Inseln von Aziz: Unterschied zwischen den Versionen

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Das Parteiensystem von Aziz unterscheidet sich signifikant vom gesamtsagradischen Parteiensystem durch die Existenz mehrerer Regionalparteien, die in unterschiedlicher Weise für eine stärkere Autonomie bzw. die volle Unabhängigkeit der Inseln von Sagradien eintreten. Daneben verfügen die sagradischen Parteien über regionale Partnerparteien, die meist für einen Verbleib in der Sagradischen Republik unter dem derzeitigen Autonomiestatut stehen.
 
Das Parteiensystem von Aziz unterscheidet sich signifikant vom gesamtsagradischen Parteiensystem durch die Existenz mehrerer Regionalparteien, die in unterschiedlicher Weise für eine stärkere Autonomie bzw. die volle Unabhängigkeit der Inseln von Sagradien eintreten. Daneben verfügen die sagradischen Parteien über regionale Partnerparteien, die meist für einen Verbleib in der Sagradischen Republik unter dem derzeitigen Autonomiestatut stehen.
  
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===== Das 'alte' Parteiensystem 1967-1980 =====
 
Innerhalb des sagradischen Lagers besaß die christdemokratische [[Convergência Democrática d'Aziz]] (CDA) als Regionalvertretung der sagradischen [[Volkspartei]] in den Sechziger und Siebziger Jahren eine dominante Position. Sie stellte bis 1980 den Ersten Minister und unterstützte das Autonomiestatut von 1968 mit seinen begrenzten Selbstverwaltungsbestimmungen. Wichtigster Gegenspieler der Volkspartei war über lange Zeit der [[Partido Comunista d'Aziz]], womit Aziz einer der Hochburgen der Kommunisten in Sagradien war. Anders als die CDA setzten sich die Kommunisten für die Unabhängigkeit der Inseln von Sagradien ein. Die Partei war vollständig unabhängig von der sagradischen KPS, begriff diese aber als Bruderpartei. Bei Wahlen erreichte sie regelmäßig über zwanzig Prozent der Stimmen, war aber bis in die Neunziger Jahre hinein an keiner Regierung beteiligt. Daneben bestand der [[Partido Socialista d'Aziz]], der auf nationaler Ebene mit der sozialdemokratischen [[ASUL]] assoziiert ist, und gemäßigt föderalistische Positionen einnimmt. Der PSA nahm eine Mittelposition zwischen CDA und PCA ein und gehörte mehreren Regierungen an. Die regionale Vertretung der sagradischen [[UDS]] blieb in Aziz eine Kleinpartei und war nur für kurze Zeit an Regierungen beteiligt.
 
Innerhalb des sagradischen Lagers besaß die christdemokratische [[Convergência Democrática d'Aziz]] (CDA) als Regionalvertretung der sagradischen [[Volkspartei]] in den Sechziger und Siebziger Jahren eine dominante Position. Sie stellte bis 1980 den Ersten Minister und unterstützte das Autonomiestatut von 1968 mit seinen begrenzten Selbstverwaltungsbestimmungen. Wichtigster Gegenspieler der Volkspartei war über lange Zeit der [[Partido Comunista d'Aziz]], womit Aziz einer der Hochburgen der Kommunisten in Sagradien war. Anders als die CDA setzten sich die Kommunisten für die Unabhängigkeit der Inseln von Sagradien ein. Die Partei war vollständig unabhängig von der sagradischen KPS, begriff diese aber als Bruderpartei. Bei Wahlen erreichte sie regelmäßig über zwanzig Prozent der Stimmen, war aber bis in die Neunziger Jahre hinein an keiner Regierung beteiligt. Daneben bestand der [[Partido Socialista d'Aziz]], der auf nationaler Ebene mit der sozialdemokratischen [[ASUL]] assoziiert ist, und gemäßigt föderalistische Positionen einnimmt. Der PSA nahm eine Mittelposition zwischen CDA und PCA ein und gehörte mehreren Regierungen an. Die regionale Vertretung der sagradischen [[UDS]] blieb in Aziz eine Kleinpartei und war nur für kurze Zeit an Regierungen beteiligt.
  
 
Neben diesen Parteien mit sagradischem Pendant bestand von Beginn an auch ein dezidiert regionalistisches Lager. Während die PCA hier auf der Linken eine Schlüsselstellung einnahm, verband das [[Movimiento Popular Democrático d'Aziz]] (MPDA) ein Eintreten für eine größere Autonomie mit ansonsten liberal-konservativen Positionen. Das MPDA bildete längere Zeit Koalitionen mit der CDA, konnte diese aber bei den [[Wahl zur Regionalversammlung von Aziz 1980|Regionalwahlen 1980]] überholen und seither den Regierungschef stellen. Neben dem MPDA und der PCA bestand zudem die linke [[Unión Radical-Socialista d'Aziz]] (URS), die ebenfalls für ein unabhängiges Aziz eintrat.   
 
