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=== Aufstieg in der Volkspartei === | === Aufstieg in der Volkspartei === | ||
Version vom 00:18, 30. Jul 2011
Denísio Jocéntilo Álvarez (*1954 in Noyar) ist ein sagradischer Politiker der konservativen Volkspartei (PP-CSD). Er war von 1988 bis 1993 Bürgermeister der Stadt Viteza und danach von 1995 bis 2006 Präsident der lojandinischen Regionaljunta. Seither ist er als Minister für Umwelt und Energie bzw. seit 2008 für Verteidigung im Kabinett Luisanto vertreten.
Inhaltsverzeichnis
Berufliche und politische Karriere
Jugend, Beruf und politische Anfänge als Bürgermeister von Viteza
Der im südlojandinischen Noyar geborene Álvarez begann nach dem Abitur ein Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Semess. Nach seinem Abschluss besuchte er die SIS in Viteza, arbeitete anschließend nach seiner Promotion an der Hochschule für Wirtschaftswissenschaften in Vierna und erhielt 1985 eine Assistenz-Professur für internationalen Handel an der SIS. 1985 wurde Álvarez zum nationalen Sekretär des kleinen linksliberalen Movimiento Republicano Sagradês gewählt und unterstützte zeitweise die EU-Abgeordnete María Laponte als Mitarbeiter, ehe er 1988 als Unabhängiger zum Bürgermeister von Viteza gewählt wurde. Álvarez regierte die Stadt mithilfe einer bürgerlichen Mehrheit und wurde zeitweise von den sagradischen Grünen unterstützt. Álvarez schaffte es in fünf Jahren, Viteza zu einem angesehen Standort für Zukunftstechnologien umzugestalten und die Arbeitslosenquote der Stadt spürbar zu senken.
Karriere in der Region Lojandía
Durch diesen Erfolg wurde die lojandinische PP-CSD unter Angel Colorado auf Álvarez aufmerksam. Bei den Regionalwahlen 1993 kandidierte Álvarez als Unabhängiger auf der Liste der PP-CSD und wurde in den Regionalrat gewählt. Sein Engagement für den MRS hatte er bereits 1991 beendet. Nachdem er im Wahlkampf bereits als Experte für Sozial- und Stadtentwicklung des PP-CSD aufgetreten war, berief der neue lojandinische Regionalpräsident Angel Colorado Álvarez zum Assessor für Soziales, regionale Entwicklung und Städtebau in den neuen konservativ-liberalen Regionalausschuss.
Kurz nach der Wahl und der Berufung zum Assessor trat Álvarez von seinem Amt als Bürgermeister von Viteza zurück und wenig später in den lojandinischen PP-CSD ein, wo er schnell Karriere machen konnte. Bereits 1994 gehörte er zum Vorstand der Partei in der Region. Nach dem Eintritt Angel Colorados ins Kabinett Otero im Herbst 1995 kandidierte Álvarez auf Vorschlag Colorados erfolgreich für dessen Nachfolge und wurde zum neuen Präsidenten der Regionaljunta sowie wenig später zum Vorsitzenden der PP-CSD in Lojandía gewählt. Die Koalition mit den Liberalen führte er bis zu den Regionalwahlen 1997 weiter.
Nach dem schlechten Abschneiden der UDS und dem guten Ergebnis des rechten PSP bei den Wahlen bildete Álvarez als Wahlsieger eine Große Koalition mit den zweitplatzierten Sozialisten. Eine Zusammenarbeit mit dem PSP unter Joán de la Pênia lehnte er entschieden ab. Die Koalition mit der ASUL wurde auch bei den Wahlen 2001 und 2005 bestätigt, die Álvarez stets gewinnen konnte. Nach der Wahl Joán De la Pênias zum Bürgermeister der lojandinischen Hauptstadt Laquines kam es vermehrt zu Streitigkeiten zwischen den gegensätzlichen Regional- und Stadtregierungen, die von Medien als „Kampf um Laquines“ bezeichnet wurden und Álvarez große Sympathien auch im linken Lager einbrachte. Gegen umstrittene Maßnahmen gegen Obdachlose in Laquines rief Álvarez im Jahr 2001 zusammen mit linken und liberalen Politikern das Verfassungsgericht an und siegte.
Aufstieg in der Volkspartei
Innerhalb des PP-CSD begann Álvarez nach dem Regionalwahlsieg 1997, sich auch die nationale Politik einzuschalten. Schnell stieg er zum führenden Politiker der „Republicanoes“ auf, die parteiinternen den kleinen sozialliberalen Reformflügel darstellen. Nachdem er im Jahr 1998 erstmals in den nationalen Vorstand und zwei Jahre später in die Nationaldirektion des PP-CSD gewählt worden war, gehörte Álvarez 2002 als Experte für Bildungs- und Forschungspolitik zum Wahlkampfteam von PP-CSD-Kandidat Roberto Vidéas Braga. Nach der Niederlage der Konservativen wurde Álvarez zum stellvertretenden Vorsitzenden des PP-CSD gewählt. In der Folge wuchs der Lohade zum größten Konkurrenten und parteiinternen Gegenspieler von Parteichef Miguel Ánibal Luisanto heran. Während Luisanto als konservativer und wirtschaftsliberaler Politiker die Partei für eine Zusammenarbeit mit den Rechtspopulisten De la Pênias öffnen wollte, betonte Álvarez das pro-europäische und zentristisch-liberale Profil der Partei und setzte sich für einen liberalen Reformkurs und für eine Ausgrenzung der Rechtspopulisten ein. In der Öffentlichkeit wurde Álvarez daher als Exponent des linken Parteiflügels wahrgenommen.
