Paulo Luciaro: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Paulo Manuel Luciaro''' (*1888 in [[Neu-Brest]], †1963 in [[Semess]]) war ein [[Sagradien|sagradischer]] christdemokratischer Politiker und Staatsmann. Er war von 1944 bis 1946 in verschiedenen Positionen Mitglied der provisorischen Regierung, zuletzt als deren Präsident. Er war Außenminister von 1947 bis 1949 sowie von 1955 bis 1957 und mit einer Amtszeit von 1949 bis 1960 der bis heute am längsten amtierende Ministerpräsident der [[Dritte Sagradische Republik|Dritten Republik]]. Von 1944 bis 1947 war Luciaro zudem Parteisekretär der [[PCC]] und 1954 bis 1961 Parteivorsitzender der [[CSD]]. Von 1960 bis 1962 stand er zudem der Europäischen Parlamentarischen Versammlung vor. Er gilt als einer der Gründerväter der Europäischen Union sowie der europäischen Christdemokratie und als eine der einflussreichsten politischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts in Sagradien.
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'''Paulo Manuel Luciaro Ferráiz''' (*1888 in [[Nouberez]], †1965 in [[Semest]]) war ein [[Sagradien|sagradischer]] Jurist, Politiker, Diplomat und Staatsmann, der die Geschicke seines Landes als [[Außenminister]] (1941-1946 und 1953-1955), [[Ministerpräsident]] (1948-1950 und 1950-1959) sowie als [[Staatspräsident]] (1960-1965) prägte. Er gilt als einer der Gründerväter der Europäischen Union sowie der europäischen Christdemokratie und als eine der einflussreichsten politischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts in Sagradien.
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Der gebürtige [[Armorien|Armorer]] Luciaro begann seine politische Karriere bereits in der Zwischenkriegszeit. Er war Bürgermeister der Stadt [[Vierna]], bekleidete mehrere Ministerämter und gehörte der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]] an. Nach einer kurzen Zeit als Botschafter in London prägte er als sagradischer [[Außenminister]] während des Zweiten Weltkriegs entscheidend die Politik der sagradischen Kriegsregierung unter Ministerpräsident [[Sergio Dini]]. Das Außenministeramt bekleidete Luciaro auch nach Kriegsende in der [[Kabinett Saviola III|Regierung Saviola]], ehe er 1946 [[Justizminister]] und im Dezember 1948 [[Ministerpräsident]] wurde. Dieses Amt übte er mit einer kurzen Unterbrechung bis Mai 1959 aus und hält mit einer Amtszeit von mehr als zehn Jahren bis heute den Rekord für die längste Amtszeit eines Regierungschefs in der Geschichte der Sagradischen Republik. In dieser Zeit trug er entscheidend zur Stabilisierung der sagradischen Politik und Wirtschaft und zur Verständigung mit den europäischen Nachbarn bei.
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Ursprünglich Mitglied der katholisch-konservativen [[Volksunion]] wurde Luciaro 1945 Mitbegründer und bis 1948 erster Parteisekretär der christdemokratischen [[Volkssammlungspartei]] ([[PPC]]), die er anschließend von 1950 bis 1960 als Parteivorsitzender anführte. In dieser Zeit erreichte die Volkspartei ihre historisch größten Wahlerfolge und wurde zu einer der bedeutendsten christdemokratischen Parteigründungen der Nachkriegsära.
  
 
== Leben ==
 
== Leben ==
 
=== Jugend und politische Karriere in der Zweiten Republik ===
 
=== Jugend und politische Karriere in der Zweiten Republik ===
Der aus der [[Bretagne]] stammende Luciaro besuchte ein Jesuiten-Gymnasium in seiner Heimatstadt und studierte danach Rechts- und Staatswissenschaften in [[Viça|Vice]], [[Semess]] und [[Vierna]]. Während des Studiums gehörte er verschiedenen katholischen Studentenvereinen an. Nach seiner Promotion ließ sich Luciaro 1913 im [[Sagonte|sagontinischen]] [[Vierna]] nieder, wo er zunächst für einen Rechtsanwalt arbeitete. Zugleich begann er, als Redakteur für verschiedene kleinere Zeitungen zu schreiben.
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Der aus der [[Bretagne]] stammende Luciaro besuchte ein Jesuiten-Gymnasium in seiner Heimatstadt und studierte danach Rechts- und Staatswissenschaften in [[Viça]], [[Semest]] und [[Vierna]]. Während des Studiums gehörte er verschiedenen katholischen Studentenvereinen an. Nach seiner Promotion ließ sich Luciaro 1913 im [[Sagonte|sagontinischen]] [[Vierna]] nieder, wo er zunächst für einen Rechtsanwalt arbeitete. Zugleich begann er, als Redakteur für verschiedene kleinere Zeitungen zu schreiben.
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Im Jahr 1920 wurde Luciaro erstmals in den Stadtrat von Vierna gewählt, wenig später kam er in Kontakt mit der liberalkatholischen [[Vertá]]-Gruppe um [[Don Martín de León]] und [[Fernando de la Roya]], seit 1922 schrieb er regelmäßig für das Blatt. Er war zudem Mitglied der [[Liga del Pôblu Jovén]], einer Vereinigung junger Katholiken, die der katholischen [[Acción Popular]] nahestand und christdemokratische und christlich-soziale Ideen entwickelte.
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In den dreißiger Jahren machte Luciaro als Mitglied der konservativ-katholischen [[Volksunion]] Karriere. Er war von 1930 bis 1934 Bürgermeister der Stadt [[Vierna]] in [[Sarmay]] und wurde danach zum Staatssekretär im sagradischen [[Innenministerium]] berufen und 1936 erstmals in die [[Abgeordnetenkammer]] gewählt. Im April 1938 übernahm er in der Regierung von [[Julen Cajanier]] den Posten des Ministers für öffentliche Verwaltung, wurde 1939 aber als Botschafter nach London geschickt, wo er die Kontakte zur britischen Regierung unter Winston Churchill organisierte.
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=== Weltkrieg und Nachkriegszeit ===
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Nach Beginn des Kriegs gehörte Luciaro zunächst zu den Befürwortern eines Neutralitätskurses, argumentierte aber bald zugunsten eines sagradischen Kriegseintritts auf alliierter Seite. Nach Eintritt Sagradiens in den Weltkrieg im Dezember 1941 galt Luciaro aufgrund seiner Kontakte nach Großbritannien als gefragter Mann und wurde in der [[Kabinett Dini II|Regierung Dini]] zum [[Außenminister]] berufen. Diesen Posten füllte er den gesamten Krieg über aus.  
  
