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| − | Der König stützte sich auf seine alten Anhänger aus dem Norden des Landes sowie auf das Haus Bourbon und seine französischen Kontakte. Sesín versammelte hinter sich eine Koalition aus oppositionellen Adligen unter Führung des [[Joseph-August von Sessin|Herzogs von Sessin]] und des [[Alexandro Graf Vierna|Grafen von Vierna]]. | + | Der König stützte sich auf seine alten Anhänger aus dem Norden des Landes sowie auf das Haus Bourbon und seine französischen Kontakte. Sesín versammelte hinter sich eine Koalition aus oppositionellen Adligen unter Führung des [[Joseph-August von Sessin|Herzogs von Sessin]] und des [[Alexandro Graf Vierna|Grafen von Vierna]]. Der mikolinische König [[Claudius I. von Mikolinien|Claudis I.]] schickte ein Freiwilligenheers zur Unterstützung der Koalition. Unter dem Oberbefehl von [[Alexandro Graf Vierna]] konnte das Koalitionsheer schnell einige Erfolge feiern, jedoch keine Entscheidung erzwingen. |
1715 holte Danadier Casterley zurück und machte ihn zu seinem leitenden Minister. Nachdem dieser 1717 versucht hatte, gegen den Willen Danadiers einen Waffenstillstand und Kompromissfrieden mit José de Sesín auszuhandeln, wurde er entlassen, festgesetzt und wegen Hochverrats verurteilt und hingerichtet. Nach der Übernahme des Oberbefehls der koalitionären Truppen durch [[Filipe de Piacón]] im Jahr 1717 geriet der König immer mehr unter Druck. | 1715 holte Danadier Casterley zurück und machte ihn zu seinem leitenden Minister. Nachdem dieser 1717 versucht hatte, gegen den Willen Danadiers einen Waffenstillstand und Kompromissfrieden mit José de Sesín auszuhandeln, wurde er entlassen, festgesetzt und wegen Hochverrats verurteilt und hingerichtet. Nach der Übernahme des Oberbefehls der koalitionären Truppen durch [[Filipe de Piacón]] im Jahr 1717 geriet der König immer mehr unter Druck. | ||
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Aktuelle Version vom 3. Januar 2026, 11:04 Uhr
Danadier II. (Luis Danadier) (*1682; †1732) war König von Sagradien (1698-1721) aus dem Haus Sántori. Seine verschwenderische und autoritäre Politik, seine außenpolitischen Misserfolge und der daraus erwachsende Konflikt mit den Ständen führten das Land in einen Bürgerkrieg, in dessen Folge er den Großteil seiner Macht verlor und schließlich durch die Stände für abgesetzt erklärt wurde.
Inhaltsverzeichnis
Kronprinz[bearbeiten]
Luis Danadier María Gabriel Agostín de Sántori wurde 1682 in Semest als Sohn des sagradischen Infanten Gabriel August und dessen Frau Maria Josephine von Pfalz-Neuburg geboren. Als Sohn des Infanten von Sagradien wuchs Danadier am Hof seines Großvaters Gabriel VII. in Semest auf und wurde mit dem Ziel erzogen, dereinst seinem Vater als Monarch zu folgen. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn wird als kalt beschrieben, zog dieser doch angeblich seinen zweitältesten Sohn Filipe Carles (*1685) als Lieblingssohn vor. Jedoch folgte Danadier nach dem Tod seines Vaters 1695 als Kronprinz und Prinz von Sarmay nach. Bis dahin war er als Herzog von Novil bekannt gewesen. Als sein Großvater 1698 starb, war Danadier gerade einmal sechzehn Jahre alt und folgte als Jugendlicher auf den Thron.
Im Jahr 1703 wurde er mit der 16-jährigen Wittelsbacherprinzessin Maria Anna von Bayern, einer Tochter Maximilians II. Emmanuels, verheiratet. Aus der Ehe ging 1710 mit dem Prinzen Joán Danadier ein Sohn hervor, der aber 1719 starb. Außerdem gebahr Maria Anna dem Santori-Prinzen mehrere Töchter, darunter María Luísa (*1708), die später den Prinzen von Cuentez Johann III. heiratete und als Maria I. selbst den sagradischen Thron bestieg.
Herrschaftsbeginn und Aufstände[bearbeiten]
Von Beginn seiner Regierungszeit an versuchte Danadier die von seinem Vater gepflegte Herrschaftsform eines starken Königtums mit absolutistischem Anspruch fortzusetzen und diesen im Glanz der Repräsentation zu übertreffen. Sein großes und unerreichtes Vorbild war dafür in besonderem Maße sein Großvater König Ludwig XIV. von Frankreich, dem er als sagradischer „Sonnenkönig“ nacheifern wollte. Dafür kam bereits früh die spöttische Bezeichnung des „Schattenkönigs“ (Rei d’Ombra) auf. Danadier übernahm von seinem Großvater eine bereits extrem angespannte Staatskasse, die er mit seiner gesteigerten Repräsentation vollends ruinierte.
Auch außenpolitisch handelte Danadier unglücklich. Weder im Spanischen Erbfolgekrieg, noch im zeitgleich stattfindenden Zweiten Asumarischen Krieg von 1703 konnte Sagradien Erfolge verzeichnen. Im Gegenteil verschlang der Krieg gegen Mikolinien nicht nur Unsummen, sondern führte auch zu schweren Niederlagen, die letztlich zum Einflussverlust in Mikolinien führten.
