António Fiali: Unterschied zwischen den Versionen

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'''António Fiali Cerres''' (*1939 in Buenos Aires) ist ein argentinisch-[[Sagradien|sagradischer]] Gewerkschafter und Politiker der [[PCS|Sagradischen Kommunistischen Partei]] (PCS). Er bekleidete von 1990 bis 1993 das Amt des Ersten Sekretärs der Partei und führte sie bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1990|Parlamentswahlen 1990]],[[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1998|1998]], [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2002|2002]], [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006|2006]] und [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2008|2008]] als Spitzenkandidat an. Von 2008 bis 2012 war Fiali als Vertreter des Linksbündnisses [[SDU]] Vizepräsident der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]].
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'''António Fiali Cerres''' (*1939 in Buenos Aires, Argentinien) ist ein [[Sagradien|sagradischer]] Gewerkschafter, Politiker und Publizist. Fiali gehörte in den achtziger Jahren zur Führung der kommunistischen Gewerkschaft [[CGL]] und zum Reformflügel der [[Sagradischen Kommunistischen Partei]] (PCS). 1991 wurde er zu deren Erstem Sekretär gewählt und setzte in der Folge eine umfassende strukturelle und programmatische Erneuerung durch.
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Auch nach seinem Rücktritt als PCS-Sekretär im Jahr 1997 blieb Fiali eine der führenden Figuren im Linksbündnis [[Unitá de la Sinistra]], das er als Spitzenkandidat in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1994|Parlamentswahlen 1994]], [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1998|1998]] und [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2002|2002]] führte. Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006|Parlamentswahlen 2006]] und [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2009|2009]] trat er in der gleichen Funktion für das Nachfolgebündnis [[Vereinigte Demokratische Linke]] (SDU) an.  
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Fiali gehörte insgesamt 35 Jahre lang der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]] an und fungierte 19 Jahre lang als Fraktionssprecher von [[PCS]]/[[Unitá]] und [[SDU]], ehe er 2009 zum Vizepräsidenten der Kammer gewählt wurde. Nach der [[Parlamentswahl 2013]] beendete er seine lange politische Karriere.
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Fiali ist heute Mitherausgeber der linken Zeitung [[l'Humanitá]] sowie Kuratoriumsmitglied im parteinahen [[Istituto Lorenzo Sabal]].  
  
 
== Leben und Karriere ==
 
== Leben und Karriere ==
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=== Aufstieg ins Politbüro der Kommunistischen Partei ===
 
=== Aufstieg ins Politbüro der Kommunistischen Partei ===
Bereits in seiner Zeit beim Militär trat Fiali dem [[Partido Comunista Sagradês]] (PCS) bei und gehörte dort in den Siebziger Jahren zu den Kritikern der eurokommunistischen Öffnung unter [[Dián Aliureto Chabonet]]. Später allerdings söhnte er sich mit diesem aus und gehörte spätestens seit den frühen Achtziger Jahren zu den Reformern in der Partei. Er sprach sich gegen einen Rückfall in die Abhängigkeit Moskaus aus und trat für ein Bündnis der Partei mit den neuen sozialen Bewegungen ein, die er auch von den Eurokommunisten vernachlässigt sah. Vom Aufkommen der [[Verdes Celarcoes|Regenbogen-Grünen]] in den Achtziger Jahren sah er sich in seinem Kurs bestätigt und gehörte in der PCS zur parteiinternen Opposition gegen die Abschottungstendenzen unter Parteisekretär [[Lorenzo Beregas]].
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Bereits in seiner Zeit beim Militär trat Fiali dem [[Partíu Comunista Sagradês]] (PCS) bei und gehörte dort in den Siebziger Jahren zu den Kritikern der eurokommunistischen Öffnung unter [[Dián Aliureto Chabonet]]. Später allerdings söhnte er sich mit diesem aus und gehörte spätestens seit den frühen Achtziger Jahren zu den Reformern in der Partei. Er sprach sich gegen einen Rückfall in die Abhängigkeit Moskaus aus und trat für ein Bündnis der Partei mit den neuen sozialen Bewegungen ein, die er auch von den Eurokommunisten vernachlässigt sah. Vom Aufkommen der [[Verdes Celarcoes|Regenbogen-Grünen]] in den Achtziger Jahren sah er sich in seinem Kurs bestätigt und gehörte in der PCS zur parteiinternen Opposition gegen die Abschottungstendenzen unter Parteisekretär [[Lorenzo Beregas]].
 
 
Zum ersten Mal trat Fiali auf dem Parteikongress der Kommunisten in [[Noyar]] im März 1989 ins Rampenlicht, als er als einer der Anführer einer parteiinternen Erneuerungsbewegung eine umfangreiche Parteireform verlangte. Fiali brachte seinen Antragskatalog zwar nicht durch, erreichte aber einen Kompromiss mit der Parteiführung um Beregas und wurde erstmals ins Politbüro der Partei gewählt. Dort erhielt er als Parteikoordinator und Wahlkampfbeauftragter entscheidende operative Befugnisse, die es ihm erlaubten, seine Macht in der Partei schlagartig auszubauen. De facto bildete er damit zusammen mit dem zentristischen Beregas eine Art Doppelspitze, in der Fiali zunehmend den Ton angab. In der Folge schmiedete er eine Allianz mit dem unorthodoxen radikal-kommunistischen Flügel aus einzelnen Trotzkisten, Maoisten und anderen Dissidenten gegen die zentristisch-orthodoxe Allianz, die in der Parteiführung dominierte. Gleichzeitig suchte er Kontakt zu anderen kommunistischen und nicht-kommunistischen Linksparteien mit dem Ziel eines Wahlbündnisses für die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1990]].  
 
