Partido del Cientro Cristiano: Unterschied zwischen den Versionen

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* [[Paulo Luciaro]], Parteisekretär 1944-1948, mehrmals Ministerpräsident und Außenminister
 
* [[Paulo Luciaro]], Parteisekretär 1944-1948, mehrmals Ministerpräsident und Außenminister
 
* [[Amentino Xavier-Castrell]], Minister 1945-1946, Vizepräsident der Abgeordnetenkammer 1946-1949
 
* [[Amentino Xavier-Castrell]], Minister 1945-1946, Vizepräsident der Abgeordnetenkammer 1946-1949
* [[Nino Cabal]], später Gründer des [[MSC]] und Mitbegründer der [[ASUL]]
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* [[Nino Cabal]], 1949 ausgetreten, später Gründer des [[MSC]] und Mitbegründer der [[ASUL]]
 
* [[Benito Mello]], Parteisekretär 1948-1952
 
* [[Benito Mello]], Parteisekretär 1948-1952
* [[Luciano Minorel]]
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* [[Luciano Minorel]], 1949 ausgetreten
 
* [[Mário Elabal]], General und antifaschistischer Widerstandskämpfer, mehrmals Minister
 
* [[Mário Elabal]], General und antifaschistischer Widerstandskämpfer, mehrmals Minister
 
* [[Ánibal Demartín]]
 
* [[Ánibal Demartín]]
 
* [[Carles Angel Favale]], 1949 eingetreten, späterer Ministerpräsident und CSD-Vorsitzender
 
* [[Carles Angel Favale]], 1949 eingetreten, späterer Ministerpräsident und CSD-Vorsitzender

Version vom 19:41, 11. Mär 2011

Der Partido del Cientro Cristiano (kurz PCC, deutsch Christliche Zentrumspartei bzw. Partei des christlichen Zentrums) war eine sagradische christdemokratische Partei in der frühen Dritten Republik. Die war neben der italienischen Democrazia Cristiana, der deutschen CDU und den französischen Volksrepublikanern eine der bedeutenden christdemokratischen Parteigründungen der Nachkriegszeit. Ins Leben gerufen wurde die Partei im Frühjahr 1944 als Fortsetzung der 1938 verbotenen progressiv-katholischen PDP. Gründer waren katholische Politiker wie Ariel Fernando De la Roya, Paulo Manuel Luciaro, Nino Cabal oder Benito Mello, die sich vornehmlich im christlichen Widerstand gegen die sagrofaschistische Diktatur der Comunión Nacional und gegen die deutsche Besatzung engagiert hatten. Die PCC verstand sich als christliche Sammlungsbewegung mit einem zentristischen Programm und versuchte, die progressiven Ansätze im katholischen Lager der Vorkriegszeit weiterzuführen und die in der Vergangenheit mehrheitlich demokratiekritischen bis -feindlichen praktizierenden Katholiken ins demokratische Lager zu integrieren.

Ausrichtung

Gründungsfundament der Partei waren die Werte und Prinzipien der katholischen Soziallehre und das christliche Menschenbild. Der Einfluss der katholischen Kirche auf die Politik sollte zwar gewahrt bleiben, aber durch den Staat beschränkt werden. Gleichzeitig wurde jede Form der politischen Diktatur und Gewaltanwendung verurteilt. Während Vertreter der CN-Diktatur zunächst von der Parteimitgliedschaft ausgeschlossen blieben, wurde diese Vorschrift bereits rasch wieder aufgehoben und es setzte sich ein integrativer Kurs durch, der die Partei für jene rechtsautoritativen Kreise öffnen und ihnen die Ideen der christlichen Demokratie zugänglich machen sollte. Zudem besaß die Partei enge Verbindungen zur katholischen, später überkonfessionell christlichen Gewerkschaftsbewegung und vertrat dezidiert europafreundliche Positionen.

Die Partei, die anfänglich wirtschafts- und sozialpolitisch eher linken, gesellschaftspolitisch eher rechten Positionen zuneigte, war von Beginn an von Richtungsstreitigkeiten geprägt. Vertreter eines Mitte-Links-Konzeptes, das soziale und wirtschaftliche Reformen im Sinne eines christlichen Sozialismus anstrebte und eine Zusammenarbeit mit der politischen Linken befürwortete, waren vor allem die Vertreter der Widerstandsgruppe Acción de la Resistença Nino Cabal und Luciano Minorel. Gegenpol zu dieser Richtung war ein dezidiert bürgerlicher Flügel um Benito Mello und Paulo Luciaro, der Sozialisierungen zwar nicht grundsätzlich ablehnte, die Bedeutung des Privateigentums aber betonte und sich am Konzept der Marktwirtschaft mit staatlichen Eingriffen orientierte.

