Schwarze Division: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | Die '''División Sagradêsa de Ofensiva Popular''' (DSOP, deutsch ''Sagradische Division der Volksoffensive''), aufgrund der schwarzen Uniformen ihrer Anhänger meist '''División Negra''' (''schwarze Division'') genannt, war eine rechtsextreme und faschistische politische Bewegung in der Spätphase der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Sagradischen Republik]], die unter der Führung von [[León Francês]] | + | Die '''División Sagradêsa de Ofensiva Popular''' (DSOP, deutsch ''Sagradische Division der Volksoffensive''), aufgrund der schwarzen Uniformen ihrer Anhänger meist '''División Negra''' (''schwarze Division'') genannt, war eine rechtsextreme und faschistische politische Bewegung in der Spätphase der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Sagradischen Republik]], die unter der Führung von [[León Francês]] stand. Sie versuchte im [[Februar 1938]] einen Putschversuch gegen den sozialistischen Präsidenten [[Santiago Laval]], bei dem dieser ermordet wurde. Die Divisionen wurden daraufhin verboten, bestanden aber de facto weiter. Durch ihre Nähe zum italienischen Faschismus und zum deutschen Nationalsozialismus war sie nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs diskreditiert und verlor schlagartig an Anhängern. |
| − | + | Die Schwarze Division hat ihren Ursprung in der rechtsextremen [[Truppismus|truppistischen Bewegung]] der frühen Dreißiger Jahre und wurde 1932 von [[León Francês]] als paramilitärischer Arm der Partei [[Frente Fraternal]] gegründet. Sie gehörte ursprünglich zu den so genannten "schwarzen Truppisten", der radikalen Gruppe antiparlamentarischer und faschistisch inspirierter Vereinigungen, die sich gegen sämtliche sagradischen Parteien, auch die katholisch-konservative [[Volksunion]] wandten. Der Frente Fraternal zog bei den [[Dezemberwahlen 1932]] in die Abgeordnetenkammer ein und erreichte so gewissen politischen Einfluss, wurde im Zuge der autoritären Regierung des Präsidenten [[Gaitán Alemà Sobrantes]] aber bekämpft und entscheidend geschwächt. Der [[Novemberputsch 1934|gescheiterte Putschversuch]] Francês' im November 1934 führte schließlich zur Auflösung der Frente Fraternal und zur Flucht Francês' nach [[Micolinien]]. | |
| − | Die Schwarze Division hat ihren Ursprung in der rechtsextremen [[Truppismus|truppistischen Bewegung]] der frühen Dreißiger Jahre und wurde 1932 von [[León Francês]] als paramilitärischer Arm der Partei [[Frente Fraternal]] gegründet. Sie gehörte ursprünglich zu den so genannten "schwarzen Truppisten", der radikalen Gruppe antiparlamentarischer und faschistisch inspirierter Vereinigungen, die sich gegen sämtliche sagradischen Parteien, auch die katholisch-konservative [[Volksunion]] wandten. Der Frente Fraternal zog bei den [[Dezemberwahlen 1932]] in die Abgeordnetenkammer ein und erreichte so gewissen politischen Einfluss, wurde im Zuge der autoritären Regierung des Präsidenten [[Gaitán Alemà Sobrantes]] aber bekämpft und entscheidend geschwächt. Der [[Novemberputsch 1934|gescheiterte Putschversuch]] Francês' im November 1934 führte schließlich zur Auflösung der Frente Fraternal und zur Flucht Francês' nach Micolinien. | ||
| − | Erst im Folgejahr kehrte Francês aus seinem Exil zurück und wurde in einem Aufsehen erregenden Prozess freigesprochen. In der Folge reorganisierte er seine alte Partei und veröffentliche das ''Divisionistische Manifest'', in dem er die Gründung der ''División Sagradêsa de Ofensiva Popular'' bekanntgab und zum politischen Kampf gegen die frisch gewählte linke [[Volksfront]] aufrief. Obwohl die Volksfrontregierung die Aktionstruppen verboten hatte, traten die Schwarzen Divisionen als "nationale Selbstschutzverbände" in deren Tradition auf und wurden binnen weniger Monate zur rechtsextremen Massenbewegung. Im Herbst 1936 hatte sie bereits mehr Anhänger als alle anderen sagradischen Parteien der Rechten inklusive der [[Volksunion]], die inzwischen von [[Manuel Álamo]] und seinen [[Juntas Accionistas]] kontrolliert wurde. Wie die "schwarzen Truppisten" und die Anhänger der Frente Fraternal trugen auch die Divisionisten nach Vorbild der italienischen Faschisten schwarze Hemden sowie dazu blaue Baskenmützen. Sie wurden daher auch als "camisas negras" und als "bôinas azûres" bezeichnet. | + | Erst im Folgejahr kehrte Francês aus seinem Exil zurück und wurde in einem Aufsehen erregenden Prozess freigesprochen. In der Folge reorganisierte er seine alte Partei und veröffentliche das ''Divisionistische Manifest'', in dem er die Gründung der ''División Sagradêsa de Ofensiva Popular'' bekanntgab und zum politischen Kampf gegen die frisch gewählte linke [[Volksfront]] aufrief. Obwohl die Volksfrontregierung die Aktionstruppen verboten hatte, traten die Schwarzen Divisionen als "nationale Selbstschutzverbände" in deren Tradition auf und wurden binnen weniger Monate zur rechtsextremen Massenbewegung. Im Herbst 1936 hatte sie bereits mehr Anhänger als alle anderen sagradischen Parteien der Rechten inklusive der [[Volksunion]], die inzwischen von [[Manuel Álamo]] und seinen [[Juntas Accionistas]] kontrolliert wurde. Wie die "schwarzen Truppisten" und die Anhänger der [[Frente Fraternal]] trugen auch die Divisionisten nach Vorbild der italienischen Faschisten schwarze Hemden sowie dazu blaue Baskenmützen. Sie wurden daher auch als "camisas negras" und als "bôinas azûres" bezeichnet. |
