Haus Santori: Unterschied zwischen den Versionen
| Zeile 30: | Zeile 30: | ||
=== Miguelitisches und Josephitisches Königtum === | === Miguelitisches und Josephitisches Königtum === | ||
| − | Nach dem Tod seines einzigen Sohnes [[Don Andrés Pietro]] 1534 und nachdem seine zweite Ehe mit Margarete von Valois ebenfalls kinderlos geblieben war, sah David eine Teilung seines Weltreichs unter seiner Tochter [[Johanna I.|Johanna]] bzw. ihrem Mann [[Michael III.|Miguel de Valier]], und seinem Bruder [[Johann III. von Portugal|Don Joao]] vor. Dennoch kam es nach Davids Tod 1543 zum Konflikt zwischen den [[Migueliten]], den Anhängern Johannas und ihres Ehemanns [[Michael III.|Miguel de Valier]], aus einer Nebenlinie der Santori, und den [[Josephiten]], der Partei von Davids Bruder Joseph dem Schönen, in der es sich vor allem um die Herrschaft in Tulis drehte. Am Ende des Josephitenaufstands wurden Johanna und Michael zwar als Königin und König in Sagradien anerkannt, | + | Nach dem Tod seines einzigen Sohnes [[Don Andrés Pietro]] 1534 und nachdem seine zweite Ehe mit Margarete von Valois ebenfalls kinderlos geblieben war, sah David eine Teilung seines Weltreichs unter seiner Tochter [[Johanna I.|Johanna]] bzw. ihrem Mann [[Michael III.|Miguel de Valier]], und seinem Bruder [[Johann III. von Portugal|Don Joao]] vor. Dennoch kam es nach Davids Tod 1543 zum Konflikt zwischen den [[Migueliten]], den Anhängern Johannas und ihres Ehemanns [[Michael III.|Miguel de Valier]], aus einer Nebenlinie der Santori, und den [[Josephiten]], der Partei von Davids Bruder Joseph dem Schönen, in der es sich vor allem um die Herrschaft in Tulis drehte. Am Ende des Josephitenaufstands wurden Johanna und Michael zwar als Königin und König in Sagradien anerkannt, Joseph der Schöne und seine Frau [[Eleonore I. von Cuentez|Eleonore]] erhielen aber das als [[Königreich Cuentez]] restituierte Tulinesische Comitat. |
| − | Während in Sagradien nun die Miguelitische Linie auf dem Thron saß, | + | Während in Sagradien nun die Miguelitische Linie auf dem Thron saß, regierte seit dem Sohn [[Eleonore I. von Cuentez|Eleonores I.]] die Karlitische Nebenlinie der [[Graf von Asterre|Grafen von Asterre]]. Die Johanniten in Portugal starben mit dem Tod [[Heinrich I. von Portugal|Heinrichs I.]] 1580 aus und verloren den Thron an die spanischen Habsburger. In Cuentez folgte 1699 mit [[Manuel I. von Cuentez]] die Manuelitische Dynastie der Grafen von Nadal. In Sagradien herrschten die Könige aus der Miguelitischen Linie bis zum [[Sagradischer Bürgerkrieg|Sagradischen Bürgerkrieg]], als eine Adelskoalition sich gegen König [[Danadier II.]] richtete. Dessen Bruder und Nachfolger [[Peter II.]] wurde am [[Aufstand vom 23. Mai 1721|23. Mai 1721]] ermordet. |
=== Das Ende der Santori als Königshaus === | === Das Ende der Santori als Königshaus === | ||
| Zeile 44: | Zeile 44: | ||
* Ältere Linie der Santori (bis 12. Jahrhundert) | * Ältere Linie der Santori (bis 12. Jahrhundert) | ||
* Jüngere Linie der Santori (seit dem 12. Jahrhundert), begründet durch [[Pietro Santori]], bis 1499 | * Jüngere Linie der Santori (seit dem 12. Jahrhundert), begründet durch [[Pietro Santori]], bis 1499 | ||