Im Jahr 1920 wurde Luciaro erstmals in den Stadtrat von Vierna gewählt, wenig später kam er in Kontakt mit der liberalkatholischen [[Vertá]]-Gruppe um [[Don Martín de León]] und [[Ariel de la Roya]], seit 1922 schrieb er regelmäßig für das Blatt. Er war zudem Mitglied der [[Liga del Pôpolo Jovén]], einer Vereinigung junger Katholiken, die der katholischen [[Acción Popular]] nahestand und christdemokratische und christlich-soziale Ideen entwickelte. 1925 gehörte er schließlich zu den Gründern der [[PDP|Demokratischen Volkspartei]] (PDP), der ersten christdemokratischen Partei Sagradiens, die im Gegensatz zur klerikal-konservativen [[Volksunion]] progressive christlichsoziale Positionen vertrat. Er wurde ein enger Vertrauter des Parteichefs Don Martín und 1927 dessen persönlicher Sekretär. 1930 wurde Luciaro erstmals für die PDP in die Abgeordnetenkammer gewählt. Im Jahr 1932 dann wurde er Bürgermeister von Vierna. Der seit 1935 amtierenden [[Volksfront|Volksfrontregierung]] stand er von Beginn an kritisch gegenüber, jedoch lehnte er auch den zunehmend antidemokratischen Kurs der rechtskatholischen Volksunion ab. Dennoch sprach sich Luciaro nach dem rechten Februarputsch 1938 für eine Regierungsübernahme durch [[Manuel Álamo]] aus, da er sich dadurch eine politische Stabilisierung erhoffte. Nach der Verhaftung de Leóns und dem Verbot der PDP durch das Regime der [[Comunión Nacional]] änderte er seine Meinung und verweigerte jede Zusammenarbeit mit dem Regime. Von seinen Ämtern als Bürgermeister und Abgeordneter trat er im Sommer 1938 zurück. Nachdem er zwischen 1939 und 1941 in Haft gesessen hatte, schloss er sich dem [[Resistença|sagradischen Widerstand]] an. Er hielt Kontakt zu dem in London publizierenden De la Roya und gehörte schließlich 1943 zu den Mitgründern des nationalen Widerstandskomitees [[CNRS]], wo er zusammen mit De la Roya und dem Linkskatholiken [[Nino Cabal]] den katholischen Flügel ([[Resistença Cristiana]]) vertrat.
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Auch das Programm einer großen christdemokratischen Sammlungspartei, unter dem Namen ''Convergência'' bekannt, fand Luciaros Unterstützung. 1945 gehörte er schließlich zu den Gründern der neuen [[Volkspartei|Volkssammlungspartei (PPC)]], in der die rechtskatholische [[Volksunion]] zusammen mit der [[PDP|Volksdemokratischen Partei]] und verschiedenen linkskatholischen und bürgerlichen Bewegungen aufging.  
  
=== Gründung des PCC und Arbeit in der Nationalversammlung ===
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Während Parteipräsident [[Amentino Xavier-Castrell]] und Senatspräsident [[Fernando De la Roya]] zunächst als bekannte Zugpferde der Partei galten, übernahm Luciaro die Organisationsarbeit. Als Sekretär des Exekutivkomitees nahm er dabei von Beginn an eine Schlüsselstellung ein. Seinem Willen nach sollte die PPC eine nicht-konfessionelle christlich-orientierte Sammlungspartei darstellen, die demokratisch und nicht-sozialistisch sein sollte. Dieser pragmatische liberalkatholisch dominierte Kurs setzte sich in der Partei bald durch, nachdem der linkskatholische Flügel um [[Nino Cabal]], der einen christlichen Sozialismus propagierte, bald ins Abseits geriet und die Partei schließlich auch größtenteils verließ.
Gleichzeitig bemühte sich Luciaro um den Wiederaufbau der alten PDP. Im Herbst wurden die Parteiaktivitäten in Luciaros Privatwohnung wieder aufgenommen und Flugblätter wurden gedruckt, in der die „christlich-demokratische Volkspartei“ benannt wurde. Im Frühjahr 1944 wurde die Partei unter dem Namen [[Christliche Zentrumspartei]] (PCC) neugegründet. Luciaro – der zusammen mit de la Roya das Parteileben reorganisierte – wurde zu ihrem Parteisekretär gewählt. Während de la Roya als bekanntes Zugpferd zunächst als Parteiführer galt, übernahm Luciaro die Organisationsarbeit. Seinem Willen nach sollte die PCC eine nicht-konfessionelle christlich-orientierte Sammlungspartei darstellen, die demokratisch und nicht-sozialistisch sein und auch alten Anhängern der Volksunion und des CN-Regimes offenstehen sollte. Dieser pragmatische liberalkatholisch dominierte Kurs setzte sich in der Partei bald durch, nachdem der linkskatholische Flügel um Cabal, der einen christlichen Sozialismus propagierte, bald ins Abseits geriet und die Partei schließlich auch größtenteils verließ.
 
  
Luciaro wurde im August 1945 in die [[konstituierende Nationalversammlung]] gewählt. Die Christdemokraten bildeten hier eine Koalition mit [[PCS|Kommunisten]], [[PS|Sozialisten]] und [[Partido Radical|Radikalen]], die so genannte "[[Demokratische Koalition]]”, die eine demokratische Transition zum Ziel hatte. Konservative kritisierten Luciaro und die PCC für den „Pakt mit dem Teufel“, namentlich mit Kommunisten und Sozialisten. Luciaro war aber überzeugt, dass allein eine solche Koalition des demokratischen Konsenses das Land wiederaufbauen und eine stabile liberale Demokratie etablieren könne. Vor allem sollte die alte Spannung zwischen linken Säkularen und rechten Katholiken vermieden werden, die die [[Zweite Republik]] an ihren Abgrund geführt hatte.  
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Im August 1945 wurde Luciaro in die [[sagradische Nationalversammlung]] gewählt, in der die [[Volkssammlungspartei]] als Nachfolgerin der [[Volksunion]] die stärkste Fraktion stellte. Nach der Wahl [[Sergio Dini]]s zum Staatspräsidenten führten die Christdemokraten die bestehende sogenannte "[[Demokratische Koalition]]" mit [[PCS|Kommunisten]], [[PS|Sozialisten]] und [[Partíu Radical|Radikalen]] fort, die aus der Kriegskoalition Dinis hervorgegangen war.  
  
