Sergi der Gute: Unterschied zwischen den Versionen
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| − | '''Sergius I.''' (von Sagradien und Micolinien) (* | + | '''Sergius I.''' (von Sagradien und Micolinien) (*1287; †1354), genannt ''der Weise'' (sagr. ''Don Sergi I il Sábio'') oder ''der Große'' (micol. ''Serge I le Grand'') war [[König von Micolinien]] (1315-1354) und [[König von Sagradien|von Sagradien]] (1321-1354). Er war der micolinische Regent aus dem [[Haus Redanior]] und der erste Herrscher, der beide Königskronen in einer Hand vereinte ([[Union von Alágua]]). Er gilt sowohl in der micolinischen wie in der sagradischen Nationalgeschichte als bedeutender Herrscher, der den Traum vom sagromicolinischen Großreich verwirklichte. |
=== Herkunft und Stellung in der Thronfolge === | === Herkunft und Stellung in der Thronfolge === | ||
Version vom 17:36, 17. Mai 2011
Sergius I. (von Sagradien und Micolinien) (*1287; †1354), genannt der Weise (sagr. Don Sergi I il Sábio) oder der Große (micol. Serge I le Grand) war König von Micolinien (1315-1354) und von Sagradien (1321-1354). Er war der micolinische Regent aus dem Haus Redanior und der erste Herrscher, der beide Königskronen in einer Hand vereinte (Union von Alágua). Er gilt sowohl in der micolinischen wie in der sagradischen Nationalgeschichte als bedeutender Herrscher, der den Traum vom sagromicolinischen Großreich verwirklichte.
Inhaltsverzeichnis
Herkunft und Stellung in der Thronfolge
Sergi wurde 1284 in Gerón als Sohn von Joán de Gerón, Herzog von Scantia und Bruder König Philipps VI., und Prinzessin Margarete von Micolinien geboren. Sergi war ein Enkel Philipps des Schweigsamen und Neffe der Könige Martin IV. Felix, Robert von Sagradien sowie des seit 1301 regierenden Königs Jakob II. von Sagradien. Als Sohn des jüngsten Bruders war Sergi bei seiner Geburt erst an sechster Stelle der sagradischen Thronfolge und es war unwahrscheinlich, dass er je einen Thron besteigen würde.
Sergis Mutter Margarete von Micolinien war Tochter des micolinischne Königs Karls III. und Schwester König Karls IV. und Rodriques I.. Die Hochzeit zwischen Johann von Gerón, dem Herzog von Scantia, und Margarete war Teil einer geplanten Allianz zwischen Micolinien und Scanita gegen die sagradische Krone zu. Als gebildete Frau hatte Margarete bereits früh den Ehrgeiz, ihren Söhnen eine einflussreiche Stellung zu sichern. Nachdem ihr Bruder Rodrique, zu dem sie ein enges Verhältnis pflegte, 1289 auf den Thron gekommen war, gewann Margarete großen Einfluss auf dessen Politik. Weil dieser auch nach einigen Regierungsjahren noch ohne männlichen Erben geblieben war, brachte Margarete ihre eigenen Söhne Sergi und Filip (*1290) als möglichen Erben der Krone ins Gespräch. Sie wurden in der Folge am Königshof in Micolinien erzogen. Nachdem Sergis beide Onkel Martin IV. Felix 1289 und Robert 1292 gestorben waren, wurden nacheinander Sergis Cousins Philipp VI. und Martin V. zu Königen. Als Martin V. 1301 den Thron bestieg, war er bereits in sehr schlechtem gesundheitlichen Zustand und wurde daher nach nur kurzer Zeit auf dem Thron von seinem Onkel Erzbischof Jakob von Tesqué entmachtet, der als Jakob II. selbst den Thron bestieg.