  
=== Generalsekretär der KPS (1990-1993) ===
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Seit 1979 als Abgeordneter im Parlament vertreten, blieb Fiali bis in die 1980er Jahre hinein in der zweiten Reihe. Zum ersten Mal trat Fiali auf dem Parteikongress der Kommunisten in [[Noyar]] als Reformer im März 1989 ins Rampenlicht, als er als einer der Anführer einer parteiinternen Erneuerungsbewegung eine umfangreiche Parteireform verlangte. Fiali brachte seinen Antragskatalog zwar nicht durch, erreichte aber einen Kompromiss mit der Parteiführung um Beregas und wurde erstmals ins Politbüro der Partei gewählt. Dort erhielt er als Parteikoordinator und Wahlkampfbeauftragter entscheidende operative Befugnisse, die es ihm erlaubten, seine Macht in der Partei schlagartig auszubauen. De facto bildete er damit zusammen mit dem zentristischen Beregas eine Art Doppelspitze, in der Fiali zunehmend den Ton angab. In der Folge schmiedete er eine Allianz mit dem unorthodoxen radikal-kommunistischen Flügel aus einzelnen Trotzkisten, Maoisten und anderen Dissidenten gegen die zentristisch-orthodoxe Allianz, die in der Parteiführung dominierte. Gleichzeitig suchte er Kontakt zu anderen kommunistischen und nicht-kommunistischen Linksparteien mit dem Ziel eines Wahlbündnisses für die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1990]].  
Vor dem Parteitag der Kommunisten in [[Gerón]] im Februar 1990 stellte eine Reihe von Fiali-Vertrauten öffentlich weitreichende Forderungen zur Umsetzung des reformkommunistischen Katalos. Auf dem Parteikongress erklärte Beregas schließlich, der seinen Einfluss in der Partei schwinden sah, seinen Rücktritt vom Parteitamt. In einer Kampfabstimmung gegen den vom orthodoxen Flügel favorisierten [[Marcelo Carregas]] wurde Fiali zum neuen Generalsekretär der Partei gewählt. Eine orthodoxe Minderheit um Carregas-Treue verließ daraufhin die Partei und gründete den [[Partido Comunista d'Unificación Proletária]] (PCUP) in Konkurrenz zur ihrer Meinung nach sozialdemokratisierten PCS. Die Partei gab sich zwar kein neues Programm, verabschiedete aber eine Wahlplattform, die sich deutlich von den traditionellen Positionen der Partei wie auch von eurokommunistischen Tendenzen der Siebziger Jahre unterschied und von der kommunistischen Tradition in Osteuropa deutlich Abstand nahm.  
 
  
Bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1990]] trat die PCS als Führungskraft im neuen Linksbündnis [[Unitá de la Sinistra]] (Unitá-PCS) an, das Fiali zuvor geschmiedet hatte. Dem gehörten neben der PCS die Reste der linksalternativen [[Democrâcia Crítica]], die in [[Aziz]] aus dem [[Partido Comunista d'Aziz]] abgespaltene rot-grüne [[Sinistra Democrática Alternativa]] (SDA), der [[Cuentez|cuentezische]] [[Partido d'Acción Socialista de Cuentez]] (PASC) sowie der linkssozialistische [[Partido Socialista Sagradês]] (PSS) an. Bei der Wahl erhielt das Unitá-Bündnis unter der Führung Fialis 5,6 Prozent der Stimmen. Fiali wurde danach Fraktionssprecher der gemeinsamen Linksaußengruppe in der Kammer und blieb gleichzeitig Generalsekretär der KPS, vereinte damit die höchsten Ämter in der Partei und im Wahlbündnis.
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Vor dem Parteitag der Kommunisten in [[Artir]] im Februar 1990 stellte eine Reihe von Fiali-Vertrauten öffentlich weitreichende Forderungen zur Umsetzung des reformkommunistischen Katalogs. Auf dem Parteitag setzte die Gruppe um Fiali ihren Reformkatalog durch, der schließlich auch von Parteichef Beregas mitgetragen wurde. Die Partei benannte sich (bei Behaltung des Kürzels PCS) in ''Vereinigte Linkspartei'' um und strich alle Bezüge zum Begriff ''Kommunismus'' aus dem Programm. Eine orthodoxe Minderheit um Carregas-Treue verließ daraufhin die Partei und gründete den [[Partíu Comunista d'Unificación Proletária]] (PCUP) in Konkurrenz zur ihrer Meinung nach sozialdemokratisierten PCS.
  
In den Folgejahren versuchte Fiali, eine umfangreiche Parteireform durchzusetzen. Ziel der Reform war es, die Partei umfassend neu zu strukturieren, zu pluralisieren und die letzten Elemente des demokratischen Zentralismus im Parteiapparat zu beseitigen. An die Stelle des Zentralkomitees sollte ein nationales Exekutivkomitee treten und das Politbüro ganz abgeschafft werden. Programmatisch sollte die KPS mit der strikten Auslegung des Leninismus brechen und die Partei für andere kommunistische und sozialistische Denkansätze öffnen. Die bereits in der eurokommunistischen Phase initiierte Aussöhnung mit dem Parlamentarismus sollte intensiviert werden und die Partei auf eine parlamentarische und eine außerparlamentarische Säule gestellt werden, dies im Bündnis mit neuen sozialen Bewegungen und neuen linken Strömungen, etwa der Ökologie- oder der Frauenbewegung.
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=== Generalsekretär des PCS (1991-1997) ===
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Bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1990]] trat die PCS als Führungskraft im neuen Linksbündnis [[Unitá de la Sinistra]] (Unitá-PCS) an, das Fiali zuvor geschmiedet hatte. Dem gehörten neben der PCS die Reste der linksalternativen [[Democrâcia Crítica]], die in [[Aziz]] aus dem [[Partíu Comunista d'Aziz]] abgespaltene rot-grüne [[Sinistra Democrática Alternativa]] (SDA), der [[Cuentez|cuentezische]] [[Partíu d'Acción Socialista de Cuentez]] (PASC) sowie der linkssozialistische [[Partíu Socialista Sagradês]] (PSS) an. Bei der Wahl erhielt das Unitá-Bündnis unter der Führung Fialis 5,6 Prozent der Stimmen. Fiali wurde danach Fraktionssprecher der gemeinsamen Linksaußengruppe in der Kammer und stieg damit zum faktischen Führer der Partei auf.
  