Luciaro war Mitglied der [[Provisorische Regierung Dini|provisorischen Regierung]] unter [[Sergio Rafael Dini]]. Hier wirkte er als Minister für öffentliche Verwaltung, unter Dinis Nachfolger [[Provisorische Regierung Saviola I|Saviola]] war er schließlich 1945/1946 für die auswärtigen Beziehungen zuständig. Im Frühjahr 1946 wurde Luciaro zum neuen Präsidenten der provisorischen Regierung gewählt. [[Provisorische Regierung Luciaro|Unter seiner Führung]] wurden die Verhandlungen über die neue Verfassung erfolgreich zum Abschluss gebracht und die [[Verfassung von 1946|neue demokratische Verfassung]] trat nach einem Referendum im Sommer 1946 in Kraft. Luciaro führte die Christdemokraten im Sommer 1946 in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1946|erste Wahl zur Abgeordnetenkammer]], wo die Partei sich als zweitstärkste Kraft hinter den Sozialisten etablieren konnte.
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In der Partei kritisierten Teile des konservativen Flügels Luciaro und die PPC für den „Pakt mit dem Teufel“, namentlich mit Kommunisten und Sozialisten. Luciaro war aber überzeugt, dass allein eine solche Koalition des demokratischen Konsenses das Land wiederaufbauen und eine stabile liberale Demokratie etablieren könne. Vor allem sollte die alte Spannung zwischen linken Säkularen und rechten Katholiken vermieden werden.
  
 
=== Ministerämter und Ministerpräsidentschaft ===
 
=== Ministerämter und Ministerpräsidentschaft ===
Nach der Wahl wurde die „Demokratische Koalition“ im Rahmen der ersten verfassungsmäßigen Regierung der Dritten Republik nochmals erneuert. Im [[Kabinett Dorado|Kabinett]] des Sozialisten [[Francisco Dorado]] wurde Luciaro stellvertretender Ministerpräsident ohne eigenen Geschäftsbereich. Dieses Amt behielt er auch nach dem Ausscheiden der kommunistischen Minister unter Dorados Nachfolger [[António Delauro]] (siehe [[Kabinett Delauro]]). Als 1947 der [[PSD|Sozialdemokrat]] [[Santo de la Ilpa]] als Ministerpräsident eine Koalition mit Christdemokraten und Radikalen bildete, wurde Luciaro Außenminister. Beide Politiker, De la Ilpa und Luciaro sollten in den Folgejahren zu engen politischen Weggefährten und Vertrauten werden. Im Jahr 1948 gab Luciaro sein Amt als Parteisekretär an [[Benito Mello]] ab, er blieb aber eigentlicher Führer der Partei.  
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Nach fünf Jahren als Außenminister in der Kriegsregierung [[Dini III]] und in der [[Kabinett Saviola IV|Nachfolgeregierung Saviola]] wurde Luciaro 1946 im [[Kabinett Ilpa I|Kabinett]] des gemäßigten Sozialisten [[Santo de l'Ilpa]] [[Justizminister]] und [[Vizeministerpräsident]]. Er rückte damit in eine Schlüsselstellung.
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Luciaro und Ilpa sollten in den Folgejahren zu engen politischen Weggefährten und Vertrauten werden. Nach dem Austritt des [[Partíu Radical]] aus der Regierungskoalition und der Demission der [[Kabinett Ilpa II|Regierung Ilpa]] im Herbst 1948 erhielt Luciaro von Präsident Dini schließlich selbst den Auftrag zur Regierungsbildung und wurde schließlich als Nachfolger Ilpas [[Ministerpräsident]]. Dieser blieb aber als Stellvertreter Luciaros und Außenminister in der Regierung.  
  
Nachdem die [[Kabinett Ilpa I|Regierung Ilpa]] im Frühjahr 1949 ihre Mehrheit verloren hatte, erhielt Luciaro von Präsident Dini den Auftrag zur Regierungsbildung. Erstmals rückte Luciaro vom Konzept der „Demokratischen Koalition“ unter Einbeziehung der Linken ab und bildete eine Mitte-Rechts-Koalition, in die neben Liberalkonservativen und Liberalen auch die konservativ-nationalistische [[UNP]] einbezogen wurde. Nach seiner Meinung war die Integration der einstigen Demokratiegegner in die demokratische Regierung nötig, um auch in rechtskonservativen Milieus Akzeptanz für die neue Republik zu schaffen. Der Schritt stellte den endgültigen Bruch mit den Parteilinken dar, die in der Folge das christlich-sozialistische [[Movimiento Socialista Cristiano]] (MSC) bildeten und sich der politischen Linken anschlossen. Bereits zuvor hatte sich im PCC gegen die Sozialisierungsbestrebungen einiger Linkskatholiken ein nicht-sozialistischer, d.h.  marktwirtschaftlicher Kurs durchgesetzt, den auch Paulo Luciaro vertrat.
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Gleichzeitig gab Luciaro sein Amt als Exekutivsekretär der [[Volkspartei]] an [[Benito Mello]] ab, blieb aber eigentlicher Führer der Partei, ehe er 1950 als Nachfolger von [[Fernando de la Roya]] auch offiziell in das Amt des Parteivorsitzenden gewählt wurde.
  
