Juntas Accionistas: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Juntas Accionistas''' waren rechte paramilitärische Verbände in der Zeit der [[Sagradien|sagradischen]] [[Volksfront]]regierung, die dem rechten Flügel der konservativ-katholischen [[Volksunion]] (UP) um deren Führer [[Manuel Álamo]] nahestanden. Die Juntas wurden aufgrund ihrer blauen Hemden auch als "camisas azûres" bezeichnet. Die ''Juntistische Bewegung'' war wesentlich am Sturz der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]] und an der Errichtung des [[Estado Sagradês]] beteiligt.
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Die '''Juntas Accionistas''' waren rechte paramilitärische Verbände in der Zeit der [[Sagradien|sagradischen]] [[Volksfront]]regierung, die dem rechten Flügel der konservativ-katholischen [[Volksunion]] (UP) um deren Führer [[Manuel Álamo]] nahestanden. Die Juntas wurden aufgrund ihrer blauen Hemden auch als "camisas azûres" bezeichnet. Die ''Juntistische Bewegung'' war wesentlich am Sturz der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]] und an der Errichtung des diktatorischen [[Estado Sagradês]] beteiligt.
  
 
Ihren Ursprung hatten die Juntas in der rechtsgerichteten [[Truppismus|Truppistenbewegung]] der frühen Dreißiger Jahre, insbesondere in deren konservativem Flügel, den "camisas azûres" (''Blauhemden''), die der autoritären Präsidentschaft [[Gaitán Alemà Sobrantes]]' positiv gegenüberstanden und diese im Gegensatz zu den faschistischen "camisas negras" unterstützten. Nach der Ermordung Alemàs im Oktober 1934 kam es zu einem Verbot der paramilitärischen Verbände, das aber wirkungslos blieb. Im Zuge der [[Kommunistische Aufstände 1934|kommunistischen Aufstände]] im [[Blutherbst 1934]] gründete sich in Semess die [[Junta Accionista Nero]] (JAN) aus vormaligen Mitgliedern verschiedener Semesker Aktionstruppen. Die JAN beteiligte sich an zahlreichen Vergeltungsaktionen für die Ermordung Alemàs durch einen Kommunisten. Im Januar 1935 unterstellte sich die JAN der Führung des rechten UP-Politikers Manuel Álamo und wurde zu dessen Leibgarde. Dieser nutzte sein ausgeprägtes Netzwerk und leitete die Expansion der JAN. In der Folge gründeten sich in mehreren sagradischen Großstädten "Juntas Accionistas", die oft als lokale Schutzverbände der Volksunion oder der [[Círculoes de la Juventú]] auftraten und im Wahlkampf für die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1935|Parlamentswahl 1935]] aktiv wurden.  
 
Ihren Ursprung hatten die Juntas in der rechtsgerichteten [[Truppismus|Truppistenbewegung]] der frühen Dreißiger Jahre, insbesondere in deren konservativem Flügel, den "camisas azûres" (''Blauhemden''), die der autoritären Präsidentschaft [[Gaitán Alemà Sobrantes]]' positiv gegenüberstanden und diese im Gegensatz zu den faschistischen "camisas negras" unterstützten. Nach der Ermordung Alemàs im Oktober 1934 kam es zu einem Verbot der paramilitärischen Verbände, das aber wirkungslos blieb. Im Zuge der [[Kommunistische Aufstände 1934|kommunistischen Aufstände]] im [[Blutherbst 1934]] gründete sich in Semess die [[Junta Accionista Nero]] (JAN) aus vormaligen Mitgliedern verschiedener Semesker Aktionstruppen. Die JAN beteiligte sich an zahlreichen Vergeltungsaktionen für die Ermordung Alemàs durch einen Kommunisten. Im Januar 1935 unterstellte sich die JAN der Führung des rechten UP-Politikers Manuel Álamo und wurde zu dessen Leibgarde. Dieser nutzte sein ausgeprägtes Netzwerk und leitete die Expansion der JAN. In der Folge gründeten sich in mehreren sagradischen Großstädten "Juntas Accionistas", die oft als lokale Schutzverbände der Volksunion oder der [[Círculoes de la Juventú]] auftraten und im Wahlkampf für die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1935|Parlamentswahl 1935]] aktiv wurden.  

