Geschichte Golens: Unterschied zwischen den Versionen

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=== Servettinische Kriege und Beginn der Sántori-Herrschaft ===
 
=== Servettinische Kriege und Beginn der Sántori-Herrschaft ===
 
Auch nach dem Frieden von Tesqué blieb Golen in die Streitigkeiten zwischen den Kronen [[Mikolinien]]s und [[Sagradien]]s um die Vorherrschaft auf der Halbinsel involviert, die seit 1477 in den [[Servettinische Kriege|Servettinischen Kriegen]] fortgesetzt wurden. Im Zweiten Servettinischen Krieg gelang es dem mikolinischen König [[Heinrich II. von Mikolinien|Heinrich II.]], Golen zu besetzen und als Faustpfand gegen Sagradien einzusetzen. Die harte mikolinische Besatzungspolitik, die auf heftige Widerstände in der Bevölkerung und unter golischen Adligen stieß, führte zur Rebellion der Golen, die im Dritten Servettinischen Krieg schließlich die ungeliebten mikolinischen Truppen vertreiben konnten. Im Gegenzug wurden die traditionellen Privilegien Golens auch im Sántori-Staat bestätigt.  
 
Auch nach dem Frieden von Tesqué blieb Golen in die Streitigkeiten zwischen den Kronen [[Mikolinien]]s und [[Sagradien]]s um die Vorherrschaft auf der Halbinsel involviert, die seit 1477 in den [[Servettinische Kriege|Servettinischen Kriegen]] fortgesetzt wurden. Im Zweiten Servettinischen Krieg gelang es dem mikolinischen König [[Heinrich II. von Mikolinien|Heinrich II.]], Golen zu besetzen und als Faustpfand gegen Sagradien einzusetzen. Die harte mikolinische Besatzungspolitik, die auf heftige Widerstände in der Bevölkerung und unter golischen Adligen stieß, führte zur Rebellion der Golen, die im Dritten Servettinischen Krieg schließlich die ungeliebten mikolinischen Truppen vertreiben konnten. Im Gegenzug wurden die traditionellen Privilegien Golens auch im Sántori-Staat bestätigt.  
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=== Asumarischer Krieg und Auflösung der Stände ===
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Als Grenzgebiet zwischen Mikolinien und Sagradien blieb Golen auch im 17. Jahrhundert Zankapfel beider Kronen. Sowohl im [[Ligrischer Krieg|Ligrischen Krieg von 1620]] als auch im [[Asumarischer Krieg|Asumarischen Krieg]] von 1657-1669 ging es auch um die Herrschaft über Golen und damit auch über den [[Blaumeerraum]]. Im Asumarischen Krieg wurde Golen erneut längere Zeit von Mikolinien besetzt. Anders als noch ein Jahrhundert zuvor kam es nun allerdings zu größeren golischen Rebellionen gegen Sagradien, da König [[Karl IX. von Mikolinien]] den golischen Ständen noch weitergehende Unabhängigkeit versprach.
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Dennoch gelang es nicht, die Herrschaft der sagradischen Krone über Golen dauerhaft zu beenden. Im [[Frieden von Villágua]] 1669 musste Golen an Sagradien zurückgegeben werden. Es kam lediglich zu kleineren Grenzänderungen in Golen. Als Konsequenz aus der Rebellion verloren die Stände Golens aber ihre Unabhängigkeit und wurden im Zuge der Zentralisierungspolitik der Krone mit den sagradischen Ständen vereinigt.
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=== Napoleonische Kriege und Herzogtum Alagua ===
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Im Krieg Napoléons gegen Sagradien 1804-1807 kam es erneut zu Aufständen golischer Adliger gegen die sagradische Herrschaft. Nach der zweiten Eroberung Sagradiens durch die Truppen des französischen Kaisers im Jahr 1807 wurde mit dem [[Herzogtum Alagua]] schließlich auf Betreiben Napoléons ein eigener Staat auf golischem Boden errichtet, der aber vor allem als Satellitenstaat des französischen Kaiserreichs fungierte und nur den westlichen, wenn auch größeren Teil des historischen golischen Königreichs umfasste. Als Herzog wurde kein golischer Adliger, sondern der französische Marschall [[Alexandre Lacomb]], ein enger Vertrauter Napoléons, eingesetzt, der lediglich von einem golischen Adelskomitee beraten wurde.