Luciaro schaffte es, seine schwächelnden Koalitionspartner zunehmend in die Abhängigkeit der Christdemokraten zu bringen. Bei den [[Senatswahlen 1949]] kooperierten die Christdemokraten mit dem liberalkonservativen [[MPD]] von [[Daniel La Ponte]] und [[Oscar Corrado]], die infolge innerer Spannungen und Abspaltungen zunehmend geschwächt wurden. Mit seinem gemäßigt-marktwirtschaftlichen und konservativ-bürgerlichen Kurs schaffte es Luciaro, die Christdemokraten als dominante Kraft des bürgerlichen Lagers zu behaupten. Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950|Kammerwahlen 1950]] trat Luciaro als Spitzenkandidat des Mitte-Rechts-Bündnisses [[CSD|Convergência]] an, das deutlich stärkste Kraft im Parlament wurde. Der Erfolg brachte Luciaro auf einen Höhepunkt seiner Macht. Die 1952 unter Führung Luciaros als Partei gegründete [[Convergência Social Democrática]] (CSD) stellte daher faktisch nichts weiter als eine Erweiterung der christdemokratischen PCC durch ihre bisherigen bürgerlichen Satelliten aus MPD, UNP und der Bauernpartei [[FNC]] dar. In der neuen Partei begleitete Luciaro zunächst keine Ämter, wurde 1954 aber als Nachfolger des zum Staatspräsidenten gewählten [[Ariel de la Roya]] zum Vorsitzenden der Partei gewählt.  
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In seiner Amtszeit gelang es Luciaro, der zunächst weiterhin das Justizministerium weiterführte, eine starke Stellung des Regierungschefs zu etablieren. Mit seinem gemäßigt-marktwirtschaftlichen und konservativ-bürgerlichen Kurs schaffte es Luciaro, die Christdemokraten als dominante Kraft des bürgerlichen Lagers zu behaupten.  
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Im August 1950 demissionierte Luciaro als Premierminister, nachdem es zu schweren Vorwürfen gegen seinen Amtsleiter gekommen war, wurde aber zwei Monaten erneut zum Ministerpräsidenten ernannt. Die Christdemokraten wurden deutlich stärkste Kraft im Parlament, sodass er seine Ministerpräsidentschaft in der Koalition mit [[ASUL|Sozialisten]] und [[PRR|Linksliberalen]] weiterführen konnte.
  
 
=== Bilanz seiner Ministerpräsidentschaft ===
 
=== Bilanz seiner Ministerpräsidentschaft ===
In der ersten Hälfte der Fünfziger Jahre wurde Sagradien von einer so genannten [[Zentrumskoalition]] aus Luciaros Christdemokraten und seinen konservativen Verbündeten sowie den Sozialdemokraten Santo de la Ilpas regiert. Ministerpräsident Luciaro und Außenminister Ilpa prägten das Land und setzten eine deutliche außenpolitische Orientierung im Hinblick auf eine Westorientierung, NATO-Mitgliedschaft und europäische Zusammenarbeit durch. Unter der Führung Luciaros gehörte Sagradien 1949 zu den Gründernationen der nordatlantischen Verteidigungsallianz NATO sowie des Europarats. Von Beginn an unterstützte Luciaro den so genannten Schuman-Plan, der 1951/52 zur Gründung der so genannten Montanunion führte. Auch die Römischen Verträge von 1957 mit der Gründung von EWG und Euratom gelten als außenpolitische Leistungen Luciaros, der mit seinem Kurs nicht nur dem Widerstand der kommunistischen und nationalistischen Rändern, sondern zeitweise auch der Sozialisten sowie Teilen der Liberalen trotzte. Luciaro gilt deswegen auch neben Robert Schumann, Jean Monnet, Alcide de Gasperi und Konrad Adenauer als einer der Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft und wurde im Jahr 1956 mit dem Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Die europäische Integration wurde 1954/55 ergänzt durch eine Aussöhnung mit dem [[Micolinien|micolinischen Nachbarn]], für die vor allem Santo de la Ilpa eintrat, und die im Sommer 1955 schließlich zur [[Golen-Verträge|Lösung der seit 1935 offenen Golen-Frage]] führte.
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In der ersten Hälfte der Fünfziger Jahre wurde Sagradien von einer so genannten [[Zentrumskoalition]] aus Luciaros Christdemokraten usowie den Sozialdemokraten Santo de la Ilpas regiert. Ministerpräsident Luciaro und Außenminister Ilpa prägten das Land und setzten eine deutliche außenpolitische Orientierung im Hinblick auf eine Westorientierung, NATO-Mitgliedschaft und europäische Zusammenarbeit durch. Unter der Führung Luciaros gehörte Sagradien 1949 zu den Gründernationen der nordatlantischen Verteidigungsallianz NATO sowie des Europarats. Von Beginn an unterstützte Luciaro den so genannten Schuman-Plan, der 1951/52 zur Gründung der so genannten Montanunion führte. Auch die Römischen Verträge von 1957 mit der Gründung von EWG und Euratom gelten als außenpolitische Leistungen Luciaros, der mit seinem Kurs nicht nur dem Widerstand der kommunistischen und nationalistischen Rändern, sondern zeitweise auch der Sozialisten sowie Teilen der Liberalen trotzte. Luciaro gilt deswegen auch neben Robert Schumann, Jean Monnet, Alcide de Gasperi und Konrad Adenauer als einer der Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft und wurde im Jahr 1956 mit dem Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Die europäische Integration wurde 1954/55 ergänzt durch eine Aussöhnung mit dem [[Mikolinien|mikolinischen Nachbarn]], für die vor allem Santo de la Ilpa eintrat, und die im Sommer 1955 schließlich zur [[Golen-Verträge|Lösung der offenen Golen-Frage]] führte.
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Innenpolitisch setzte Luciaro im Bündnis mit Ilpa eine umfangreiche Sozialstaatsgesetzgebung durch, die jedoch nach dem Ausscheiden der Sozialdemokraten 1955 in der neuen liberal-konservativen Koalition durch einen stärker wirtschaftsfreundlichen Kurs ergänzt wurde. Nach seinem [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1958|erneuten Wahlsieg 1958]] geriet Luciaro zunehmend in Gegensatz mit den eher progressiven Kräften seiner Koalition, die anfingen, den autoritär-konservativen Kurs in der Innen- und Justizpolitik zu kritisieren. Dazu gehörten vor allem die aus der radikalen Tradition stammenden Politiker der liberalen [[UDS|Demokratischen Union]], die seit 1955 als Bündnispartner der PPC mitregierten. Hinzu kamen gesundheitliche Probleme Luciaros, der mit Atembeschwerden rang, aber auch eine zunehmend Unzufriedenheit in der Partei über die anhaltende Machtposition Luciaros. Besonders sein lange als Kronprinz gehandelter Finanzminister [[Carles Favale]] wurde bald als Gegenspieler betrachtet.
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=== Ende der Ministerpräsidentschaft ===
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Nachdem die Volkspartei bei der [[Parlamentswahl 1958]] erstmals hatte Verluste hinnehmen müssen, mehrten sich die Stimmen in der Partei, die auf eine baldige Wachablösung an der Regierungsspitze drängten. Als sich auch parteiintern die Stimmen mehrten, die eine vorzeitige Ablösung Luciaros im Regierungsamt wünschten und auf seine Gesundheit verwiesen, entschied sich Luciaro schließlich, im zum Mai 1959 sein Amt niederzulegen und sich aus der Regierungspolitik zurückzuziehen. Anlass dieser Entscheidung waren öffentliche Forderungen, unter anderem des neuen Exekutivsekretärs der Partei [[Martín Nêu Regríguez]]' an Luciaro, der Öffentlichkeit und seiner Partei mitzuteilen, ob er die Legislaturperiode beenden wolle, um rechtzeitig einen Nachfolger zu bestimmen. Dieses Vorgehen empfand Luciaro als Palastrevolte und zog sich daraufhin aus dem Regierungsamt zurück.
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Als Nachfolger empfahl Luciaro schließlich seinen Finanzminister [[Carles Favale]], mit dem es aber schon zuvor zu Spannungen gekommen war.
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Favale wurde schließlich neuer Ministerpräsident, Luciaro blieb aber Vorsitzender der [[Volkspartei]] und nahm als solcher auch weiterhin Einfluss auf die Regierungspolitik.
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=== Präsident der Republik ===
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Nach dem Ausscheiden aus der Regierung wurde Luciaro zum Präsidenten der parlamentarischen Versammlung des Europarats gewählt. Bei der [[Präsidentschaftswahl 1960]] kandidierte Luciaro um die Nachfolge seines Parteifreunds [[Fernando de la Roya]] und wurde schließlich zum neuen [[Staatspräsident]]en Sagradiens gewählt.  
  