Die Ereignisse in Sagradien ließen die bisher für mehr als unwahrscheinlich gehaltene Thronfolge Sergis in Sagradien nicht mehr unmöglich erscheinen. Dadurch wurde ein Königtum Sergis in Micolinien unwahrscheinlich, das seines Bruders Filip jedoch nicht. Dieser war zwar nur der zweitgeborene Sohn, doch bot sich die Möglichkeit, diesem die micolinische Krone anzutragen, während das Herzogtum Scantia dem ältesten Sohn Sergi zufallen sollte, der darüber hinaus die Ansprüche des Hauses auf die sagradische Krone übernehmen sollte. Im Jahr 1302 erließ der noch immer kinderlose König Rodrique I. von Micolinien schließlich mit Zustimmung der Stände die Konvention von Santéi, in der er seinen zwölfjährigen Neffen Filip von Gerón zum eigenen Nachfolger designierte und ihn mit seiner ältesten Tochter Carolina verlobte. Die Ehe wurde 1305, am 15. Geburtstag Filips von Gerón, offiziell geschlossen. Als König Rodrique I. im Jahr 1310 starb, wurde Filip von Gerón als König Philipp I. von Micolinien offiziell von den Ständen zum König erhoben. Damit war ein neuerlicher Bürgerkrieg wie zur Temp de Sang ein halbes Jahrhundert zuvor, verhindert.
Sergi übernahm kurze Zeit später in Scantia die Mitregentschaft seines Vaters Joán, dem er aber erst nach seinem Tod 1315 offiziell als Herzog nachfolgte. Schnell bereits stellte sich das Königtum Philipps I. in Micolinien als schwierig heraus, war dieser doch bereits kurz nach seiner Thronbesteigung schwer erkrankt, sodass seine Mutter Margarete die Regentschaft für ihren Sohn übernahm. Ihre Bemühungen, ihren ältesten, mittlerweile in Sagradien weilenden Sohn Sergi zum Nachfolger designieren zu lassen, blieben aber erfolglos. Als König Philipp I. 1313 kinderlos starb, war der micolinische Thron damit verwaist.
Kampf um die micolinische Krone
1303 bereits hatte Sergi Blanka von Servette, die Tochter des Herzogs Anton von Servette geheiratet. Margarete versuchte daher nun mit Anton von Servette - selbst ein möglicher Thronprätendent - eine Allianz zu schmieden, was anfangs jedoch misslang. Konkurrent um den Thron war neben Anton von Servette der Herzog Heinrich von Kont, ein unehelicher Sohn Karls IV.. Die Stände übertrugen nun Margarete die Herrschaft, scheiterten aber bei dem Versuch, sich auf einen Nachfolgekandidaten für den verstorbenen Rodrique zu einigen.
In Micolinien kam es nun zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Heinrich von Kont und Anton von Servette um die micolinische Krone. Nach mehreren ergebnislosen Kämpfen waren die Großen des Landes in zwei Parteien gespalten. Anders als zuvor, kam es diesmal jedoch zu keiner Doppelwahl zum Königsamt. Um einen langjährigen Erbfolgekrieg zu verhindern, verbündete sich Anton von Servette schließlich doch mit Margarete. Gemeinsam setzten beide die Wahl Sergis durch die Stände durch. Dabei kam ihnen entgegen, dass der sagradische Könige Jakob II. mit dem Prinzen Filipe einen eigenen Thronfolger gezeugt hatte, was Sergis Königtum unwahrscheinlicher machte. Anders als Anton von Servette, erkannte Heinrich von Kont die Entscheidung jedoch nicht an und forderte eine Neuwahl.
Von seinem Onkel König Jakob II. unterstützt, zog Sergi nun mit einem Heer von Skanten aus über Golen nach Micolinien, um seinen Thronanspruch gegen Heinrich von Kont, den unehelichen Sohn Roderichs I., zu verteidigen. In der Schlacht bei Luenas kam es im März 1315 zum Sieg des sagradisch-geronesischen Heeres. Sergi zog daraufhin in die Stadt ein, um sich zum micolinischen König krönen zu lassen. Nachdem er den micolinischen Ständen und seinem potenziellen Rivalen Anton von Servette einige Zugeständnisse gemacht hatte, wurde der Skantenherzog als Serge I. im Spätsommer 1316 im Beisein seines Onkels zum micolinischen König gekrönt. Nach dem Tod seiner ersten Frau Blanka von Servette heiratete Sergi im Jahr 1317 die Witwe seines Bruders, Carolina von Micolinien, was sein junges Königtum zusätzlich stabilisierte. Micolinien wurde nun dauerhaft von einer jüngeren Linie des sagradischen Königshaus Redanior regiert, während die ältere Linie unter Sergis Onkel weiterhin in Sagradien herrschte. Dennoch war der Grundstein für die spätere Union gelegt.
