Partíu Republicano Radical: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 14:07, 2. Mär 2017
| Partíu Republicano Radical Radikal-Republikanische Partei | ||
| Parteiführer | Piero Celeste Donado Salgado Cristoval Sánchez Angel Colón António Delauro Carles Méndez-León | |
| Gründung | 1894 | |
| Auflösung | 1961 | |
| Vorgänger | ||
| Bündnis | Sinistra Laica (1899-1903) Bloco de Sinistra(1917-1921) Volksfront (1936-1937) Unión Democrática (1954-1961) | |
| Nachfolge | PRD, UDS | |
| Ausrichtung | Liberalismus Republikanismus Linksliberalismus Laizismus | |
| International | Liberale Internationale | |
| Position | Mitte-Links/Mitte | |
Der Partíu Radical oder Partíu Republicano Radical war eine politische Partei in Sagradien, die 1894 aus dem radikalen Flügel der sagradischen Republikanischen Partei entstand und unter verschiedenen Namen bis 1961 bestand.
Die historische Radikale Partei kann als liberale Partei mit sozialreformerischer und dezidiert antiklerikaler Ausrichtung angesehen werden. Sie repräsentierte den eher linken Flügel des sagradischen bürgerlichen Liberalismus und zählte sich fast immer zur sagradischen Linken, deren wichtigster Vertreter die Partei in den Anfangsjahren der Zweiten Republik auch war, ehe sie nach Stimmen und schließlich auch nach Einfluss von der sagradischen Sozialistischen Partei abgelöst wurde.
Nach einem Erstarken der eher konservativen Parteiströmung und der endgültigen Abspaltung des linken Flügels der Partei, aus dem die heutige Partei der Radicales entstand, ging die rechtsliberale Parteimehrheit 1961 in der Unión Democrática de Sagradia (UDS) auf, die noch heute besteht.
Inhaltsverzeichnis
Geschichte der Radikalen Partei
Ursprünge des sagradischen Radikalismus
Die Ursprünge des Partíu Radical liegen in der liberal-konstitutionellen Bewegung in Sagradien, die in napoleonischer Zeit entstand und danach vor allem in der Emilianischen Restauration für eine liberale Verfassung, die Garantie bürgerlicher Freiheiten und ein ständiges Parlament eintraten. Die radikale Bewegung erlangte als eigenständige Kraft erstmals in der Aprilrevolution 1848 politische Bedeutung und war seitdem im sagradischen Abgeordnetenhaus vertreten, wo sich Radikale, Republikaner und Demokraten gemeinsam in der Gruppe der Republikaner und Radikalen zusammenschlossen. Die Radikalen repräsentierten dabei den linken Flügel des historischen Partíu Liberal, der auch als Aprilistas bezeichnet wurde und für die Verteidigung der politischen Ideen der Aprilrevolution von 1848 gegenüber jeder Form der Restauration und Revision eintraten.
In der Endphase der Regierung des Liberalen Jacquel de Montevils kristallisierte sich die Radikale Partei als eigenständige Gruppierung heraus und organisierte sich mit anderen Mitte-Links-Liberalen im Partíu Progresista, ehe sie unter der Führung von Santo Cripón De la Moya in der Regierungszeit Philipps IX. den Kern des historischen Partíu Republicano bildeten. Die Radikalen traten im Gegensatz zu den Liberales für einen Kampf gegen die Rechte der Kirche, für die Einführung des allgemeinen statt des Zensuswahlrechts für Männer sowie für Frauen- und Arbeiterrechte ein.
Nach dem Wahlsieg der Republikaner im Jahr 1890 übernahmen die Radikalen in der Januarrevolution 1891 die politische Führung. Gleichzeitig aber verhinderte Parteichef Cavaller eine weitere Radikalisierung der Revolution zugunsten der Sozialisten, indem er Kompromisse mit den monarchischen Eliten suchte und das Großbürgertum durch den Verzicht auf radikale Sozialmaßnahmen band. Hiergegen entwickelte die radikaldemokratische Faktion der Republikanischen Partei zunehmend abweichende Vorstellungen.