Innenpolitisch setzte Luciaro im Bündnis mit Ilpa eine umfangreiche Sozialstaatsgesetzgebung durch, die jedoch nach dem Ausscheiden der Sozialdemokraten 1955 in der neuen liberal-konservativen Koalition durch einen stärker wirtschaftsfreundlichen Kurs ergänzt wurde. Nach seinem [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1958|erneuten Wahlsieg 1958]] geriet Luciaro zunehmend in Gegensatz mit den eher progressiven Kräften seiner Koalition, die anfingen, den autoritär-konservativen Kurs in der Innen- und Justizpolitik zu kritisieren. Dazu gehörten vor allem die aus der radikalen Tradition stammenden Politiker der liberalen [[UDS|Demokratischen Union]], die seit 1955 als Bündnispartner der CSD mitregierten. Hinzu kamen gesundheitliche Probleme Luciaros, der mit Atembeschwerden rang. Als sich auch parteiintern die Stimmen mehrten, die eine vorzeitige Ablösung Luciaros im Regierungsamt wünschten, entschied sich Luciaro schließlich im Herbst 1959, zum Januar 1960 sein Amt niederzulegen und sich aus der Regierungspolitik zurückzuziehen. Als Nachfolger favorisierte er zunächst seinen Kabinettschef [[Dián Jocéntilo Sánchez]]. Dieser konnte sich jedoch nicht gegen den in der Partei höher angesehenen [[Carles Angel Favale]] durchsetzen, der lange Zeit als Kronprinz Luciaros angesehen worden war, Luciaro selbst aber schließlich als zu wenig kompromissbereit galt. Dennoch wurde Favale schließlich neuer Ministerpräsident.
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Als Präsident der Republik versuchte Luciaro größeren Einfluss auf die Regierungspolitik zu nehmen als sein Vorgänger, was zu häufigen Reibungen mit Ministerpräsident [[Carles Favale]] und den Regierungsparteien kam. Als die [[Volkspartei]] unter Luciaros Amtsnachfolger [[Carles Favale]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Parlamentswahl 1962]] schwere Verluste hinnehmen musste, drängte Luciaro schließlich gegen den Willen Favales auf die Bildung einer Großen Koalition und ernannte den früheren Innenminister [[Martín Ánibal Costa]] zum neuen Regierungschef. Nach Scheitern der Koalition löste er die [[Abgeordnetenkammer]] auf, was de facto aber zum Machtverlust seiner Partei führte. Nach der vorgezogenen [[Parlamentswahl 1963]] sah er sich schließlich gezwungen, den Sozialisten [[António Santiago]] zum Regierungschef zu ernennen.  
  
=== Leben nach der Ministerpräsidentschaft ===
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Luciaro starb im Januar 1965 wenige Monate vor dem regulären Ende seiner ersten Amtszeit als Präsident.
Luciaro zog sich weitgehend aus der nationalen Politik zurück und gab 1961 auch sein Parteiamt auf, wurde jedoch zum Ehrenvorsitzenden der CSD ernannt. Sein Nachfolger Favale verlor die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Wahl 1962]] und musste als Ministerpräsident zurücktreten. Luciaro wurde kurz nach seinem Rücktritt als Regierungschef zum Präsidenten der Europäischen Parlamentarischen Versammlung gewählt, der er bis 1962 vorstand.
 
