Partíu Republicano Radical: Unterschied zwischen den Versionen

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Der '''Partido Radical''' oder '''Partido Republicano Radical''' war eine politische Partei in [[Sagradien]], die 1894 aus dem radikalen Flügel der sagradischen [[Partido Republicano (19. Jahrhundert)|Republikanischen Partei]] entstand und unter verschiedenen Namen bis zu ihrem Verbot 1938 bestand. Danach wurde die Partei 1943 wiedergegründet und bestand nach mehreren Abspaltungen und Fusionen und mit abnehmendem Erfolg im wiedergegründeten [[Partido Radical-Democrático]] bis 1992 weiter. Die 2008 gegründete Partei [[Democrâcia i Solidaritá - ils Radicales|Demokratie und Solidarität - die Radikalen]] nimmt Bezug auf den historischen Partido Radical, in dessen Tradition sie sich sieht.
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| colspan=3 style="width: 10em" align="center"| <span style="font-size:120%">'''Partíu Republicano Radical'''</span><br>Radikal-Republikanische Partei
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| style="width: 12em" colspan=2| [[Sinistra Laica]] <small>(1899-1903)</small><br>[[Bloco de Sinistra|Linksblock]] <small>(1917-1921)</small><br>[[Volksfront]] <small>(1936-1937)</small><br>PRR-[[URS]] <small>(1938)</small><br>[[Unión Democrática|UD]] <small>(1954-1961)</small>
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Die historische Radikale Partei kann als liberale Partei mit sozialreformerischer und dezidiert antiklerikaler Ausrichtung angesehen werden. Sie repräsentierte den eher linken Flügel des sagradischen bürgerlichen Liberalismus und zählte sich fast immer zur sagradischen Linken, deren wichtigster Vertreter die Partei in den Anfangsjahren der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]] auch war, ehe sie nach Stimmen und schließlich auch nach Einfluss von der [[Partido Socialista|sagradischen Sozialistischen Partei]] abgelöst wurde.  
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Der '''Partíu Radical''' oder '''Partíu Republicano Radical''' war eine politische Partei in [[Sagradien]], die 1894 gegründet wurde und unter verschiedenen Namen bis 1961 bestand. Die historische Radikale Partei kann als liberale Partei mit sozialreformerischer und dezidiert antiklerikaler Ausrichtung angesehen werden. Sie repräsentierte den eher linken Flügel des sagradischen bürgerlichen Liberalismus und war lange Zeit die wichtigste Mitte-Links-Partei der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Sagradischen Republik]], ehe sie nach Stimmen und schließlich auch nach Einfluss von der [[Partíu Socialista|sagradischen Sozialistischen Partei]] abgelöst wurde.
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Der Partíu Radical ging auf die "radikalen" Strömungen des sagradischen Liberalismus zurück, die während der konstitutionellen Monarchie unter anderem durch die "[[Aprilistas]]", den [[Partíu Progresista]] sowie die radikalere [[Liga Republicana]] repräsentiert wurden. Nach dem Wahlerfolg der [[Sinistra laica]] bei der [[Parlamentswahl 1899]] stellte die Partei mehrere Ministerpräsidenten und von 1919 bis 1926 zwei sagradische Staatspräsidenten. Von 1917 bis 1925 gehörte die Partei zum [[Bloco de Sinistra]] und 1936 bis 1938 zur [[Volksfront]].
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Nach einem Erstarken der eher konservativen Parteiströmung und der endgültigen Abspaltung des linken Flügels der Partei, aus dem die heutige Partei der [[Radicales]] entstand, ging die rechtsliberale Parteimehrheit 1961 in der [[Unión Democrática de Sagradia]] (UDS) auf, die noch heute besteht.  
  