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Auf dem Wiener Kongress wurde das Herzogtum Alagua wieder abgewickelt. Der Kriegsverlierer Sagradien musste aber auf die abgetretenen Gebiete des Herzogtums endgültig verzichten, die dem siegreichen mikolinischen Königreich einverleibt wurden. Lediglich [[Ostgolen]], mit den [[Ambristal und Celiso|Tälern von Ambris, Celiso und Peixa]], dem Gebiet um [[Guillard]] und der [[Eskada]], blieb zunächst sagradisch. Außerdem gab Mikolinien das ebenfalls besetzte [[Cuentez]] wieder an Sagradien zurück.
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=== Golenkriege und endgültige Teilung ===
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Nach der sagradischen [[Novemberrevolution 1817]] nutzte Mikolinien die unruhige Situation in Sagradien, um den Ostteil Golens mit Truppen zu besetzen, um den "Schutz der golischen Ordnung" gegen die Revolution zu gewährleisten. Damit provozierte er die in Sagradien erstarkte national-irredentistische Bewegung, die vor allem von liberalen und bürgerlichen Kräften getragen wurde. Im ersten von zwei Golenkriegen 1819 gelang es Sagradien zunächst, Ostgolen zurückzuerobern, das aber bis zum erzwungenen Friedensschluss 1825 wieder vollständig verloren ging. Erst in einem zweiten Krieg seit 1827 war Sagradien erfolgreicher und stellte den Status Quo Ante wieder her. Im [[Frieden von Diege 1829]] wurde die Teilung Golens in einen größeren mikolinischen Westteil und einen kleineren sagradischen Ostteil endgültig festgeschrieben, wie sie bis heute andauert.
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Westgolen mit der Hauptstadt Alagua wurde in der Folge als integraler Bestandteil der mikolinischen Monarchie angesehen und in drei Provinzen (Alagua, Villagua und Santa Rocca) unterteilt. Der Ostteil wurde in der sagradischen Provinz [[Escado-Gólica]] zusammengefasst.
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=== Industrialisierung und Nationalismus ===
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Vor allem im Westteil um [[Alagua]] und die Haftenstädte [[Villagua]] und [[Santa Rocca]] setzte im Laufe des 19. Jahrhundert eine starke Industrialisierung ein, die zu einer wirtschaftlichen Blüte der Region führte, aber auch eine starke Einwanderung, vor allem aus dem Armen [[Peruzien]] und aus [[Litica]] hervorrief. Die golische Sprache litt darunter ebenso wie aus der kulturellen, politischen und administrativen Dominanz des mikolinisch-sprachigen Südens innerhalb der unitarisch organisierten mikolinischen Monarchie. In Auseinandersetzung damit prägte sich im 19. Jahrhundert ein golisches Nationalbewusstsein aus, das die Differenzen zwischen Golen und den übrigen Landesteilen des Königreichs betonte.
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Dem stand jedoch eine stark zentralisierende liberale Elite in Servette gegenüber, die eine Föderalisierung der Monarchie ablehnte. In den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts steigerte sich dieser Gegensatz zu einem ernsthaften Konflikt und führte vermehrt zu Aufständen golischer Nationalisten, die für eigene staatliche Institutionen und eine eigene Versammlung eintraten.
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=== Golischer Bürgerkrieg ===
  
  
Dennoch musste Pietro seine Ansprüche militärisch durchsetzen, nachdem der mikolinische König Johann III. als Ehemann von Johannas jüngerer Schwester Maria ebenfalls Ansprüche geltend gemacht hatte und einen Adelsaufstand in Golen gegen die Santori-Herrschaft provoziert hatte. Pietro konnte sich jedoch durchsetzen und stärkte seine Stellung im Königreich. 1502 wurde er selbst König, sodass Golen erneut an die Krone fiel. Nach dem sagradischen Erbstreit von 1543-1547 blieb Golen bei Sagradien, blieb aber Zankapfel zwischen den drei Mächten des Blaumeers Sagradien, Mikolinien und Cuentez-Tulis. Im Asumarischen Krieg von 1657-1669 um die Vorherrschaft im Blaumeerraum wurde Golen zeitweise von Mikolinien besetzt, musste im Frieden von Villágua 1669 aber an Sagradien zurückgegeben werden. Den Hafen Villágua erhielt aber Cuentez-Tulis, das sich die Vorherrschaft im Blaumeerraum sichern konnte. Unter dem sagradischen König Gabriel VII. wurden die golischen Stände mit den sagradischen Ständen vereinigt, jedoch bis 1711 nicht mehr einberufen.
 
