Danadier II.: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Danadier II.''' (von Sagradien) (*1682; †1732) war [[König von Sagradien]] (1698-1721). Seine verschwenderische und autoritäre Politik, seine außenpolitischen Misserfolge und der daraus erwachsende Konflikt mit den Ständen führte das Land in einen [[Sagradischer Bürgerkrieg|Bürgerkrieg]], in dessen Folge er den Großteil seiner Macht verlor und schließlich durch die Stände für abgesetzt erklärt wurde.
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'''Danadier II.''' (''Luis Danadier'') (*1682; †1732) war [[König von Sagradien]] (1698-1721) aus dem [[Haus Sántori]]. Seine verschwenderische und autoritäre Politik, seine außenpolitischen Misserfolge und der daraus erwachsende Konflikt mit den Ständen führten das Land in einen [[Sagradischer Bürgerkrieg|Bürgerkrieg]], in dessen Folge er den Großteil seiner Macht verlor und schließlich durch die Stände für abgesetzt erklärt wurde.
  
 
=== Kronprinz ===
 
=== Kronprinz ===
''Luis Danadier Gabriel María Agostín de Sántori'' wurde 1682 in [[Semest]] als Sohn des sagradischen Infanten [[Gabriel Agosto|Gabriel August]] und dessen Frau Marie Josephine de Bourbon, einer Tochter Ludwigs XIV. von Frankreich, geboren. Sein Großvater väterlicherseits war König [[Gabriel VII.]] (1651-1698), sein Großvater mütterlicherseits Ludwig XIV. Als Sohn des Infanten von Sagradien wuchs Danadier am Hof seines Großvaters in Semest auf und wurde mit dem Ziel erzogen, dereinst seinem Vater als Monarch zu folgen. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn wird als kalt beschrieben, zog dieser doch angeblich seinen zweitältesten Sohn [[Philipp Karl von Viça|Filipe Carles]] (*1685) als Lieblingssohn vor. Jedoch folgte Danadier nach dem Tod seines Vaters 1695 als Kronprinz und [[Prinz von Sarmay]] nach. Als sein Großvater 1698 starb, war Danadier gerade einmal sechzehn Jahre alt und folgte als Jugendlicher auf den Thron.  
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''Luis Danadier María Gabriel Agostín de Sántori'' wurde 1682 in [[Semest]] als Sohn des sagradischen Infanten [[Gabriel Augusto|Gabriel August]] und dessen Frau Maria Josephine von Pfalz-Neuburg geboren. Als Sohn des Infanten von Sagradien wuchs Danadier am Hof seines Großvaters [[Gabriel VII.]] in Semest auf und wurde mit dem Ziel erzogen, dereinst seinem Vater als Monarch zu folgen. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn wird als kalt beschrieben, zog dieser doch angeblich seinen zweitältesten Sohn [[Philipp Karl von Viça|Filipe Carles]] (*1685) als Lieblingssohn vor. Jedoch folgte Danadier nach dem Tod seines Vaters 1695 als Kronprinz und [[Prinz von Sarmay]] nach. Bis dahin war er als [[Herzog von Novil]] bekannt gewesen. Als sein Großvater 1698 starb, war Danadier gerade einmal sechzehn Jahre alt und folgte als Jugendlicher auf den Thron.  
  
Im Jahr 1699 – Danadier war gerade 17 Jahre alt - wurde er mit der ebenso alten Wittelsbacherprinzessin Maria Anna von Bayern verheiratet. Aus der Ehe ging 1710 mit dem Prinzen [[Joán Danadier]] ein Sohn hervor, der aber 1719 starb. Außerdem gebahr Maria Anna dem Santori-Prinzen mehrere Töchter, u.a. die älteste Tochter Isabel (1701-1722) sowie die jüngere Tochter [[Maria I. Louise|María Luísa]] (1705-1735), die später den [[Fürst von Cuentez|Prinzen von Cuentez]] [[Johann III.]] heiratete und als Maria I. selbst den sagradischen Thron bestieg.
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Im Jahr 1703 wurde er mit der 16-jährigen Wittelsbacherprinzessin Maria Anna von Bayern, einer Tochter Maximilians II. Emmanuels, verheiratet. Aus der Ehe ging 1710 mit dem Prinzen [[Joán Danadier]] ein Sohn hervor, der aber 1719 starb. Außerdem gebahr Maria Anna dem Santori-Prinzen mehrere Töchter, darunter [[Maria I. Louise|María Luísa]] (*1708), die später den [[Fürst von Cuentez|Prinzen von Cuentez]] [[Johann III.]] heiratete und als Maria I. selbst den sagradischen Thron bestieg.
  