 
== Geschichte der Radikalen Partei ==
 
== Geschichte der Radikalen Partei ==
 
=== Ursprünge des sagradischen Radikalismus ===
 
=== Ursprünge des sagradischen Radikalismus ===
Die radikal-republikanische Bewegung in Sagradien erlangte erstmals in der [[Aprilrevolution 1848]] politische Bedeutung und war seitdem im sagradischen Abgeordnetenhaus vertreten, wo sich die Republikaner zusammen mit Radikalen in der Gruppe der Republikaner und Radikalen zusammenschlossen. Der Regierung von [[Jacquel de Montevil]] standen die Republikaner zunächst ablehnend gegenüber, zeigten Mitte der Sechziger Jahre aber Kooperationsbereitschaft. Die [[Sagradische Verfassung von 1870|konstitutionell-monarchische Verfassung des Jahres 1870]] dagegen lehnten die Republikaner ab. Nach dem Rücktritt Montevils 1873 standen die Republikaner in erbitterter Opposition zu König [[Richard III.]] 1876 erfolgte die Gründung der [[Partido Republicano (19. Jahrhundert)|Republikanischen Partei]], woraufhin die Partei unter Führung von [[Santo Cripón De la Moya]] und [[Luis Cavaller]] innerhalb der parlamentarischen Linken zunehmend an Gewicht gegenüber den monarchischen Liberalen gewann. Nach dem Wahlsieg 1890 übernahmen die Republikaner in der [[Januarrevolution 1891]] die politische Führung. Gleichzeitig aber verhinderte Parteichef Cavaller eine weitere Radikalisierung der Revolution zugunsten der [[Partido Socialista|Sozialisten]], indem er Kompromisse mit den monarchischen Eliten suchte und das Großbürgertum durch den Verzicht auf radikale Sozialmaßnahmen band. Hiergegen entwickelte die radikaldemokratische Faktion der Republikanischen Partei zunehmend abweichende Vorstellungen.
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Die Ursprünge des Partíu Radical liegen in der liberal-konstitutionellen Bewegung in Sagradien, die in napoleonischer Zeit entstand und danach vor allem in der [[Emilianische Restauration|Emilianischen Restauration]] für eine liberale Verfassung, die Garantie bürgerlicher Freiheiten und ein ständiges Parlament eintraten. Die radikale Bewegung erlangte als eigenständige Kraft erstmals in der [[Aprilrevolte 1848]] politische Bedeutung und war seitdem im sagradischen Abgeordnetenhaus vertreten, wo sich Radikale, Republikaner und Demokraten gemeinsam in der Gruppe der Republikaner und Radikalen zusammenschlossen. Die Radikalen repräsentierten dabei den linken Flügel des historischen [[Partíu Liberal]], der auch als ''Aprilistas'' bezeichnet wurde und für die Verteidigung der politischen Ideen der Aprilrevolte von 1848 gegenüber jeder Form der Restauration und Revision eintraten.
  
=== Gründung des Partido Radical ===
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In der Endphase der Regierung des Liberalen [[Jacquel de Montevil]]s kristallisierte sich die Radikale Partei als eigenständige Gruppierung heraus und organisierte sich mit anderen Mitte-Links-Liberalen im [[Partíu Progresista]], ehe sie in der Regierungszeit [[Philipp X.|Philipps X.]] den Kern des historischen [[Partíu Republicano]] bildeten. Die Radikalen traten im Gegensatz zu den [[Liberales]] für einen Kampf gegen die Rechte der Kirche, für die Einführung des allgemeinen statt des Zensuswahlrechts für Männer sowie für Frauen- und Arbeiterrechte ein.
In der [[Konstituante von 1891|verfassunggebenden Nationalversammlung]], wo die Republikanische Partei die stärkste Einzelfraktion darstellte, dominierten die großbürgerlichen und liberalkonservativen Faktionen der Partei und stellten mit Luis Cavaller und [[José Delacrûce]] den ersten Präsidenten und den ersten Ministerpräsidenten der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Die großen parteiinternen Spannungen zwischen Radikalen und stärker konservativ geprägten Republikanern, nicht zuletzt im Umgang mit der Kirche, sowie die persönlichen Differenzen zwischen den Parteiführern Cavaller, Delacrûce und [[Luciano Tropexas]] führten bereits in der Nationalversammlung zur Aufspaltung der Republikanischen Partei in einen radikalen, einen liberalen und einen konservativen Flügel, die sich seit 1894 auch organisatorisch trennten. Führende Radikale wie [[Donado Salgado]], [[Pietro Celeste]] und [[Loris Manuel]] gründeten 1894 einen neuen Parlamentsklub, wenig später erhielt die neue Republikanisch-Radikaldemokratische Partei auch einen ''Nationalverein'' und einen ''Nationalen Wahlausschuss'' als oberste Gremien. Damit begann die Geschichte des '''Partido Republicano Radical i Radical-Democrático'''.
 
