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Version vom 21:11, 20. Jan 2013
Sandro Montero De la Nada (*1924 in Santa May, +1997) war ein sagradischer Jurist und christdemokratischer Politiker (PPC). Er war von 1975 bis 1982 Parteivorsitzender der PPC und von 1979 bis 1982 Ministerpräsident des Landes als Chef einer Großen Koalition aus Volkspartei und Sozialistischer Allianz.
Inhaltsverzeichnis
Beginn der Karriere als Beamter und Abgeordneter
Der Südsagradier Sandro de la Nada, Sohn eines Diplomaten und einer Lehrerin, studierte Rechtswissenschaften und trat nach seinem Studienabschluss in den sagradischen Staatsdienst ein. Er arbeitete als Beamter in mehreren sagradischen Behörden und Ministerien, darunter das sagradische Amt für Arbeit und Beschäftigung und das sagradische Justizministerium. 1958 wurde Nada erstmals für die christdemokratische Volkspartei (PPC) in die sagradische Abgeordnetenkammer gewählt. Nach vier Jahren wurde Nada in der Großen Koalitionsregierung unter Martín Ánibal Costa zum Staatssekretär im Kulturministerium ernannt, nach Ende der Regierung wechselte er in gleicher Position in den Plazarenya-Palast und wurde leitender Beamter in der Behörde des sagradischen Staatspräsidenten Carles María Ortega. Sein Abgeordnetenmandat legte er dafür nieder. Nach dem Sieg der Mitte-Rechts-Parteien bei der vorgezogenen Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967 kehrte Nada als Staatssekretär im Erziehungsministerium in die Regierung zurück.
Regionalpräsident und Oppositionsführer
Bei den ersten direkten Regionalwahlen 1969 trat Nada als Spitzenkandidat der Volkspartei in seiner Heimatregion Liez-Corar an und wurde nach dem Sieg der bürgerlichen Rechten zum Präsidenten der Regionaljunta von Liez und Corar gewählt. Als solcher führte er eine konservativ-liberale Koalition an, die bei den Regionalwahlen 1973 im Amt bestätigt wurde. Als Vorsitzender des Parteiverbands in der Region gehörte Nada zudem dem nationalen Vorstand der Volkspartei an und wurde 1972 zum stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt.
Als Vertreter des liberalen Reformflügels der Partei geriet Nada in die parteiinternen Auseinandersetzungen um den richtigen Oppositionskurs der Partei und wurde von Gegnern des unglücklichen Vorsitzenden Márcio Ellévez Perón als möglicher Gegenkandidat gehandelt. Nach der deutlichen Niederlage der Volkspartei bei der Parlamentswahl im Herbst 1974 trat Nada schließlich auf dem Parteitag 1975 in Joanaz in einer Kampfkandidatur um den Parteivorsitz gegen den Amtsinhaber Ellévez Perón an und gewann die Abstimmung. Als neuer Oppositionsführer suchte Nada einen kooperativeren Kurs gegenüber der sozialistischen Minderheitsregierung als seiner Vorgänger, unterlag bei der vorgezogenen Neuwahl 1976 aber ebenfalls gegen Ministerpräsident Joán Caval. Nada konnte sich aber im Amt halten und übernahm zusätzlich die Position des Fraktionssprechers in der Abgeordnetenkammer von Ellévez Perón.
Ministerpräsidentschaft
Nach der verlorenen Vertrauensfrage von Ministerpräsident Joán Caval im Januar 1979 kam es 1979 erneut zu vorgezogenen Neuwahlen zur Abgeordnetenkammer, bei denen Nada als Spitzenkandidat der Volkspartei im zweiten Anlauf einen knappen Sieg gegen Cavals Sozialisten feiern konnte. Aufgrund einer parlamentarischen Pattsituation zwischen dem bürgerlichen und dem sozialistisch-kommunistischen Lager blieb jedoch kein anderer Ausweg als die Bildung einer Großen Koalition aus Christdemokraten und Sozialisten. Nada konnte trotz Kritik am knappen Ergebnis einen Führungsanspruch behaupten und wurde Ministerpräsident der zweiten PPC/ASUL-Regierung in der Geschichte.
