Ana Betancourt: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 17:50, 17. Dez 2012

Ana María Gris Betancourt (*1944 in Bissau/Guinea-Bissau) in eine sagradische Journalistin, Publizistin und Politikerin (ASUL). Sie war von 1998 bis 2002 Kulturministerin im Kabinett De la Costa I und danach gemeinsame Kandidatin von ASUL, Verdes und Radicales bei der Präsidentschaftswahl 2009. Seither ist sie Mitglied des Senats.

Karriere als Journalistin und Publizistin

Die im westafrikanischen Bissau geborene Tochter eines französischen Arztes und einer sagradischen Lehrerin, aufgewachsen in Afrika, Sagradien und den USA, studierte nach ihrem Abitur u.a. an der Pariser Sorbonne sowie in Semess Philosophie, Psychologie sowie französische und sagradische Literatur und schlug nach ihrem Abschluss eine journalistische Laufbahn ein. Nach ihrem Studium lebte sie Anfang der Siebziger Jahre längere Zeit in Paris, wo sie u.a. mit Simone de Beauvoir, Jean-Paul Sartre und Alice Schwarzer in Kontakt kam. Zu dieser Zeit schrieb sie als Frankreich-Korrespondentin für mehrere sagradische Zeitschriften. Für Aufsehen erregte ihre Kündigung als Korrespontein der sagradischen Zeitung Il Tiempo, nachdem sie sich öffentlich für das Recht auf Abtreibung stark gemacht hatte.

Seit 1973 schrieb Betancourt regelmäßig für die links-kritische Zeitung Il Republicano. 1982 wurde sie im Alter von 38 Jahren stellvertretende Chefredakteurin der Zeitung. In dieser Zeit sorgte sie mit einer - letztlich erfolglosen - Kampagne für Aufsehen, die Zeitung in "la Republicana" umzubenennen. Später erschien unter diesem Titel eine Beilage der Zeitung von und für Frauen.

Nachdem sie 1984 aus der Zeitung ausgeschieden war, gründete Betancourt im Jahr 1990 mit dem Magazín de Culturas ein eigenes Wochenmagazin, für das sie als Herausgeberin und bis 1994 in Personalunion als Chefredakteurin fungierte. Nachdem sie zuvor bereits einzelne Sendungen im Fernsehen moderiert hatte, arbeitete Betancourt von 1995 bis 1996 für wenige Monate als Moderatorin des TV-Magazins Mundiales im Privatsender Televisión Semesta. Nach anhaltendem Streit mit dem Sender legte sie die Moderation 1996 nieder.

Danach arbeitete Betancourt bis 1998 als Professorin für Medienwissenschaft an der amerikanischen Stanford University. Zuvor war sie mit einer Arbeit über "Die soziale Frage Geschlecht" promoviert worden.

Nach ihrem Ausflug in die Politik kehrte Betancourt 2003 zum Republicano zurück und wurde dessen Mitherausgeberin. Von 2006 bis 2008 moderierte sie zugleich das TV-Magazin Culturas beim öffentlich-rechtlichen Sender TS3.

Gesellschaftliches und politisches Engagement

Die bekennende Linke und Sozialistin Ana Betancourt wurde im Zuge der Studentenrevolte politisiert und engagierte sich danach vor allem für Fragen der Frauenemanzipation und Geschlechtergleichstellung, aber auch der Nichtdiskriminierung von Schwarzen und Ausländern sowie anderer gesellschaftlicher Minderheiten. Bekannt wurde sie politisch aber als Aktivistin für das Recht der Frau auf Abtreibung und als Mitgründerin des sagradischen Abtreibungs-Informationszentrums ICISA (Istituto Central de Informaciones i Solidaritá de Aborto), einer gemeinnützigen Stiftung mit dem Ziel, junge Frauen über Schwangerschaft und Abtreibungsmöglichkeiten zu informieren.

MdEP 1984-1989

Bei den Senatswahlen 1979 bewarb sich Betancourt in der Provinz Semess als Kandidatin der Lista Alternativa um einen Platz im Senat und kam auf 5,7 Prozent der Wählerstimmen. Erst danach trat sie in die sozialistische ASUL ein und unterstützte bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1982 den ASUL-Kandidaten Andrés Colón. Zugleich wurde sie in den nationalen Vorstand der sozialistischen Frauenvereinigung Mulleres Socialistas gewählt, legte ihren Sitz aber 1984 wieder nieder, als sie sich erstmals für die Sozialisten um ein politisches Mandat bewarb. Bei den Europawahlen 1984 ins Europäische Parlament gewählt, engagierte sie sich vor allem für soziale und Gleichstellungsfragen, aber auch für die Beziehungen Europas zur Dritten Welt. Aus diesem Engagement ging 1985 die Gründung der NGO "Food for Everyone International" hervor, als deren Präsidentin sie bis 1990 fungierte.

Minsteramt 1998-2002

Nach Ablauf der Wahlperiode bewarb sich Betancourt nicht erneut um ein Mandat und zog sich einstweilen aus der Politik zurück. Erst bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1998 engagierte sie sich wieder für die Sozialisten unter ihrem Spitzenkandidaten Ramón Julio De la Costa. Nach dem Sieg der Linken bei der Wahl berief De la Costa die Publizistin Betancourt zur Ministerin für Kultur in seinem ersten Kabinett. Nach der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2002 verzichtete sie auf eine Fortführung ihres Ministeramtes und trat aus der Regierung aus.

Präsidentschaftskandidatur 2009

Im Frühjahr 2009 präsentierten die Oppositionspartein ASUL, Verdes und Radicales überraschend die 65-jährige Betancourt als gemeinsame Kandidatin für das Amt des sagradischen Staatspräsidenten. Ihre Kandidatur wurde von linken Medien sowie von Frauenverbänden weitgehend einhellig gelobt, während vor allem konservative Medien die Nominierung Betancourts aufgrund ihrer Positionen u.a. zur Abtreibung kritisierten und von einer Polarisierung der politischen Landschaft durch Betancourt sprachen. Diese präsentierte sich in ihrer Kampagne als Kandidatin eines modernen und weltoffenen Sagradien und griff besonders die äußere Rechte Joán De la Pênias und ihre Kandidatin Mariana Carachev an, die ganz für ein konservatives Frauenbild eintrat. Bei den Präsidentschaftswahlen im Frühjahr 2009 erhielt Betancourt in der ersten Runde 34 Prozent der Wählerstimmen und erreichte damit als Zweitplatzierte die Stichwahl, wo sie mit 45:55 Prozent jedoch gegen den konservativen Bewerber Roberto Vidéas Braga verlor.

Senatsmandat seit 2009

Wenige Wochen nach der verlorenen Präsidentschaftswahl wurde Betancourt schließlich für die Sozialisten in der Provinz Semess in den Senat gewählt. Dort übernahm Betancourt sofort den Vorsitz im Ausschuss für Einwanderung und Integration.