Nach der Eroberung Sagradiens durch Napoleon 1804 wurde Golen abermals zum Streitobjekt zwischen dem napoleonischen Sagradien und dem unabhängigen Mikolinien. Auf dem Wiener Kongress dann musste Sagradien einen großen Teil Golens an Mikolinien abtreten, den Mikolinien in den Napoleonischen Befreiungskriegen erobert hatte. Im Gegenzug gab Mikolinien das ebenfalls besetzte Cuentez wieder an Sagradien zurück. Miguel IV. von Sagradien versuchte in zwei großen Golenkriegen gegen Mikolinien 1819-1825 und 1827-1829 ganz Golen wieder zurückzuerobern. Im Frieden von San Cristo 1825 musste er aber fast ganz Golen abtreten, der Friede von Diegue 1829 dann stellte ungefähr wieder die Grenzen von 1815 her. Westgolen mit der Hauptstadt Alagua wurde in der Folge als integraler Bestandteil der mikolinischen Monarchie angesehen, während der Ostteil der golischsprachigen Gebiete Teil des Köngreichs Sagradien bzw. seit 1891 der Sagradischen Republik wurde. Hier wurden die Provinzen Golica-Casqa, Pexace und Escada eingerichtet.
 
Unter dem faschistischen Juni-Regime wurde die golische Kultur in Mikolinien gewaltsam unterdrückt, die Benutzung der golischen Sprache im öffentlichen Leben wurde verboten. Ziel war eine umfassende Mikolinisierung auch der anderen Regionalsprachen des mikolinischen Königreichs. Ähnliche Tendenzen verstärkten sich nach 1930 auch in Sagradien. Nach separatistischen Aufständen in beiden Teilen Golens im Jahr 1935, die ein eigenständiges und wiedervereinigtes Golen anstrebten und von Ulisse blutig niedergeschlagen wurden, nutzte der Diktator die Schwäche der sagradischen Übergangsregierung Dini, um auf sagradisches Staatsgebiet vorzudringen. Unter dem Vorwand, die vom sagradischen Ostteil Golens ausgehenden terroristischen Akte zu beenden und damit die Sicherheit des eigenen Landes zu gewährleisten, besetzten mikolinische Truppen die sagradischen Provinzen Golen und Val d’Ambrís sowie Teile der Provinz Escada. Nachdem der mikolinische Außenminister Marrel ein internationales Moratorium erwirken konnte, das die sagradische Provinz (Ost-)Golen für ein Jahr unter mikolinische Verwaltung stellte, erfolgte 1936 eine manipulierte Volksabstimmung, die eine vermeintliche Mehrheit für ein vereintes Golen unter mikolinischer Oberhoheit erbrachte. Unter der Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker annektierte Mikolinien im Mai 1936 die Provinz Ostgolen außer dem Val de Celis, das bei Sagradien blieb und später der Provinz Pexace zugeschlagen wurde. Der Völkerbund zeigte sich durch die Abessinien-Episode handlungsunfähig, Sagradien durch innere Auseinandersetzungen zwischen linker Volksfrontregierung und rechten Gruppierungen zu geschwächt, um einen Krieg zu riskieren. Außerdem bestanden auf Seite der sagradischen Rechten durchaus Sympathien für das Vorgehen Ulisses, dem man glaubte, das Golenproblem aufdrücken zu können und ein ethnisch einheitliches Sagradien schaffen zu können. In einem Vertrag zwischen dem seit 1938 regierenden sagradischen Diktator Manuel Álamo und dem mikolinischen Regierungschef Ulisse erkannte Sagradien die Annexion an, erwirkte aber die Garantie für die golischsprachigen Gebiete in den Provinzen Val d’Ambrís, Escada sowie dem Celis-Tal, aus denen die mikolinischen Truppen endgültig abzogen.
 
 
Nach dem Tod des Diktators Ulisse im Jahr 1947 organisierte die golische Untergrundpartei Pùble Gools den gewaltsamen Widerstand gegen das mikolinische Zwangsregime. Im Zuge der Narzissenrevolution und der Redemokratisierung des Jahres 1948 wurde Golen autonome Region und erhielt ein umfassendes Autonomiestatut. Golen erhielt ein eigenes Regionalparlament und die golische Sprache wurde als Amtssprache anerkannt. Kurz darauf erhielt die Region Golen den Status eines Gliedstaates in der neuen Föderalmonarchie Mikolinien.
 