 
=== Herrschaftsbeginn und Aufstände ===
 
=== Herrschaftsbeginn und Aufstände ===
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Als Reaktion bildete sich im Hochadel zunehmend Widerstand gegen die Politik des Königs. Dessen leitender Minister [[Santiago de Corvón Graf von Casterley]], bemühte sich vergebens, den Haushalt zu sanieren. Als Danadier Pläne zum Bau eines Lustschlosses in [[Colegial]] nach dem Vorbild von Versailles umsetzen wollte und dafür die allgemeinen Steuern anhob, trat Casterley im Jahr 1708 zurück. Es folgte im Juli ein [[Juli-Aufstand 1708|Aufstand]] der hungernden Stadtbevölkerung in [[Semest]], die blutig unterdrückt wurde.  
 
Als Reaktion bildete sich im Hochadel zunehmend Widerstand gegen die Politik des Königs. Dessen leitender Minister [[Santiago de Corvón Graf von Casterley]], bemühte sich vergebens, den Haushalt zu sanieren. Als Danadier Pläne zum Bau eines Lustschlosses in [[Colegial]] nach dem Vorbild von Versailles umsetzen wollte und dafür die allgemeinen Steuern anhob, trat Casterley im Jahr 1708 zurück. Es folgte im Juli ein [[Juli-Aufstand 1708|Aufstand]] der hungernden Stadtbevölkerung in [[Semest]], die blutig unterdrückt wurde.  
  
Im [[Frieden von Cresq 1711]] musste Sagradien schließlich endgültig auf alle Ansprüche auf das [[Großherzogtum Servette]] verzichten, das wieder der mikolinischen Monarchie eingegliedert wurde. Ein neuerlicher innersagradischer [[September-Aufstand 1711|Aufstand im September 1711]], der sich schnell auf das gesamte Land ausweitere und teilweise von der Adelsopposition gefördert wurde, zwang den König erstmals seit 1632 die [[Generalstände]] einzuberufen. Dort bildete sich eine breite Koalition kritischer Adliger, die sich hinter dem [[Herzog von Sesín]], [[José de Santori Herzog von Sesín|José de Santori-Sesín]], versammelten und ein Ende der kostspieligen Bauprogramme forderten. Darüber hinaus verweigerten die Stände im Jahr 1713 weitere Kriegskredite, woraufhin Danadier die Versammlung auflöste, um zu seinem absoluten Regime zurückzukehren.
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Im [[Frieden von Cresq 1711]] musste Sagradien schließlich endgültig auf alle Ansprüche auf das [[Großherzogtum Macedi]] verzichten, das wieder der mikolinischen Monarchie eingegliedert wurde. Ein neuerlicher innersagradischer [[September-Aufstand 1711|Aufstand im September 1711]], der sich schnell auf das gesamte Land ausweitere und teilweise von der Adelsopposition gefördert wurde, zwang den König erstmals seit 1632 die [[Generalstände]] einzuberufen. Dort bildete sich eine breite Koalition kritischer Adliger, die sich hinter dem [[Herzog von Sesín]], [[Joseph-August von Sessin|José-Augusto de Santori-Sesín]], versammelten und ein Ende der kostspieligen Bauprogramme forderten. Darüber hinaus verweigerten die Stände im Jahr 1713 weitere Kriegskredite, woraufhin Danadier die Versammlung auflöste, um zu seinem absoluten Regime zurückzukehren.
  