  
Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1895|Wahlen 1895]] traten die ''Republicanōes i Radical-Democráticōes'' erstmals als eigenständige Partei an, stellten nach der Wahl aber nur drittstärkste Kraft im republikanischen Lager hinter der [[Partido Republicano Liberal|Liberal-Republikanischen Partei]] und den konservativen [[Unión Republicana|Unionisten]]. Oberste Ziele der kleinbürgerlichen Radikalen waren soziale Reformen, eine Säuberung der Verwaltung von monarchistischen und konterrevolutionären Kräften und eine deutliche Zurückdrängung des kirchlichen Einflusses in allen öffentlichen Bereichen.
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Nachdem die Radikalen wesentlich die [[Januarrevolution 1891]] getragen hatten, wurden sie durch die konservativeren [[Moderatas]] zurückgedrängt, die unter der Führung von [[Luis Cavaller]] eine weitere Radikalisierung der Revolution zugunsten der [[Partíu Socialista|Sozialisten]] fürchteten und Kompromisse mit den monarchischen Eliten suchten. Hiergegen entwickelte die radikaldemokratische Faktion der Republikanischen Partei zunehmend abweichende Vorstellungen.
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=== Gründung des Partíu Radical ===
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In der [[Konstituante von 1891|verfassunggebenden Nationalversammlung]], wo die Republikaner die stärkste Kraft darstellten, dominierten die bürgerlichen "Moderaten" und stellten mit [[Luis Cavaller]] und [[José Delacrûce]] den ersten Präsidenten und den ersten Ministerpräsidenten der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]]. Die großen parteiinternen Spannungen zwischen Radikalen und liberalkonservativ geprägten Republikanern, nicht zuletzt im Umgang mit der Kirche, sowie die persönlichen Differenzen zwischen den Parteiführern Cavaller, Delacrûce und [[Luciano Tropexas]] führten bereits in der Nationalversammlung zur faktischen Aufspaltung der Republikanischen Fraktion in einen radikalen und einen liberal-moderaten Flügel. Führende Radikale wie [[Donado Salgate]], [[Piero Celeste]] und [[Loris Manuel]] lehnten den Kurs der "Moderatas" ab, die umfassende Reformen ablehnten und die Republik auf evolutionärem Weg etablieren wollten, und verstanden dies als Verrat an der republikanischen Revolution. Sie gingen in die Opposition zur moderaten Mehrheit und gründeten 1894 einen neuen Parlamentsklub, wenig später erhielt die neue Republikanisch-Radikaldemokratische Partei auch einen ''Nationalverein'' und einen ''Nationalen Wahlausschuss'' als oberste Gremien. Damit begann die Geschichte des '''Partíu Republicano Radical i Radical-Democrático'''.
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Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1895|Wahlen 1895]] traten die Radikalen erstmals als eigenständige Partei an, blieben aber weit hinter den republikanischen ''Moderatas'' zurück, die sich 1897 mehrheitlich in der [[Partíu Republicano Liberal|Liberal-Republikanischen Partei]] organisierten. Oberste Ziele der kleinbürgerlichen Radikalen waren soziale Reformen, eine Säuberung der Verwaltung von monarchistischen und konterrevolutionären Kräften und eine deutliche Zurückdrängung des kirchlichen Einflusses in allen öffentlichen Bereichen. Der gescheiterte reaktionäre [[Putsch von 1898]] bestärkte die Partei in ihren Zielen und verstärkte die Polarisierung der politischen Landschaft, von der die Radikalen profitierten.
  