Nach dem Tod des Diktators Ulisse im Jahr 1947 organisierte die golische Untergrundpartei Pùble Gools den gewaltsamen Widerstand gegen das mikolinische Zwangsregime. Im Zuge der Narzissenrevolution und der Redemokratisierung des Jahres 1948 wurde Golen autonome Region und erhielt ein umfassendes Autonomiestatut. Golen erhielt ein eigenes Regionalparlament und die golische Sprache wurde als Amtssprache anerkannt. Kurz darauf erhielt die Region Golen den Status eines Gliedstaates in der neuen Föderalmonarchie Mikolinien.
 
Neu aufflammende Konflikte mit Sagradien um den Status Ostgolens wurden 1955 in den Verträgen von Alagua und Pexace niedergelegt, sodass Sagradien offiziell auf Ostgolen verzichtete. Die golischen Minderheiten in Sagradien erhielten weitgehenden Minderheitenschutz. Außerdem war das sagradische Ambristal inklusive Celis-Tal seit 1946 bereits mit weitgehenden Autonomierechten ausgestattet, zu denen auch die Kultur- und Sprachpolitik zählten.  
 
Neu aufflammende Konflikte mit Sagradien um den Status Ostgolens wurden 1955 in den Verträgen von Alagua und Pexace niedergelegt, sodass Sagradien offiziell auf Ostgolen verzichtete. Die golischen Minderheiten in Sagradien erhielten weitgehenden Minderheitenschutz. Außerdem war das sagradische Ambristal inklusive Celis-Tal seit 1946 bereits mit weitgehenden Autonomierechten ausgestattet, zu denen auch die Kultur- und Sprachpolitik zählten.  
 
In der Folge etablierte sich die golisch-nationalistische Volkspartei als dominierende politische Kraft in der Region Golen, verabschiedete sich aber von ihrer separatistischen Ausrichtung. Stattdessen vertrat die Partei seit den späten Fünfziger Jahren weitgehend gemäßigt-nationalistische Positionen. Ziel der Partei ist seither die Anerkennung der golischen Nation als eigenständige Nation und eine weitgehende Autonomie innerhalb eines föderalen mikolinischen Königreichs. In Opposition zu dieser gemäßigten Politik und zur liberalen Wirtschaftspolitik der PG spaltete sich 1966 die linksnationalistische Golische Nationalpartei ab, die seither die wichtigste Partei des linken regionalen Spektrums bildet, sich mittlerweile aber auch von separatistischen Positionen verabschiedet hat. Die in den Dreißiger Jahren als militärischer Arm der golischen Volkspartei gegründete Front per le Libretait Gools (FLG) kämpft seit den Fünfziger Jahren mit terroristischen Anschlägen für die Unabhängigkeit eines „wiedervereinten Golens“ inklusive San Cristo, der „besetzten Gebiete“ in Sagradien, zu denen das mehrheitlich golisch-sprachige Ambristal gerechnet wird, sowie die golischsprachigen Gebieten in den Provinzen Pecano und Escada-Alto Dona.  
 
In der Folge etablierte sich die golisch-nationalistische Volkspartei als dominierende politische Kraft in der Region Golen, verabschiedete sich aber von ihrer separatistischen Ausrichtung. Stattdessen vertrat die Partei seit den späten Fünfziger Jahren weitgehend gemäßigt-nationalistische Positionen. Ziel der Partei ist seither die Anerkennung der golischen Nation als eigenständige Nation und eine weitgehende Autonomie innerhalb eines föderalen mikolinischen Königreichs. In Opposition zu dieser gemäßigten Politik und zur liberalen Wirtschaftspolitik der PG spaltete sich 1966 die linksnationalistische Golische Nationalpartei ab, die seither die wichtigste Partei des linken regionalen Spektrums bildet, sich mittlerweile aber auch von separatistischen Positionen verabschiedet hat. Die in den Dreißiger Jahren als militärischer Arm der golischen Volkspartei gegründete Front per le Libretait Gools (FLG) kämpft seit den Fünfziger Jahren mit terroristischen Anschlägen für die Unabhängigkeit eines „wiedervereinten Golens“ inklusive San Cristo, der „besetzten Gebiete“ in Sagradien, zu denen das mehrheitlich golisch-sprachige Ambristal gerechnet wird, sowie die golischsprachigen Gebieten in den Provinzen Pecano und Escada-Alto Dona.  
 