Parteigeschichte

Da sich die PCC zentral aus der katholischen Widerstandsbewegung heraus gründete und damit nicht als reine Wahlpartei enstand, sowie aufgrund ihres christlichen Partizipationsverständnisses war die PCC im Vergleich zu anderen Parteien der bürgerlichen Mitte und Rechten durch eine aktivere Parteibasis und eine stärkere lokale Parteistruktur geprägt. Dies stellte sich schnell als Vorteil heraus, da es der PCC deutlich besser als den anderen entstehenden Parteien der bürgerlichen Mitte und Rechten gelang, Wahlkämpfe zu führen und Wähler zu mobilisieren. Bei der Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung 1945 wurde die Partei mit 24 Prozent der Stimmen zweite Kraft hinter den Sozialisten und bildete danach die so genannte Demokratische Koalition mit dem Partido Radical, der Sozialistischen Partei und den sagradischen Kommunisten, welche die erste Provisorische Regierung unter Sergio Rafael Dini stützte. Parteigründer Ariel De la Roya wurde zum Präsidenten der Nationalversammlung gewählt, Paulo Luciaro und Mário Elabal vertraten die Partei in der provisorischen Regierung. Die 1946 verabschiedete Verfassung der Dritten Republik wurde maßgeblich von Politikern der Christlichen Zentrumspartei geprägt. Nachdem Paulo Luciaro 1946 selbst die Führung der provisorischen Regierung übernommen hatte, gewannen die Christdemokraten bei der ersten Parlamentswahl 1946 die relative Mehrheit der Mandate im Senat und stellten mit einem Stimmenanteil von 23 Prozent die nur knapp zweitgrößte Fraktion in der Abgeordnetenkammer.

Angesichts der Spannungen des ausbrechenden Kalten Kriegs und nach dem endgültigen Ausschluss der Kommunisten aus der Demokratischen Koalition 1947 setzte sich auch in der PCC ein dezidiert antikommunistischer Kurs durch, der vor allem dem rechten Parteiflügel zugute kam. Unter dem Einfluss von Paulo Luciaro, der nach der Wahl De la Royas zum Senatspräsidenten 1946 zunehmend als Führer der Partei auftrat und ihre Politik maßgeblich steuerte, versuchte sich die Partei zunehmend auch dem liberalen und nationalkonservativen Bürgertum zu öffnen und aus dem konfessionellen Lager auszubrechen. Der linke sozialistische Flügel geriet in die Minderheit und fand mit seinen Ideen kaum noch Gehör. 1949 traten Nino Cabal und Luciano Minorel als bekannteste Vertreter des linkskatholischen Flügels aus der Partei aus und gründeten wenig später das Movimiento Socialista Cristiano, das sich der Linken anschloss. Stattdessen wurde die PCC zum Gravitationszentrum einer neuen antikommunistischen Mitte-Rechts-Allianz aus Konservativen, Liberalen und Sozialdemokraten, die sich der Demokratischen Volksfront aus Sozialisten und Kommunisten entgegenstellte.

1949 wurde Paulo Luciaro Ministerpräsident und integrierte mit der rechtskonservativen UNP auch erstmals Vertreter der gemäßigten nationalen Rechten in der Regierung. Als Ergebnis des neuen Bündnisses errangen die Christdemokraten mit der Unterstützung anderer Rechtsparteien bei den Senatswahlen 1949 einen deutlichen Sieg. Die Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950 bestritt die PCC als Kopf einer vereinten Mitte-Rechts-Liste mit dem liberalkonservativen MPD und der UNP, der so genannten Convergência, die sich mit einem Stimmenanteil von über 36 Prozent klar als stärkste Kraft durchsetzen konnte. Als Resultat aus dem Erfolg der neuen Strategie transformierte die PCC die Convergência in der Folge zur nicht-konfessionellen bürgerlich-konservativen Sammlungspartei. 1952 fusionierten die Reste der marginalisierten MPD und UNP mit der PCC und bildeten schließlich die Convergência Social Democrática, der es gelang, sich als breite bürgerliche Volkspartei zu etablieren, und mit einer dreijährigen Unterbrechung bis 1970 stets den Ministerpräsidenten zu stellen.

Persönlichkeiten

Berühmte Persönlichkeiten des PCC