 
=== Zwischen Liberaler Koalition und Opposition ===
 
=== Zwischen Liberaler Koalition und Opposition ===
 
Um die Jahrhundertwende begannen die Radikalen den Versuch, gemeinsam mit den Liberalen eine stärkere Trennung von Kirche und Statt durchzusetzen, was zur Bildung eines linken laizistisch-liberalen Blocks und eines rechten klerikal-konservativen Blocks führte. In der Folge begann die Ära der Radikalen Dominanz, welche mit Unterbrechungen 1903-1909 bis zu den Zwanziger Jahren andauerte und die Radikale Partei in eine Schlüsselrolle bei der Regierungsbildung versetzte.  
 
Um die Jahrhundertwende begannen die Radikalen den Versuch, gemeinsam mit den Liberalen eine stärkere Trennung von Kirche und Statt durchzusetzen, was zur Bildung eines linken laizistisch-liberalen Blocks und eines rechten klerikal-konservativen Blocks führte. In der Folge begann die Ära der Radikalen Dominanz, welche mit Unterbrechungen 1903-1909 bis zu den Zwanziger Jahren andauerte und die Radikale Partei in eine Schlüsselrolle bei der Regierungsbildung versetzte.  
  
Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1899|Wahlen 1899]] konnten die Radikale einen großen Wahlerfolg feiern und wurden zur stärksten Partei im Parlament. Unter der Führung von [[Donado Salgado]] übernahmen die Radikalen danach die Regierungsverantwortung in einer Koalition mit den weiter rechts stehenden Liberalen und in Gegnerschaft zur katholischen Rechten. Die Koalition Salgado implementierte eine Reihe sozialer und laizistischer Reformen, welche die Republik in der Folge stark prägen sollten. Der Sieg der oppositionellen Rechten bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1903|Wahlen 1903]] drängte die Radikale Partei in die Opposition zur so genannten [[Koalition der Moral]], ehe sie 1909 wiederum als stärkste Partei in die Regierung zurückkehren konnte. Neue Führungsfigur wurde [[Cristoval Sánchez]], der sich parteiintern auf jene Kräfte stützte, die eine Abgrenzung von den dogmatischen Sozialisten forderten.
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Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1899|Wahlen 1899]] konnten die Radikale einen großen Wahlerfolg feiern und wurden zur stärksten Partei im Parlament. Unter der Führung von [[Donado Salgate]] übernahmen die Radikalen danach die Regierungsverantwortung in einer Koalition mit den weiter rechts stehenden Liberalen und in Gegnerschaft zur katholischen Rechten. Die Koalition Salgate implementierte eine Reihe sozialer und laizistischer Reformen, welche die Republik in der Folge stark prägen sollten. Der Sieg der oppositionellen Rechten bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1903|Wahlen 1903]] drängte die Radikale Partei in die Opposition zur so genannten [[Koalition der Moral]], ehe sie 1909 wiederum als stärkste Partei in die Regierung zurückkehren konnte. Neue Führungsfigur wurde [[Cristoval Sánchez]], der sich parteiintern auf jene Kräfte stützte, die eine Abgrenzung von den dogmatischen Sozialisten forderten.
 
 
== Spaltung und Linkskartell ==
 
Bereits zuvor hatte es interne Auseinandersetzungen zwischen Parteilinken und –Rechten um das Verhältnis der Partei zur aufstrebenden Arbeiterbewegung und der von ihr getragenen Sozialistischen Partei gegeben. Die so genannten ''Integralisten'' in der Partei, die eine aktive Einbindung der reformistischen Arbeiterschaft in die eigene Partei anstrebten, lösten sich schließlich 1909 unter der Führung Salgados und bildeten den '''[[Partido Democrático Radical Socialista]]''', auch als ''Radikalsozialistische Partei'' bezeichnet, die den Platz links der Radikalen Partei einnahm.  
 