Herrschaftsantritt in Sagradien
Im Frühjahr 1319 erhielt Sergi die Nachricht vom Tod des vierjährigen Thronfolgers Don Filipe in Sagradien, sodass Sergi plötzlich im Falle des Todes seines Onkels auch zum sagradischen Thronanwärter wurde. Als Jakob 1320 gestorben war, erhob Sergi als Neffe und nächster männlicher Verwandter des verstorbenen auch auf die sagradische Krone Anspruch. Derweil hatte der Neffe König Jakobs, Danadier von Scola in Sagradien die Königskrone usurpiert und sich seine Erhebung von den Ständen legitimieren lassen, denen er große Zugeständnisse machte. Danadier war ein Sohn Katharinas von Micolinien, der Witwe Martins IV., die nach dem Tod ihres Mannes den Grafen José von Scola und Pineta geheiratet hatte. Danadier berief sich auf eine angeblichen Thronentsagung Sergis vor seiner Krönung zum micolinischen König und leitete seine eigenen Ansprüche von seiner Frau Josefina ab, einer Schwester der Könige Philipp VI. und Martin V.
Nach wenigen Monaten zeigte sich, dass Danadier nicht willens und in der Lage war, die Zugeständnisse an die Stände einzuhalten. Sergi zog im folgenden Sommer wiederum mit einem eigenen Heer aus sagradischen Gefolgsleuten und micolinischen Adligen zurück nach Sagradien und verhandelte mit den sagradischen Ständen über eine micolinisch-sagradische Union. Seinen ältesten Sohn Philipp von Soria hatte er derweil zum Mitkönig im Königreich Micolinien ernannt. Bei Alágua in Golen besiegte er das Heer Danadiers, der in der Schlacht das Leben verlor. Nach Einigung mit den Ständen zog er nach Noyar, wo er sich auch zum sagradischen König krönen ließ und damit als erster König, die micolinische mit der sagradischen Krone vereinigte, wodurch er die jahrhundertelang offenen Kriege zwischen beiden Ländern vorübergehend beenden konnte (Pax Sergiana).
Wirken als König in beiden Reichsteilen
Er baute die Macht der Krone in beiden Reichsteilen weiter aus, vor allem durch seine teils kluge, teils rigorose Finanzpolitik: Er schuf in jedem Reichsteil einen zentralen Rechnungshof als selbständige Behörde, erhöhte die Steuern, ermöglichte die Ablösung von Lehenspflichten durch finanzielle Leistungen und verbot den mächtigen Fallenserorden in Südmicolinien, dessen Vermögen er der Krone einverleibte. Als König der Kronen von Scantia, Sarmay, Alconía, Malesc, Golen, Perucía und Micolinien bemühte sich Sergi um eine ausgewogene Herrschaft und zog von einem Ort seines Riesenreichs in den anderen. Mit dem Statut von Alessa, das den peruzinischen Ständen Privilegien einräumte, beendete Sergi auch endgültig die seit 1290 immer wieder aufgeflackerten Aufstände der peruzinischen Stände gegen die Herrschaft der Redanior-Könige (Peruzinische Kriege). Seinen potenziellen Machtrivalen in Micolinien Martin von Interea, einen illegitimen Vetter des letzten Salonaerkönigs, band er durch die Hochzeit mit seiner Schwester Anna eng an das Königshaus und machte ihn zum Vikar des südlichen Reichsteils. Nach dem Tod seines Sohnes Filip von Sória im Jahr 1348 ernannte Sergi seinen ältesten Sohn aus zweiter Ehe Sergi d.J. zum Mitkönig in beiden Reichsteilen.
Sergi war ein großer Förderer der Künste und der Wissenschaften und verfasste zu Lebzeiten selbst philosophische, anthropologische und naturwissenschaftliche Werke, weshalb er den Beinamen "der Weise" erhielt. Sergi I. führte die Doppelmonarchie zu einer wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Hochblüte. Er starb im Jahr 1354 in Álbero.