=== Cortes von Tulis und Bürgerkrieg ===
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=== Erklärung von Vesaey und Bürgerkrieg ===
Unmittelbar nach der Auflösung flohen zahlreiche Oppositionelle ins benachbarte [[Königreich von Cuentez]], wo sie sich unter den Schutz von [[Johann III.]] von Cuentez stellten und die oppositionellen [[Cortes de Tulis]] einberiefen. Führende Männer waren der Herzog von Sesín und der [[Herzog von Scantia]]. Danadier – offiziell noch immer im Krieg mit dem cuentezischen Nachbarn – erklärte Sesin und seine Anhänger zu Hochverrätern und enthob sie ihren Ämtern. Nachdem Danadier im Frieden von Utrecht 1713 die strategisch wichtigen Westseestützpunkte [[La Cripón]] und [[Cereza]] an Großbritannien abtreten musste, erklärten die Cortes von Tulis den König für abgesetzt und und beriefen sich dabei auf den Eid, den der König geleistet hatte und in dem er versprochen hatte, nur zum Nutzen der sagradischen Nation zu handeln. Die Tulinesischer Stände stellten ein eigenes Heer zu Verfügung, das auf [[Semest]] losmarschierte. Mit der [[Schlacht bei Tantallas 1713]] zwischen königlichen Truppen und Anhängern Sesíns begann der Bürgerkrieg.
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Nachdem Danadier im Frieden von Utrecht 1713 die strategisch wichtige Insel [[Cereza]] an Großbritannien abtreten musste, versuchte eine Abordnung der gerade aufgelösten Generalstände auf Einladung des Herzogs von Sessin in Vesaey das weitere Vorgehen zu erörtern. Dabei sollte ein neuerlicher Kompromiss mit dem König gefunden werden. Schließlich verabschiedete die Versammlung die so genannte ''Erklärung von Vesaey'', in der die Versammlung vom König die Wiedereinberufung der Stände forderte. Dies wurde von Minister [[Manuel de Cambras]] als Akt des Verrats gegen den König interpretiert, die Versammlung wurde gewaltsam aufgelöst und der Herzog von Sessin festgenommen, was schließlich den Bürgerkrieg auslöste, da dessen Anhänger nun aus dem Hochadel Truppen zusammenzogen und Aufstände gegen den König anzettelten. Mit der [[Schlacht bei Tantallas 1713]] zwischen königlichen Truppen und Anhängern Sesíns begann der Bürgerkrieg.
 
   
 
   
Der König stützte sich auf seine alten Anhänger aus dem Norden des Landes sowie auf das Haus Bourbon und seine französischen Kontakte. Sesín versammelte hinter sich eine Koalition aus oppositionellen Adligen, vornehmlich aus den Häusern Santori-Sesín, [[Piacón]] und [[Haus Todesce|Todesce]]. Nachdem der mikolinische König [[Georg I. von Mikolinien|Georg I.]] jede Verwicklung in die Kämpfe verweigert hatte, bewilligte sein Nachfolger [[Georg II. von Mikolinien|Georg II.]] die Entsendung eines Freiwilligenheers zur Unterstützung der Koalition. Unter dem Oberbefehl von [[Alexandro Graf Vierna]] konnte das Koalitionsheer schnell einige Erfolge feiern, jedoch keine Entscheidung erzwingen.  
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Der König stützte sich auf seine alten Anhänger aus dem Norden des Landes sowie auf das Haus Bourbon und seine französischen Kontakte. Sesín versammelte hinter sich eine Koalition aus oppositionellen Adligen unter Führung des [[Joseph-August von Sessin|Herzogs von Sessin]] und des [[Alexandro Graf Vierna|Grafen von Vierna]]. Der mikolinische König [[Claudius I. von Mikolinien|Claudis I.]] schickte ein Freiwilligenheers zur Unterstützung der Koalition. Unter dem Oberbefehl von [[Alexandro Graf Vierna]] konnte das Koalitionsheer schnell einige Erfolge feiern, jedoch keine Entscheidung erzwingen.  
  
 
1715 holte Danadier Casterley zurück und machte ihn zu seinem leitenden Minister. Nachdem dieser 1717 versucht hatte, gegen den Willen Danadiers einen Waffenstillstand und Kompromissfrieden mit José de Sesín auszuhandeln, wurde er entlassen, festgesetzt und wegen Hochverrats verurteilt und hingerichtet.  Nach der Übernahme des Oberbefehls der koalitionären Truppen durch [[Filipe de Piacón]] im Jahr 1717 geriet der König immer mehr unter Druck.
 
