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| − | '''Santo Soares De la Ilpa''' (*1890 in [[Nalcaz]], †1955 in [[Semess]]) war ein [[Sagradien|sagradischer]] sozialdemokratischer Politiker. Er amtierte von 1947 bis 1949 als [[Ministerpräsident]] und von 1949 bis zu seinem Tod als [[Außenminister]] der Sagradischen Republik. Als solcher prägte er die sagradische Außenpolitik der Nachkriegszeit entscheidend und setzte sich stark für die Europäische Integration ein.
| + | [[Bild:GeorgDertinger1.jpg|thumb|180px]] |
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| − | === In der Zweiten Republik und im Weltkrieg ===
| + | '''Santiago Soares de l'Ilpa''' (*1890 in [[Nalcaz]], †1955 in [[Semest]]) war ein [[Sagradien|sagradischer]] sozialdemokratischer Politiker und Staatsmann. Als [[Ministerpräsident]] (1946-1948) und langjähriger [[Außenminister]] (1947-1953) seines Landes gehörte er zu den prägenden politischen Persönlichkeiten der Nachkriegszeit in [[Sagradien]]. Er zählte zudem zu den Gründervätern der Europäischen Integration und war bis zu seinem Tod Präsident der Gemeinsamen Versammlung der EGKS. |
| − | Der Lehrersohn Santo de la Ilpa arbeitete nach seinem Jurastudium als Anwalt und engagierte sich in der Kommunalpolitik seiner Heimatstadt [[Nalcaz]]. Er war Mitglied der [[PRR|Radikalen Partei]], verließ diese aber im Streit und wendete sich Ende der 1920er Jahre der [[URS|Radikal-Sozialistischen Union]], einer linken Abspaltung der Radikalen Partei]] zu. Nachdem er im Jahr 1932/33 als Bürgermeister von [[Nalcaz]] amtiert hatte, wurde Ilpa nach dem Sieg der [[Volksfront]]-Parteien bei der [[Parlamentswahl 1935]] Parlamentsabgeordneter und 1937 schließlich als Staatssekretär ins Arbeitsministerium berufen.
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| − | Durch die klare Niederlage der Linksparteien bei der [[Parlamentswahl 1938]] verlor Ilpa sein Mandat in der [[Nationalversammlung]]. Er gehörte seit 1940 jedoch zum Beraterstab von Präsident [[Luciano Capón]], seit 1942 engagierte er sich im Zweiten Weltkrieg und im sagradischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Hier näherte er sich auch sozialistischen Gruppierungen an und bezeichnete sich selbst als nicht-marxistischen Sozialisten. 1944 trat er schließlich dem [[Partido Socialista]] (PSU) bei.
| + | Der frühere Bürgermeister von [[Nalcaz]] war nach dem Zweiten Weltkrieg in verschiedenen Kabinetten Staatssekretär und Minister. Zunächst Mitglied der radikaldemokratischen Linken [[URS]], schloss er sich 1944 der [[PSU|vereinten Sozialistischen Partei]] an, wo er das Amt des stellvertretenden Parteisekretärs übernahm. 1947 gehörte Ilpa zu den Ideengebern und Mitbegründern der sozialdemokratischen Sammlungspartei [[ASUL]]. |
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| − | In der [[Kabinett Dini III|Regierung Dini]] wurde Ilpa 1945 erneut zum Staatssekretär im Arbeitsministerium berufen. In der [[Kabinett Saviola III|Folgeregierung Saviola III]] stieg er mit gleicher Zuständigkeit zum Minister auf. Außerdem zog Ilpa bei der [[Parlamentswahl 1945]] wieder in die sagradische [[Nationalversammlung]] ein und gehörte zeitweise dem Verfassungskomitee der Versammlung an. Hier beteiligte er sich führend an der Ausarbeitung der [[Verfassung von 1946]]. Nach deren Inkrafttreten wurde Ilpa für die [[PSU]] Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]] und [[Wirtschaftsminister|Minister für Handel und Kleinbetriebe]] im [[Kabinett Dorado]], ehe er im März 1947 unter Ministerpräsident [[António Delauro]] auf die Position des [[Arbeitsminister]]s zurückkehrte.