Gründung des Partíu Radical
In der verfassunggebenden Nationalversammlung, wo die Republikaner die stärkste Kraft darstellten, dominierten die bürgerlichen "Moderaten" und stellten mit Luis Cavaller und José Delacrûce den ersten Präsidenten und den ersten Ministerpräsidenten der Zweiten Republik. Die großen parteiinternen Spannungen zwischen Radikalen und liberalkonservativ geprägten Republikanern, nicht zuletzt im Umgang mit der Kirche, sowie die persönlichen Differenzen zwischen den Parteiführern Cavaller, Delacrûce und Luciano Tropexas führten bereits in der Nationalversammlung zur faktischen Aufspaltung der Republikanischen Fraktion in einen radikalen und einen liberal-moderaten Flügel. Führende Radikale wie Donado Salgado, Piero Celeste und Loris Manuel lehnten den Kurs der "Moderatas" ab, die umfassende Reformen ablehnten und die Republik auf evolutionärem Weg etablieren wollten, und verstanden dies als Verrat an der republikanischen Revolution. Sie gingen in die Opposition zur moderaten Mehrheit und gründeten 1894 einen neuen Parlamentsklub, wenig später erhielt die neue Republikanisch-Radikaldemokratische Partei auch einen Nationalverein und einen Nationalen Wahlausschuss als oberste Gremien. Damit begann die Geschichte des Partíu Republicano Radical i Radical-Democrático.
Bei den Wahlen 1895 traten die Radikalen erstmals als eigenständige Partei an, blieben aber weit hinter den republikanischen Moderatas zurück, die sich 1897 mehrheitlich in der Liberal-Republikanischen Partei organisierten. Oberste Ziele der kleinbürgerlichen Radikalen waren soziale Reformen, eine Säuberung der Verwaltung von monarchistischen und konterrevolutionären Kräften und eine deutliche Zurückdrängung des kirchlichen Einflusses in allen öffentlichen Bereichen. Der gescheiterte reaktionäre Putsch von 1898 bestärkte die Partei in ihren Zielen und verstärkte die Polarisierung der politischen Landschaft, von der die Radikalen profitierten.
Zwischen Liberaler Koalition und Opposition
Um die Jahrhundertwende begannen die Radikalen den Versuch, gemeinsam mit den Liberalen eine stärkere Trennung von Kirche und Statt durchzusetzen, was zur Bildung eines linken laizistisch-liberalen Blocks und eines rechten klerikal-konservativen Blocks führte. In der Folge begann die Ära der Radikalen Dominanz, welche mit Unterbrechungen 1903-1909 bis zu den Zwanziger Jahren andauerte und die Radikale Partei in eine Schlüsselrolle bei der Regierungsbildung versetzte.
Bei den Wahlen 1899 konnten die Radikale einen großen Wahlerfolg feiern und wurden zur stärksten Partei im Parlament. Unter der Führung von Donado Salgado übernahmen die Radikalen danach die Regierungsverantwortung in einer Koalition mit den weiter rechts stehenden Liberalen und in Gegnerschaft zur katholischen Rechten. Die Koalition Salgado implementierte eine Reihe sozialer und laizistischer Reformen, welche die Republik in der Folge stark prägen sollten. Der Sieg der oppositionellen Rechten bei den Wahlen 1903 drängte die Radikale Partei in die Opposition zur so genannten Koalition der Moral, ehe sie 1909 wiederum als stärkste Partei in die Regierung zurückkehren konnte. Neue Führungsfigur wurde Cristoval Sánchez, der sich parteiintern auf jene Kräfte stützte, die eine Abgrenzung von den dogmatischen Sozialisten forderten.
Spaltung und Linksblock
Bereits zuvor hatte es interne Auseinandersetzungen zwischen Parteilinken und –Rechten um das Verhältnis der Partei zur aufstrebenden Arbeiterbewegung und der von ihr getragenen Sozialistischen Partei gegeben. Die so genannten Integralisten in der Partei, die eine aktive Einbindung der reformistischen Arbeiterschaft in die eigene Partei anstrebten, lösten sich schließlich 1909 unter der Führung Salgados und bildeten den Partíu Democrático Radical Socialista, auch als Radikalsozialistische Partei bezeichnet, die den Platz links der Radikalen Partei einnahm.