Neben diesen Parteien mit sagradischem Pendant bestand von Beginn an auch ein dezidiert regionalistisches Lager. Während die PCA hier auf der Linken eine Schlüsselstellung einnahm, verband das [[Movimiento Popular Democrático d'Aziz]] (MPDA) ein Eintreten für eine größere Autonomie mit ansonsten liberal-konservativen Positionen. Das MPDA bildete längere Zeit Koalitionen mit der CDA, konnte diese aber bei den [[Wahl zur Regionalversammlung von Aziz 1980|Regionalwahlen 1980]] überholen und seither den Regierungschef stellen. Neben dem MPDA und der PCA bestand zudem die linke [[Unión Radical-Socialista d'Aziz]] (URS), die ebenfalls für ein unabhängiges Aziz eintrat.   
  
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===== Das 'neue' Parteiensystem seit 1980 ======
 
Das beschriebene Parteiensystem aus PCA, PSA, CDA, MPDA und URS unterlag seit den 1980er Jahren einem stetigen Wandel. Infolge von Korruptionsskandalen büßten die Christdemokraten bei der Wahl 1980 ihre dominante Stellung ein und erlitten danach mehrere Niederlagen, Richtungskämpfe und Spaltungen. 1984 und 1988 traten mit CDA und dem neuen [[PPA]] zwei christdemokratische Konkurrenzparteien gegeneinander an, die sich 1992 aber zum Wahlbündnis [[Aliança Centrista d'Aziz]] vereinten. Die Allianz kam aber zu keiner Zeit über einen Stimmenanteil von 15 Prozent heraus und wurde 2007 schließlich durch das konservativ-liberale Bündnis [[Populares i Democráticoes per l'Aziz]] beerbt.
 
Das beschriebene Parteiensystem aus PCA, PSA, CDA, MPDA und URS unterlag seit den 1980er Jahren einem stetigen Wandel. Infolge von Korruptionsskandalen büßten die Christdemokraten bei der Wahl 1980 ihre dominante Stellung ein und erlitten danach mehrere Niederlagen, Richtungskämpfe und Spaltungen. 1984 und 1988 traten mit CDA und dem neuen [[PPA]] zwei christdemokratische Konkurrenzparteien gegeneinander an, die sich 1992 aber zum Wahlbündnis [[Aliança Centrista d'Aziz]] vereinten. Die Allianz kam aber zu keiner Zeit über einen Stimmenanteil von 15 Prozent heraus und wurde 2007 schließlich durch das konservativ-liberale Bündnis [[Populares i Democráticoes per l'Aziz]] beerbt.
  

Version vom 11:51, 26. Feb 2013


Politik

Autonomie

Während andere Kolonien Sagradiens nach dem Zweiten Weltkrieg nach und nach in die Unabhängigkeit entlassen wurden, erhielten die Inseln von Aziz eine engere Anbindung an das Mutterland und wurden 1950 zur Provinz erklärt. Damit waren sie bis zu den Verwaltungsreformen der 1960er Jahre integraler Bestandteil Sagradiens ohne Selbstverwaltungsrechte. Erst 1962 durften die Bürger des Landes über Unabhängigkeit, Verbleib als Provinz oder Erhalt eines Autonomiestatuts abstimmen und sprachen sich mehrheitlich für die innere Autonomie aus. In der Folge erhielten die Inseln ein Autonomiestatut und wurden als letzte der vier Autonomen Regionen Sagradiens anerkannt. Die Inseln erhielten damit weitgehende innere Selbstverwaltungsrechte. Das Autonomiestatut wurde 2001 durch ein neues Autonomiestatut ersetzt, das die Kompetenzen der Inselregierung noch einmal ausweitete.

Die regionale Legislative wird seither von der Regionalversammlung von Aziz (Asemblea Regional d'Aziz) ausgeübt. Die 61 Abgeordneten der Versammlung werden alle fünf Jahre nach dem Verhältniswahlrecht gewählt. Die Abgeordneten wiederum wählen aus ihren Reihen einen fünf- bis zehnköpfigen Exekutivrat (Cosiliu Executivo) unter Vorsitz des Ersten Ministers (Premer Cosilier) der Region.

Erste Minister (Premer-Cosilieres) von Aziz

Amtsbeginn Amtsende Erster Minister Parteien besonderes
1965 1967 Olivério Defernandis (parteilos) vom Gouverneur der Inseln ernannt
1967 1978 Carles Arzeval (CDA) CDA, UDA, seit 1971 CDA, MPDA
1978 1980 Fernando Gerardis (CDA) CDA, PSA
1980 1984 Manuel Sombre (MPDA) MPDA, CDA, Aliança Democrática, seit 1981 MPDA, CDA
1984 1992 David Alonso (MPDA) MPDA, PSA
1992 1994 António Marçal (PSA) PSA, PCA, URS, SDA
1994 1995 Manuel Sombre (CDS/FALS) FALS (CDS, MPDA), PPA, CDA
1995 1997 Ánibal Matutes Azahar (FALS) FALS, PSA
1997 1999 Mário Usante (FALS) FALS, PPA, CDA
1999 2003 Enrico Herzog (PSA) PSA, VdA, Dem, Radicales, FALS, FALR, seit 2002 PSA/VdA/Dem/Rad Minderheitsregierung
2003 2006 Ánibal Matutes Azahar (FXA) FXA, PSA, VdA, Dem
2006 2007 Mário Usante (FXA) FXA, Dem Minderheitsregierung
2007 2012 Fernando Copado Ferres (PSA) PSA, ESR, PCA, RSV
2012 Joaquín Montserrat (FXA) FXA, PSA