| − | ** Königlich-Sagradische Linie des Hauses Santori, begründet durch [[Jakob III.]], ältester Sohn [[David de Santori]]s aus der zweiten Ehe mit [[Isabela de Vesaey]] (1449-1578), regierend 1457- | + | ** Königlich-Sagradische Linie des Hauses Santori, begründet durch [[Jakob III.]], ältester Sohn [[David de Santori]]s aus der zweiten Ehe mit [[Isabela de Vesaey]] (1449-1578), regierend 1457-1509 als Könige von Sagradien und bis 1515 als Herzöge von Servette |
| + | ** Fürstlich-Tulinesische Linie des Hauses Santori, begründet durch [[Joán Prudente]], ältester Sohn David de Sántoris aus erster Ehe mit Lara de Nonthí, regierend 1509-1568 als Könige von Sagradien und bis 1610 als Könige von Cuentez | ||
*** Karlitische Linie Santori-Asterre (1482-1699), begründet durch Karl von Asterre, Sohn Jakobs III. aus zweiter Ehe mit Leonor d'Avis, regierend 1580-1699 als Könige von Cuentez-Tulis | *** Karlitische Linie Santori-Asterre (1482-1699), begründet durch Karl von Asterre, Sohn Jakobs III. aus zweiter Ehe mit Leonor d'Avis, regierend 1580-1699 als Könige von Cuentez-Tulis | ||
**** Nebenlinie Santori-Allécapo (bis 1687) | **** Nebenlinie Santori-Allécapo (bis 1687) | ||
**** Manuelitische Linie Santori-Nadal (1602-1746), begründet durch David de Nadal, jüngerer Sohn [[Karl II. von Cuentez|Karls II. von Cuentez-Tulis]], regierend 1699-1746 als Könige von Cuentez-Tulis sowie 1723-1746 als Könige von Sagradien | **** Manuelitische Linie Santori-Nadal (1602-1746), begründet durch David de Nadal, jüngerer Sohn [[Karl II. von Cuentez|Karls II. von Cuentez-Tulis]], regierend 1699-1746 als Könige von Cuentez-Tulis sowie 1723-1746 als Könige von Sagradien | ||
| − | *** | + | *** Johannitische Linie Santori-Portugal (1502-1580), begründet durch [[Johann III. von Portugal]], regierend 1543-1580 als Könige von Portugal |
| − | ** Miguelitische Linie Santori-Valier, begründet durch [[Miguel de Valier]], jüngerer Sohn [[David de Santori]]s aus der zweiten Ehe mit [[Isabela de Vesaey]] (1455-1735), regierend als Könige von Sagradien 1543-1735 | + | *** Miguelitische Linie Santori-Valier, begründet durch [[Miguel de Valier]], jüngerer Sohn [[David de Santori]]s aus der zweiten Ehe mit [[Isabela de Vesaey]] (1455-1735), regierend als Könige von Sagradien 1543-1735 |
*** Nebenlinie Santori-Valier-Esqués (1540-1653), Grafen von Esqués und Herzöge von Viça | *** Nebenlinie Santori-Valier-Esqués (1540-1653), Grafen von Esqués und Herzöge von Viça | ||
*** Nebenlinie Santori-Sesin (seit 1550), Herzöge von Sesin (1779/90), von dieser Linie stammen die ''sesinischen Prätendenten'' ab, zur Zeit Karl von Bourbon-Sizilien | *** Nebenlinie Santori-Sesin (seit 1550), Herzöge von Sesin (1779/90), von dieser Linie stammen die ''sesinischen Prätendenten'' ab, zur Zeit Karl von Bourbon-Sizilien | ||
Version vom 19:31, 7. Jul 2011
Das Haus Santori (sagr. Casa Sántori oder tulin. Casa Sàntori) ist ein aus dem Umland von Tulis stammendes europäisches Adelsgeschlecht. Die Santori herrschten seit dem 14. Jahrhundert über das Comitat Tulis und angefangen mit König Jakob III. 1457 bis 1563 und in den Linien Santori-Valier und Santori-Nadal bis 1746 als sagradische Monarchen. Von 1521 bis 1580 stellten die Santori die Könige von Portugal sowie von 1545 bis 1746 die eigenständigen Könige von Cuentez. In Südmicolinien herrschten Linien des Hauses Santori von 1499 bis 1745 über die Servettinischen Lande. Zudem gehörten zeitweise Gebiete in Flandern, Südtirol und Norditalien sowie in Übersee zum santorischen Imperium.