1715 holte Danadier Casterley zurück und machte ihn zu seinem leitenden Minister. Nachdem dieser 1717 versucht hatte, gegen den Willen Danadiers einen Waffenstillstand und Kompromissfrieden mit José de Sesín auszuhandeln, wurde er entlassen, festgesetzt und wegen Hochverrats verurteilt und hingerichtet.  Nach der Übernahme des Oberbefehls der koalitionären Truppen durch [[Filipe de Piacón]] im Jahr 1717 geriet der König immer mehr unter Druck.
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Im Frühjahr 1718 stand Danadier II. vor einer endgültigen Niederlage und bemühte sich um ein Übereinkommen mit den Ständen. Er berief eine neue Generalständeversammlung ein und akzeptierte ein Generalkomitee der Stände als faktisches Kontrollorgan. Seine Unterschrift unter das Codex Magnum Libertatum der Stände 1719 diskreditierte ihn endgültig auch bei der ultraroyalistischen Partei unter Führung seines Bruders [[Philipp Karl von Viça]], zumal das ständische Sagradien im [[Sagro-Mikolinischer Krieg 1718-20|Krieg gegen Mikolinien]] erneut keine Gebietsgewinne erreichen konnte. Nach neuerlichen Aufständen der Royalisten wurde Danadier 1720 zusammen mit seiner Familie im Plazarenya-Palast festgesetzt, den Winter über regierte er als de facto entmachteter König nur noch offiziell, während eine Abordnung der Generalstände die eigentliche Macht ausübte. Gleichzeitig übernahm Philipp Karl von Viça de facto die Führung der königlichen Familie, während Danadier zunehmend unter Depressionen litt.
 
Im Frühjahr 1718 stand Danadier II. vor einer endgültigen Niederlage und bemühte sich um ein Übereinkommen mit den Ständen. Er berief eine neue Generalständeversammlung ein und akzeptierte ein Generalkomitee der Stände als faktisches Kontrollorgan. Seine Unterschrift unter das Codex Magnum Libertatum der Stände 1719 diskreditierte ihn endgültig auch bei der ultraroyalistischen Partei unter Führung seines Bruders [[Philipp Karl von Viça]], zumal das ständische Sagradien im [[Sagro-Mikolinischer Krieg 1718-20|Krieg gegen Mikolinien]] erneut keine Gebietsgewinne erreichen konnte. Nach neuerlichen Aufständen der Royalisten wurde Danadier 1720 zusammen mit seiner Familie im Plazarenya-Palast festgesetzt, den Winter über regierte er als de facto entmachteter König nur noch offiziell, während eine Abordnung der Generalstände die eigentliche Macht ausübte. Gleichzeitig übernahm Philipp Karl von Viça de facto die Führung der königlichen Familie, während Danadier zunehmend unter Depressionen litt.
  
Die sich zuspitzende Situation führte schließlich im Februar 1720 zur Aufgabe Danadiers, seiner Flucht nach Frankreich und der von dort aus bekannt gegebenen Abdankung zugunsten seines radikaleren Bruders [[Philipp Karl von Viça]]. Nach Bekanntwerden der Abdankung erklärten die Generalstände im [[Generalakt vom 20. Februar 1721]] den König rückwirkend für abgesetzt und erkannten die Thronfolge seines Bruders nicht an, ohne aber eine andere Nachfolgerin oder einen Nachfolger zu bestimmen. Damit begann das Interregnum.  
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Die sich zuspitzende Situation führte schließlich im Januar zu einem gescheiterten Staatsstreich der royalistischen Partei, die Danadier zur Abdankung zugunsten seines Bruders [[Philipp Karl von Viça]] drängte. Danadier unterschrieb das Dokument, widerrief Stunden später aber und floh nach Frankreich. Die Generalstände erklärten den König im [[Generalakt vom 20. Februar 1721]] für abgesetzt, ohne aber eine andere Nachfolgerin oder einen Nachfolger zu bestimmen. Sein Bruder [[Philipp Karl von Viça]] wurde zum Feind des Königreichs erklärt. Damit begann das Interregnum.
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=== Nachkommen ===
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Aus der 1703 geschlossenen Ehe mit [[Maria Anna von Bayern]] gingen vier Kinder hervor:
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* Isabella Emmanuela (*1706, †1722)
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* [[Maria I.|Maria Luisa]] (*1708, †1748), spätere [[Königin von Sagradien]] (1730-1748)
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* [[Johann Danadier, Fürst von Sarmay|Johann Danadier]] (*1710, †1719), [[Fürst von Sarmay]] (1710-1719)
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* Eleonore (*1713, †1718)
  
 
[[Kategorie: König von Sagradien]]
 
[[Kategorie: König von Sagradien]]
 
[[Kategorie: Santori]]
 
[[Kategorie: Santori]]

Aktuelle Version vom 3. Januar 2026, 11:04 Uhr

CornelisDeWitt.jpg

Danadier II. (Luis Danadier) (*1682; †1732) war König von Sagradien (1698-1721) aus dem Haus Sántori. Seine verschwenderische und autoritäre Politik, seine außenpolitischen Misserfolge und der daraus erwachsende Konflikt mit den Ständen führten das Land in einen Bürgerkrieg, in dessen Folge er den Großteil seiner Macht verlor und schließlich durch die Stände für abgesetzt erklärt wurde.