Während seiner Zeit als Generalsekretär musste Fiali jedoch immer wieder Rücksichten auf die noch immer starken Traditionalisten in der Partei nehmen, Kompromisse schließen und bei seinem ambitionierten Programm Abstriche vornehmen. Mit den erzielten Ergebnissen zeigte er sich jedoch zunehmend unzufrieden. Auch die Dominanz der KPS im linken Wahlbündnis führte nun verstärkt zu Problemen mit den Bündnispartnern, die auf ihre Unabhängigkeit pochten. Eine von Fiali angestrebte Umbenennung der Partei in ''Partido de la Sinistra'' scheiterte am Votum der Parteimehrheit, ebenso wie sein Vorschlag, das Unitá-Bündnis mit stärkeren föderalen Strukturen auszustatten, um es schließlich zu einer vereinigten Linkspartei um- und auszubauen.  
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Auf dem Parteikongress in [[Duerez]] im Dezember 1991 schlug Beregas schließlich, der seinen Einfluss in der Partei immer weiter schwinden sah, Fiali als Nachfolger vor. In einer Kampfabstimmung gegen den vom orthodoxen Flügel favorisierten [[Marcelo Carregas]] wurde Fiali zum neuen Generalsekretär der Partei gewählt.  
  
=== Politischer Rückzug und Comeback als Spitzenkandidat 1998 ===
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In den Folgejahren versuchte Fiali, eine umfangreiche Parteireform durchzusetzen. Ziel der Reform war es, die Partei umfassend neu zu strukturieren, zu pluralisieren und die letzten Elemente des demokratischen Zentralismus im Parteiapparat zu beseitigen. An die Stelle des Zentralkomitees sollte ein nationales Exekutivkomitee treten und das Politbüro ganz abgeschafft werden. Programmatisch sollte die PCS endgültig mit dem Leninismus brechen und neue Themen wie Ökologie, Feminismus und Bürgerrechte adaptieren. Die bereits in der eurokommunistischen Phase initiierte Aussöhnung mit dem Parlamentarismus sollte intensiviert werden und die Partei auf eine parlamentarische und eine außerparlamentarische Säule gestellt werden, dies im Bündnis mit neuen sozialen Bewegungen und neuen linken Strömungen, etwa der Ökologie- oder der Frauenbewegung.
Nachdem Fialis Leitantrag auf dem Parteitag der KPS in [[Biniar]] im September 1993 knapp durchgefallen war, erklärte er völlig überraschend seinen Rücktritt als Generalsekretär und sein Ausscheiden aus der Parteiführung. Zum Nachfolger wählten die Delegierten den als Kompromisslösung gedachten Parteizentristen [[Oscar Ricardo Escova]]. Fiali zog sich aus der Parteiführung zurück und verzichtete auch auf die Spitzenkandidatur des Unitá-Bündnisses bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1994]].
 
  
Ohne Fiali erlitt die kommunistisch geführte [[Unitá de la Sinistra|Unitá]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1994]] einen Rückschlag und befand sich nach weiteren Niederlagen schließlich im Sommer/Herbst 1996 in einer existenzbedrohenden Krise befunden hatte, schwenkte der bis dahin auf Ausgleich zwischen Orthodoxen und Reformern bedachte Parteichef [[Oscar Ricardo Escova]] zunehmend auf die Linie Fialis ein und versuchte, die von diesem initiierte und dann abgebrochene Parteireform doch noch zu einem Erfolg zu führen, um die Partei vor dem völligen Verlust jeglichen Einflusses zu bewahren. Fiali, der trotz seines Rückzugs kaum etwas an seinem parteiinternen Einfluss v.a. auf die Reformer in der Partei verloren hatte, unterstützte Escova schließlich bei dem Vorhaben und kehrte in die Programmkommission zurück, die schließlich beim Parteitag der Kommunisten in [[Ligre North]] 1997 ein neues Parteiprogramm einbrachte, das von den Delegierten mit überraschend großer Mehrheit angenommen wurde. Darin wurden neben den klassischen Themen der Partei nun auch Fragen der Emanzipation, der Friedenserhaltung und des Umweltschutzes angesprochen, die zwar zuvor bereits in der Wahlplattform der Unitá aufgetaucht, von der KP selbst aber in ihrem Programm keine Rolle gespielt hatten.  
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Während seiner Zeit als Generalsekretär musste Fiali jedoch immer wieder Rücksichten auf die noch immer starken Traditionalisten in der Partei nehmen, Kompromisse schließen und bei seinem ambitionierten Programm Abstriche vornehmen. Mit den erzielten Ergebnissen zeigte er sich jedoch zunehmend unzufrieden. Auch die Dominanz des PCS im linken Wahlbündnis führte nun verstärkt zu Problemen mit den Bündnispartnern, die auf ihre Unabhängigkeit pochten. Eine von Fiali angestrebte Parteineubildung aus dem Unitá-Bündnis heraus scheiterte am Unwillen der Parteimehrheit, die eigenständige Parteitradition aufzugeben.  
  
Auf dem Parteitag war Fiali auch mit einer kämpferischen Rede zugunsten des neuen Programms aufgetreten, was allgemein als Rückkehr in die Parteimitte verstanden worden war. In der Folge kam es immer wieder zu Spekulationen über eine Rückkehr des populären und einflussreichen Fiali an die Spitze der Partei. Schließlich präsentierte Parteichef Escova im Frühjahr 1998 Fiali als Spitzenkandidaten der Unitá für die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1998|Parlamentswahlen im Herbst]]. Der zurückgekehrte Fiali führte das im [[Pacto de l'Unitá de la Sinistra]] erneuerte Wahlbündnis deutlich unabhängig von der Partei und mit der offen eingeräumten Möglichkeit, nach der Wahl eine Mitte-Links-Regierung zu unterstützen, um die Regierung des Konservativen [[Josep Carles Otero]] zu beenden.
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=== Fraktionschef der Linken (1990-2009) ===
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Bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1994]] erlebte das postkommunistische Unitá-Bündnis einen Rückschlag und befand sich nach weiteren Niederlagen schließlich im Sommer/Herbst 1996 in einer existenzbedrohenden Krise. In der Folge zog sich Fiali vom Parteivorsitz zurück und konzentrierte sich auf die Aufgabe im Parlament. Nachfolger wurde der auf Ausgleich zwischen Orthodoxen und Reformern bedachte [[Oscar Ricardo Escova]].
  