Parteien

Das Parteiensystem von Aziz unterscheidet sich signifikant vom gesamtsagradischen Parteiensystem durch die Existenz mehrerer Regionalparteien, die in unterschiedlicher Weise für eine stärkere Autonomie bzw. die volle Unabhängigkeit der Inseln von Sagradien eintreten. Daneben verfügen die sagradischen Parteien über regionale Partnerparteien, die meist für einen Verbleib in der Sagradischen Republik unter dem derzeitigen Autonomiestatut stehen.

Das 'alte' Parteiensystem 1967-1980

Innerhalb des sagradischen Lagers besaß die christdemokratische Convergência Democrática d'Aziz (CDA) als Regionalvertretung der sagradischen Volkspartei in den Sechziger und Siebziger Jahren eine dominante Position. Sie stellte bis 1980 den Ersten Minister und unterstützte das Autonomiestatut von 1968 mit seinen begrenzten Selbstverwaltungsbestimmungen. Wichtigster Gegenspieler der Volkspartei war über lange Zeit der Partido Comunista d'Aziz, womit Aziz einer der Hochburgen der Kommunisten in Sagradien war. Anders als die CDA setzten sich die Kommunisten für die Unabhängigkeit der Inseln von Sagradien ein. Die Partei war vollständig unabhängig von der sagradischen KPS, begriff diese aber als Bruderpartei. Bei Wahlen erreichte sie regelmäßig über zwanzig Prozent der Stimmen, war aber bis in die Neunziger Jahre hinein an keiner Regierung beteiligt. Daneben bestand der Partido Socialista d'Aziz, der auf nationaler Ebene mit der sozialdemokratischen ASUL assoziiert ist, und gemäßigt föderalistische Positionen einnimmt. Der PSA nahm eine Mittelposition zwischen CDA und PCA ein und gehörte mehreren Regierungen an. Die regionale Vertretung der sagradischen UDS blieb in Aziz eine Kleinpartei und war nur für kurze Zeit an Regierungen beteiligt.

Neben diesen Parteien mit sagradischem Pendant bestand von Beginn an auch ein dezidiert regionalistisches Lager. Während die PCA hier auf der Linken eine Schlüsselstellung einnahm, verband das Movimiento Popular Democrático d'Aziz (MPDA) ein Eintreten für eine größere Autonomie mit ansonsten liberal-konservativen Positionen. Das MPDA bildete längere Zeit Koalitionen mit der CDA, konnte diese aber bei den Regionalwahlen 1980 überholen und seither den Regierungschef stellen. Neben dem MPDA und der PCA bestand zudem die linke Unión Radical-Socialista d'Aziz (URS), die ebenfalls für ein unabhängiges Aziz eintrat.

Das 'neue' Parteiensystem seit 1980 =

Das beschriebene Parteiensystem aus PCA, PSA, CDA, MPDA und URS unterlag seit den 1980er Jahren einem stetigen Wandel. Infolge von Korruptionsskandalen büßten die Christdemokraten bei der Wahl 1980 ihre dominante Stellung ein und erlitten danach mehrere Niederlagen, Richtungskämpfe und Spaltungen. 1984 und 1988 traten mit CDA und dem neuen PPA zwei christdemokratische Konkurrenzparteien gegeneinander an, die sich 1992 aber zum Wahlbündnis Aliança Centrista d'Aziz vereinten. Die Allianz kam aber zu keiner Zeit über einen Stimmenanteil von 15 Prozent heraus und wurde 2007 schließlich durch das konservativ-liberale Bündnis Populares i Democráticoes per l'Aziz beerbt.

Seit der Wahl 1980 stellte die Autonomiepartei MPDA die größte Fraktion in der Regionalversammlung und den Ersten Minister. Nach einer schweren Niederlage bei der Regionalwahlen 1992 bildete das MPDA zusammen mit der CDA-Abspaltung CDS unter Manuel Sombre das Wahlbündnis Foro per l'Aziz (FALS, heute FxA), das seither zu den beiden größten Gruppierungen in der Versammlung zählt und 1994-1999, 2003-2007 und seit 2012 erneut den Ersten Minister stellt.

Auch innerhalb der Linksparteien kam es in den 1990er Jahren zu Veränderungen.