Inhaltsverzeichnis
Ursprünge
Die Familie der Santori stammte ursprünglich aus dem Provinzadel im Umland von Tulis. Ihr Stammsitz war wohl die perinische Burg Santo Rei, die ihnen den Namen gab. Erster nachgewiesener Namensträger der Familie war Corrado de Sántori, der im späten 11. Jahrhundert als Herr von Brâix (Sêinior de Brâix), einer kleinen Herrschaft am Tule-Lauf Erwähnung findet und in Kontakt mit dem Senat von Tulis kam. Erstes belegtes Mitglied im Senat der Stadt aus dem Haus der Santori ist ein Jofré de Santori, der zwischen 1150 und 1165 in den Senat aufstieg und als Sohn eines gewissen Mafré de Santori benannt wird. Da dieser nicht als Herr von Brâix bezeichnet wird, stammt er wohl entweder aus einem Nebenzweig der Familie oder die Herrschaft war bis dahin bereits verloren gegangen.
Als eigentlicher Stammvater der Familie gilt der als Sêinior de Santori bekannte Don Piero (ca. 1150-1200), der mal als Adoptivsohn und mal als Schwiegersohn Jofré de Santoris bezeichnet wird und mit einer gewissen Maria, wahrscheinlich einer Tochter Jofrés verheiratet war. Angeblich gab dieser Don Pietro von sich an, der uneheliche Sohn des sagradischen Königs Gabriel Juvans zu sein. Es ist jedoch möglich, dass dies eine spätere Fiktion der Santori war, um das Haus auf eine königliche Abstammung zurückführen zu können. In der Folge erreichten Mitglieder der Familie als Nachkommen Don Pieros wiederholt Ämter im Domkapitel und höhere Priesterämter und konnten ein gutes Netzwerk in der Stadt und im umliegenden Adel flechten. Das Hauptgebiet der Sántori blieb jedoch der Süden Perins, wo die Familie über mehrere Burgen verfügte. Einer der Nachkommen Pieros, Maximilián de Santori, erreichte 1279 das Erzbischofsamt von Tulis und legte einen der finanziellen und sozialen Grundsteine für die Macht der Santori. Sein Neffe Alêsi de Santori wurde Visconte von Escarpe und eroberte größere Gebiete in Perin, die er der Hausmacht der Santori im Süden Perins und im Gebiet nördlich von Tulis hinzufügen konnte.
Aufstieg zur Audakenwürde
Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Fürsten von Perin, den Markgrafen von Golen und den Contes von Tulis um die Vorherrschaft im nördlichen Blaumeergebiet, die das gesamte 13. und frühe 14. Jahrhundert durchzogen, bildeten den Boden für den Aufstieg der Santori zur Herrschaft in Tulis. Hinzu kamen Auseinandersetzungen zwischen dem alten tulinesischen Senatsadel (Nobiltá del Senàu) und den aufstrebenden Neuadligen und bürgerlichen Handelseliten, die mit ihrem Reichtum eine wichtige Rolle in der Machtstellung des Comitats spielten und sich die Repräsentation in den Ständen erkämpft hatten. Die Herren von Santori erreichten schließlich, durch geschickte Bündnisse mit diesen aufstrebenden Schichten, eine zentrale Rolle im Machtgeflecht der sich mitten im sozialen Umbruch befindlichen Führungselite der Republik einzunehmen.
Da die Santori selbst mit ihren Besitzungen in ständigen Konflikten mit Perin standen, verbündeten sie sich schließlich mit den tulinesischen Contes aus dem Haus Cornell im Krieg gegen Perin. Maximilians Großneffe und Protegé Arcélio I de Sántori wurde 1309 als erstes Familienmitglied zum Conte von Tulis gewählt. Seine Wahl verdankte er vor allem dem Geld seines greisen Großonkels sowie den eingebrachten Ländereien, die nun nach dem Willen des Stadtadels in die Oberhoheit des Comitats übergehen sollte. Arcélio hatte die Audakenwürde bis zu seinem Tod 1324 inne. Es gelang ihm, enge Heiratsverbindungen mit den angesehendsten tulinesischen Familien zu knüpfen. Außerdem verteidigte er die Stadt 1323, kurz vor seinem Tod, erfolgreich gegen einen Angriff des Fürsten von Perin und errang damit ein sehr großes Ansehen im tulinesischen Volk und den Ehrentitel eines Pater Patriae.