  
 
== Politische Funktionen ==
 
== Politische Funktionen ==
 
=== Öffentliche Ämter ===
 
=== Öffentliche Ämter ===
* 1932-1938: Bürgermeister der Stadt [[Vierna]]
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* 1930-1934: Bürgermeister von [[Vierna]]
* 1944-1945: Kommissar für öffentliche Verwaltung der [[Provisorische Regierung Dini|Provisorischen Regierung Dini]]
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* 1934-1936: Staatssekretär im sagradischen [[Innenministerium]]
* 1945-1946: Kommissar für Auswärtige Beziehungen der Regierungen [[Provisorische Regierung Saviola I|Saviola III]] und [[Provisorische Regierung Saviola II|Saviola IV]]
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* 1938-1939: [[Minister für öffentliche Verwaltung]] im [[Kabinett Cajanier]]
* 1946: Präsident und in Personalunion Außenkommissar der [[Provisorische Regierung Luciaro|Provisorischen Regierung]]
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* 1939-1941: Botschafter Sagradiens im Vereinigten Königreich
* 1946-1947: Stellvertretender Ministerpräsident und Minister ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Dorado]] sowie im [[Kabinett Delauro]]
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* 1941-1946: [[Außenminister]] der Regierungen [[Kabinett Dini III|Dini]] und [[Kabinett Saviola III|Saviola]]  
* 1947-1949: Stellvertretender Ministerpräsident und Außenminister im [[Kabinett Ilpa I|Kabinett Ilpa]]
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* 1946-1950: [[Justizminister]] im [[Kabinett Ilpa I]] und [[Kabinett Ilpa II|II]] sowie im [[Kabinett Luciaro I]] und [[Kabinett Luciaro II|II]]
* 1949-1960: Ministerpräsident ([[Kabinett Luciaro II]], [[Kabinett Luciaro III|III]], [[Kabinett Luciaro IV|IV]], [[Kabinett Luciaro V|V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]
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* 1946-1948: [[Stellvertretender Ministerpräsident]] im [[Kabinett Ilpa I]] und [[Kabinett Ilpa II|II]]
* 1955-1957: zugleich Außenminister ([[Kabinett Luciaro V]])
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* 1948-1950: [[Sagradischer Ministerpräsident]] ([[Kabinett Luciaro I]] und [[Kabinett Luciaro II|II]])
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* 1950-1959: [[Sagradischer Ministerpräsident]] ([[Kabinett Luciaro III]], [[Kabinett Luciaro IV|IV]], [[Kabinett Luciaro V|V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]])
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* 1953-1955: zugleich [[Außenminister]] im [[Kabinett Luciaro IV]]
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* 1959-1960: Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarats
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* 1960-1965: [[Präsident der Sagradischen Republik]]
  
 
=== Mandate ===
 
=== Mandate ===
* 1920-1938: Stadtrat von [[Vierna]]
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* 1920-1932: Stadtrat von [[Vierna]]
* 1930-1938: Mitglied der [[Sagradische Abgeordnetenkammer|sagradischen Abgeordnetenkammer]]
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* 1930-1932: Mitglied der [[Sagradische Abgeordnetenkammer|sagradischen Abgeordnetenkammer]]
* 1945-1946: Mitglied der [[Verfassungsgebende Nationalversammlung (1944)|verfassungsgebenden Nationalversammlung]]
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* 1945-1960: Mitglied der [[Sagradische Abgeordnetenkammer|sagradischen Abgeordnetenkammer]]
* 1946-1963: Mitglied der [[Sagradische Abgeordnetenkammer|sagradischen Abgeordnetenkammer]]
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* 1959-1960: Mitglied der Parlamentarischen Versammlung des Europarats
* 1960-1962: Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der EWG
 
* 1960-1962: Präsident der Parlamentarischen Versammlung der EWG
 
  
 
=== Parteiämter ===
 
=== Parteiämter ===
* 1944-1948: Parteisekretär des [[Partido del Cientro Cristiano]] (PCC)
+
* 1945-1948: Sekretär des Exekutivkomitees des [[Partíu Popular de Convergência]] (PPC)
* 1952-1961: Parteivorsitzender der [[Convergência Social Democrática]] (CSD)
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* 1950-1960: Parteivorsitzender des [[Partíu Popular de Convergência]] (PPC)
* Seit 1961: Ehrenvorsitzender der CSD
+
* posthum: Ehrenvorsitzender der PPC
  
[[Kategorie: Regierungschef Sagradiens|Paulo Luciaro]]
+
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|Luciaro]]
[[Kategorie: Außenminister Sagradiens]]
+
[[Kategorie: Politiker PPC|Luciaro]]
 +
[[Kategorie: Präsident der Sagradischen Republik|Luciaro]]
 +
[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens|Luciaro]]
 +
[[Kategorie: Außenminister Sagradiens|Luciaro]]
 +
[[Kategorie: Justizminister Sagradiens|Luciaro]]
 +
[[Kategorie: Stellvertretender Ministerpräsident Sagradiens|Luciaro]]

Aktuelle Version vom 12. April 2025, 21:48 Uhr

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Paulo Manuel Luciaro Ferráiz (*1888 in Nouberez, †1965 in Semest) war ein sagradischer Jurist, Politiker, Diplomat und Staatsmann, der die Geschicke seines Landes als Außenminister (1941-1946 und 1953-1955), Ministerpräsident (1948-1950 und 1950-1959) sowie als Staatspräsident (1960-1965) prägte. Er gilt als einer der Gründerväter der Europäischen Union sowie der europäischen Christdemokratie und als eine der einflussreichsten politischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts in Sagradien.

Der gebürtige Armorer Luciaro begann seine politische Karriere bereits in der Zwischenkriegszeit. Er war Bürgermeister der Stadt Vierna, bekleidete mehrere Ministerämter und gehörte der sagradischen Abgeordnetenkammer an. Nach einer kurzen Zeit als Botschafter in London prägte er als sagradischer Außenminister während des Zweiten Weltkriegs entscheidend die Politik der sagradischen Kriegsregierung unter Ministerpräsident Sergio Dini. Das Außenministeramt bekleidete Luciaro auch nach Kriegsende in der Regierung Saviola, ehe er 1946 Justizminister und im Dezember 1948 Ministerpräsident wurde. Dieses Amt übte er mit einer kurzen Unterbrechung bis Mai 1959 aus und hält mit einer Amtszeit von mehr als zehn Jahren bis heute den Rekord für die längste Amtszeit eines Regierungschefs in der Geschichte der Sagradischen Republik. In dieser Zeit trug er entscheidend zur Stabilisierung der sagradischen Politik und Wirtschaft und zur Verständigung mit den europäischen Nachbarn bei.