Seit den Achtziger Jahren kann die als politischer Arm der FLG geltende Freiheitspartei LpG vom Niedergang der linksnationalistischen golischen Kommunisten profitieren. Wegen ihrer Verbindungen zur FLG wurde sie 2007 verboten. Als Nachfolgeorganisation gilt die Freiheitsallianz ELG. Die von PG-Chef Pètre Doresal, seit 1994 Präsident der Region Golen, und GN-Chef Pâul Senterrsi ausgearbeitete neue Autonomiestatut für Golen wurde im Sommer 2007 in der Regionalversammlung angenommen, vom Zentralparlament in Servette aber abgelehnt, u.a. da es in der Präambel von einer „freien, selbstbestimmten golischen Nation in Europa“ sprach. Aus den vorgezogenen Regionalwahlen 2008 ging die PG zwar erneut als stärkste Kraft hervor, wurde aber von einer Linkskoalition aus GN, golischen Sozialisten sowie dem rot-grünen Linksbündnis Esquert Unit Gools – Verds als Regierungspartei abgelöst. Neuer Präsident der Region ist seither Pâul Senterrsi.
 
Seit den Achtziger Jahren kann die als politischer Arm der FLG geltende Freiheitspartei LpG vom Niedergang der linksnationalistischen golischen Kommunisten profitieren. Wegen ihrer Verbindungen zur FLG wurde sie 2007 verboten. Als Nachfolgeorganisation gilt die Freiheitsallianz ELG. Die von PG-Chef Pètre Doresal, seit 1994 Präsident der Region Golen, und GN-Chef Pâul Senterrsi ausgearbeitete neue Autonomiestatut für Golen wurde im Sommer 2007 in der Regionalversammlung angenommen, vom Zentralparlament in Servette aber abgelehnt, u.a. da es in der Präambel von einer „freien, selbstbestimmten golischen Nation in Europa“ sprach. Aus den vorgezogenen Regionalwahlen 2008 ging die PG zwar erneut als stärkste Kraft hervor, wurde aber von einer Linkskoalition aus GN, golischen Sozialisten sowie dem rot-grünen Linksbündnis Esquert Unit Gools – Verds als Regierungspartei abgelöst. Neuer Präsident der Region ist seither Pâul Senterrsi.

Version vom 20:27, 28. Nov 2014

Das heutige Golen in der Antike

Das Gebiet des heutigen Golen gehörte unter römischer Herrschaft zum Teil zur Provinz Haescia et Litia, zum Teil zur Provincia Sisinia, von der später die Provincia Sisinia Exicata abgetrennt wurde. Bedeutendster einheimischer Stamm war der der keltisch-sagradischen Haesker (lat. Haesci). Die gesamte Nordküste des Blaumeers wurde in römischer Zeit als Haescia bezeichnet.

Einwanderung der Golen und Begründung des Königreichs

Im 6. Jahrhundert wanderten die germanischen Golen in das Gebiet zwischen Konsetten und Blauem Meer ein und errichteten ein unabhängiges Königreich. Ihr König Arnelm konvertierte erst im 8. Jahrhundert zum Christentum. Immer wieder mussten sich die Golen in zahlreichen Kriegen gegen Skanten und Herkanden behaupten, konnte seine Unabhängigkeit aber bewahren. Jedoch verloren die Golen zunächst das Conte und später auch Litien an das aufstrebene Herkandenreich, aus dem das spätere Königreich Mikolinien hervorging. Der Skantenkönig Roderich der Große errichtete 751 die Golische Mark und setzte Frido von Bosa als Markgrafen ein. Dieser begründete das Geschlecht der Fridoniden, die auch im 923 gegründeten Königreich Sagradien die Markgrafen von Golen stellten.