| − | + | In der Opposition zur linken [[Volksfront]]regierung organisierten die Divisionen zahlreiche gewaltsame Auseinandersetzungen vor allem mit kommunistischen Kämpfern. Zeitweise arbeite der Divisionenführer [[León Francês]] mit dem [[Volksunion]]-Führer [[Manuel Álamo Igualde]] zusammen. Nach dem gescheiterten [[Februarpuscht 1938]] wurden die Divisionen aber verboten. Teilweise bestanden sie danach bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs weiter, einige Divisionisten schlossen sich jedoch auch der katholischen [[Miliça Nacional]] an, die der [[Álamo-Regierung]] nahestand. | |
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Version vom 00:55, 6. Feb 2013
Die División Sagradêsa de Ofensiva Popular (DSOP, deutsch Sagradische Division der Volksoffensive), aufgrund der schwarzen Uniformen ihrer Anhänger meist División Negra (schwarze Division) genannt, war eine rechtsextreme und faschistische politische Bewegung in der Spätphase der Zweiten Sagradischen Republik, die unter der Führung von León Francês stand. Sie versuchte im Februar 1938 einen Putschversuch gegen den sozialistischen Präsidenten Santiago Laval, bei dem dieser ermordet wurde. Die Divisionen wurden daraufhin verboten, bestanden aber de facto weiter. Durch ihre Nähe zum italienischen Faschismus und zum deutschen Nationalsozialismus war sie nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs diskreditiert und verlor schlagartig an Anhängern.
Die Schwarze Division hat ihren Ursprung in der rechtsextremen truppistischen Bewegung der frühen Dreißiger Jahre und wurde 1932 von León Francês als paramilitärischer Arm der Partei Frente Fraternal gegründet. Sie gehörte ursprünglich zu den so genannten "schwarzen Truppisten", der radikalen Gruppe antiparlamentarischer und faschistisch inspirierter Vereinigungen, die sich gegen sämtliche sagradischen Parteien, auch die katholisch-konservative Volksunion wandten. Der Frente Fraternal zog bei den Dezemberwahlen 1932 in die Abgeordnetenkammer ein und erreichte so gewissen politischen Einfluss, wurde im Zuge der autoritären Regierung des Präsidenten Gaitán Alemà Sobrantes aber bekämpft und entscheidend geschwächt. Der gescheiterte Putschversuch Francês' im November 1934 führte schließlich zur Auflösung der Frente Fraternal und zur Flucht Francês' nach Micolinien.
Erst im Folgejahr kehrte Francês aus seinem Exil zurück und wurde in einem Aufsehen erregenden Prozess freigesprochen. In der Folge reorganisierte er seine alte Partei und veröffentliche das Divisionistische Manifest, in dem er die Gründung der División Sagradêsa de Ofensiva Popular bekanntgab und zum politischen Kampf gegen die frisch gewählte linke Volksfront aufrief. Obwohl die Volksfrontregierung die Aktionstruppen verboten hatte, traten die Schwarzen Divisionen als "nationale Selbstschutzverbände" in deren Tradition auf und wurden binnen weniger Monate zur rechtsextremen Massenbewegung. Im Herbst 1936 hatte sie bereits mehr Anhänger als alle anderen sagradischen Parteien der Rechten inklusive der Volksunion, die inzwischen von Manuel Álamo und seinen Juntas Accionistas kontrolliert wurde. Wie die "schwarzen Truppisten" und die Anhänger der Frente Fraternal trugen auch die Divisionisten nach Vorbild der italienischen Faschisten schwarze Hemden sowie dazu blaue Baskenmützen. Sie wurden daher auch als "camisas negras" und als "bôinas azûres" bezeichnet.
In der Opposition zur linken Volksfrontregierung organisierten die Divisionen zahlreiche gewaltsame Auseinandersetzungen vor allem mit kommunistischen Kämpfern. Zeitweise arbeite der Divisionenführer León Francês mit dem Volksunion-Führer Manuel Álamo Igualde zusammen. Nach dem gescheiterten Februarpuscht 1938 wurden die Divisionen aber verboten. Teilweise bestanden sie danach bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs weiter, einige Divisionisten schlossen sich jedoch auch der katholischen Miliça Nacional an, die der Álamo-Regierung nahestand.
Erbe
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auch die verbliebenen Divisionen aufgelöst. In der folgenden Dritten Republik kam es mehrmals zu Neugründungen rechtsextremer und neofaschistischer Organisationen, die sich als Erben der Divisionen sahen und bewusst auf diese Bezug nahmen. Dazu gehören u.a. die Novas Divisiones, die in den Sechziger Jahren entstanden und eine Rolle in den terroristischen Auseinandersetzungen der Siebziger Jahre spielten.