Nachdem sich sein Sohn David gegen die Machiês vergeblich um das Amt des Stadtgrafen bemüht hatte, kam es 1342 zur erfolgreichen Einnahme der Stadt durch Truppen des Fürsten von Perin, der sich mithilfe der Machiês und Callas selbst zum Sêinior de Tùles machte, woraufhin die Brüder Arcélio de Sántori der Jüngere, Graf von Barreste, und Júlio de Sántori die Stadt einnahmen. Júlio wurde daraufhin Regent der Stadt, heiratete die Tochter des amtierenden Conte Arcélio Cornell und erhielt nach dessen Tod 1346 selbst die Audakenwürde. In der Folge sicherte er sich die Herrschaft in der Stadt auch gegen Putsch- und Mordversuche und errang in seinen 24 Amtsjahren eine große Machtstellung, die ihm auch die Nachfolge seiner Söhne im Audakenamt sicherte. Nach seinem Tod wurde sein jüngerer Sohn Arcélio II de Sántori per Akklamation durch die pro-santorische Adelspartei zum Nachfolger bestimmt.
Dagegegen musste sich dessen Neffe António I de Sántori das Amt erneut erkämpfen. Nachdem Arcélio II. ohne Sohn gestorben war, drängte die anti-santorische Partei auf eine formelle Wahl des neuen Conte. Die Entscheidung zugunsten António de Sántoris geschah daraufhin auf großen Druck der prosantorischen Partei hin und wurde von den Gegnern der Sántori in der Stadt um die Familien Machiês und Callas angefochten. António musste für kurze Zeit die Stadt verlassen, doch gelang es den verbündeten Machiês und Callas nicht, sich auf einen Nachfolger zu einigen. Nach mehreren Wochen kehrte António von Sagradien aus mit einem angeworbenen Heer in die Stadt zurück und trat seine Herrschaft als Conte an.
Bündnis mit dem Haus Vesaey und Königtum
Unter Antónios autoritärer Herrschaft, in der er stadtinterne Rivalen weitgehend ausschaltete, geriet das so lange quasi-republikanisch regierte Tulis faktisch unter die monarchische Herrschaft der Santori-Dynastie. In der Folge suchte António, der den Titel eines Fürsten von Cuentez reaktivierte und das Comitat damit offiziell als souveränes Fürstentum etablieren wollte, die Verbindungen der Familie zum sagradischen Adel zu intensivieren. Bereits Antónios Großonkel Arcélio de Santori der Jüngere war durch Heirat zum Grafen von Barreste aufgestiegen, Antónios Schwester María Sara heiratete später den Grafen von Tesqué und wurde zur Mutter des späteren Herzogs von Scantia, Antónios eigene Mutter Johanna von Nonthí war eine Tochter des Grafen von Nonthí, der in zweiter Ehe mit einer Schwester des Herzogs Miguel de Vesaey, dem späteren König von Sagradien, verheiratet war, und sein Onkel Arcélio II. hatte eine Tochter des golischen Markgrafen geheiratet.
António de Sántori griff in der Folge in den sagradischen Bürgerkrieg der zwei Herzöge auf Seite Miguel de Vesaeys ein, der ihm seine Tochter Isabella zur Frau gab. António wurde zum Fürsten von Valier erhoben und in den sagradischen Hochadel aufgenommen. Mit ihm beginnt der rasante Aufstieg der Santori im europäischen Konzert. Die Ehe besiegelte ein neues Bündnis zwischen Tulis und der sagradischen Krone, die im Kampf gegen Micolinien unbedingt auf die finanzielle Unterstützung der weitgehend unabhängigen und reichen Hafenstadt angewiesen war. In Tulis hatte man seit Langem Angst vor einer micolinischen Eroberung und erhoffte sich, durch das neue Bündnis den aufstrebenden Staat im Westen eindämmen zu können. Antónios ältester Sohn David de Santori, 1413 erstmals zum Conte akklamiert, heiratete in erster Ehe Lara von Nonthí, nach deren Tod dann in Erneuerung des santorisch-vesaeyischen Bündnisses Isabella von Vesaey, die einzige erbberechtigte Tochter König Miguels II. aus dessen Ehe mit María von Sollar. Nach dem Tod König Miguels II. fiel die Königskrone an Davids Sohn Santiago aus der Ehe mit Isabela, der 1457 als König Jakob III. den sagradischen Thron bestieg. Damit wurde die königlich-sagradische Linie der Santori gegründet.