Vor den Regionalwahlen 2005 deckte Álvarez zwar die Parteistrategie der möglichen Zusammenarbeit mit dem PSP, schloss diese aber in seiner eigenen Region aus. Stattdessen sprach er sich für eine Fortsetzung der Großen Koalition aus, sollte es nicht für eine konservativ-liberale Mehrheit reichen. Nach seinem neuerlichen Wahlsieg war er der einzige Volkspartei-Politiker, der in der Folge eine Große Koalition bildete, was in der Parteiführung um Luisanto zu Verstimmungen führte. Ausgerechnet in seiner Stammregion Lojandía blieb PSP-Chef De la Pênia damit weiterhin von der Regierungsteilhabe ausgeschlossen.
Umweltminister im Kabinett Luisanto
Vor den Kammerwahlen 2006 präsentierte PP-CSD-Kandidat Ánibal Luisanto den 52-jährigen Álvarez als Mitglied seines Wahlkampfteams und Experten für Umwelt, Energie und Zukunftstechnologien. Als solcher sollte Álvarez der rot-grünen Regierung die ökologische Kompetenz streitig machen. Álvarez setzte sich für einen Mix aus erneuerbaren Energien und Atomkraft ein, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstroffen zu überwinden. Bereits in den Neunziger Jahren hatte er zu den Gründern des „PP-CSD per la Terra“ gehört, aus dem 2006 die Ecología Popular hervorging.
Nach dem Wahlsieg der sagradischen Rechten bei den Kammerwahlen wurde Álvarez als Minister für Umwelt in die neue Mitte-Rechts-Regierung von Premierminister Luisanto berufen. Zusammen mit Landwirtschaftsminister Traiano Atániez und Justizministerin Benita Hubner vom linken UDS-Flügel repräsentierte er den progressiven Pol der Regierung, während die rechte PSP drei Minister stellte, darunter auch Joán De la Pênia als Vizepremier und Innenminister. Álvarez’ Nachfolgerin als Präsidentin in Lojandía wurde Francisca Mendes Del Ponte. Zum Staatssekretär im Umweltministerium machte Álvarez den Umweltexperten Carles Arrantzabal, nachdem sein Wunschkandidat Mário Pelegrín, Gründer der grün-konservativen Ecología Popular und bereits in den Neunziger Jahren als Umweltstaatssekretär tätig, abgesagt hatte. Unter Álvarez’ Ministerschaft wurde der von der rot-grünen Regierung De la Costa beschlossene Ausstieg aus der Atomenergie aufgeschoben und die Laufzeiten der Kernkraftwerke verlängert, was heftigen Widerstand in der Bevölkerung nach sich zog und schließlich auf Druck der Rechtspopulisten hin auf Eis gelegt wurde. Erst im Frühjahr 2008 wurde das Gesetz schließlich in Kraft gesetzt.
Innerhalb der Regierungsallianz kam es immer wieder zu direkten Auseinandersetzungen zwischen dem von seinen rechten Gegnern gerne als „verkappten Ökosozialisten“ bezeichneten Álvarez und den Wirtschaftsliberalen und Rechtspopulisten in der Regierung. Parteiintern wurde Álvarez zudem regelmäßig als schärfster Rivale Miguel Ánibal Luisantos angesehen. Nach dem Bruch Traiano Atániez’ mit Luisanto und der Gründung der neuen Union der Zentrumsdemokraten (UDC) traten mehrere Anhänger Álvarez’ zur neuen Partei über, wodurch auch Álvarez’ Stellung in der Volkspartei geschwächt wurde. Álvarez selbst wies Spekulationen um einen Parteiwechsel aber zurück und kritisierte Atániez’ Neugründung als „Schwächung und Spaltung der popularen Mitte“. Vor den Kammerwahlen 2008 forderte er Atániez auf, wieder in die Volkspartei zurückzukehren, wo die natürliche Heimat aller zentristischen Kräfte in Sagradien sei.
Verteidigungsminister
Nach den vorgezogenen Kammerwahlen 2008, die durch den Bruch der Koalition nötig geworden waren, zog der nach dem Wahlsieg gestärkte Luisanto seinen Kontrahenten Álvarez aus dem Umweltministerium ab und betreute ihn mit der undankbaren Aufgabe, das Verteidigungsministerium zu übernehmen, wo über die Zukunft des Afghanistaneinsatzes entschieden werden musste. Dennoc gehörte Álvarez auch weiterhin zu den populärsten Mitgliedern der Regierung und der PP-CSD.