabinett. Um die Wirtschaftskrise zu überwinden, wurde 1966 eine Große Koalition aus Christdemokraten, Sozialisten und Liberalen gebildet, der mit Charl Henrique Valdés erstmals seit der Redemokratisierung des Landes wieder ein Liberaler vorstand. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen im Jahr 1968 gingen erneut die Christdemokraten als Sieger hervor. Bis 1979 regierte der CDM-Vorsitzende Joann Christén zusammen mit der PDL. Auf Initiative Joann Christéns und des sagradischen Ministerpräsidenten Joán Cavals hin kam es 1972 zur Gründung des Blaumeerrates (Consile Asumaresq, Côsíliu Azumarês) als gemeinsames Forum der Blaumeeranrainerstaaten Sagradien, Micolinien und San Cristo. Die Regierung Christén zerbrach 1979 mit der Abspaltung des rechten PDL-Flügels zur UPD. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging erstmals die PSL als stärkste Partei hervor. Der Sozialist Guillemes Oreste bildete eine Große Koalition mit dem CDM, die 1981 zerbrach und nach einem erneuten Wahlsieg der Christdemokraten von einer christlich-liberalen Koalition unter Martin Bertrand (CDM) abgelöst wurde. Dessen Regierung musste nach einem Steuerskandal 1984 zurücktreten und einer Großen Koalition aus PSL und CDM unter dem sozialistischen Wahlsieger Stefan Casagre weichen. 1987 bildete Antoni Sagrand (PSL) eine Links-Regierung mit den Kommunisten, die 1988 von einer konservativ-liberalen Mitte-Rechts-Koalition aus CDM, DL und UPD unter Noribert Pasquale (CDM) abgelöst wurde. Nach den Parlamentswahlen 1992 bildete der Christdemokrat Carlo Masane eine Große Koalition mit den Sozialisten, welche den Beitritt Micoliniens zur Europäischen Union betrieb, der 1995 vollzogen wurde. Nach den Wahlen 1996 wurde der Sozialist Bernard Sandres Staatsminister. Er bildete eine Ampelkoalition mit der linksliberalen DL und den micolinischen Grünen, unter deren Ägide Micolinien 1999 den Euro als Zahlungsmittel einführte. Im Jahr 2000 siegten die Christdemokraten unter ihrem Spitzenkandidaten Albert Nobel, der die konservativ-liberale Koalition aus CDM, UPD und DL neu auflegte. Bei den Parlamentswahlen 2004 kam es zu einem Erfolg der rechtspopulistischen Acciò Marc Nabert (AMN), die mit einem ausländerfeindlichen Wahlkampf zahlreiche Protestwähler mobilisieren konnte und knapp 18% der Wählerstimmen erreichte. Nobel band die Partei in eine Rechtskoalition aus CDM, UPD und AMN ein, die aber 2006 wieder an den inneren Problemen der AMN zerfiel. Aus vorgezogenen Neuwahlen ging das CDM gestärkt hervor und wurde erstmals seit den Wahlen 1992 wieder größte Parlamentsfraktion. Nobel erneuerte die Dreierkoalition mit UPD und DL. 2008 gab er die Führung des CDM an Finanzministerin Piera Miquel ab.