=== Fraktionschef der Linken (1998-2008) ===
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Unter der Führung von António Fiali, nach wie vor einer der populärsten Politiker des Landes, kam die Unitá bei der Wahl auf einen Stimmenanteil von 5,6 Prozent, was ein leichtes Plus gegenüber 1994 bedeutete, Wahlsieger wurde die vom [[ASUL|Sozialisten]] [[Julio De la Costa]] angeführte rot-grüne Mitte-Links-Allianz, die jedoch auf die Bildung einer Regierung auf die Unterstützung Fialis und der Linksparteien angewiesen war. Fiali setzte sich schließlich gegen Widerstände in der eigenen Partei und im Linksbündnis durch und einigte sich mit De la Costa auf die Tolerierung einer rot-grünen Minderheitsregierung durch die äußere Linke. In den folgenden acht Jahren war De la Costas Koalitionsregierung aus der sozialdemokratischen [[ASUL]] und den sagradischen [[Grünen]] vom Wohlwollen und der indirekten Unterstützung durch die Linkspartei und deren linke Bündnispartner angewiesen. Als Fraktionschef der Unitá-Fraktion in der Abgeordnetenkammer war Fiali nun der starke Mann der Linken und der Garant für die Verlässlichkeit der Links-Allianz. Trotz heftigen Erschütterungen, etwa um die Teilnahme Sagradiens am Kosovokrieg 1999 oder am Afghanistankrieg 2001, hielt die Mehrheit auch nach der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2002]], nach der es zur gleichen parlamentarischen Konstellation wie bereits 1998 gekommen war.  
Unter der Führung von António Fiali, nach wie vor einer der populärsten Politiker des Landes, kam die Unitá bei der Wahl auf einen Stimmenanteil von 5,6 Prozent, was ein leichtes Plus gegenüber 1994 bedeutete, Wahlsieger wurde die vom [[ASUL|Sozialisten]] [[Julio De la Costa]] angeführte rot-grüne Mitte-Links-Allianz, die jedoch auf die Bildung einer Regierung auf die Unterstützung Fialis und der Kommunisten angewiesen war. Fiali setzte sich schließlich gegen Widerstände in der eigenen Partei und im Linksbündnis durch und einigte sich mit De la Costa auf die Tolerierung einer rot-grünen Minderheitsregierung durch die äußere Linke. In den folgenden acht Jahren war De la Costas Koalitionsregierung aus der sozialdemokratischen [[ASUL]] und den sagradischen [[Grünen]] vom Wohlwollen und der indirekten Unterstützung durch die Kommunistische Partei und deren linke Bündnispartner angewiesen. Als Fraktionschef der Unitá-Fraktion in der Abgeordnetenkammer war Fiali nun der starke Mann der Linken und der Garant für die Verlässlichkeit der Links-Allianz. Trotz heftigen Erschütterungen, etwa um die Teilnahme Sagradiens am Kosovokrieg 1999 oder am Afghanistankrieg 2001, hielt die Mehrheit auch nach der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2002]], nach der es zur gleichen parlamentarischen Konstellation wie bereits 1998 gekommen war.  
 
  
Die Unitá ging mit einem Stimmenanteil von nur 3,6 Prozent jedoch deutlich geschwächt aus der Wahl hervor und auch Fiali war nicht mehr unumstritten, da er mit seiner kooperativen Strategie für die Niederlage verantwortlich gemacht wurde. In dieser Zeit konnte er jedoch auf die Hilfe durch KPS-Chef Escova bauen, der Fialis Kurs unterstützte. Zwar wurde die Tolerierung fortgesetzt, das Unitá-Bündnis erlebte jedoch immer größere Erosionserscheinungen, zumal in der regierenden ASUL einflussreiche Kräfte für einen stärker neoliberal geprägten "Reformkurs" eintrat. Der Rückzug mehrerer nicht-parteikommunistischer Abgeordneter aus der gemeinsamen Kammergruppe bedeutete schließlich im Jahr 2004 das Ende des von Fiali wesentlich geprägten Linksbündnisses. In der Folge mehrten sich die Fragen, in denen die Linke bewusst gegen die Linie der Regierung De la Costa abstimmte.
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Die Unitá ging mit einem Stimmenanteil von nur 3,6 Prozent jedoch deutlich geschwächt aus der Wahl hervor und auch Fiali war nicht mehr unumstritten, da er mit seiner kooperativen Strategie für die Niederlage verantwortlich gemacht wurde. In dieser Zeit konnte er jedoch auf die Hilfe durch PCS-Chef Escova bauen, der Fialis Kurs unterstützte. Zwar wurde die Tolerierung fortgesetzt, das Unitá-Bündnis erlebte jedoch immer größere Erosionserscheinungen, zumal in der regierenden ASUL einflussreiche Kräfte für einen stärker neoliberal geprägten "Reformkurs" eintrat. Der Rückzug mehrerer nicht-parteikommunistischer Abgeordneter aus der gemeinsamen Kammergruppe bedeutete schließlich im Jahr 2004 das Ende des von Fiali wesentlich geprägten Linksbündnisses. In der Folge mehrten sich die Fragen, in denen die Linke bewusst gegen die Linie der Regierung De la Costa abstimmte.
  