Kronprinz[bearbeiten]

Luis Danadier María Gabriel Agostín de Sántori wurde 1682 in Semest als Sohn des sagradischen Infanten Gabriel August und dessen Frau Maria Josephine von Pfalz-Neuburg geboren. Als Sohn des Infanten von Sagradien wuchs Danadier am Hof seines Großvaters Gabriel VII. in Semest auf und wurde mit dem Ziel erzogen, dereinst seinem Vater als Monarch zu folgen. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn wird als kalt beschrieben, zog dieser doch angeblich seinen zweitältesten Sohn Filipe Carles (*1685) als Lieblingssohn vor. Jedoch folgte Danadier nach dem Tod seines Vaters 1695 als Kronprinz und Prinz von Sarmay nach. Bis dahin war er als Herzog von Novil bekannt gewesen. Als sein Großvater 1698 starb, war Danadier gerade einmal sechzehn Jahre alt und folgte als Jugendlicher auf den Thron.

Im Jahr 1703 wurde er mit der 16-jährigen Wittelsbacherprinzessin Maria Anna von Bayern, einer Tochter Maximilians II. Emmanuels, verheiratet. Aus der Ehe ging 1710 mit dem Prinzen Joán Danadier ein Sohn hervor, der aber 1719 starb. Außerdem gebahr Maria Anna dem Santori-Prinzen mehrere Töchter, darunter María Luísa (*1708), die später den Prinzen von Cuentez Johann III. heiratete und als Maria I. selbst den sagradischen Thron bestieg.

Herrschaftsbeginn und Aufstände[bearbeiten]

Von Beginn seiner Regierungszeit an versuchte Danadier die von seinem Vater gepflegte Herrschaftsform eines starken Königtums mit absolutistischem Anspruch fortzusetzen und diesen im Glanz der Repräsentation zu übertreffen. Sein großes und unerreichtes Vorbild war dafür in besonderem Maße sein Großvater König Ludwig XIV. von Frankreich, dem er als sagradischer „Sonnenkönig“ nacheifern wollte. Dafür kam bereits früh die spöttische Bezeichnung des „Schattenkönigs“ (Rei d’Ombra) auf. Danadier übernahm von seinem Großvater eine bereits extrem angespannte Staatskasse, die er mit seiner gesteigerten Repräsentation vollends ruinierte.

Auch außenpolitisch handelte Danadier unglücklich. Weder im Spanischen Erbfolgekrieg, noch im zeitgleich stattfindenden Zweiten Asumarischen Krieg von 1703 konnte Sagradien Erfolge verzeichnen. Im Gegenteil verschlang der Krieg gegen Mikolinien nicht nur Unsummen, sondern führte auch zu schweren Niederlagen, die letztlich zum Einflussverlust in Mikolinien führten.

Als Reaktion bildete sich im Hochadel zunehmend Widerstand gegen die Politik des Königs. Dessen leitender Minister Santiago de Corvón Graf von Casterley, bemühte sich vergebens, den Haushalt zu sanieren. Als Danadier Pläne zum Bau eines Lustschlosses in Colegial nach dem Vorbild von Versailles umsetzen wollte und dafür die allgemeinen Steuern anhob, trat Casterley im Jahr 1708 zurück. Es folgte im Juli ein Aufstand der hungernden Stadtbevölkerung in Semest, die blutig unterdrückt wurde.

Im Frieden von Cresq 1711 musste Sagradien schließlich endgültig auf alle Ansprüche auf das Großherzogtum Macedi verzichten, das wieder der mikolinischen Monarchie eingegliedert wurde. Ein neuerlicher innersagradischer Aufstand im September 1711, der sich schnell auf das gesamte Land ausweitere und teilweise von der Adelsopposition gefördert wurde, zwang den König erstmals seit 1632 die Generalstände einzuberufen. Dort bildete sich eine breite Koalition kritischer Adliger, die sich hinter dem Herzog von Sesín, José-Augusto de Santori-Sesín, versammelten und ein Ende der kostspieligen Bauprogramme forderten. Darüber hinaus verweigerten die Stände im Jahr 1713 weitere Kriegskredite, woraufhin Danadier die Versammlung auflöste, um zu seinem absoluten Regime zurückzukehren.

