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Version vom 15:34, 7. Feb 2014
Joán Emilio Moya (*1928 in Ruavilla/Lojandía, †2007) war ein sagradischer Manager und Politiker. Er war von 1982 bis 1990 sagradischer Ministerpräsident und von 1982 bis 1991 Parteivorsitzender der christdemokratischen Volkspartei (PPC).
Inhaltsverzeichnis
Berufliche Karriere in der Privatwirtschaft
Der gebürtige Lojandiner Joán Emilio Moya besuchte ein katholisches Gymnasium und studierte nach seiner Schulzeit Rechtswissenschaften. Nach seinem Abschluss arbeitete als Redakteur des liberalen Correr Libre und beriet verschiedene sagradische Politiker. Er übernahm schließlich einen Posten beim Industriekonzern Ferrocel. 1958 wurde er Generaldirektor der Ferrocel-Tochter Lucavo und 1960 jüngstes Mitglied des Ferrocel-Vorstands.
Beginn der politischen Karriere
Bereits als Student engagierte sich Moya für den liberalen Studentenverband und trat schließlich dem konservativ-liberalen und wirtschaftsnahen Partido Republicano bei. Als Mitglied der Partei gehörte er bereits 1959 dem nationalen Vorstand an. 1960 wechselte er schließlich aus der Wirtschaft in die Politik und wurde Staatssekretär im liberal geführten sagradischen Transportministerium. Er sprach sich gegen die Fusion der Partei mit der liberalen UDS aus und fungierte seit 1963 als wirtschaftspolitischer Berater des christdemokratischen Ministerpräsidenten Martín Ánibal Costa. Dieser berief Moya schließlich 1964 ins staatliche Investitionsdirektorium. Seit 1966 Generalsekretär des Partido Republicano, wurde Moya 1967 unter Wohnungsbauminister im Kabinett Favale II. In dieser Funktion blieb Moya bis zum Ende der Favale-Regierung im Januar 1970.
Abgeordneter und Fraktionssprecher
Im Rahmen eines Wahlbündnisses der Republikaner mit der christdemokratischen Volkspartei wurde Moya bei der Parlamentswahl 1970 erstmals in die sagradische Abgeordnetenkammer gewählt. Später trat er der Volkspartei bei. In der PPC-Fraktion fungierte Moya als wirtschaftspolitischer Experte, 1974 wurde er zum stellvertretenden Fraktionssprecher gewählt. 1979 folgte Moya schließlich dem PPC-Vorsitzenden und neuen Ministerpräsidenten Sandro de la Nada als Fraktionssprecher der PPC in der Abgeordnetenkammer nach.
Als Fraktionssprecher gehörte Moya zu den einflussreichsten Politikern der Großen Koalition unter Ministerpräsident Sandro de la Nada, geriet mit seinen konservativ-liberalen Positionen aber zunehmend in Konflikt mit der ausgleichenden Politik des Regierungschefs. Mit zunehmenden Spannungen in der Regierungskoalition und mit zunehmend schlechter werdenden Umfragen für die Konservativen wurde Moya schließlich zum Hoffnungsträger des konservativen und wirtschaftsnahen PPC-Flügels, der nach dem Vorbild von Ronald Reagon und Margaret Thatcher eine neokonservative Wende in der sagradischen Politik erhoffte.
Finanzminister und Ministerpräsidentschaft
Nach dem Scheitern der Großen Koalition und dem Austritt der sozialistischen Minister aus dem Kabinett im Sommer 1982 wurde Moya zum Finanzminister der Minderheitsregierung Nada II ernannt. Zudem erhielt er das Amt des Stellvertretenden Ministerpräsidenten. Nach einem erfolgreichen Misstrauensvotum der Linksopposition gegen die Minderheitsregierung ergriff Moya die Initiative und veranlasste einen fraktionsinternen Putsch gegen Nada, der schließlich zugunsten Moyas auf die Spitzenkandidatur bei den vorgezogenen Parlamentswahlen im Herbst verzichtete. Kurze Zeit später übergab er Moya auch den geschäftsführenden Parteivorsitz.
Mit Emilio Moya als Spitzenkandidaten und einem deutlich neokonservativ geprägten Reformprogramm konnte die Volkspartei bei der Parlamentswahl 1982 einen deutlichen Sieg über die politische Linke feiern. Moya bildete daraufhin eine Mehrheitsregierung mit der liberalen UDS und wurde als Nachfolger De la Nadas Ministerpräsident. Im Dezember 1982 wählte ihn die PPC auch offiziell zum neuen Parteivorsitzenden.