Die Wahl des Mitte-Reformers [[Santiago Diaz de Velozo]] zum neuen Parteichef der [[ASUL]] im Herbst 2005 und der Austritt einer Reihe von linkssozialistischen Mitgliedern der ASUL aus der Partei ermöglichte es der KPS, ein neues Bündnis mit linken ASUL-Dissidenten gegen die zunehmend als neoliberal bezeichnete Politik der rot-grünen Regierung zu schließen. Anlässlich der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006]] bildete Fiali gemeinsam mit [[Paulo Satyres]] und [[Luca Cardoso]], den Führungsfiguren der neuen linkssozialistischen und im Dissens zur ASUL gegründeten Linkspartei [[DSS]], ein neues kommunistisch-linkes Wahlbündnis, das mit Fiali als Spitzenkandidaten, Satyres als bekanntem Führungspolitiker und einer radikal-populistischen Anti-ASUL-Kampagne 5,2 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Die aus dieser Kooperation erwachsende neue vereinigte Linke [[Sinistra Democrática Unida]] wurde wesentlich von Fiali mitgeprägt, der darin eine Verwirklichung seines Versuchs der frühen Neunziger Jahre sah, eine neue integrierte linkssozialistische Reformalternative mit einer parteiähnlichen Struktur zu etablieren, die aus dem Schatten der alten KPS heraustreten könnte.
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Die Wahl des Mitte-Reformers [[Santiago Diaz de Velozo]] zum neuen Parteichef der [[ASUL]] im Herbst 2005 und der Austritt einer Reihe von linkssozialistischen Mitgliedern der ASUL aus der Partei ermöglichte es dem PCS, ein neues Bündnis mit linken ASUL-Dissidenten gegen die zunehmend als neoliberal bezeichnete Politik der rot-grünen Regierung zu schließen. Anlässlich der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006]] bildete Fiali gemeinsam mit [[Paulo Satyres]] und [[Luca Cardoso]], den Führungsfiguren der neuen linkssozialistischen und im Dissens zur ASUL gegründeten Linkspartei [[DSS]], ein neues linkes Wahlbündnis, das mit Fiali als Spitzenkandidaten, Satyres als bekanntem Führungspolitiker und einer radikal-populistischen Anti-ASUL-Kampagne 5,2 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Die aus dieser Kooperation erwachsende neue vereinigte Linke [[Sinistra Democrática Unida]] wurde wesentlich von Fiali mitgeprägt, der darin eine Verwirklichung seines Versuchs der frühen Neunziger Jahre sah, eine neue integrierte linkssozialistische Reformalternative mit einer parteiähnlichen Struktur zu etablieren, die aus dem Schatten der alten KPS heraustreten könnte.
  
=== Vizepräsident der Abgeordnetenkammer (2008-2012) ===
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=== Vizepräsident der Abgeordnetenkammer (2009-2013) ===
Nachdem die SDU in einem breiteren Bündnis aus [[PCS]], [[DSS]] und anderen linken Gruppen bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2008]] mit 7,2 Prozent der Stimmen zur viertstärksten Kraft im Land aufgestiegen war, verzichtete Fiali - im Wahlkampf noch Spitzenkandat - auf die erneute Wahl zum Fraktionssprecher und bewarb sich für die SDU um einen Posten als Vizepräsident der [[Abgeordnetenkammer]]. Nach seiner erfolgreichen Wahl wurde [[Nícola Mersenburg-López]], der wiederholt als Kronprinz Fialis bezeichnet wurde, zu seinem Nachfolger an der Spitze der Fraktion gewählt. Damit begann für Fiali ein Abschied auf Raten aus der aktiven Politik und aus der Führung der Linken, die im Jahr 2010 mit dem offiziellen Verzicht Fialis auf eine neuerliche Spitzenkandidatur bei der nächsten Parlamentswahl endgültig wurde.  
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Nachdem die SDU in einem breiteren Bündnis aus [[PCS]], [[DSS]] und anderen linken Gruppen bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2009]] mit 9 Prozent der Stimmen zur viertstärksten Kraft im Land aufgestiegen war, verzichtete Fiali - im Wahlkampf noch Spitzenkandat - auf die erneute Wahl zum Fraktionssprecher und bewarb sich für die SDU um einen Posten als Vizepräsident der [[Abgeordnetenkammer]]. Damit begann für Fiali ein Abschied auf Raten aus der aktiven Politik und aus der Führung der Linken, die im Jahr 2011 mit dem offiziellen Verzicht Fialis auf eine neuerliche Spitzenkandidatur bei der nächsten Parlamentswahl endgültig wurde.
  
 
=== Rückzug aus der Politik ===
 
=== Rückzug aus der Politik ===
Nach vier Jahren im Parlamentspräsidium erklärte Fiali Anfang 2012 seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur zur [[Abgeordnetenkammer]]. Nach Ablauf der Wahlperiode 2008-2012 schied er schließlich aus dem Parlament aus.
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Nach vier Jahren im Parlamentspräsidium erklärte Fiali Anfang 2013 seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur zur [[Abgeordnetenkammer]]. Nach Ablauf der Wahlperiode 2009-2013 schied er schließlich aus dem Parlament aus. Wenig später wurde er Mitherausgeber der parteinahen linken [[l'Humanitá]].  
  
Dennoch blieb Fiali auch in der Folge eine Integrationsfigur in seiner Partei und meldete sich vereinzelt auch in der nationalen Politik zu Wort. Nach der [[Parlamentswahl 2012]] übte er in einem Interview mit der Zeitung [[Il Republicano]] deutliche Kritik am Kurs des [[SDU]]-Spitzenkandidaten und Fraktionssprechers [[Paulo Satyres]] und sprach sich für eine konstruktive Zusammenarbeit mit der neuen Mitte-Links-Regierung unter [[Mercé Serrat Cabarell]] aus. Seine unmissverständliche Wortwahl und sein Lob für Satyres' fraktionsinternen Gegenspieler [[Nícola Mersenburg-López]] wurde öffentlich als Bruch zwischen Fiali und Satyres interpretiert. Nachdem letzterer sich im Mai 2013 jedoch von der Fraktionsführung zurückgezogen hatte, zollte ihm Fiali in einer Rede auf dem [[SDU]]-Kongress im Juli 2013 Respekt und dankte ihm für seine Verdienste. Er rief zugleich die zerstrittenen Flügel des Linksbündnisses dazu auf, das Projekt einer neuen linken Formation nicht zu gefährden.  
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Dennoch blieb Fiali auch in der Folge eine Integrationsfigur in seiner Partei und meldete sich vereinzelt auch in der nationalen Politik zu Wort. Nach der [[Parlamentswahl 2013]] übte er in einem Interview mit der Zeitung [[Il Republicano]] deutliche Kritik am Kurs des [[SDU]]-Spitzenkandidaten und Fraktionssprechers [[Paulo Satyres]] und sprach sich für eine konstruktive Zusammenarbeit mit der neuen Mitte-Links-Regierung unter [[Mercé Serrat Cabarell]] aus. Seine unmissverständliche Wortwahl und sein Lob für Satyres' fraktionsinternen Gegenspieler [[Nícola Mersenburg-López]] wurde öffentlich als Bruch zwischen Fiali und Satyres interpretiert. Nachdem letzterer sich Anfang 2014 jedoch von der Fraktionsführung zurückgezogen hatte, zollte ihm Fiali in einer Rede auf dem folgenden [[SDU]]-Kongress Respekt und dankte ihm für seine Verdienste. Er rief zugleich die zerstrittenen Flügel des Linksbündnisses dazu auf, das Projekt einer neuen linken Formation nicht zu gefährden.
  