Erklärung von Vesaey und Bürgerkrieg[bearbeiten]

Nachdem Danadier im Frieden von Utrecht 1713 die strategisch wichtige Insel Cereza an Großbritannien abtreten musste, versuchte eine Abordnung der gerade aufgelösten Generalstände auf Einladung des Herzogs von Sessin in Vesaey das weitere Vorgehen zu erörtern. Dabei sollte ein neuerlicher Kompromiss mit dem König gefunden werden. Schließlich verabschiedete die Versammlung die so genannte Erklärung von Vesaey, in der die Versammlung vom König die Wiedereinberufung der Stände forderte. Dies wurde von Minister Manuel de Cambras als Akt des Verrats gegen den König interpretiert, die Versammlung wurde gewaltsam aufgelöst und der Herzog von Sessin festgenommen, was schließlich den Bürgerkrieg auslöste, da dessen Anhänger nun aus dem Hochadel Truppen zusammenzogen und Aufstände gegen den König anzettelten. Mit der Schlacht bei Tantallas 1713 zwischen königlichen Truppen und Anhängern Sesíns begann der Bürgerkrieg.

Der König stützte sich auf seine alten Anhänger aus dem Norden des Landes sowie auf das Haus Bourbon und seine französischen Kontakte. Sesín versammelte hinter sich eine Koalition aus oppositionellen Adligen unter Führung des Herzogs von Sessin und des Grafen von Vierna. Der mikolinische König Claudis I. schickte ein Freiwilligenheers zur Unterstützung der Koalition. Unter dem Oberbefehl von Alexandro Graf Vierna konnte das Koalitionsheer schnell einige Erfolge feiern, jedoch keine Entscheidung erzwingen.

1715 holte Danadier Casterley zurück und machte ihn zu seinem leitenden Minister. Nachdem dieser 1717 versucht hatte, gegen den Willen Danadiers einen Waffenstillstand und Kompromissfrieden mit José de Sesín auszuhandeln, wurde er entlassen, festgesetzt und wegen Hochverrats verurteilt und hingerichtet. Nach der Übernahme des Oberbefehls der koalitionären Truppen durch Filipe de Piacón im Jahr 1717 geriet der König immer mehr unter Druck.

Tod und Ende der Kämpfe[bearbeiten]

Im Frühjahr 1718 stand Danadier II. vor einer endgültigen Niederlage und bemühte sich um ein Übereinkommen mit den Ständen. Er berief eine neue Generalständeversammlung ein und akzeptierte ein Generalkomitee der Stände als faktisches Kontrollorgan. Seine Unterschrift unter das Codex Magnum Libertatum der Stände 1719 diskreditierte ihn endgültig auch bei der ultraroyalistischen Partei unter Führung seines Bruders Philipp Karl von Viça, zumal das ständische Sagradien im Krieg gegen Mikolinien erneut keine Gebietsgewinne erreichen konnte. Nach neuerlichen Aufständen der Royalisten wurde Danadier 1720 zusammen mit seiner Familie im Plazarenya-Palast festgesetzt, den Winter über regierte er als de facto entmachteter König nur noch offiziell, während eine Abordnung der Generalstände die eigentliche Macht ausübte. Gleichzeitig übernahm Philipp Karl von Viça de facto die Führung der königlichen Familie, während Danadier zunehmend unter Depressionen litt.

Die sich zuspitzende Situation führte schließlich im Januar zu einem gescheiterten Staatsstreich der royalistischen Partei, die Danadier zur Abdankung zugunsten seines Bruders Philipp Karl von Viça drängte. Danadier unterschrieb das Dokument, widerrief Stunden später aber und floh nach Frankreich. Die Generalstände erklärten den König im Generalakt vom 20. Februar 1721 für abgesetzt, ohne aber eine andere Nachfolgerin oder einen Nachfolger zu bestimmen. Sein Bruder Philipp Karl von Viça wurde zum Feind des Königreichs erklärt. Damit begann das Interregnum.

Nachkommen[bearbeiten]

Aus der 1703 geschlossenen Ehe mit Maria Anna von Bayern gingen vier Kinder hervor: