Johanna von Sagradien: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Johanna I.''' (von Sagradien, ''Joana I'') (*1520, †1585) war die erste selbst regierende [[König von Sagradien|Königin von Sagradien]] (1543-1575) und gleichzeitig Herrin der [[Saloanischen Lande]] (1543-1574). Sie folgte 1543 als älteste lebende Tochter ihrem Vater [[David I.]] auf den Thron und regierte bis 1552 gemeinsam mit ihrem Vetter und Ehemann [[Philipp von Valier]] 1574/75 dankte sie zugunsten ihres Sohnes [[Danadier I.]] ab. In ihre Regierungszeit fällt der Erlass des [[Toleranzedikt von Viça|Toleranzedikts von Viça 1567]], das den calvinistischen Protestanten im Land Glaubensfreiheit zusicherte.
 
'''Johanna I.''' (von Sagradien, ''Joana I'') (*1520, †1585) war die erste selbst regierende [[König von Sagradien|Königin von Sagradien]] (1543-1575) und gleichzeitig Herrin der [[Saloanischen Lande]] (1543-1574). Sie folgte 1543 als älteste lebende Tochter ihrem Vater [[David I.]] auf den Thron und regierte bis 1552 gemeinsam mit ihrem Vetter und Ehemann [[Philipp von Valier]] 1574/75 dankte sie zugunsten ihres Sohnes [[Danadier I.]] ab. In ihre Regierungszeit fällt der Erlass des [[Toleranzedikt von Viça|Toleranzedikts von Viça 1567]], das den calvinistischen Protestanten im Land Glaubensfreiheit zusicherte.

Version vom 22:51, 29. Nov 2017

Johanna I. (Gemälde von António Volero)
CatalinaMicaela2.jpg

Johanna I. (von Sagradien, Joana I) (*1520, †1585) war die erste selbst regierende Königin von Sagradien (1543-1575) und gleichzeitig Herrin der Saloanischen Lande (1543-1574). Sie folgte 1543 als älteste lebende Tochter ihrem Vater David I. auf den Thron und regierte bis 1552 gemeinsam mit ihrem Vetter und Ehemann Philipp von Valier 1574/75 dankte sie zugunsten ihres Sohnes Danadier I. ab. In ihre Regierungszeit fällt der Erlass des Toleranzedikts von Viça 1567, das den calvinistischen Protestanten im Land Glaubensfreiheit zusicherte.

Jugend und Erbfolgestreit

Johanna Maria von Sagradien wurde 1520 als drittes Kind und zweitälteste Tochter Davids I. und dessen erster Frau Luisa von Portugal geboren. Nachdem ihre beiden älteren Geschwister Andrés Piero (†1534) und Luísa (†1536) binnen zwei Jahren gestorben waren, blieb Johanna als älteste und damit erbberechtigte Tochter Davids zurück. 1535 heiratete die damals erst fünfzehnjährige Prinzessin ihren fünf Jahre älteren Vetter Philipp von Valier, Sohn ihres Onkels Danadier de Sántori. Beide gingen in der Folge nach Macedi, wo sie als Statthalter Davids I. fungierten.

Nachdem auch die zweite Ehe Davids mit Marguerite de Valois erbenlos geblieben war, setzte David seine Tochter Johanna und ihren Ehemann Filipe 1539 als Erben der sagradischen Krone ein. Deren gemeinsamer Sohn Don David Filipe (*1539) sollte seinem Großvater als König unter der Vormundschaft seiner Eltern nachfolgen, doch starb der Knabe bereits 1540 im Alter von dreizehn Monaten. Für diesen Fall waren Johanna und Philipp selbst als Königin und König vorgesehen. In Portugal und Tulis-Cuentez sollte stattdessen ihr Onkel Infante Dom Joao nachfolgen.

Dem Tod Davids I. wurden Johanna und Filipe dem Testament des Vaters gemäß zum Herrscherpaar Sagradiens ausgerufen. Sie sollten gleichberechtigt über Sagradien und über die Saloanischen Lande herrschen. Widerstände gab es lediglich von Johannas Onkel Joseph dem Schönen, einem Halbbruder Davids I. und Johann des Frommen, der ebenfalls am Erbe beteiligt werden wollte, von David aber bewusst unberücksichtigt geblieben war. Gegen ihn konnten sich Johanna und Filipe jedoch schnell durchsetzen.

Regentschaft, Abdankung und Verbannung

Bis 1552 regierte Johanna gemeinsam mit ihrem als Philipp VIII. geführten Ehemann das Königreich. Das Paar verlegte den Königssitz von Tulis nach Vierna und anschließend nach Semest. Da Johanna bei ihrem Regierungsantritt erst 23 Jahre alt war, stand sie lange im Schatten ihres Ehemannes. Nach dem Tod Philipps 1552 regierte Johanna alleine weiter. Sie stand zeitweise unter dem Einfluss ihres wichtigsten Beraters und Vertrauten, des Grafen von Nerval. Großer Gegenspieler zu dieser Zeit war Johannas Schwager Heinrich von Esqués, Bruder Filipe de Valiers und Herzog von Viça, der nach seiner Heirat mit Madeleine de Bourbon zum calvinistischen Glauben übergetreten war und nun versuchte, an Stelle Johannas die Macht im Königreich zu übernehmen.