 
== Politische Funktionen ==
 
== Politische Funktionen ==
 
==== Gewerkschafts- und Parteifunktionen ====
 
==== Gewerkschafts- und Parteifunktionen ====
 
* 1984-1989: Stellvertreter des Ersten nationalen Sekretärs der [[CGL]]
 
* 1984-1989: Stellvertreter des Ersten nationalen Sekretärs der [[CGL]]
* 1989-1990: Parteisekretär des [[PCS]] für Koordination und politische Strategie
+
* 1989-1991: Parteisekretär des [[PCS]] für Koordination und politische Strategie
* 1990-1993: Generalsekretär des [[PCS]]
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* 1991-1997: Generalsekretär des [[PCS]]
* 1990-1993: Fraktionssprecher der [[Unitá|Linksfraktion]] in der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]
+
* 1990-2009: Fraktionssprecher der [[Unitá|Linksfraktion]] in der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]
* 1998-2008: Fraktionssprecher der [[Unitá|Linksfraktion]] in der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]
 
  
 
==== Mandate ====
 
==== Mandate ====
* 1979-1993: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]
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* 1978-2013: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]
* 1998-2012: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]
 
  
 
==== Öffentliche Ämter ====
 
==== Öffentliche Ämter ====
* 2008-2012: Vizepräsident der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]
+
* 2009-2013: Vizepräsident der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]
  
 
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|Fiali]]
 
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|Fiali]]
[[Kategorie: Politiker der KPS|Fiali]]
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[[Kategorie: Politiker des PCS|Fiali]]
 
[[Kategorie: Politiker der SDU|Fiali]]
 
[[Kategorie: Politiker der SDU|Fiali]]
 +
[[Kategorie: Vizepräsident der Abgeordnetenkammer|Fiali]]

Aktuelle Version vom 3. Januar 2020, 16:33 Uhr

BertelHaarderStroebele.jpg

António Fiali Cerres (*1939 in Buenos Aires, Argentinien) ist ein sagradischer Gewerkschafter, Politiker und Publizist. Fiali gehörte in den achtziger Jahren zur Führung der kommunistischen Gewerkschaft CGL und zum Reformflügel der Sagradischen Kommunistischen Partei (PCS). 1991 wurde er zu deren Erstem Sekretär gewählt und setzte in der Folge eine umfassende strukturelle und programmatische Erneuerung durch.

Auch nach seinem Rücktritt als PCS-Sekretär im Jahr 1997 blieb Fiali eine der führenden Figuren im Linksbündnis Unitá de la Sinistra, das er als Spitzenkandidat in die Parlamentswahlen 1994, 1998 und 2002 führte. Bei den Parlamentswahlen 2006 und 2009 trat er in der gleichen Funktion für das Nachfolgebündnis Vereinigte Demokratische Linke (SDU) an.

Fiali gehörte insgesamt 35 Jahre lang der sagradischen Abgeordnetenkammer an und fungierte 19 Jahre lang als Fraktionssprecher von PCS/Unitá und SDU, ehe er 2009 zum Vizepräsidenten der Kammer gewählt wurde. Nach der Parlamentswahl 2013 beendete er seine lange politische Karriere.

Fiali ist heute Mitherausgeber der linken Zeitung l'Humanitá sowie Kuratoriumsmitglied im parteinahen Istituto Lorenzo Sabal.

Leben und Karriere[bearbeiten]

Jugend und Gewerkschaftslaufbahn[bearbeiten]

Geboren wurde Fiali 1939 in Buenos Aires als Sohn eines italienisch-stämmigen Argentiniers und einer Sagradierin. Mit neun Jahren kam der bis dahin in Südamerika aufgewachsene Fiali nach Sagradien, wo er alleine mit seinen beiden Brüdern von seiner geschiedenen Mutter erzogen wurde. Nach seinem Schulabschluss absolvierte er seinen Militärdienst bei der Luftwaffe und machte eine Ausbildung zum Maschinenbauer, ehe er sein Abitur nachholte und mit einem Stipendium der kommunistischen Gewerkschaft CGL ausgestattet, Politikwissenschaft, Philosophie und Recht studierte. Nach seinem Jura-Examen arbeitete Fiali als Anwalt und parallel dazu für die Gewerkschaft CGL, in der er in den Achtziger Jahren in die Führung aufstieg, bis er 1984 auf den Posten des Stellvertreters des Ersten nationalen Sekretärs der Gewerkschaft gewählt wurde, womit er den zweithöchsten Posten in der CGL bekleidete.

Aufstieg ins Politbüro der Kommunistischen Partei[bearbeiten]

Bereits in seiner Zeit beim Militär trat Fiali dem Partíu Comunista Sagradês (PCS) bei und gehörte dort in den Siebziger Jahren zu den Kritikern der eurokommunistischen Öffnung unter Dián Aliureto Chabonet. Später allerdings söhnte er sich mit diesem aus und gehörte spätestens seit den frühen Achtziger Jahren zu den Reformern in der Partei. Er sprach sich gegen einen Rückfall in die Abhängigkeit Moskaus aus und trat für ein Bündnis der Partei mit den neuen sozialen Bewegungen ein, die er auch von den Eurokommunisten vernachlässigt sah. Vom Aufkommen der Regenbogen-Grünen in den Achtziger Jahren sah er sich in seinem Kurs bestätigt und gehörte in der PCS zur parteiinternen Opposition gegen die Abschottungstendenzen unter Parteisekretär Lorenzo Beregas.