  
Die Mehrheit der Radikalen versuchte zunächst einen Ausgleich mit den Kräften der politischen Mitte, schloss sich aber unter dem neuen Parteiführer [[Francisco Calbane]] 1917 dem Kurs der Linken an und bildeten bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1917|Kammerwahl 1917]], der ersten, die nach dem Verhältniswahlrecht durchgeführt wurde, das [[Cartel de la Sinistra]] zusammen mit der reformorientierten Sozialistischen Partei, welche die Radikalen bereits 1913 an Stimmen und Mandaten überholt hatte.
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=== Spaltung und Linksblock ===
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Bereits zuvor hatte es interne Auseinandersetzungen zwischen Parteilinken und –Rechten um das Verhältnis der Partei zur aufstrebenden Arbeiterbewegung und der von ihr getragenen Sozialistischen Partei gegeben. Die so genannten ''Integralisten'' in der Partei, die eine aktive Einbindung der reformistischen Arbeiterschaft in die eigene Partei anstrebten, lösten sich schließlich 1909 unter der Führung Salgates und bildeten den '''[[Partíu Democrático Radical Socialista]]''', auch als ''Radikalsozialistische Partei'' bezeichnet, die den Platz links der Radikalen Partei einnahm.  
  
Calbane bildete daraufhin eine linke laizistische Koalition, welche endgültig die Trennung von Staat und Kirche und soziale Reformen durchsetzte, die wesentliche Wurzeln für den später voll ausgebauten sagradischen Wohlfahrtsstaat legten. 1920 erfolgte die Wiedervereinigung mit dem PDRS zum '''Partido Radical i Social-Democrático''' (PRSD), der sich seit 1925/26 wieder '''Partido Republicano Radical''' (PRR) nannte. Donado Salgado hatte die von ihm mitgegründete Radikalsozialistische Partei (PDRS) bereits 1912/13 in Richtung Sozialistischer Partei verlassen.  
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Die Mehrheit der Radikalen versuchte zunächst einen Ausgleich mit den Kräften der politischen Mitte, schloss sich aber unter dem neuen Parteiführer [[Francisco Calbane]] 1917 dem Kurs der Linken an und bildeten bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1917|Kammerwahl 1917]], der ersten, die nach dem Verhältniswahlrecht durchgeführt wurde, den [[Bloco de Sinistra]] zusammen mit der reformorientierten Sozialistischen Partei, welche die Radikalen bereits 1913 an Stimmen und Mandaten überholt hatte.
  
Unter dem Radikalen [[António Diaz]] führte die Radikal-Republikanische Partei nach den Wahlen von 1921 eine um Liberale erweiterte Mitte-Links-Koalition an, die Krise der Partei war aber bereits längst eingeleitet, welche die Radikale Partei in den gesamten Zwanziger Jahren begleiten sollte. Mit der Einführung des Verhältniswahlrechts im Jahr 1917 hatte die Partei die Führung der Linken zunehmend an die Sozialisten verloren, mit denen die Partei bis 1925 zusammenarbeitete. 1924 unterstützten die Radikalen mit [[António Sarabal]] den ersten sozialistischen Ministerpräsidenten der Republik. Mit [[Cristoval Sánchez]] (1914-1921) und [[Carles Simón López]] (1921-1925) stellten die Radikalen den zweiten und dritten Präsidenten der Republik und von 1917 bis 1925 waren sie an jedem Kabinett beteiligt. Diese Phase der Dominanz der Partei endete erst mit der Niederlage der Partei bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1925|Wahlen 1925]], welche der politischen Rechten einen Wahlsieg einbrachte und zum Rücktritt Carles Simón López' vom Präsidentenamt führte.  
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Calbane bildete daraufhin eine linke laizistische Koalition, welche endgültig die Trennung von Staat und Kirche und soziale Reformen durchsetzte, die wesentliche Wurzeln für den später voll ausgebauten sagradischen Wohlfahrtsstaat legten. 1920 erfolgte die Wiedervereinigung mit dem PDRS zum '''Partíu Radical i Social-Democrático''' (PRSD), der sich seit 1925/26 wieder '''Partíu Republicano Radical''' (PRR) nannte. Donado Salgate hatte die von ihm mitgegründete Radikalsozialistische Partei (PDRS) bereits 1912/13 in Richtung Sozialistischer Partei verlassen.  
  