Die Mehrheit der Radikalen versuchte zunächst einen Ausgleich mit den Kräften der politischen Mitte, schloss sich aber unter dem neuen Parteiführer Francisco Calbane 1917 dem Kurs der Linken an und bildeten bei der Kammerwahl 1917, der ersten, die nach dem Verhältniswahlrecht durchgeführt wurde, den Bloco de Sinistra zusammen mit der reformorientierten Sozialistischen Partei, welche die Radikalen bereits 1913 an Stimmen und Mandaten überholt hatte.
Calbane bildete daraufhin eine linke laizistische Koalition, welche endgültig die Trennung von Staat und Kirche und soziale Reformen durchsetzte, die wesentliche Wurzeln für den später voll ausgebauten sagradischen Wohlfahrtsstaat legten. 1920 erfolgte die Wiedervereinigung mit dem PDRS zum Partíu Radical i Social-Democrático (PRSD), der sich seit 1925/26 wieder Partíu Republicano Radical (PRR) nannte. Donado Salgado hatte die von ihm mitgegründete Radikalsozialistische Partei (PDRS) bereits 1912/13 in Richtung Sozialistischer Partei verlassen.
Unter dem Radikalen António Diaz führte die Radikal-Republikanische Partei nach den Wahlen von 1921 eine um Liberale erweiterte Mitte-Links-Koalition an, die Krise der Partei war aber bereits längst eingeleitet, welche die Radikale Partei in den gesamten Zwanziger Jahren begleiten sollte. Mit der Einführung des Verhältniswahlrechts im Jahr 1917 hatte die Partei die Führung der Linken zunehmend an die Sozialisten verloren, mit denen die Partei bis 1925 zusammenarbeitete. 1924 unterstützten die Radikalen mit António Sarabal den ersten sozialistischen Ministerpräsidenten der Republik. Mit Cristoval Sánchez (1919-1926) und Carles Simón López (1926-1928) stellten die Radikalen den dritten und vierten Präsidenten der Republik und von 1917 bis 1925 waren sie an jedem Kabinett beteiligt. Diese Phase der Dominanz der Partei endete erst mit der Niederlage der Partei bei den Wahlen 1926, welche der politischen Rechten einen Wahlsieg einbrachte und zum Rücktritt Carles Simón López' vom Präsidentenamt führte.
Krise und Volksfront
Nach der Niederlage der Linksparteien bei der Parlamentswahl 1925 zerfiel der Linksblock endgültig. Die Radikale Partei geriet in eine Krise und in innerparteiliche Auseinandersetzungen zwischen mitte-links- und mitte-rechts-orientierten Mitgliedern. In der Folge arbeitete die Partei vermehrt mit der politischen Rechten zusammen und bildete mehrere Minderheitsregierungen mit der rechtsliberalen ARL unter Daniel Laponte und Santiago Domingues. In der Folge fiel die Partei bei den Parlamentswahlen 1929 und 1932 jeweils unter sieben Prozent der Stimmen zurück.
Unter dem Parteivorsitz Angel Colóns orientierte sich die Partei schließlich wieder zur politischen Linken und knüpfte an das Bündnis mit den Sozialisten an. Daraus ging vor der Parlamentswahl 1935 schließlich das sogenannte Volksfrontbündnis hervor, in dessen Rahmen Radikale und Sozialisten erstmals mit der Kommunistischen Partei zusammenarbeiteten. In der Volksfront-Regierung unter José António Saviola stellte die PRR, obwohl der kleinere Regierungspartner, die meisten Minister. Gegen die Beteiligung spaltete sich jedoch der rechte Flügel der Partei ab und bildete den Partíu Radical Independiente (PRI), der sich mit der rechtsliberalen ARL zum Bündnis Reagrupamiento Independiente zusammenschloss.
Nachdem die Volksfront 1937 endgültig zerbrochen war, wurde Angel Colón zum zweiten Mal zum Ministerpräsidenten einer Minderheitsregierung ernannt. Bei der Parlamentswahl 1938 folgte jedoch eine deutliche Niederlage der Radikalen, die gemeinsam mit der URS nur 30 Sitze in der Nationalversammlung gewannen.
Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit
Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs unterstützte die Mehrheit der Radikalen Partei ganz im Gegensatz zu den Radikalsozialisten zunächst die Linie der Regierung von Manuel Sants und stimmte den Juli-Gesetzen und den Augustrevisionen 1940 zu, gerieten in der Folge aber in Widerspruch zur Regierungslinie und unterstützte schließlich den Eintritt Sagradiens in den Weltkrieg.