Ursprünglich Mitglied der katholisch-konservativen Volksunion wurde Luciaro 1945 Mitbegründer und bis 1948 erster Parteisekretär der christdemokratischen Volkssammlungspartei (PPC), die er anschließend von 1950 bis 1960 als Parteivorsitzender anführte. In dieser Zeit erreichte die Volkspartei ihre historisch größten Wahlerfolge und wurde zu einer der bedeutendsten christdemokratischen Parteigründungen der Nachkriegsära.

Leben[bearbeiten]

Jugend und politische Karriere in der Zweiten Republik[bearbeiten]

Der aus der Bretagne stammende Luciaro besuchte ein Jesuiten-Gymnasium in seiner Heimatstadt und studierte danach Rechts- und Staatswissenschaften in Viça, Semest und Vierna. Während des Studiums gehörte er verschiedenen katholischen Studentenvereinen an. Nach seiner Promotion ließ sich Luciaro 1913 im sagontinischen Vierna nieder, wo er zunächst für einen Rechtsanwalt arbeitete. Zugleich begann er, als Redakteur für verschiedene kleinere Zeitungen zu schreiben.

Im Jahr 1920 wurde Luciaro erstmals in den Stadtrat von Vierna gewählt, wenig später kam er in Kontakt mit der liberalkatholischen Vertá-Gruppe um Don Martín de León und Fernando de la Roya, seit 1922 schrieb er regelmäßig für das Blatt. Er war zudem Mitglied der Liga del Pôblu Jovén, einer Vereinigung junger Katholiken, die der katholischen Acción Popular nahestand und christdemokratische und christlich-soziale Ideen entwickelte.

In den dreißiger Jahren machte Luciaro als Mitglied der konservativ-katholischen Volksunion Karriere. Er war von 1930 bis 1934 Bürgermeister der Stadt Vierna in Sarmay und wurde danach zum Staatssekretär im sagradischen Innenministerium berufen und 1936 erstmals in die Abgeordnetenkammer gewählt. Im April 1938 übernahm er in der Regierung von Julen Cajanier den Posten des Ministers für öffentliche Verwaltung, wurde 1939 aber als Botschafter nach London geschickt, wo er die Kontakte zur britischen Regierung unter Winston Churchill organisierte.

Weltkrieg und Nachkriegszeit[bearbeiten]

Nach Beginn des Kriegs gehörte Luciaro zunächst zu den Befürwortern eines Neutralitätskurses, argumentierte aber bald zugunsten eines sagradischen Kriegseintritts auf alliierter Seite. Nach Eintritt Sagradiens in den Weltkrieg im Dezember 1941 galt Luciaro aufgrund seiner Kontakte nach Großbritannien als gefragter Mann und wurde in der Regierung Dini zum Außenminister berufen. Diesen Posten füllte er den gesamten Krieg über aus.

Auch das Programm einer großen christdemokratischen Sammlungspartei, unter dem Namen Convergência bekannt, fand Luciaros Unterstützung. 1945 gehörte er schließlich zu den Gründern der neuen Volkssammlungspartei (PPC), in der die rechtskatholische Volksunion zusammen mit der Volksdemokratischen Partei und verschiedenen linkskatholischen und bürgerlichen Bewegungen aufging.

Während Parteipräsident Amentino Xavier-Castrell und Senatspräsident Fernando De la Roya zunächst als bekannte Zugpferde der Partei galten, übernahm Luciaro die Organisationsarbeit. Als Sekretär des Exekutivkomitees nahm er dabei von Beginn an eine Schlüsselstellung ein. Seinem Willen nach sollte die PPC eine nicht-konfessionelle christlich-orientierte Sammlungspartei darstellen, die demokratisch und nicht-sozialistisch sein sollte. Dieser pragmatische liberalkatholisch dominierte Kurs setzte sich in der Partei bald durch, nachdem der linkskatholische Flügel um Nino Cabal, der einen christlichen Sozialismus propagierte, bald ins Abseits geriet und die Partei schließlich auch größtenteils verließ.

Im August 1945 wurde Luciaro in die sagradische Nationalversammlung gewählt, in der die Volkssammlungspartei als Nachfolgerin der Volksunion die stärkste Fraktion stellte. Nach der Wahl Sergio Dinis zum Staatspräsidenten führten die Christdemokraten die bestehende sogenannte "Demokratische Koalition" mit Kommunisten, Sozialisten und Radikalen fort, die aus der Kriegskoalition Dinis hervorgegangen war.

In der Partei kritisierten Teile des konservativen Flügels Luciaro und die PPC für den „Pakt mit dem Teufel“, namentlich mit Kommunisten und Sozialisten. Luciaro war aber überzeugt, dass allein eine solche Koalition des demokratischen Konsenses das Land wiederaufbauen und eine stabile liberale Demokratie etablieren könne. Vor allem sollte die alte Spannung zwischen linken Säkularen und rechten Katholiken vermieden werden.

Ministerämter und Ministerpräsidentschaft[bearbeiten]

Nach fünf Jahren als Außenminister in der Kriegsregierung Dini III und in der Nachfolgeregierung Saviola wurde Luciaro 1946 im Kabinett des gemäßigten Sozialisten Santo de l'Ilpa Justizminister und Vizeministerpräsident. Er rückte damit in eine Schlüsselstellung.

Luciaro und Ilpa sollten in den Folgejahren zu engen politischen Weggefährten und Vertrauten werden. Nach dem Austritt des Partíu Radical aus der Regierungskoalition und der Demission der Regierung Ilpa im Herbst 1948 erhielt Luciaro von Präsident Dini schließlich selbst den Auftrag zur Regierungsbildung und wurde schließlich als Nachfolger Ilpas Ministerpräsident. Dieser blieb aber als Stellvertreter Luciaros und Außenminister in der Regierung.

Gleichzeitig gab Luciaro sein Amt als Exekutivsekretär der Volkspartei an Benito Mello ab, blieb aber eigentlicher Führer der Partei, ehe er 1950 als Nachfolger von Fernando de la Roya auch offiziell in das Amt des Parteivorsitzenden gewählt wurde.

In seiner Amtszeit gelang es Luciaro, der zunächst weiterhin das Justizministerium weiterführte, eine starke Stellung des Regierungschefs zu etablieren. Mit seinem gemäßigt-marktwirtschaftlichen und konservativ-bürgerlichen Kurs schaffte es Luciaro, die Christdemokraten als dominante Kraft des bürgerlichen Lagers zu behaupten.