Version vom 14:39, 11. Feb 2011

Die Juntas Accionistas waren rechte paramilitärische Verbände in der Zeit der sagradischen Volksfrontregierung, die dem rechten Flügel der konservativ-katholischen Volksunion (UP) um deren Führer Manuel Álamo nahestanden. Die Juntas wurden aufgrund ihrer blauen Hemden auch als "camisas azûres" bezeichnet. Die Juntistische Bewegung war wesentlich am Sturz der Zweiten Republik und an der Errichtung des diktatorischen Estado Sagradês beteiligt.

Ihren Ursprung hatten die Juntas in der rechtsgerichteten Truppistenbewegung der frühen Dreißiger Jahre, insbesondere in deren konservativem Flügel, den "camisas azûres" (Blauhemden), die der autoritären Präsidentschaft Gaitán Alemà Sobrantes' positiv gegenüberstanden und diese im Gegensatz zu den faschistischen "camisas negras" unterstützten. Nach der Ermordung Alemàs im Oktober 1934 kam es zu einem Verbot der paramilitärischen Verbände, das aber wirkungslos blieb. Im Zuge der kommunistischen Aufstände im Blutherbst 1934 gründete sich in Semess die Junta Accionista Nero (JAN) aus vormaligen Mitgliedern verschiedener Semesker Aktionstruppen. Die JAN beteiligte sich an zahlreichen Vergeltungsaktionen für die Ermordung Alemàs durch einen Kommunisten. Im Januar 1935 unterstellte sich die JAN der Führung des rechten UP-Politikers Manuel Álamo und wurde zu dessen Leibgarde. Dieser nutzte sein ausgeprägtes Netzwerk und leitete die Expansion der JAN. In der Folge gründeten sich in mehreren sagradischen Großstädten "Juntas Accionistas", die oft als lokale Schutzverbände der Volksunion oder der Círculoes de la Juventú auftraten und im Wahlkampf für die Parlamentswahl 1935 aktiv wurden.

Die Niederlage der Rechten gegen die linke Volksfront führte zu einer schlagartigen Radikalisierung der Rechten und zu einem Machtgewinn der Blauhemden, auch innerhalb der Volksunion, die nun aktiv von Truppisten unterwandert wurde. Die radikalen Juntas bereiteten schließlich die parteiinterne Machtübernahme Manuel Álamos vor. Bereits im Vorfeld sowie auf dem Noyarenser Parteitag der Volksunion im Dezember 1935 kam es zu Einschüchterungsversuchen gemäßigter UP-Politiker durch die Juntas. Obwohl Gegner Álamos dies auf dem Parteitag in Noyar öffentlich machten, konnten sie die putschartige Wahl Manuel Álamos zum neuen Parteichef der Volksunion nicht verhindern. Die Juntas wurden in der Folge zum bewaffneten Arm der Volksunion und bekämpften die linken Volksfrontregierungen. Das ständestaatlich ausgerichtete und klerikalfaschistisch inspirierte "Manifesto de Malesc" von 1936 wurde von den Juntisten als Gelöbnis verwendet.

Während sich die Juntistas und die aus dem schwarzen Truppisten hervorgegangenen faschistischen Divisionisten unter der Führung von León Francês zunächst auch gegenseitig bekämpft hatten, kam es im Jahr 1937 zu einem Bündnis zwischen beiden Gruppen in der Liga de la Comunión Nacional. Nach dem rechten Februarputsch 1938 gegen Präsident Santiago Laval versammelten sich Juntisten und Divisionisten gemeinsam auf dem Plazarenya, feierten die "nationale Erhebung" und forderten die Ernennung einer "Regierung der nationalen Kommunion". Die Ernennung Manuel Álamos zum Regierungschef am 23. Februar 1938 wurde von den Juntisten durch mehrere Fackelzüge gefeiert. Im Vorfeld der Aprilwahlen 1938 waren die Juntas führend am Terror gegen die Linken beteiligt und wurden teilweise auch als staatliche Hilfstruppen angestellt. Obwohl Divisionisten und Juntisten gemeinsam kämpften, waren lokale Vereinigungen der beiden Gruppen selten.

Nach Errichtung des autoritären Estado Sagradês blieben die Juntas Accionistas im Gegensatz zu den Divisionen meist nicht bestehen, sondern integrierten sich rasch in die neue Guarda Nacional, die als paramilitärische Einheit der neuen Comunión Nacional fungierte.