== Krise der Zwanziger und frühen Dreißiger Jahre ==
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Unter dem Radikalen [[António Diaz]] führte die Radikal-Republikanische Partei nach den Wahlen von 1921 eine um Liberale erweiterte Mitte-Links-Koalition an, die Krise der Partei war aber bereits längst eingeleitet, welche die Radikale Partei in den gesamten Zwanziger Jahren begleiten sollte. Mit der Einführung des Verhältniswahlrechts im Jahr 1917 hatte die Partei die Führung der Linken zunehmend an die Sozialisten verloren, mit denen die Partei bis 1925 zusammenarbeitete. 1924 unterstützten die Radikalen mit [[Santiago Laval]] den ersten sozialistischen Ministerpräsidenten der Republik. Mit [[Carles Simón López-Iregui]] (1919-1920) und [[Cristoval Sánchez]] (1920-1927) stellten die Radikalen den vierten und fünften Präsidenten der Republik und von 1917 bis 1925 waren sie an jedem Kabinett beteiligt.
Die Wahlen 1925 führten zu einer Destabilisierung und zu immer neuen inneren Spaltungen der Partei in konkurrierende Flügel, die sich aber nicht auf der Organisationsebene, sondern innerhalb von Partei und Fraktion vollzogen. Meist unterstützte nur ein Teil der radikalen Abgeordneten mehrere in rascher Folge amtierende Mitte-Rechts-Regierungen der [[Convergência Nacional|Nationalen Konvergenz]], zu der nun auch die liberale [[Alianza Republicana|Republikanische Allianz]] [[Daniel La Ponte]]s gehörte. Die Parteiführung der Radikalen – von den politischen Niederlagen verunsichert – schwankte zwischen einer Annäherung an die katholische Rechte und dem Versuch einer konstruktiven, aber eigenständigen Oppositionspolitik zu den Regierungen der zunehmend antidemokratisch auftretenden Rechtsbündnisse. Der Sieg des von der katholisch-konservativen [[Unión Popular]] [[García D’Alema]]s angeführten [[Bloc Nacional]] bei den Wahlen 1930 und die Niederlage der Radikalen, die nur noch 7 Prozent der Abgeordneten stellten, führte zu einer Wiederannäherung der von [[Angel Colón]] geführten PRR an die sozialistische Linke, mit der man seit 1932 gemeinsam in der Opposition zu Präsident D’Alema und den von ihm eingesetzten Präsidialregierungen stand. Dennoch artikulierte die Radikale Partei diese Haltung nur sehr zurückhaltend, was ihr von Seiten der Sozialisten und der Kommunisten den Schmähruf der „Schweigenden Gegnerschaft“ eintrug und 1933 in der Abspaltung des linken Flügels als [[Unión Radical Socialista]] führte.
 
  
== Historische Namen der Radikalen Partei und ihrer Abspaltungen ==
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=== Krise und Volksfront ===
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Nach der Niederlage der Linksparteien bei der [[Parlamentswahl 1925]] zerfiel der Linksblock endgültig. Die Radikale Partei geriet in eine Krise und in innerparteiliche Auseinandersetzungen zwischen mitte-links- und mitte-rechts-orientierten Mitgliedern. In der Folge arbeitete die Partei vermehrt mit der politischen Rechten zusammen und bildete mehrere Minderheitsregierungen mit der rechtsliberalen [[ARL]] unter [[Daniel Laponte]]. In der Folge fiel die Partei bei den [[Parlamentswahl 1929|Parlamentswahlen 1929]] und [[Parlamentswahl 1932|1932]] jeweils unter sieben Prozent der Stimmen zurück.
  