Im August 1950 demissionierte Luciaro als Premierminister, nachdem es zu schweren Vorwürfen gegen seinen Amtsleiter gekommen war, wurde aber zwei Monaten erneut zum Ministerpräsidenten ernannt. Die Christdemokraten wurden deutlich stärkste Kraft im Parlament, sodass er seine Ministerpräsidentschaft in der Koalition mit Sozialisten und Linksliberalen weiterführen konnte.

Bilanz seiner Ministerpräsidentschaft[bearbeiten]

In der ersten Hälfte der Fünfziger Jahre wurde Sagradien von einer so genannten Zentrumskoalition aus Luciaros Christdemokraten usowie den Sozialdemokraten Santo de la Ilpas regiert. Ministerpräsident Luciaro und Außenminister Ilpa prägten das Land und setzten eine deutliche außenpolitische Orientierung im Hinblick auf eine Westorientierung, NATO-Mitgliedschaft und europäische Zusammenarbeit durch. Unter der Führung Luciaros gehörte Sagradien 1949 zu den Gründernationen der nordatlantischen Verteidigungsallianz NATO sowie des Europarats. Von Beginn an unterstützte Luciaro den so genannten Schuman-Plan, der 1951/52 zur Gründung der so genannten Montanunion führte. Auch die Römischen Verträge von 1957 mit der Gründung von EWG und Euratom gelten als außenpolitische Leistungen Luciaros, der mit seinem Kurs nicht nur dem Widerstand der kommunistischen und nationalistischen Rändern, sondern zeitweise auch der Sozialisten sowie Teilen der Liberalen trotzte. Luciaro gilt deswegen auch neben Robert Schumann, Jean Monnet, Alcide de Gasperi und Konrad Adenauer als einer der Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft und wurde im Jahr 1956 mit dem Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Die europäische Integration wurde 1954/55 ergänzt durch eine Aussöhnung mit dem mikolinischen Nachbarn, für die vor allem Santo de la Ilpa eintrat, und die im Sommer 1955 schließlich zur Lösung der offenen Golen-Frage führte.

Innenpolitisch setzte Luciaro im Bündnis mit Ilpa eine umfangreiche Sozialstaatsgesetzgebung durch, die jedoch nach dem Ausscheiden der Sozialdemokraten 1955 in der neuen liberal-konservativen Koalition durch einen stärker wirtschaftsfreundlichen Kurs ergänzt wurde. Nach seinem erneuten Wahlsieg 1958 geriet Luciaro zunehmend in Gegensatz mit den eher progressiven Kräften seiner Koalition, die anfingen, den autoritär-konservativen Kurs in der Innen- und Justizpolitik zu kritisieren. Dazu gehörten vor allem die aus der radikalen Tradition stammenden Politiker der liberalen Demokratischen Union, die seit 1955 als Bündnispartner der PPC mitregierten. Hinzu kamen gesundheitliche Probleme Luciaros, der mit Atembeschwerden rang, aber auch eine zunehmend Unzufriedenheit in der Partei über die anhaltende Machtposition Luciaros. Besonders sein lange als Kronprinz gehandelter Finanzminister Carles Favale wurde bald als Gegenspieler betrachtet.

Ende der Ministerpräsidentschaft[bearbeiten]

Nachdem die Volkspartei bei der Parlamentswahl 1958 erstmals hatte Verluste hinnehmen müssen, mehrten sich die Stimmen in der Partei, die auf eine baldige Wachablösung an der Regierungsspitze drängten. Als sich auch parteiintern die Stimmen mehrten, die eine vorzeitige Ablösung Luciaros im Regierungsamt wünschten und auf seine Gesundheit verwiesen, entschied sich Luciaro schließlich, im zum Mai 1959 sein Amt niederzulegen und sich aus der Regierungspolitik zurückzuziehen. Anlass dieser Entscheidung waren öffentliche Forderungen, unter anderem des neuen Exekutivsekretärs der Partei Martín Nêu Regríguez' an Luciaro, der Öffentlichkeit und seiner Partei mitzuteilen, ob er die Legislaturperiode beenden wolle, um rechtzeitig einen Nachfolger zu bestimmen. Dieses Vorgehen empfand Luciaro als Palastrevolte und zog sich daraufhin aus dem Regierungsamt zurück.

Als Nachfolger empfahl Luciaro schließlich seinen Finanzminister Carles Favale, mit dem es aber schon zuvor zu Spannungen gekommen war. Favale wurde schließlich neuer Ministerpräsident, Luciaro blieb aber Vorsitzender der Volkspartei und nahm als solcher auch weiterhin Einfluss auf die Regierungspolitik.

Präsident der Republik[bearbeiten]

Nach dem Ausscheiden aus der Regierung wurde Luciaro zum Präsidenten der parlamentarischen Versammlung des Europarats gewählt. Bei der Präsidentschaftswahl 1960 kandidierte Luciaro um die Nachfolge seines Parteifreunds Fernando de la Roya und wurde schließlich zum neuen Staatspräsidenten Sagradiens gewählt.

Als Präsident der Republik versuchte Luciaro größeren Einfluss auf die Regierungspolitik zu nehmen als sein Vorgänger, was zu häufigen Reibungen mit Ministerpräsident Carles Favale und den Regierungsparteien kam. Als die Volkspartei unter Luciaros Amtsnachfolger Carles Favale bei der Parlamentswahl 1962 schwere Verluste hinnehmen musste, drängte Luciaro schließlich gegen den Willen Favales auf die Bildung einer Großen Koalition und ernannte den früheren Innenminister Martín Ánibal Costa zum neuen Regierungschef. Nach Scheitern der Koalition löste er die Abgeordnetenkammer auf, was de facto aber zum Machtverlust seiner Partei führte. Nach der vorgezogenen Parlamentswahl 1963 sah er sich schließlich gezwungen, den Sozialisten António Santiago zum Regierungschef zu ernennen.

Luciaro starb im Januar 1965 wenige Monate vor dem regulären Ende seiner ersten Amtszeit als Präsident.

Politische Funktionen[bearbeiten]

Öffentliche Ämter[bearbeiten]

Mandate[bearbeiten]

Parteiämter[bearbeiten]