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Version vom 23:43, 3. Feb 2013
Ariel Fernando De la Roya (*1884, †1967) war ein sagradischer christdemokratischer Politiker. Er war Bürgermeister der Stadt Semess von 1931 bis 1935 und erneut von 1948 bis 1952. Er war im Jahr 1938 letzter Parteisekretär der christdemokratischen PDP und 1947 bis 1954 Parteipräsident der PPC. 1945 bis 1946 amtierte er als Präsident der Nationalversammlung und danach bis 1947 als erster Präsident des Senats, ein Amt, das er 1952 bis 1954 erneut ausübte. 1954 bis 1964 war er der dritte Präsident der Dritten Republik.
Inhaltsverzeichnis
Leben
Der gebürtige Semestiner begann ein Studium der Rechtswissenschaften, wechselte aber ins theologische Fach und beendete sein Studium mit einer Doktorarbeit in katholischen Religionswissenschaften. Danach arbeitete De la Roya als Journalist und Lehrbeauftragter an mehreren katholischen Hochschulen im Land. 1920 wurde er Chefredakteur der liberal-katholischen Zeitschrift la Vertá, die sich gegen den rechtskonservativen Mainstream innerhalb der katholischen Kirche in Sagradien wandte. Bis 1931 war er Mitglied des Semestiner Stadtrats und übernahm verschiedene Posten in der Stadtverwaltung. 1924 gründete De la Roya mit anderen Persönlichkeiten aus dem „la Vertá“-Umfeld das linkskatholische Cientro Social Humanista (CSH), aus dem sich 1925 mit dem Partido Democrático Popular unter der Führung von Don Martín de León die erste christdemokratische Partei Sagradiens herausbildete.
De la Roya wurde 1926 erstmals für die PDP in die sagradische Abgeordnetenkammer gewählt. 1929 wurde er im Kabinett Laponte zum stellvertretenden Erziehungsminister ernannt. 1930 schied er aus der Regierung wieder aus. Nach der Bildung einer Koalition der Mitte aus Katholiken, Radikalen und Liberalen im Semestiner Stadtrat wurde der auf Ausgleich bedachte De la Roya 1931 zum Bürgermeister der Stadt gewählt. In diesem Amt konnte er große Popularität gewinnen, stand aber relativ machtlos zwischen den verfeindeten linken und rechten Parteien, die sich regelmäßig Straßenschlachten lieferten. Nach der Bildung der linken Volksfront 1935 verlor Roya seine Mehrheit im Stadtrat und musste das Amt des Bürgermeisters an den Sozialisten Joán Carles Ferrer abgeben.
Als Nacholger de Leóns wurde De la Roya für wenige Monate der letzte Parteisekretär der PDP, ehe diese 1940 ihre Tätigkeit einstellte. 1940 wandte sich Roya gegen die Politik der Regierung Álamo und dafür mehrmals vorgeladen. Er veröffentlichte zwischen 1939 und 1944 zwei größere Monographien und arbeitete als Herausgeber der „Vertá“, die jedoch aufgrund regimekritischer Artikel Ende 1940 verboten wurde. In der Folge rief er seine Landsleute in Flugblättern zum Widerstand gegen das Álamo-Regime und zum Kriegseintritt auf Seiten der Alliierten auf.
Nach der Besatzung Nordostsagradiens durch deutsche Truppen gründete Roya mit Mitstreitern die so genannte "Resistença Cristiana" und gehörte zu den Gründungsmitgliedern des CNRS. Er gehörte dem Vorstand des Widerstandskomitees an und wurde als deren Vertreter 1942 in die Regierung Dini entsandt. 1945 wurde er in die Nationalversammlung gewählt und stand der Versammlung bis zu ihrem Ende 1946 als Präsident vor, ehe er zum Senatspräsidenten gewählt wurde. Er war Mitgründer der christdemokratischen Volkspartei (PPC) und seit 1947 deren Parteipräsident. 1947 trat er als Kirchenminister ins Kabinett De la Ilpa ein. 1948 wurde De la Roya erneut zum Bürgermeister seiner Heimatstadt gewählt. Er setzte sich deutlich gegen alle Mitbewerber durch. 1949 war er als Präsidentschaftskandidat der Christdemokraten im Gespräch, die dann jedoch aus koalitionstaktischen Gründen den liberalkonservativen Bewerber Daniel La Ponte unterstützten. Seit 1952 amtierte De la Roya erneut als Präsident des Senats, ehe er 1954 als Kandidat der Konservativen zum Präsidenten der Republik gewählt wurde.
Im höchsten Staatsamt machte sich De la Roya sehr um das Ansehen Sagradiens in der Welt verdient und prägte das Amt durch eine würdevolle, aber stets volksnahe und integrative Amtsführung. Im Volksmund wurde er liebevoll als „Papa Ariel“ oder „Papalito“ bezeichnet. 1959 wurde er für eine zweite Amtszeit gewählt. Er trat als Präsident stets unabhängig und überparteilich, aber nicht unpolitisch auf. 1960 ernannte er Carles Angel Favale nur unter großen, freilich nur intern geäußerten Bedenken zum Nachfolger Luciaros als Ministerpräsident, setzte nach Zusammenbruch der Koalition aber 1962 gegen den anfänglichen Willen der Konservativen die Große Koalition mit den Sozialisten durch. 1964 weigerte er sich das Demissionsgesuch der Regierung Costa anzunehmen, ehe nicht eine neue Mehrheit gefunden war. Schließlich ernannte er mit António Santiago den ersten sozialistischen Ministerpräsidenten der Republik, ehe er im selben Jahr achtigjährig aus dem Amt schied. Danach verzichtete er auf das ihm zustehende Senatsmandat auf Lebenszeit und zog sich auf seinen Landsitz zurück, wo er 1967 verstarb. Kurz nach seinem Tod wurde er von seiner Partei zum Ehrenpräsidenten des PPC ernannt.
Politische Funktionen
Öffentliche Ämter
- 1929-1930: stellvertretender Erziehungsminister
- 1931-1935: Bürgermeister von Semess
- 1942-1945: Stellvertretender Präsident der Provisorischen Regierung Dini
- 1945-1946: Präsident der Nationalversammlung
- 1946-1947: Präsident des Senats
- 1947-1948: Minister für Beziehungen zur Kirche im Kabinett Ilpa I
- 1948-1952: Bürgermeister von Semess
- 1952-1954: Präsident des Senats
- 1954-1964: Präsident der Republik
Mandate
- 1920-1931: Stadtrat in Semess
- 1926-1931: Mitglied der Abgeordnetenkammer
- 1945-1946: Mitglied der konstituierenden Nationalversammlung
- 1946-1948: Senator für Semess
- 1952-1954: Senator für Semess