Entgegen der Hoffnungen Heinrichs und der mit ihm verbündeten Adligen erwies sich Johanna auch nach dem Tod ihres Ehemanns als starke Regentin. Nach dem zwischenzeitigen Friedensschluss mit Heinrich von Esqués im Jahr 1563 bemühte sich Johanna um ein entspannteres Verhältnis zu ihren protestantischen Untertanen, was sie in Gegensatz zur streng katholischen Hofpartei um den Grafen Roberto de Monteblanxard brachte. Gegen deren Willen setzte Johanna 1565 die Verlobung ihres Sohnes Danadier mit Luise von Navarra, der ältesten Tochter Jeanne d'Albrets und Antoine de Bourbons durch, die bis dahin im protestantischen Glauben erzogen worden war. Anderthalb Jahre später erließ sie schließlich gemeinsam mit ihrem Sohn Danadier, den sie zum Mitregenten gemacht hatte, das Toleranzedikt von Viça, das als Aussöhnung mit der Protestantenpartei gedacht war.

Nachdem ihr Sohn Danadier seine Verlobte Louise de Bourbon 1567 geheiratet hatte, verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn zunehmend und es kam zu heftigen Spannungen zwischen Johanna und ihrer ehrgeizigen Schwiegertochter. Außenpolitisch geriet Johanna unter Druck, als die Josephitenaufstände in Tulis auf den Rest des Landes überzuschwappen drohten. Unter dem Einfluss Luises von Bourbon drängte Johannas Sohn Danadier seit 1570 immer stärker auf eine stärkere Machtbeteiligung, seit 1572 plante Johanna nachweislich ihre vorzeitige Abdankung zugunsten Danadiers, dem sie 1574 schließlich die gesamte Herrschaft außerhalb Sagradiens und im Folgejahr auch im Königreich Sagradien übergab und sich infolge ihrer offiziellen Abdankung 1575 aus der Regierung zurückzog.

Nur kurze Zeit später entzweite sich Johanna 1576 endgültig mit Louise, deren französische Berater schließlich erfolgreich darauf drängten, Johanna dauerhaft vom Hof zu verbannen. Sie lebte nun dauerhaft im lojandinischen Sagrera, wo sie zusehends von der Außenwelt abgeschnitten wurde. 1577 kam es schließlich in Semest zu einer Hofintrige um den ebenfalls entmachteten Grafen von Nerval, der ohne das Wissen Johannas diese wieder als Königin einzusetzen und seine eigene Machtstellung zu restaurieren suchte. Nachdem die Intrige aufgedeckt werden konnte, wurde Johanna in Sagrera faktisch zur Gefangenen ihres Sohnes und seiner Frau. Ihren Lebensabend verbrachte Johanna in der Folge in Sagrera.

Vermächtnis

Johanna I. gilt als eine der wichtigsten Frauengestalten in der sagradischen Nationalgeschichte und als bedeutendste der drei aus eigenem Recht heraus regierenden Königinnen des Landes. Wie bereits ihr Vater war sie eine engagierte Förderin der Künste und Wissenschaften und gilt als eine der wichtigsten Mäzeninnen der sagradischen "Gran'Etá", deren mittlere Phase auch als Era Joannita bezeichnet wird. Als ihr bedeutendster Protegé gilt der Renaissance-Maler António Volero, der als Hofmaler Johannas fungierte. Auch betätigte sich Johanna als bedeutende Bauherrin in der neuen Hauptstadt Semest, wo der unter ihr gepflegte Baustil auch als Estilo Reina Joana bezeichnet wird. Unter ihr entstand auch die königliche Residenz in Novil nahe Semest.

Angeblich war die beim Tod ihres Mannes 1552 erst 32 Jahre alte Königin eine verführerische Schönheit, die zu vielen ihrer Höflinge eine romantische Beziehung pflegte. So soll der Legende nach auch der berühmte Dichter Celiano Nacoma in seinen jungen Jahren eine innige Liebe zur Königin empfunden haben und ihr seine frühen Liebessonette gewidmet haben.

Umstritten bleibt das religionspolitische Vermächtnis der Königin, die gegenüber den Protestanten im Land keine einheitliche Linie fuhr, sondern aus machtpolitischen Erwägungen heraus mal auf Konflikt und mal auf Annäherung setzte. Ziel dieser Politik war, das Land vor einem anhaltenden Bürgerkrieg zu bewahren. Als sie sah, dass ihre harte Oppressionspolitik gegenüber den Protestanten zu kriegerischen Auseinandersetzungen führte, scheute sie eine weitere Eskalation und ging auf Versöhnungskurs über, was aber wiederum zu Konflikten mit der erzkatholischen Hofpartei führte. Diese Konflikte plagten auch ihren Sohn und Nachfolger noch lange, ehe unter dem leitenden Minister Joán María Belavís nach 1580 die Gegenreformation in Sagradien gestärkt wurde.

Familie und Nachkommen

Aus ihrer Ehe mit ihrem Cousin und Mitregenten Philipp von Sántori-Valier gingen folgende Kinder hervor:

  • Maria (*1537, †1550) ∞ Johann Manuel von Portugal
  • David Philipp (*1539, †1540)
  • Tochter (*/†1540)
  • Katharina (*1542, †1585) ∞ Philipp II. von Spanien
  • David Andreas (*1543, †1546)
  • Danadier (*1545, †1591), als Danadier I. König von Sagradien (1575-1591)
  • Heinrich August (*1547, †1577), Herzog von Sesin
  • Luisa (*/†1549)
  • Karl Maria (*1550, †1585), Graf von Asterre und als Karl II. Fürst von Cuentez (1594-1617)
  • Eleonore (*1552, †1595) ∞ Heinrich III. von Frankreich