| + | Als Vertreter des rechten Parteiflügels der Sozialisten bekleidete Ilpa von 1946 bis 1948 das Amt des sagradischen [[Ministerpräsident]]en und übernahm 1947 zugleich die Leitung des [[Außenminister]]iums. Diese Funktion behielt er auch unter seinem Nachfolger als Regierungschef [[Paulo Luciaro]] bis 1953. Unter Luciaro war er zugleich [[Vizeministerpräsident|Stellvertretender Ministerpräsident]]. In seinen Ämtern prägte Ilpa die sagradische Außenpolitik der Nachkriegszeit entscheidend und setzte sich stark für die Europäische Integration, die transatlanischen Beziehungen in der NATO sowie für die Zusammenarbeit mit [[Mikolinien]] ein. |
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| − | === Gründung der ASUL und Ministerpräsidentschaft ===
| + | Nach seinem Ausscheiden aus dem Kabinett wurde Ilpa 1954 als erster Sagradier zum Präsidenten der Gemeinsamen Versammlung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), dem Vorläufer des heutigen Europäischen Parlaments, gewählt. 1955 starb De la Ilpa an einer chronischen Herzschwäche. |
| − | Als Vertreter des linksbürgerlichen Flügels der Sozialistischen Partei nahm Ilpa eine Schlüsselstellung bei dem Versuch der Sozialisten ein, über die Kernklientel in der Arbeiterschaft hinaus auch nicht-proletarische Wähler, besonders im Kleinbürgertum und unter Angestellten, anzusprechen. Ilpa gehörte daher auch zur treibenden Kraft einer Parteineugründung, die im November 1947 zum Aufgehen des PS in einer neuen Mitte-Links-Partei mit dem Namen [[ASUL]] führte. Ilpa bewarb sich danach als Vertreter des Modernisierungsflügels um das Amt des ersten Generalsekretärs der neuen Partei, musste sich aber knapp seinem Gegenkandidaten [[Ricardo Moreno]] geschlagen geben, der als letzter Parteisekretär der Sozialistischen Partei die traditionelle Linie der PSU repräsentierte. Ilpa wurde zwar zum ersten Stellvertreter Morenos benannt, um die ungleichen Flügel in der neuen Parteiführung zu integrieren, er blieb aber ein starker innerparteilicher Konkurrent Morenos.
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| − | === Ministerpräsidentschaft und Zentrumskoalition === | + | === Mandate === |
| − | Nach dem Rücktritt von [[Ministerpräsident]] [[António Delauro]] im Oktober und der [[Kabinett Delavesc|Übergangsregierung Delavesc]] wurde Ilpa im Dezember 1947 von Präsident [[Sergio Dini]] zum neuen Ministerpräsidenten einer ''Koalition der Mitte'' ernannt. Als Kompromisskandidat eines Mitte-orientierten Kurses war er im Gegensatz zu Parteichef [[Ricardo Moreno]] auch für [[PRR|Radikale]] und [[PPC|Christdemokraten]] vermittelbar.
| + | * 1935-1955: Mitglied der [[Abgeordnetenkammer]] ([[URS]], seit 1944 [[PSU]], seit 1947 [[ASUL]]) |
| | + | * 1952-1955: Mitglied der Gemeinsamen Versammlung der EGKS |
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| − | Als Ministerpräsident verfolgte Ilpa zusammen mit seinem Stellvertreter und Außenminister [[Paulo Luciaro]] ([[PPC]]) einen klaren Kurs der Westintegration, der sich eng an die USA anlehnte. So gehörte Sagradien 1949 zur den Gründernationen des Europarats und der NATO. Der Austritt der [[PRR]] aus der Koalition im Januar 1949 brachte die [[Kabinett Ilpa II|Regierung Ilpa]] führte schließlich zum Wechsel im Ministerpräsidentenamt von Ilpa zu Luciaro. Im Gegenzug übernahm Ilpa von seinem bisherigen Stellvertreter das [[Außenmnister]]ium und setzte damit den bisherigen Kurs auch in diesem Amt fort. 1952 gehörte Sagradien zu den Gründern der Montanunion und arbeitete danach auch an der Gründung der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft mit.