Reformpolitik
Unter Moya als Regierungschef begann Sagradien mit einem ambitionierten wirtschaftsliberalen Reformprogramm, das die sozialistischen und keynesianischen Maßnahmen der 1970er Jahre revidierte und auf Privatisierung und Deregulierung setzte. Mit dem "Cânviu Conservador" 1982 begann die neoliberale Ära in Sagradien, die in der Wirtschafts- und Sozialpolitik auf Austerität, Reduzierung der Staatsquote, Förderung des privaten Sektors, Flexibilisierung der Arbeitsbeziehungen und wirtschaftsfreundliche Standortpolitik setzte. Prominente Projekte umfassten dabei die Privatisierung großer Staatsunternehmen, die jedoch in der Regierungszeit Moyas nicht abgeschlossen werden konnten. In gesellschaftspolitischen Fragen setzte Moya auf einen traditionell konservativen Kurs. U.a. wurden die Einreisebestimmungen nach Sagradien deutlich verschärft und Abtreibungen prinzipiell verboten.
Moyas politische Bilanz war insgesamt durchwachsen. Zwar konnten Staatsquote und Staatsausgaben deutlich gesenkt werden und die unter den Sozialisten angewachsene Staatsverschuldung zeitweise zurückgefahren werden, die Einsparungen wurden aber durch die weiter ansteigende Arbeitslosigkeit und die steigenden Sozialausgaben aufgefressen. Die gleichzeitig in Angriff genommene Kürzung der Sozialausgaben führte zu heftigen Konflikten mit dem christlich-sozialen Flügel der Volkspartei und wurden unter der sozialistisch geführten Nachfolgeregierung größtenteils wieder rückgängig gemacht.
Nach der Regierungszeit
Bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1986 verlor die Volkspartei mit Moya als Spitzenkandidaten deutlich an Stimmen und landete hinter den Sozialisten nur auf dem zweiten Rang. Moya musste sein Amt als Regierungschef in er Folge an den sozialistischen Kandidaten Donado Ricardes abgeben, der einen moderateren und sozial verträglicheren Modernisierungskurs als Moya ankündigte und ebenfalls mit den Liberalen als Koalitionspartner regierte.
Nach seiner Niederlage blieb Moya zunächst Parteichef der Konservativen und wurde Oppositionsführer. Anhaltende Vorwürfe wegen seiner Rolle in der Guivares-Affäre und stagnierende Umfragewerte führten jedoch zu einer zunehmenden Isolation des Vorsitzenden in seiner eigenen Partei. Hinzu kamen anhaltende Flügelstreitigkeiten in der Partei, in der der Sozialfügel der Partei Moya schließlich die Gefolgschaft aufkündigte. Moya verzichtete schließlich auf dem Parteitag der Volkspartei 1987 auf eine Wiederwahl und wurde durch den parteiinternen Kompromisskandidaten Santiago Montoya ersetzt.
Rückkehr in die Privatwirtschaft
Emilio Moya blieb zunächst als einfacher Abgeordneter im Parlament, ehe er Ende 1987 aufgrund der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen seine Person aus dem Amt schied. Nachdem er im Jahr 1988 zu einer hohen Geldstrafe verurteilt worden war, kehrte Moya schließlich in die Privatwirtschaft zurück und nahm zum 1. Januar 1989 eine Stelle im Management des sagradischen Baukonzerns Laregas an, dem er bis 1996, seit 1993 als hauptverantwortlicher Generaldirektor angehörte.
Öffentliche Ämter
- 1960-1962: Staatssekretär im sagradischen Transportministerium
- 1963-1964: wirtschaftspolitischer Berater von Ministerpräsident Martín Ánibal Costa
- 1964-1966: Mitglied im staatlichen Investitionsdirektorium
- 1967-1970: Wohnungsbauminister im Kabinett Favale II und III
- Jul-Nov 1982: Finanzminister und stellvertretender Ministerpräsident im Kabinett Nada III
- 1982-1990: Sagradischer Ministerpräsident (Kabinett Moya I, II und III)
Mandate
- 1970-1994: Mitglied der sagradischen Abgeordnetenkammer
Parteifunktionen
- 1966-1967: Generalsekretär des Partido Republicano
- 1974-1979: stellvertretender Fraktionssprecher der Volkspartei in der sagradischen Abgeordnetenkammer
- 1979-1982: Fraktionssprecher der Volkspartei in der sagradischen Abgeordnetenkammer
- 1982-1991: Parteivorsitzender der Volkspartei