Das Jahrhundert der Santori: Von Jakob III. bis David I.
David de Sántori herrschte bis zu seinem Tod 1468 als Conte von Tulis und Regent von Sagradien, nach seinem Tod wurde sein ältester Sohn Joán Prudente in Tulis zum Conte erhoben. Die Santori waren damit in eine ältere fürstlich-tulinesische und eine jüngere königlich-sagradische Linie gespalten. Bei seinem Tod 1475 hinterließ Joán Prudente nur einen minderjährigen Sohn, genannt Filipe de las Marcas, der sich nicht als neuer Conte durchsetzen konnte. Nach der Wahl eines Conte aus der Familie Zavarri übernahm Jakob III. staatsstreichartig die Kontrolle über die einstige Republik, ließ sich zum Conte erheben und nahm später den Titel eines Königs von Cuentez an. Da er seinem Neffen Filipe de las Marcas sein Erbe vorenthielt, blieben die beiden Linien der Sántori verfeindet.
Das Heiratsbündnis David de Sántoris mit dem Haus Servette führte nach dem Aussterben der Servettiner in der legitimen Linie 1477 zu mehreren Kriegen zwischen Sagradien und Micolinien um das Erbe der Servettiner in Südmicolinien, aus denen die Sántori schließlich siegreich hervorgehen konnten. Peter I., ein Sohn Davids und Bruder Jakobs III. konnte 1499 schließlich als erster Sántori-Herzog von Servette den Thron übernehmen, nachdem bereits seine Schwester Isabel de Sántori als Regentin über Servette geherrscht hatte.
Jakob III. heiratete Yolande von Frankreich, eine Tochter des französischen Königs, sein Sohn Santiago wurde als Jakob IV. 1491 König und Conte, starb jedoch 1502 kinderlos an den Folgen eines Reitunfalls. Es folgte eine fast acht Jahre anhaltende blutige Auseinandersetzung zwischen den verfeindeten Sántori-Linien um die Herrschaft in Sagradien und in Tulis, die später als Lilienkrieg bezeichnet wurde. In der Auseinandersetzung standen sich Catarina de Sántori, einzige überlebende Tochter Jakobs III., die mit Filipe de las Marcas verheiratet war, und Jakobs Bruder Herzog Peter I. von Servette gegenüber. Während Katharina und Filipe de facto die Macht in Tulis übernahmen, konnte Peter I. sich zum König erheben. Erst 1509 musste er zugunsten der tulinesischen Linie des Hauses abdanken.
Peters Großneffe und Catarinas und Filipes Sohn David I. führte damit als Erbe beide Linien des Hauses in seiner Person zusammen. Später fiel ihm auch das Erbe Peters I. in Südmicolinien in die Hand, außerdem heiratete er Luísa d'Avis, Erbtochter des portugiesischen Königreichs, das David schließlich nach dem Tod Manuels I. 1521 erobern konnte, sodass David I. zum bedeutendsten Sántori-Herrscher überhaupt aufstieg. Unter seiner Herrschaft agierten die Sántori als europäische Großmacht mit Weltmachtambitionen. Indem er in Kriegen und durch geschickte Heiratspolitik Gebiete in Flandern, Süddeutschland und Norditalien für die Santori gewann, vermehrte er den Besitz des Hauses in Europa und kümmerte sich gleichzeitig um den Aufbau eines Kolonialreichs in Übersee. 1521 bestieg er als Erbe seines Vaters Manuel I. den portugiesischen Thron. Bereits 1518 hatte er in einem Konkordat mit dem Papst erreicht, dass der Heilige Stuhl die Santori als legitime Nachkommen König Gabriel I. Juvans' anerkannte und diesen heilig sprach. David gilt als wichtigster Monarch Sagradiens in der frühen Neuzeit und prägte den Beginn des Sêcolo d'Oro in Sagradien.