| + | === Öffentliche Ämter === |
| − | | + | * 1932-1936: Bürgermeister von [[Nalcaz]] |
| − | === Bruch mit der Partei und Tod === | + | * 1936-1938: Staatssekretär im [[Ministerium für Arbeit]] |
| − | Spätestens seit 1950 brauchen auch die Konflikte zwischen Ilpa und Moreno stärker auf, die beide unterschiedliche Parteiflügel und Strategien verfolgten. Spätestens seit Winter 1951/52 drängte Moreno auf eine stärkere Eigenständigkeit der Sozialisten vom christdemokratischen Premierminister. Dagegen plädierte Ilpa dezidiert für eine Fortsetzung der Großen Koalition mit linksliberalen und christdemokratischen Kräften der Mitte und repräsentierte damit in gewisser Weise den Regierungsflügel der Sozialistischen Partei gegenüber der zunehmend regierungskritischen Parteispitze. Im Sommer 1953 ließen sich die Gegensätze zwischen Sozialisten und Christdemokraten in der Regierung und die zwischen ''Ilpistas'' und ''Morenistas'' in der ASUL nicht mehr ausgleichen. Es kam schließlich zum Bruch der Koalition durch Austritt der sozialistischen Minister aus der Regierung [[Kabinett Luciaro III|Luciaro]]. Ilpa dagegen verweigerte den Rücktritt und verließ im Streit mit der Parteiführung die eigene Fraktion in der [[Abgeordnetenkammer]]. In der rasch gebildeten [[Kabinett Luciaro IV|Minderheitsregierung]] der [[PPC]] mit der [[PRR]] blieb Ilpa als Unabhängiger weiterhin [[Außenminister]], während die Sozialisten in die Opposition zur neuen Regierung gingen.
| + | * 1945-1946: [[Minister für Arbeit und Soziale Sicherheit]] sowie [[Vizeministerpräsident]] in der [[Regierung Saviola III]] |
| − | | + | * 1946-1948: [[Ministerpräsident]] ([[Kabinett Ilpa I]] und [[Kabinett Ilpa II|II]]) |
| − | Wesentliches Ziel Ilpas war der Abschluss der seit 1952 laufenden Verhandlungen mit [[Micolinien]] und der Regionalregierung [[Golen]]s um den Status der Region und den Schutz der sagradischen Minderheiten in Micolinien, die im Sommer 1955 ihren Abschluss fanden. Sagradien verzichtete in den [[Golische Verträge|Golischen Verträgen]] offiziell auf das 1936 von Micolinien annektierte Ostgolen und erreichte eine Kompensationszahlung von der micolinischen Regierung. Außerdem wurden die Rechte der sagradischen Minderheit in Micolinien ausgeweitet und Sagradien erhielt eine wirtschaftliche Privilegierung. Ilpa sah den Abschluss als Krönung seines bisherigen außenpolitischen Werks an.