Seit 1979 als Abgeordneter im Parlament vertreten, blieb Fiali bis in die 1980er Jahre hinein in der zweiten Reihe. Zum ersten Mal trat Fiali auf dem Parteikongress der Kommunisten in Noyar als Reformer im März 1989 ins Rampenlicht, als er als einer der Anführer einer parteiinternen Erneuerungsbewegung eine umfangreiche Parteireform verlangte. Fiali brachte seinen Antragskatalog zwar nicht durch, erreichte aber einen Kompromiss mit der Parteiführung um Beregas und wurde erstmals ins Politbüro der Partei gewählt. Dort erhielt er als Parteikoordinator und Wahlkampfbeauftragter entscheidende operative Befugnisse, die es ihm erlaubten, seine Macht in der Partei schlagartig auszubauen. De facto bildete er damit zusammen mit dem zentristischen Beregas eine Art Doppelspitze, in der Fiali zunehmend den Ton angab. In der Folge schmiedete er eine Allianz mit dem unorthodoxen radikal-kommunistischen Flügel aus einzelnen Trotzkisten, Maoisten und anderen Dissidenten gegen die zentristisch-orthodoxe Allianz, die in der Parteiführung dominierte. Gleichzeitig suchte er Kontakt zu anderen kommunistischen und nicht-kommunistischen Linksparteien mit dem Ziel eines Wahlbündnisses für die Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1990.

Vor dem Parteitag der Kommunisten in Artir im Februar 1990 stellte eine Reihe von Fiali-Vertrauten öffentlich weitreichende Forderungen zur Umsetzung des reformkommunistischen Katalogs. Auf dem Parteitag setzte die Gruppe um Fiali ihren Reformkatalog durch, der schließlich auch von Parteichef Beregas mitgetragen wurde. Die Partei benannte sich (bei Behaltung des Kürzels PCS) in Vereinigte Linkspartei um und strich alle Bezüge zum Begriff Kommunismus aus dem Programm. Eine orthodoxe Minderheit um Carregas-Treue verließ daraufhin die Partei und gründete den Partíu Comunista d'Unificación Proletária (PCUP) in Konkurrenz zur ihrer Meinung nach sozialdemokratisierten PCS.

Generalsekretär des PCS (1991-1997)[bearbeiten]

Bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1990 trat die PCS als Führungskraft im neuen Linksbündnis Unitá de la Sinistra (Unitá-PCS) an, das Fiali zuvor geschmiedet hatte. Dem gehörten neben der PCS die Reste der linksalternativen Democrâcia Crítica, die in Aziz aus dem Partíu Comunista d'Aziz abgespaltene rot-grüne Sinistra Democrática Alternativa (SDA), der cuentezische Partíu d'Acción Socialista de Cuentez (PASC) sowie der linkssozialistische Partíu Socialista Sagradês (PSS) an. Bei der Wahl erhielt das Unitá-Bündnis unter der Führung Fialis 5,6 Prozent der Stimmen. Fiali wurde danach Fraktionssprecher der gemeinsamen Linksaußengruppe in der Kammer und stieg damit zum faktischen Führer der Partei auf.

Auf dem Parteikongress in Duerez im Dezember 1991 schlug Beregas schließlich, der seinen Einfluss in der Partei immer weiter schwinden sah, Fiali als Nachfolger vor. In einer Kampfabstimmung gegen den vom orthodoxen Flügel favorisierten Marcelo Carregas wurde Fiali zum neuen Generalsekretär der Partei gewählt.

In den Folgejahren versuchte Fiali, eine umfangreiche Parteireform durchzusetzen. Ziel der Reform war es, die Partei umfassend neu zu strukturieren, zu pluralisieren und die letzten Elemente des demokratischen Zentralismus im Parteiapparat zu beseitigen. An die Stelle des Zentralkomitees sollte ein nationales Exekutivkomitee treten und das Politbüro ganz abgeschafft werden. Programmatisch sollte die PCS endgültig mit dem Leninismus brechen und neue Themen wie Ökologie, Feminismus und Bürgerrechte adaptieren. Die bereits in der eurokommunistischen Phase initiierte Aussöhnung mit dem Parlamentarismus sollte intensiviert werden und die Partei auf eine parlamentarische und eine außerparlamentarische Säule gestellt werden, dies im Bündnis mit neuen sozialen Bewegungen und neuen linken Strömungen, etwa der Ökologie- oder der Frauenbewegung.

Während seiner Zeit als Generalsekretär musste Fiali jedoch immer wieder Rücksichten auf die noch immer starken Traditionalisten in der Partei nehmen, Kompromisse schließen und bei seinem ambitionierten Programm Abstriche vornehmen. Mit den erzielten Ergebnissen zeigte er sich jedoch zunehmend unzufrieden. Auch die Dominanz des PCS im linken Wahlbündnis führte nun verstärkt zu Problemen mit den Bündnispartnern, die auf ihre Unabhängigkeit pochten. Eine von Fiali angestrebte Parteineubildung aus dem Unitá-Bündnis heraus scheiterte am Unwillen der Parteimehrheit, die eigenständige Parteitradition aufzugeben.

Fraktionschef der Linken (1990-2009)[bearbeiten]

Bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1994 erlebte das postkommunistische Unitá-Bündnis einen Rückschlag und befand sich nach weiteren Niederlagen schließlich im Sommer/Herbst 1996 in einer existenzbedrohenden Krise. In der Folge zog sich Fiali vom Parteivorsitz zurück und konzentrierte sich auf die Aufgabe im Parlament. Nachfolger wurde der auf Ausgleich zwischen Orthodoxen und Reformern bedachte Oscar Ricardo Escova.