'''Partido Republicano Radical-Democrático''' (PRRD/RRD/PRR)
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Unter dem Parteivorsitz [[Angel Colón]]s orientierte sich die Partei schließlich wieder zur politischen Linken und knüpfte an das Bündnis mit den [[PS|Sozialisten]] an. Daraus ging vor der [[Parlamentswahl 1936]] schließlich das sogenannte [[Volksfront]]bündnis hervor, in dessen Rahmen Radikale und Sozialisten erstmals mit der [[KPS|Kommunistischen Partei]] zusammenarbeiteten. Die Kooperation mit den Kommunisten führte zur Abspaltung des strikt antikommunistischen Parteiflügels unter [[Julen Cajanier]], der sich als [[Partíu Radical Independiente]] konstituierte. Nach dem Wahlsieg der Volksfront gehörte der PRR zur [[Kabinett Laval II|Regierungskoalition]] des sozialistischen Ministerpräsidenten [[Santiago Laval]].
  
Abspaltung 1909:
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Nachdem die Volksfront 1938 endgültig zerbrochen war, unterstützte der PRR eine Sammlungsregierung unter [[Julen Cajanier]]. Zur [[Kabinett Sants-Igualde IV|Regierung Sants-Igualde III]] hielt der PRR kritische Distanz. Die Partei erlitt bei der [[Parlamentswahl 1939]] aber im Bündnis mit dem [[URS]] eine schmerzhafte Niederlage und näherte sich danach der Rechtsregierung unter Manuel Sants-Igualde an. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs im Herbst 1939 trat der PRR auch offiziell in die Regierung ein.
'''Partido Democrático Radical Socialista''' (PDRS)
 
  
Fusion 1920:
+
=== Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit ===
'''Partido Radical i Social-Democrático''' (PRSD)
+
Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs unterstützte die Mehrheit der Radikalen Partei ganz im Gegensatz zu den Radikalsozialisten zunächst die Linie der Regierung von [[Manuel Sants]] und stimmte den [[Juligesetze 1940|Juli-Gesetzen]] und den [[Augustrevisionen 1940]] zu, gerieten in der Folge aber in Widerspruch zur Regierungslinie und unterstützte schließlich den Eintritt Sagradiens in den Weltkrieg.
  
Name seit 1925 wieder:
+
Der Versuch, die Parteidissidenten vom rechten und vom linken Flügel wieder in die Partei zurückzuholen, war nur teilweise erfolgreich. Zahlreiche linke Radikale fanden 1945-1947 den Weg in die [[Sozialistische Partei]] bzw. in die 1947 gegründete [[ASUL]]. Einige zur rechten Mitte orientierten Radikale gingen dagegen in die liberale [[MRL]]. Nach der [[Parlamentswahl 1945]] bildete die PRR gemeinsam mit [[PSU|Sozialisten]], [[PPC|Christdemokraten]] und (bis 1947) [[PCS|Kommunisten]] eine Konsensregierung, die so genannte [[Demokratische Koalition]]. Parteichef [[António Delauro]] amtierte 1947 für wenige Monate als Ministerpräsident.
'''Partido Republicano Radical''' (PRR)
 
  
Abspaltung 1933:
+
=== Parteispaltung und Ende ===
'''Unión Radical-Socialista''' (URS)
+
Bereits in dieser Zeit kam es zu heftigen parteiinternen Auseinandersetzungen um die zukünftige Orientierung der Partei hin zur rechten oder zur linken Mitte. Nachdem [[António Delauro]] im Vorsitz 1948 durch [[Franco Ponente]] abgelöst worden war, schlug die Partei sukzessive einen Kurs der rechten Mitte ein. Nach dem Zerfall der gemeinsamen Regierungskoalition mit Sozialisten und Christdemokraten 1953 blieb die Radikale Partei an der Seite der [[Volkspartei]]. Die Wahl [[Carles Méndez-León]]s zum Parteivorsitzenden nach dem Tod des auf Ausgleich bedachten Ponente bedeutete den endgültigen Sieg jener, die die Radikale Partei als Partei der Mitte im Bündnis mit den bürgerlichen Parteien positionieren wollten. Bei der [[Parlamentswahl 1954]] traten Radikale und [[MRL|Liberale]] erstmals in einem gemeinsamen Wahlbündnis, der [[Unión Democrática]], an und bildeten anschließlich eine Mitte-Rechts-Regierung unter dem Christdemokraten [[Paulo Luciaro]]. Dagegen kandidierten Vertreter des linken Parteiflügels in Konkurrenz zur Parteimehrheit, konnten mit der [[UCR]] aber zunächst wenig ausrichten.
  