| + | * 1947-1953: [[Außenminister]] in den Kabinetten [[Kabinett Ilpa II|Ilpa II]] sowie [[Kabinett Luciaro I|Luciaro I]], [[Kabinett Luciaro II|II]] und [[Kabinett Luciaro III|III]] |
| − | | + | * 1948-1953 [[Vizeministerpräsident]] in den Kabinetten [[Kabinett Luciaro II|Luciaro I]], [[Kabinett Luciaro II|II]] und [[Kabinett Luciaro III|III]] |
| − | === Politische Mandate ===
| + | * 1954-1955: Präsident der Gemeinsamen Versammlung der EGKS |
| − | * 1926-1938: Mitglied der [[Abgeordnetenkammer]] ([[PS]]) | |
| − | * 1945-1946: Mitglied der [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]] ([[PSU]]) | |
| − | * 1946-1955: Mitglied der [[Abgeordnetenkammer]] (PSU, seit 1947 [[PSD]])
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| − | === Politische Ämter ===
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| − | * 1932-1935: Parlamentarischer Sekretär der PS-Gruppe in der Abgeordnetenkammer
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| − | * 1935-1937: Staatssekretär im [[Ministerium für Arbeit]]
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| − | * 1945-1947: Vizesekretär des [[PS]]
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| − | * 1945-1946: [[Minister für Arbeit und Soziale Sicherheit]] in der [[Regierung Saviola III]], [[Regierung Saviola IV|Saviola IV]] und [[Provisorische Regierung Luciaro|Luciaro I]] | |
| − | * 1946-1947: [[Minister für Handel und Kleinbetriebe]] im [[Kabinett Dorado]] | |
| − | * 1947: [[Minister für Arbeit]] im [[Kabinett Delauro]] und im [[Kabinett Delavesc]] | |
| − | * 1947-1949: [[Ministerpräsident]] ([[Kabinett Ilpa I]] und [[Kabinett Ilpa II|II]])
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| − | * 1950-1955: [[Außenminister]] in den Kabinetten [[Kabinett Luciaro III|Luciaro III]], [[Kabinett Luciaro IV|IV]] und [[Kabinett Luciaro V|V]] | |
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| | [[Kategorie: Sagradischer Politiker|Ilpa]] | | [[Kategorie: Sagradischer Politiker|Ilpa]] |
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Santiago Soares de l'Ilpa (*1890 in Nalcaz, †1955 in Semest) war ein sagradischer sozialdemokratischer Politiker und Staatsmann. Als Ministerpräsident (1946-1948) und langjähriger Außenminister (1947-1953) seines Landes gehörte er zu den prägenden politischen Persönlichkeiten der Nachkriegszeit in Sagradien. Er zählte zudem zu den Gründervätern der Europäischen Integration und war bis zu seinem Tod Präsident der Gemeinsamen Versammlung der EGKS.
Der frühere Bürgermeister von Nalcaz war nach dem Zweiten Weltkrieg in verschiedenen Kabinetten Staatssekretär und Minister. Zunächst Mitglied der radikaldemokratischen Linken URS, schloss er sich 1944 der vereinten Sozialistischen Partei an, wo er das Amt des stellvertretenden Parteisekretärs übernahm. 1947 gehörte Ilpa zu den Ideengebern und Mitbegründern der sozialdemokratischen Sammlungspartei ASUL.
Als Vertreter des rechten Parteiflügels der Sozialisten bekleidete Ilpa von 1946 bis 1948 das Amt des sagradischen Ministerpräsidenten und übernahm 1947 zugleich die Leitung des Außenministeriums. Diese Funktion behielt er auch unter seinem Nachfolger als Regierungschef Paulo Luciaro bis 1953. Unter Luciaro war er zugleich Stellvertretender Ministerpräsident. In seinen Ämtern prägte Ilpa die sagradische Außenpolitik der Nachkriegszeit entscheidend und setzte sich stark für die Europäische Integration, die transatlanischen Beziehungen in der NATO sowie für die Zusammenarbeit mit Mikolinien ein.
Nach seinem Ausscheiden aus dem Kabinett wurde Ilpa 1954 als erster Sagradier zum Präsidenten der Gemeinsamen Versammlung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), dem Vorläufer des heutigen Europäischen Parlaments, gewählt. 1955 starb De la Ilpa an einer chronischen Herzschwäche.