Golischer Erbfolgekrieg und Ende des Golenreichs

Das golische Königreich konnte sich lange Zeit als Mittelmacht zwischen den mächtigeren mikolinischen, sagradischen und peruzinisch-lusonidischen Reichen halten. Mit dem Tod König Bernats II. jedoch im Jahr 1162 starb das golische Königshaus in männlicher Linie aus. Als Ehemann der golischen Prinzessin Marka von Golen erhob daraufhin der sagradische Thronfolger Gabriel Juvans, Sohn König Jakobs des Kühnen, ebenso Anspruch auf die Golenkrone wie der mikolinische König Mikael III. als Neffe des verstorbenen Golenkönigs. Es kam schließlich zum Erbfolgekrieg, in dem sich der sagradische Prinz, seit 1165 als Gabriel I. selbst König, behaupten konnte.

Zwar musste Gabriel den golischen Ständen für ihre Zustimmung umfangreiche Privilegien zusichern. Mit seiner Krönung zum König der Golen in Alagua 1165 hörte das unabhängige Königreich der Golen aber schließlich auf zu bestehen und wurde zunächst mit dem der sagradischen Krone vereinigt. Die Statthalterschaft im golischen Reichsteil übernahm fortan der fridonische Markgraf von Golen aus dem Haus Bosa. In dessen Nachfolge wurde 1203 der golische Fürst Alcesq von Alágua Markgraf und begründete das Haus Golen-Alágua.

Von der Union zum Frieden von Tesqué

In den Folgejahrhunderten konnten die golischen Stände stets ihre relative Unabhängigkeit bewahren, auch in der Zeit der sagradisch-mikolinischen Union 1321 bis 1386 unter den Königen Sergi I., Sergi II. und Gabriel IV.. Die golischen Markgrafen stiegen zu einer Regionalmacht auf, die mit den Fürsten von Perin und den Contes von Tulis, die bereits seit 881 mit Villagua über eine eigene Kolonie an der golischen Küste verfügten, um die Vorherrschaft im Blauen Meer konkurrierten. Zwischen 1186 und 1199 gelang es den golischen Markgrafen Laurenç und Carle d'Elaque mehrmals Tulis zu erobern und die wichtige Hafenstadt mit Unterbrechungen 13 Jahre lang zu regieren, ehe golische Fremdherrschaft 1199 endgültig endete.

Mit der Mikolinischen Revolution und dem folgenden Fünfzigjährigen Krieg geriet Golen aber in starke Turbulenzen und war häufig Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen. Zeitweise verbündeten sich die golischen Markgrafen mit Mikolinien gegen den sagradischen König Michael I., der wiederum mit António de Sántori, Conte von Tulis, gegen die golisch-mikolinische Allianz paktierte. Die tulinesischen Sántori eroberten in der Folge weite Teile Golens und versuchten, Antónios Sohn David de Sántori, der 1429 von König Michael II. von Sagradien zum Herzog von Golen erhoben worden war, als neuen Herrscher über Golen durchzusetzen.

Im Frieden von Tesqué, der den Krieg 1443 beendete, wurde die Union der Kronen von Golen und Sagradien bestätigt, während Peruzien an das Königreich Mikolinien fiel. Nur ein kleiner Teil im Nordwesten Golens rund um die Stadt Colagua ging als Grafschaft Golen (auch Nordgolen genannt) an Mikolinien. Markgraf Philipp von Golen wurde zwar nach seiner Aussöhnung mit dem sagradischen König Michael II. wieder anerkannt, musste aber die eigentliche Macht in Golen an die Sántori übergeben, die weite Teile Golens zunächst als Pfand behielten und nach dem kinderlosen Tod Philipps 1449 auch offiziell das zum Herzogtum erhobene Golen übernahmen.

Servettinische Kriege und Beginn der Sántori-Herrschaft

Auch nach dem Frieden von Tesqué blieb Golen in die Streitigkeiten zwischen den Kronen Mikoliniens und Sagradiens um die Vorherrschaft auf der Halbinsel involviert, die seit 1477 in den Servettinischen Kriegen fortgesetzt wurden. Im Zweiten Servettinischen Krieg gelang es dem mikolinischen König Heinrich II., Golen zu besetzen und als Faustpfand gegen Sagradien einzusetzen. Die harte mikolinische Besatzungspolitik, die auf heftige Widerstände in der Bevölkerung und unter golischen Adligen stieß, führte zur Rebellion der Golen, die im Dritten Servettinischen Krieg schließlich die ungeliebten mikolinischen Truppen vertreiben konnten. Im Gegenzug wurden die traditionellen Privilegien Golens auch im Sántori-Staat bestätigt.