Der Versuch, die Parteidissidenten vom rechten und vom linken Flügel wieder in die Partei zurückzuholen, war nur teilweise erfolgreich. Zahlreiche linke Radikale fanden 1945-1947 den Weg in die Sozialistische Partei bzw. in die 1947 gegründete ASUL. Einige zur rechten Mitte orientierten Radikale gingen dagegen in die liberale MRL. Nach der Parlamentswahl 1945 bildete die PRR gemeinsam mit Sozialisten, Christdemokraten und (bis 1947) Kommunisten eine Konsensregierung, die so genannte Demokratische Koalition. Parteichef António Delauro amtierte 1947 für wenige Monate als Ministerpräsident. 1949 wurde zudem der frühere Außenminister David Pizarro Cordês zum Präsidenten der Republik gewählt.
Parteispaltung und Ende
Bereits in dieser Zeit kam es zu heftigen parteiinternen Auseinandersetzungen um die zukünftige Orientierung der Partei hin zur rechten oder zur linken Mitte. Nachdem António Delauro im Vorsitz 1948 durch Franco Ponente abgelöst worden war, schlug die Partei sukzessive einen Kurs der rechten Mitte ein. Nach dem Zerfall der gemeinsamen Regierungskoalition mit Sozialisten und Christdemokraten 1953 blieb die Radikale Partei an der Seite der Volkspartei. Die Wahl Carles Méndez-Leóns zum Parteivorsitzenden nach dem Tod des auf Ausgleich bedachten Ponente bedeutete den endgültigen Sieg jener, die die Radikale Partei als Partei der Mitte im Bündnis mit den bürgerlichen Parteien positionieren wollten. Bei der Parlamentswahl 1954 traten Radikale und Liberale erstmals in einem gemeinsamen Wahlbündnis, der Unión Democrática, an und bildeten anschließlich eine Mitte-Rechts-Regierung unter dem Christdemokraten Paulo Luciaro. Dagegen kandidierten Vertreter des linken Parteiflügels in Konkurrenz zur Parteimehrheit, konnten mit der UCR aber zunächst wenig ausrichten.
Vor der Parlamentswahl 1958 kam es schließlich zur endgültigen Spaltung der Partei, indem die Parteilinke sich gegen die Parteiführung stellte und eine Aufkündigung der Demokratischen Union forderte. Nachdem dies gescheitert war, verließ ein großer Teil der Parteilinken die Organisation und gründete gemeinsam mit UCR-Aktivisten das Movimiento de Radical-Democráticoes, das in Konkurrenz zum UD-Bündnis vier Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte. Nach der Wahl ging aus dem MRD die Radikal-Demokratische Partei hervor, die sich als Vertreterin des eigentlichen Parteierbes der PRR ansah. Dagegen entschied sich die rechte Parteimehrheit des alten PRR zu einer immer engeren Zusammenarbeit mit den rechtsliberalen Parteien MRL und PND innerhalb der Demokratischen Union. Mit der Gründung der UDS als Partei 1961 ging die PRR endgültig in der neuen Organisation auf.
Persönlichkeiten
Staatspräsidenten
- Carles Simón López-Iregui, 1919
- Cristoval Sánchez, 1919-1926
- David Pizarro Cordês, 1950-1955
Ministerpräsidenten
- Donado Salgado, 1899-1902
- Cristoval Sánchez, 1902-1903, 1912-1913
- Francisco Calbane, 1917-1919
- José María Sâis-Munieta, 1919-1921
- António Diaz, 1921-1924
- Angel Colón, 1925, 1937-1938
- José António Saviola, 1935-1937, 1945-1946
Parteiführer
- 1894-1899: Piero Celeste
- 1899-1904: Armando Cotxía
- 1904-1906: Carles Belavís
- 1906-1907: Donado Salgado
- 1907: Armando Cotxía
- 1907-1914: Cristoval Sánchez
- 1914-1921: Francisco Calbane
- 1921-1928: António Diaz
- 1928-1932: Santiago Lamanto
- 1932-1939: Angel Colón
- 1939-1940: Francisco Monte
- 1940-1948: António Delauro
- 1948-1953: Franco Ponente (†)
- 1953-1954: Luciano Vélez (komm.)
- 1954-1961: Carles Méndez-León