Truppismus: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Aktionstruppen waren paramilitärische Einheiten, die zum Teil bereits in den Zwanziger Jahren entstanden, allerdings erst mit den Folgen der Weltwirtschaftskrise der frühen Dreißiger Jahre großen Zulauf erhielten. Die Aktionstruppen entstanden aus unterschiedlichen Kontexten, teilweise aus ehemaligen Soldaten, teilweise auch aus studentischen und bäuerlichen Milieus, die sich infolge sozialer Missstände und einer zunehmenden politischen Polarisierung und Instabilität gegen die parlamentarische Republik wandten.  
 
Die Aktionstruppen waren paramilitärische Einheiten, die zum Teil bereits in den Zwanziger Jahren entstanden, allerdings erst mit den Folgen der Weltwirtschaftskrise der frühen Dreißiger Jahre großen Zulauf erhielten. Die Aktionstruppen entstanden aus unterschiedlichen Kontexten, teilweise aus ehemaligen Soldaten, teilweise auch aus studentischen und bäuerlichen Milieus, die sich infolge sozialer Missstände und einer zunehmenden politischen Polarisierung und Instabilität gegen die parlamentarische Republik wandten.  
  
Einige Aktionstruppen entstanden aus dem unmittelbaren Umfeld der katholisch-konservativen [[Unión Popular]] und standen dieser nahe, jedoch dominierten seit 1932/33 die extremen Gruppen, die sich auch gegen die Regierungspartei wandten und einen radikalen Umsturz anvisierten. Mit dem Beginn der autoritären Präsidentschaft [[Gaitán Alemà Sobrantes]]' 1932 begann die Spaltung der Truppistenbewegung in zwei Lager. Während die so genannten "blauen Truppen" die [[Regierung Santes]] und die autoritäre Politik der Volksunion unterstützten und teilweise als lokale staatliche Hilfstruppen angeworben wurden, um kommunistische und anarchistische Aufstände niederzuschlagen, wandten sich die radikaleren "schwarzen Truppen", die offen dem italienischen Faschismus, dem micolinischen [[Junismus]] oder deutschen Nationalsozialismus zuneigten, entschlossen gegen die Regierung und bekämpften diese.  
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Einige Aktionstruppen entstanden aus dem unmittelbaren Umfeld der katholisch-konservativen [[Unión Popular]] und standen dieser nahe, jedoch dominierten seit 1932/33 die extremen Gruppen, die sich auch gegen die Regierungspartei wandten und einen radikalen Umsturz anvisierten. Mit dem Beginn der autoritären Präsidentschaft [[Gaitán Alemà Sobrantes]]' 1932 begann die Spaltung der Truppistenbewegung in zwei Lager. Während die so genannten "blauen Truppen" (oder "camisas azûres", ''Blauhemden'') die [[Regierung Santes]] und die autoritäre Politik der Volksunion unterstützten und teilweise als lokale staatliche Hilfstruppen angeworben wurden, um kommunistische und anarchistische Aufstände niederzuschlagen, wandten sich die radikaleren "schwarzen Truppen" ("camsisas negras"), die offen dem italienischen Faschismus, dem micolinischen [[Junismus]] oder deutschen Nationalsozialismus zuneigten, entschlossen gegen die Regierung und bekämpften diese.  
  
 
Unterstützt wurde die truppistische Bewegung von Beginn an vom sagradischen Großkapital sowie von den faschistischen Regimes in Italien und Micolinien. Aus den verschiedenen voneinander unabhängigen Aktionstruppen, die immer wieder Aufstände gegen die Republik organisierten, entstand in den Zwanziger Jahren auch die faschistisch inspirierte [[Frente Fraternal]], deren Führer [[León Francês]] zu den einflussreichsten Einzelpersönlichkeiten der lose organisierten „Truppistischen Bewegung“ (Movimiento Tropista) gehörte.  
 
Unterstützt wurde die truppistische Bewegung von Beginn an vom sagradischen Großkapital sowie von den faschistischen Regimes in Italien und Micolinien. Aus den verschiedenen voneinander unabhängigen Aktionstruppen, die immer wieder Aufstände gegen die Republik organisierten, entstand in den Zwanziger Jahren auch die faschistisch inspirierte [[Frente Fraternal]], deren Führer [[León Francês]] zu den einflussreichsten Einzelpersönlichkeiten der lose organisierten „Truppistischen Bewegung“ (Movimiento Tropista) gehörte.  
  
 
Nach der Ermordung Alemà Sobrantes' im Oktober 1934 spielten die Aktionstruppen im [[Blutherbst 1934]] eine zentrale unrühmliche Rolle. Der gescheiterte [[Novemberputsch 1934|Putschversuch]] León Francês' und der mit ihm verbündeten Truppen gegen die [[Regierung Negrín]] führte zur Auflösung der [[Frente Fraternal]] und zum Verbot der Aktionstruppen, das jedoch weitgehend erfolglos blieb und erst durch die 1935 gewählte [[Volksfront]]regierung auch tatsächlich durchgesetzt wurde. Auch danach existierten zahlreiche Aktionstruppenverbände im Untergrund weiter und organisierten sich neu. León Francês gründete als Nachfolgervereinigung seiner Frente Fraternal die [[División Negra]], die zur faschistischen Massenbewegung aufstieg und schnell zur einflussreichsten Gruppe des post-truppistischen Lagers wurde. In der Tradition der "blauen Truppisten" entstanden vor allem die zahlenmäßig kleineren, aber bedeutenden [[Juntas Accionistas]], die von [[Manuel Álamo]] geführt wurden und ab 1935 die Macht innerhalb der rechten Volksunion übernahmen. Divisionisten und Juntas vereinigten sich 1937 im Kampf gegen die linke Volksfront zur [[Liga de la Comunión Nacional]] und übernahmen schließlich nach dem [[Februarputsch 1938]] gemeinsam die Macht im neu errichteten [[Estado Sagradês]].
 