Asumarischer Krieg und Auflösung der Stände

Als Grenzgebiet zwischen Mikolinien und Sagradien blieb Golen auch im 17. Jahrhundert Zankapfel beider Kronen. Sowohl im Ligrischen Krieg von 1620 als auch im Asumarischen Krieg von 1657-1669 ging es auch um die Herrschaft über Golen und damit auch über den Blaumeerraum. Im Asumarischen Krieg wurde Golen erneut längere Zeit von Mikolinien besetzt. Anders als noch ein Jahrhundert zuvor kam es nun allerdings zu größeren golischen Rebellionen gegen Sagradien, da König Karl IX. von Mikolinien den golischen Ständen noch weitergehende Unabhängigkeit versprach.

Dennoch gelang es nicht, die Herrschaft der sagradischen Krone über Golen dauerhaft zu beenden. Im Frieden von Villágua 1669 musste Golen an Sagradien zurückgegeben werden. Es kam lediglich zu kleineren Grenzänderungen in Golen. Als Konsequenz aus der Rebellion verloren die Stände Golens aber ihre Unabhängigkeit und wurden im Zuge der Zentralisierungspolitik der Krone mit den sagradischen Ständen vereinigt.

Napoleonische Kriege und Herzogtum Alagua

Im Krieg Napoléons gegen Sagradien 1804-1807 kam es erneut zu Aufständen golischer Adliger gegen die sagradische Herrschaft. Nach der zweiten Eroberung Sagradiens durch die Truppen des französischen Kaisers im Jahr 1807 wurde mit dem Herzogtum Alagua schließlich auf Betreiben Napoléons ein eigener Staat auf golischem Boden errichtet, der aber vor allem als Satellitenstaat des französischen Kaiserreichs fungierte und nur den westlichen, wenn auch größeren Teil des historischen golischen Königreichs umfasste. Als Herzog wurde kein golischer Adliger, sondern der französische Marschall Alexandre Lacomb, ein enger Vertrauter Napoléons, eingesetzt, der lediglich von einem golischen Adelskomitee beraten wurde.

Auf dem Wiener Kongress wurde das Herzogtum Alagua wieder abgewickelt. Der Kriegsverlierer Sagradien musste aber auf die abgetretenen Gebiete des Herzogtums endgültig verzichten, die dem siegreichen mikolinischen Königreich einverleibt wurden. Lediglich Ostgolen, mit den Tälern von Ambris, Celiso und Peixa, dem Gebiet um Guillard und der Eskada, blieb zunächst sagradisch. Außerdem gab Mikolinien das ebenfalls besetzte Cuentez wieder an Sagradien zurück.

Golenkriege und endgültige Teilung

Nach der sagradischen Novemberrevolution 1817 nutzte Mikolinien die unruhige Situation in Sagradien, um den Ostteil Golens mit Truppen zu besetzen, um den "Schutz der golischen Ordnung" gegen die Revolution zu gewährleisten. Damit provozierte er die in Sagradien erstarkte national-irredentistische Bewegung, die vor allem von liberalen und bürgerlichen Kräften getragen wurde. Im ersten von zwei Golenkriegen 1819 gelang es Sagradien zunächst, Ostgolen zurückzuerobern, das aber bis zum erzwungenen Friedensschluss 1825 wieder vollständig verloren ging. Erst in einem zweiten Krieg seit 1827 war Sagradien erfolgreicher und stellte den Status Quo Ante wieder her. Im Frieden von Diege 1829 wurde die Teilung Golens in einen größeren mikolinischen Westteil und einen kleineren sagradischen Ostteil endgültig festgeschrieben, wie sie bis heute andauert.

Westgolen mit der Hauptstadt Alagua wurde in der Folge als integraler Bestandteil der mikolinischen Monarchie angesehen und in drei Provinzen (Alagua, Villagua und Santa Rocca) unterteilt. Der Ostteil wurde in der sagradischen Provinz Escado-Gólica zusammengefasst.

Industrialisierung und Nationalismus

Vor allem im Westteil um Alagua und die Haftenstädte Villagua und Santa Rocca setzte im Laufe des 19. Jahrhundert eine starke Industrialisierung ein, die zu einer wirtschaftlichen Blüte der Region führte, aber auch eine starke Einwanderung, vor allem aus dem Armen Peruzien und aus Litica hervorrief. Die golische Sprache litt darunter ebenso wie aus der kulturellen, politischen und administrativen Dominanz des mikolinisch-sprachigen Südens innerhalb der unitarisch organisierten mikolinischen Monarchie. In Auseinandersetzung damit prägte sich im 19. Jahrhundert ein golisches Nationalbewusstsein aus, das die Differenzen zwischen Golen und den übrigen Landesteilen des Königreichs betonte.