Unter der Führung von António Fiali, nach wie vor einer der populärsten Politiker des Landes, kam die Unitá bei der Wahl auf einen Stimmenanteil von 5,6 Prozent, was ein leichtes Plus gegenüber 1994 bedeutete, Wahlsieger wurde die vom Sozialisten Julio De la Costa angeführte rot-grüne Mitte-Links-Allianz, die jedoch auf die Bildung einer Regierung auf die Unterstützung Fialis und der Linksparteien angewiesen war. Fiali setzte sich schließlich gegen Widerstände in der eigenen Partei und im Linksbündnis durch und einigte sich mit De la Costa auf die Tolerierung einer rot-grünen Minderheitsregierung durch die äußere Linke. In den folgenden acht Jahren war De la Costas Koalitionsregierung aus der sozialdemokratischen ASUL und den sagradischen Grünen vom Wohlwollen und der indirekten Unterstützung durch die Linkspartei und deren linke Bündnispartner angewiesen. Als Fraktionschef der Unitá-Fraktion in der Abgeordnetenkammer war Fiali nun der starke Mann der Linken und der Garant für die Verlässlichkeit der Links-Allianz. Trotz heftigen Erschütterungen, etwa um die Teilnahme Sagradiens am Kosovokrieg 1999 oder am Afghanistankrieg 2001, hielt die Mehrheit auch nach der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2002, nach der es zur gleichen parlamentarischen Konstellation wie bereits 1998 gekommen war.

Die Unitá ging mit einem Stimmenanteil von nur 3,6 Prozent jedoch deutlich geschwächt aus der Wahl hervor und auch Fiali war nicht mehr unumstritten, da er mit seiner kooperativen Strategie für die Niederlage verantwortlich gemacht wurde. In dieser Zeit konnte er jedoch auf die Hilfe durch PCS-Chef Escova bauen, der Fialis Kurs unterstützte. Zwar wurde die Tolerierung fortgesetzt, das Unitá-Bündnis erlebte jedoch immer größere Erosionserscheinungen, zumal in der regierenden ASUL einflussreiche Kräfte für einen stärker neoliberal geprägten "Reformkurs" eintrat. Der Rückzug mehrerer nicht-parteikommunistischer Abgeordneter aus der gemeinsamen Kammergruppe bedeutete schließlich im Jahr 2004 das Ende des von Fiali wesentlich geprägten Linksbündnisses. In der Folge mehrten sich die Fragen, in denen die Linke bewusst gegen die Linie der Regierung De la Costa abstimmte.

Die Wahl des Mitte-Reformers Santiago Diaz de Velozo zum neuen Parteichef der ASUL im Herbst 2005 und der Austritt einer Reihe von linkssozialistischen Mitgliedern der ASUL aus der Partei ermöglichte es dem PCS, ein neues Bündnis mit linken ASUL-Dissidenten gegen die zunehmend als neoliberal bezeichnete Politik der rot-grünen Regierung zu schließen. Anlässlich der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006 bildete Fiali gemeinsam mit Paulo Satyres und Luca Cardoso, den Führungsfiguren der neuen linkssozialistischen und im Dissens zur ASUL gegründeten Linkspartei DSS, ein neues linkes Wahlbündnis, das mit Fiali als Spitzenkandidaten, Satyres als bekanntem Führungspolitiker und einer radikal-populistischen Anti-ASUL-Kampagne 5,2 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Die aus dieser Kooperation erwachsende neue vereinigte Linke Sinistra Democrática Unida wurde wesentlich von Fiali mitgeprägt, der darin eine Verwirklichung seines Versuchs der frühen Neunziger Jahre sah, eine neue integrierte linkssozialistische Reformalternative mit einer parteiähnlichen Struktur zu etablieren, die aus dem Schatten der alten KPS heraustreten könnte.

Vizepräsident der Abgeordnetenkammer (2009-2013)[bearbeiten]

Nachdem die SDU in einem breiteren Bündnis aus PCS, DSS und anderen linken Gruppen bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2009 mit 9 Prozent der Stimmen zur viertstärksten Kraft im Land aufgestiegen war, verzichtete Fiali - im Wahlkampf noch Spitzenkandat - auf die erneute Wahl zum Fraktionssprecher und bewarb sich für die SDU um einen Posten als Vizepräsident der Abgeordnetenkammer. Damit begann für Fiali ein Abschied auf Raten aus der aktiven Politik und aus der Führung der Linken, die im Jahr 2011 mit dem offiziellen Verzicht Fialis auf eine neuerliche Spitzenkandidatur bei der nächsten Parlamentswahl endgültig wurde.

Rückzug aus der Politik[bearbeiten]

Nach vier Jahren im Parlamentspräsidium erklärte Fiali Anfang 2013 seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur zur Abgeordnetenkammer. Nach Ablauf der Wahlperiode 2009-2013 schied er schließlich aus dem Parlament aus. Wenig später wurde er Mitherausgeber der parteinahen linken l'Humanitá.

Dennoch blieb Fiali auch in der Folge eine Integrationsfigur in seiner Partei und meldete sich vereinzelt auch in der nationalen Politik zu Wort. Nach der Parlamentswahl 2013 übte er in einem Interview mit der Zeitung Il Republicano deutliche Kritik am Kurs des SDU-Spitzenkandidaten und Fraktionssprechers Paulo Satyres und sprach sich für eine konstruktive Zusammenarbeit mit der neuen Mitte-Links-Regierung unter Mercé Serrat Cabarell aus. Seine unmissverständliche Wortwahl und sein Lob für Satyres' fraktionsinternen Gegenspieler Nícola Mersenburg-López wurde öffentlich als Bruch zwischen Fiali und Satyres interpretiert. Nachdem letzterer sich Anfang 2014 jedoch von der Fraktionsführung zurückgezogen hatte, zollte ihm Fiali in einer Rede auf dem folgenden SDU-Kongress Respekt und dankte ihm für seine Verdienste. Er rief zugleich die zerstrittenen Flügel des Linksbündnisses dazu auf, das Projekt einer neuen linken Formation nicht zu gefährden.

Politische Funktionen[bearbeiten]

Gewerkschafts- und Parteifunktionen[bearbeiten]

  • 1984-1989: Stellvertreter des Ersten nationalen Sekretärs der CGL
  • 1989-1991: Parteisekretär des PCS für Koordination und politische Strategie
  • 1991-1997: Generalsekretär des PCS
  • 1990-2009: Fraktionssprecher der Linksfraktion in der sagradischen Abgeordnetenkammer

Mandate[bearbeiten]

Öffentliche Ämter[bearbeiten]