Nach der Ermordung Alemà Sobrantes' im Oktober 1934 spielten die Aktionstruppen im [[Blutherbst 1934]] eine zentrale unrühmliche Rolle. Der gescheiterte [[Novemberputsch 1934|Putschversuch]] León Francês' und der mit ihm verbündeten Truppen gegen die [[Regierung Negrín]] führte zur Auflösung der [[Frente Fraternal]] und zum Verbot der Aktionstruppen, das jedoch weitgehend erfolglos blieb und erst durch die 1935 gewählte [[Volksfront]]regierung auch tatsächlich durchgesetzt wurde. Auch danach existierten zahlreiche Aktionstruppenverbände im Untergrund weiter und organisierten sich neu. León Francês gründete als Nachfolgervereinigung seiner Frente Fraternal die [[División Negra]], die zur faschistischen Massenbewegung aufstieg und schnell zur einflussreichsten Gruppe des post-truppistischen Lagers wurde. In der Tradition der "blauen Truppisten" entstanden vor allem die zahlenmäßig kleineren, aber bedeutenden [[Juntas Accionistas]], die von [[Manuel Álamo]] geführt wurden und ab 1935 die Macht innerhalb der rechten Volksunion übernahmen. Divisionisten und Juntas vereinigten sich 1937 im Kampf gegen die linke Volksfront zur [[Liga de la Comunión Nacional]] und übernahmen schließlich nach dem [[Februarputsch 1938]] gemeinsam die Macht im neu errichteten [[Estado Sagradês]].

Version vom 13:50, 11. Feb 2011

Truppismus (sagr. Trōpismo) ist die Sammmelbezeichnung für die rechtsextreme Bewegung der so genannten Aktionstruppen (sagr. Trōpas Accionistas), die vor allem im Sagradien der frühen Dreißiger Jahre von Bedeutung war.

Die Aktionstruppen waren paramilitärische Einheiten, die zum Teil bereits in den Zwanziger Jahren entstanden, allerdings erst mit den Folgen der Weltwirtschaftskrise der frühen Dreißiger Jahre großen Zulauf erhielten. Die Aktionstruppen entstanden aus unterschiedlichen Kontexten, teilweise aus ehemaligen Soldaten, teilweise auch aus studentischen und bäuerlichen Milieus, die sich infolge sozialer Missstände und einer zunehmenden politischen Polarisierung und Instabilität gegen die parlamentarische Republik wandten.

Einige Aktionstruppen entstanden aus dem unmittelbaren Umfeld der katholisch-konservativen Unión Popular und standen dieser nahe, jedoch dominierten seit 1932/33 die extremen Gruppen, die sich auch gegen die Regierungspartei wandten und einen radikalen Umsturz anvisierten. Mit dem Beginn der autoritären Präsidentschaft Gaitán Alemà Sobrantes' 1932 begann die Spaltung der Truppistenbewegung in zwei Lager. Während die so genannten "blauen Truppen" (oder "camisas azûres", Blauhemden) die Regierung Santes und die autoritäre Politik der Volksunion unterstützten und teilweise als lokale staatliche Hilfstruppen angeworben wurden, um kommunistische und anarchistische Aufstände niederzuschlagen, wandten sich die radikaleren "schwarzen Truppen" ("camsisas negras"), die offen dem italienischen Faschismus, dem micolinischen Junismus oder deutschen Nationalsozialismus zuneigten, entschlossen gegen die Regierung und bekämpften diese.

Unterstützt wurde die truppistische Bewegung von Beginn an vom sagradischen Großkapital sowie von den faschistischen Regimes in Italien und Micolinien. Aus den verschiedenen voneinander unabhängigen Aktionstruppen, die immer wieder Aufstände gegen die Republik organisierten, entstand in den Zwanziger Jahren auch die faschistisch inspirierte Frente Fraternal, deren Führer León Francês zu den einflussreichsten Einzelpersönlichkeiten der lose organisierten „Truppistischen Bewegung“ (Movimiento Tropista) gehörte.

Nach der Ermordung Alemà Sobrantes' im Oktober 1934 spielten die Aktionstruppen im Blutherbst 1934 eine zentrale unrühmliche Rolle. Der gescheiterte Putschversuch León Francês' und der mit ihm verbündeten Truppen gegen die Regierung Negrín führte zur Auflösung der Frente Fraternal und zum Verbot der Aktionstruppen, das jedoch weitgehend erfolglos blieb und erst durch die 1935 gewählte Volksfrontregierung auch tatsächlich durchgesetzt wurde. Auch danach existierten zahlreiche Aktionstruppenverbände im Untergrund weiter und organisierten sich neu. León Francês gründete als Nachfolgervereinigung seiner Frente Fraternal die División Negra, die zur faschistischen Massenbewegung aufstieg und schnell zur einflussreichsten Gruppe des post-truppistischen Lagers wurde. In der Tradition der "blauen Truppisten" entstanden vor allem die zahlenmäßig kleineren, aber bedeutenden Juntas Accionistas, die von Manuel Álamo geführt wurden und ab 1935 die Macht innerhalb der rechten Volksunion übernahmen. Divisionisten und Juntas vereinigten sich 1937 im Kampf gegen die linke Volksfront zur Liga de la Comunión Nacional und übernahmen schließlich nach dem Februarputsch 1938 gemeinsam die Macht im neu errichteten Estado Sagradês.