Dem stand jedoch eine stark zentralisierende liberale Elite in Servette gegenüber, die eine Föderalisierung der Monarchie ablehnte. In den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts steigerte sich dieser Gegensatz zu einem ernsthaften Konflikt und führte vermehrt zu Aufständen golischer Nationalisten, die für eigene staatliche Institutionen und eine eigene Versammlung eintraten.

Golischer Bürgerkrieg

Nach dem Tod des Diktators Ulisse im Jahr 1947 organisierte die golische Untergrundpartei Pùble Gools den gewaltsamen Widerstand gegen das mikolinische Zwangsregime. Im Zuge der Narzissenrevolution und der Redemokratisierung des Jahres 1948 wurde Golen autonome Region und erhielt ein umfassendes Autonomiestatut. Golen erhielt ein eigenes Regionalparlament und die golische Sprache wurde als Amtssprache anerkannt. Kurz darauf erhielt die Region Golen den Status eines Gliedstaates in der neuen Föderalmonarchie Mikolinien. Neu aufflammende Konflikte mit Sagradien um den Status Ostgolens wurden 1955 in den Verträgen von Alagua und Pexace niedergelegt, sodass Sagradien offiziell auf Ostgolen verzichtete. Die golischen Minderheiten in Sagradien erhielten weitgehenden Minderheitenschutz. Außerdem war das sagradische Ambristal inklusive Celis-Tal seit 1946 bereits mit weitgehenden Autonomierechten ausgestattet, zu denen auch die Kultur- und Sprachpolitik zählten. In der Folge etablierte sich die golisch-nationalistische Volkspartei als dominierende politische Kraft in der Region Golen, verabschiedete sich aber von ihrer separatistischen Ausrichtung. Stattdessen vertrat die Partei seit den späten Fünfziger Jahren weitgehend gemäßigt-nationalistische Positionen. Ziel der Partei ist seither die Anerkennung der golischen Nation als eigenständige Nation und eine weitgehende Autonomie innerhalb eines föderalen mikolinischen Königreichs. In Opposition zu dieser gemäßigten Politik und zur liberalen Wirtschaftspolitik der PG spaltete sich 1966 die linksnationalistische Golische Nationalpartei ab, die seither die wichtigste Partei des linken regionalen Spektrums bildet, sich mittlerweile aber auch von separatistischen Positionen verabschiedet hat. Die in den Dreißiger Jahren als militärischer Arm der golischen Volkspartei gegründete Front per le Libretait Gools (FLG) kämpft seit den Fünfziger Jahren mit terroristischen Anschlägen für die Unabhängigkeit eines „wiedervereinten Golens“ inklusive San Cristo, der „besetzten Gebiete“ in Sagradien, zu denen das mehrheitlich golisch-sprachige Ambristal gerechnet wird, sowie die golischsprachigen Gebieten in den Provinzen Pecano und Escada-Alto Dona. Seit den Achtziger Jahren kann die als politischer Arm der FLG geltende Freiheitspartei LpG vom Niedergang der linksnationalistischen golischen Kommunisten profitieren. Wegen ihrer Verbindungen zur FLG wurde sie 2007 verboten. Als Nachfolgeorganisation gilt die Freiheitsallianz ELG. Die von PG-Chef Pètre Doresal, seit 1994 Präsident der Region Golen, und GN-Chef Pâul Senterrsi ausgearbeitete neue Autonomiestatut für Golen wurde im Sommer 2007 in der Regionalversammlung angenommen, vom Zentralparlament in Servette aber abgelehnt, u.a. da es in der Präambel von einer „freien, selbstbestimmten golischen Nation in Europa“ sprach. Aus den vorgezogenen Regionalwahlen 2008 ging die PG zwar erneut als stärkste Kraft hervor, wurde aber von einer Linkskoalition aus GN, golischen Sozialisten sowie dem rot-grünen Linksbündnis Esquert Unit Gools – Verds als Regierungspartei abgelöst. Neuer Präsident der Region ist seither Pâul Senterrsi.