Als Reaktion bildete sich im Hochadel zunehmend Widerstand gegen die Politik des Königs. Dessen leitender Minister Santiago de Corvón Graf von Casterley, bemühte sich vergebens, den Haushalt zu sanieren. Als Danadier Pläne zum Bau eines Lustschlosses in Colegial nach dem Vorbild von Versailles umsetzen wollte und dafür die allgemeinen Steuern anhob, trat Casterley im Jahr 1708 zurück. Es folgte im Juli ein Aufstand der hungernden Stadtbevölkerung in Semest, die blutig unterdrückt wurde.
Im Frieden von Cresq 1711 musste Sagradien schließlich endgültig auf alle Ansprüche auf das Großherzogtum Macedi verzichten, das wieder der mikolinischen Monarchie eingegliedert wurde. Ein neuerlicher innersagradischer Aufstand im September 1711, der sich schnell auf das gesamte Land ausweitere und teilweise von der Adelsopposition gefördert wurde, zwang den König erstmals seit 1632 die Generalstände einzuberufen. Dort bildete sich eine breite Koalition kritischer Adliger, die sich hinter dem Herzog von Sesín, José-Augusto de Santori-Sesín, versammelten und ein Ende der kostspieligen Bauprogramme forderten. Darüber hinaus verweigerten die Stände im Jahr 1713 weitere Kriegskredite, woraufhin Danadier die Versammlung auflöste, um zu seinem absoluten Regime zurückzukehren.
Erklärung von Vesaey und Bürgerkrieg[bearbeiten]
Nachdem Danadier im Frieden von Utrecht 1713 die strategisch wichtige Insel Cereza an Großbritannien abtreten musste, versuchte eine Abordnung der gerade aufgelösten Generalstände auf Einladung des Herzogs von Sessin in Vesaey das weitere Vorgehen zu erörtern. Dabei sollte ein neuerlicher Kompromiss mit dem König gefunden werden. Schließlich verabschiedete die Versammlung die so genannte Erklärung von Vesaey, in der die Versammlung vom König die Wiedereinberufung der Stände forderte. Dies wurde von Minister Manuel de Cambras als Akt des Verrats gegen den König interpretiert, die Versammlung wurde gewaltsam aufgelöst und der Herzog von Sessin festgenommen, was schließlich den Bürgerkrieg auslöste, da dessen Anhänger nun aus dem Hochadel Truppen zusammenzogen und Aufstände gegen den König anzettelten. Mit der Schlacht bei Tantallas 1713 zwischen königlichen Truppen und Anhängern Sesíns begann der Bürgerkrieg.
Der König stützte sich auf seine alten Anhänger aus dem Norden des Landes sowie auf das Haus Bourbon und seine französischen Kontakte. Sesín versammelte hinter sich eine Koalition aus oppositionellen Adligen unter Führung des Herzogs von Sessin und des Grafen von Vierna. Der mikolinische König Claudis I. schickte ein Freiwilligenheers zur Unterstützung der Koalition. Unter dem Oberbefehl von Alexandro Graf Vierna konnte das Koalitionsheer schnell einige Erfolge feiern, jedoch keine Entscheidung erzwingen.
1715 holte Danadier Casterley zurück und machte ihn zu seinem leitenden Minister. Nachdem dieser 1717 versucht hatte, gegen den Willen Danadiers einen Waffenstillstand und Kompromissfrieden mit José de Sesín auszuhandeln, wurde er entlassen, festgesetzt und wegen Hochverrats verurteilt und hingerichtet. Nach der Übernahme des Oberbefehls der koalitionären Truppen durch Filipe de Piacón im Jahr 1717 geriet der König immer mehr unter Druck.
Tod und Ende der Kämpfe[bearbeiten]
Im Frühjahr 1718 stand Danadier II. vor einer endgültigen Niederlage und bemühte sich um ein Übereinkommen mit den Ständen. Er berief eine neue Generalständeversammlung ein und akzeptierte ein Generalkomitee der Stände als faktisches Kontrollorgan. Seine Unterschrift unter das Codex Magnum Libertatum der Stände 1719 diskreditierte ihn endgültig auch bei der ultraroyalistischen Partei unter Führung seines Bruders Philipp Karl von Viça, zumal das ständische Sagradien im Krieg gegen Mikolinien erneut keine Gebietsgewinne erreichen konnte. Nach neuerlichen Aufständen der Royalisten wurde Danadier 1720 zusammen mit seiner Familie im Plazarenya-Palast festgesetzt, den Winter über regierte er als de facto entmachteter König nur noch offiziell, während eine Abordnung der Generalstände die eigentliche Macht ausübte. Gleichzeitig übernahm Philipp Karl von Viça de facto die Führung der königlichen Familie, während Danadier zunehmend unter Depressionen litt.
Die sich zuspitzende Situation führte schließlich im Januar zu einem gescheiterten Staatsstreich der royalistischen Partei, die Danadier zur Abdankung zugunsten seines Bruders Philipp Karl von Viça drängte. Danadier unterschrieb das Dokument, widerrief Stunden später aber und floh nach Frankreich. Die Generalstände erklärten den König im Generalakt vom 20. Februar 1721 für abgesetzt, ohne aber eine andere Nachfolgerin oder einen Nachfolger zu bestimmen. Sein Bruder Philipp Karl von Viça wurde zum Feind des Königreichs erklärt. Damit begann das Interregnum.
Nachkommen[bearbeiten]
Aus der 1703 geschlossenen Ehe mit Maria Anna von Bayern gingen vier Kinder hervor:
- Isabella Emmanuela (*1706, †1722)
- Maria Luisa (*1708, †1748), spätere Königin von Sagradien (1730-1748)
- Johann Danadier (*1710, †1719), Fürst von Sarmay (1710-1719)
- Eleonore (*1713, †1718)