Von Beginn an stand die ungeliebte Zweckehe unter keinem guten Stern. Während die ASUL unter Cavals Führung immer mehr vom pragmatischen Regierungskurs des Vizeministerpräsidenten Francisco Montone abrückte und einen zunehmend radikal-linken Kurs steuerte, drängten große Teile von Nadas Volkspartei auf eine neokonservative Wende nach dem Vorbild von Margaret Thatcher und Ronald Reagan. Immer wieder kam es zu Auseinandersetzungen zwischen mächtigen Spielern im Kabinett wie zwischen dem konservativen Wirtschaftsminister Alfonso María Guivares, der als starker Mann im Kabinett galt, und dem linken Arbeitsminister Andrés Colón, aber auch außerhalb des Kabinetts zwischen dem ehrgeizigen PPC-Fraktionssprecher Emilio Moya und dem ASUL-Generalsekretär Joán Caval. Die anhaltenden Streitigkeiten konnten zwar immer wieder geschlichtet werden, doch verschlechterte sich die Stimmung im Kabinett so zusehends. Zunehmend wurde Nada auch mangelndes Durchsetzungsvermögen vorgeworfen. Der Eintritt Emilio Moyas ins Kabinett im Frühjahr 1982 wurde als weitere Schwächung Nadas angesehen, da er diesen nicht effektiv in die Kabinettsdisziplin einbinden konnte.
Sturz und Jahre nach der Ministerpräsidentschaft
Nachdem sich die beiden Regierungspartner im Sommer 1982 nicht auf einen gemeinsamen Haushalt für das Folgejahr einigen konnten, kam es zum Austritt der sozialistischen Minister aus der Regierung. Nadas Versuch, eine knappe Mehrheit der bürgerlichen Parteien zu schmieden, um sein Minderheitskabinett zu stützen, scheiterte schnell an den knappen Mehrheitsverhältnissen von einer Stimme, aber auch an der parteiinternen Gegnerschaft. Der Entschluss Nadas, dennoch ein Misstrauensvotum der linken Opposition gegen seine Person zu riskieren, führte schließlich zu seiner Entmachtung. Nach dem erfolgreichen Misstrauensvotum löste Präsident Alfonso María Guivares die Abgeordnetenkammer auf und schrieb Neuwahlen für den Herbst aus, woraufhin es zu einem fraktionsinternen Putsch gegen Nada kam. Anstatt diesen zu stützen, sprach sich die Fraktion mehrheitlich für eine Spitzenkandidatur des bisherigen Wirtschaftsministers Emilio Moya aus, woraufhin Nada auf die Führung der Partei im Wahlkampf verzichtete und den Parteivorsitz geschäftsführend an Moya abgab. Dieser führte die Partei schließlich zu einem deutlichen Wahlsieg und bildete eine bürgerliche Mehrheitsregierung. Einen Ministerposten im Kabinett Moya schlug Sandro De la Nada aus und zog sich stattdessen aus der ersten Reihe der Politik zurück.
1984 wechselte Nada ins Europäische Parlament nach Straßburg, wo er bis 1989 die Europäische Volkspartei vertrat. 1990 wurde er schließlich von Santiago Montoya zum Mitglied des sagradischen Senats auf Lebenszeit ernannt. Kurze Zeit später übernahm er zudem den Vorsitz der politischen Stifung der Volkspartei, dem Istituto Paulo Luciaro (IPL), dem er bis 1995 vorstand.
Sandro De la Nada starb 1997 im Alter von 73 Jahren an der Folge eines Herzinfarkts.
Öffentliche Ämter
- 1962-1964: Staatssekretär im Kulturministerium
- 1964-1967: Staatssekretär beim Präsidenten der Republik Carles María Ortega
- 1967-1969: Staatssekretär im Erziehungsministerium
- 1969-1976: Präsident der Regionaljunta von Liez-Corar
- 1979-1982: Ministerpräsident (Kabinett Nada I und II)
Mandate
- 1958-1964: Mitglied der sagradischen Abgeordnetenkammer
- 1969-1976: Mitglied des Regionalrats von Liez-Corar
- 1976-1984: Mitglied der sagradischen Abgeordnetenkammer
- 1984-1989: Mitglied des Europäischen Parlaments
- 1990-1997: Mitglied des sagradischen Senats auf Lebenszeit
Parteifunktionen
- 1968-1976: Parteivorsitzender der Volkspartei Liez-Corar
- 1972-1975: Stellvertretender Parteivorsitzender der Volkspartei
- 1975-1982: Parteivorsitzender der Volkspartei
- 1976-1979: Fraktionssprecher der Volkspartei in der sagradischen Abgeordnetenkammer
Gesellschaftliche Funktionen
- 1990-1995: Vorsitzender des Istituto Paulo Luciaro (IPL)