Miguelitisches und Josephitisches Königtum
Nach dem Tod seines einzigen Sohnes Don Andrés Pietro 1534 und nachdem seine zweite Ehe mit Margarete von Valois ebenfalls kinderlos geblieben war, sah David eine Teilung seines Weltreichs unter seiner Tochter Johanna bzw. ihrem Mann Miguel de Valier, und seinem Bruder Don Joao vor. Dennoch kam es nach Davids Tod 1543 zum Konflikt zwischen den Migueliten, den Anhängern Johannas und ihres Ehemanns Miguel de Valier, aus einer Nebenlinie der Santori, und den Josephiten, der Partei von Davids Bruder Joseph dem Schönen, in der es sich vor allem um die Herrschaft in Tulis drehte. Am Ende des Josephitenaufstands wurden Johanna und Michael zwar als Königin und König in Sagradien anerkannt, Joseph der Schöne und seine Frau Eleonore erhielen aber das als Königreich Cuentez restituierte Tulinesische Comitat.
Während in Sagradien nun die Miguelitische Linie auf dem Thron saß, regierte seit dem Sohn Eleonores I. die Karlitische Nebenlinie der Grafen von Asterre. Die Johanniten in Portugal starben mit dem Tod Heinrichs I. 1580 aus und verloren den Thron an die spanischen Habsburger. In Cuentez folgte 1699 mit Manuel I. von Cuentez die Manuelitische Dynastie der Grafen von Nadal. In Sagradien herrschten die Könige aus der Miguelitischen Linie bis zum Sagradischen Bürgerkrieg, als eine Adelskoalition sich gegen König Danadier II. richtete. Dessen Bruder und Nachfolger Peter II. wurde am 23. Mai 1721 ermordet.
Das Ende der Santori als Königshaus
Nach dem Sturz Peters II. und dem zweijährigen Intermezzo der so genannten "Ersten Republik" in Sagradien kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Peters Schwester Maria I. Louise und ihrem Ehemann Johann III., dem König von Cuentez aus der Manuelitischen Linie Santori-Nadal einerseits und Don Filipe Carles, dem Bruder Danadiers II. und Peters II., andererseits. Nachdem die Stände die Codices Magna erlassen und Maria und Johann gemeinsam einen Eid auf diese geleistet hatten, erhoben die Stände das Paar zum Königspaar, womit die Königswürden von Cuentez und Sagradien wieder unter dem Haus Santori zusammenfielen. Da beide aber wiederum keinen männlichen Nachfolger hinterließen, starb das Königshaus Santori nach Johanns Tod 1744 in männlicher Linie aus und es kam zum Erbfolgekrieg zwischen den Anhängern Maria Franziskas, der Tochter Johanns und Marias, und ihrem Mann Anton II. Ramírez einerseits sowie den Anhängern Louis-Gabriel de Bourbons andererseits - seineszeichens Herzog von Vienne und Mantua und einzig verbliebener Enkel König Gabriels VII., der sich schließlich durchsetzen konnte und das Haus Vienne als sagradisch-cuentesische Königsdynastie begründete.
Bereits kurz zuvor war mit dem Tod Karl Ferdinands von Servette auch die Servettinische Nebenlinie der Santori, die im Großherzogtum Servette herrschte, im Mannesstamm ausgestorben. Das Großherzogtum Servette ging daraufhin an Micolinien. Lediglich die sesinische Herzogenlinie der Santori bestand noch in Person des 1722 posthum geborenen David Jakob weiter, der nach dem Tod Johanns III. 1744 vergeblich den Thron für sich beansprucht hatte. Als er 1779 starb, erlosch auch diese Linie im Mannesstamm, seine einzige überlebende Tochter Maria Ludovica heiratete Karl Johann von Vienne, den Herzog von Viena und Viça und Bruder Gabriels IX. und Joseph Ludwigs I., dessen Sohn Emil I. Johann schließlich bei seiner Thronbesteigung die beiden Linien wiedervereinigte. Als Gegenprätendent blieb lediglich Karl Philipp von Wittelsbach übrig, ein Großneffe David Jakobs, dessen Nachfahren sich ohne Erfolg als sesinische Thronprätendenten ansahen.
Das von der sesinisch-herzöglichen Linie abstammende Haus der Grafen von Belverde ist heute die einzige noch existierende legitime Linie der Santori. Daneben existieren jedoch noch einige illegitime Nebenlinien, die älteste und bekannteste ist die der noch heute souverän regierenden Fürsten von San Cristo, die seit dem späten 15. Jahrhundert im Fürstentum herrscht. Die heute in San Cristo regierende Linie ist jedoch nach strengen genealogischen Kriterien nicht identisch mit der ursprünglichen Bastard Linie Santori-San Cristo, da zwei Mitglieder des Hauses aus anderen Häusern stammen und adoptiert wurden. Der heute regierende Karl IV. Johann Viktor ist in männlicher Folge ein Nachkomme des in Golen ansässigen Grafenhauses Gerval (daher auch die Bezeichnung Santori-Gerval).
Wichtige Linien des Hauses Santori
- Ältere Linie der Santori (bis 12. Jahrhundert)
- Jüngere Linie der Santori (seit dem 12. Jahrhundert), begründet durch Pietro Santori, bis 1499
- Königlich-Sagradische Linie des Hauses Santori, begründet durch Jakob III., ältester Sohn David de Santoris aus der zweiten Ehe mit Isabela de Vesaey (1449-1578), regierend 1457-1509 als Könige von Sagradien und bis 1515 als Herzöge von Servette
- Fürstlich-Tulinesische Linie des Hauses Santori, begründet durch Joán Prudente, ältester Sohn David de Sántoris aus erster Ehe mit Lara de Nonthí, regierend 1509-1568 als Könige von Sagradien und bis 1610 als Könige von Cuentez
- Karlitische Linie Santori-Asterre (1482-1699), begründet durch Karl von Asterre, Sohn Jakobs III. aus zweiter Ehe mit Leonor d'Avis, regierend 1580-1699 als Könige von Cuentez-Tulis
- Nebenlinie Santori-Allécapo (bis 1687)
- Manuelitische Linie Santori-Nadal (1602-1746), begründet durch David de Nadal, jüngerer Sohn Karls II. von Cuentez-Tulis, regierend 1699-1746 als Könige von Cuentez-Tulis sowie 1723-1746 als Könige von Sagradien
- Johannitische Linie Santori-Portugal (1502-1580), begründet durch Johann III. von Portugal, regierend 1543-1580 als Könige von Portugal
- Miguelitische Linie Santori-Valier, begründet durch Miguel de Valier, jüngerer Sohn David de Santoris aus der zweiten Ehe mit Isabela de Vesaey (1455-1735), regierend als Könige von Sagradien 1543-1735
- Nebenlinie Santori-Valier-Esqués (1540-1653), Grafen von Esqués und Herzöge von Viça
- Nebenlinie Santori-Sesin (seit 1550), Herzöge von Sesin (1779/90), von dieser Linie stammen die sesinischen Prätendenten ab, zur Zeit Karl von Bourbon-Sizilien
- Linie Santori-Belverde (seit 1600), Grafen von Belverde (bis heute)
- Nebenlinie Santori-Valier-Tesqué (bis 1615-1699), Grafen von Tesqué
- Nebenlinie Santori-Valier-Servette (Jüngeres Haus Servette, 1669-1745), regierend als Herzöge und Großherzöge von Servette bis 1745
- Philippitische Prätendenten-Linie, begründet durch Don Filipe Carles, jüngerer Bruder Danadiers II., bis 1740
- Karlitische Linie Santori-Asterre (1482-1699), begründet durch Karl von Asterre, Sohn Jakobs III. aus zweiter Ehe mit Leonor d'Avis, regierend 1580-1699 als Könige von Cuentez-Tulis
- Illegitime Linie Santori-San Cristo, in weiblicher Linie fortgeführt als Santori-La Franca und später Santori-Gerval, bis heute regierend als Fürsten von San Cristo