Partei 1943:
+
Vor der [[Parlamentswahl 1958]] kam es schließlich zur endgültigen Spaltung der Partei, indem die Parteilinke sich gegen die Parteiführung stellte und eine Aufkündigung der Demokratischen Union forderte. Nachdem dies gescheitert war, verließ ein großer Teil der Parteilinken die Organisation und gründete gemeinsam mit UCR-Aktivisten das [[PRD|Movimiento de Radical-Democráticoes]], das in Konkurrenz zum UD-Bündnis vier Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte. Nach der Wahl ging aus dem MRD die [[PRD|Radikal-Demokratische Partei]] hervor, die sich als Vertreterin des eigentlichen Parteierbes der PRR ansah. Dagegen entschied sich die rechte Parteimehrheit des alten PRR zu einer immer engeren Zusammenarbeit mit den rechtsliberalen Parteien [[MRL]] und [[PND]] innerhalb der Demokratischen Union. Mit der Gründung der [[UDS]] als Partei 1961 ging die PRR endgültig in der neuen Organisation auf.
'''Partido Republicano Democrático i Radical-Democrático''' (PRD)
 
  
Abspaltung 1949:
+
== Persönlichkeiten ==
'''Unión Democrática Republicana i Radical-Democrática''' (UDR), seit 1955 '''Unión Democrática Republicana''' (UDR)
+
=== Staatspräsidenten ===
 +
* [[Carles Simón López-Iregui]], 1919-1920
 +
* [[Cristoval Sánchez]], 1920-1927
  
Fusion 1950:
+
=== Ministerpräsidenten ===
'''Unión Cívica Radical''' (UCR)
+
* [[Donado Salgate]], 1899-1902
 +
* [[Cristoval Sánchez]], 1902-1903, 1912-1913
 +
* [[Francisco Calbane]], 1917-1919
 +
* [[José María Sâis-Munieta]], 1919
 +
* [[António Diaz]], 1919-1924
 +
* [[José António Saviola]], 1945-1946
  
Abspaltung UDR 1955:
+
=== Parteiführer ===
'''Movimiento de Radical-Democráticoes''' (MRD)
+
* 1894-1899: [[Piero Celeste]]
 +
* 1899-1905: [[Donado Salgate]]
 +
* 1905-1907: [[Armando Cotxía]]
 +
* 1907-1914: [[Cristoval Sánchez]]
 +
* 1914-1921: [[Francisco Calbane]]
 +
* 1921-1928: [[António Diaz]]
 +
* 1928-1932: [[Santiago Lamanto]]
 +
* 1932-1939: [[Angel Colón]]
 +
* 1939-1940: [[Francisco Monte]]
 +
* 1940-1948: [[António Delauro]]
 +
* 1948-1953: [[Franco Ponente]] ()
 +
* 1953-1954: [[Luciano Vélez]] (komm.)
 +
* 1954-1961: [[Carles Méndez-León]]
  
Fusion 1958:
+
[[Kategorie: Historische Partei in Sagradien]]
'''Partido Radical-Democrático''' (PRD)
+
[[Kategorie: Sagradische Partei]]

Aktuelle Version vom 27. Juli 2024, 17:02 Uhr

Partíu Republicano Radical
Radikal-Republikanische Partei
Parteiführer Lorís Manuel
Piero Celeste
Donado Salgate
Cristoval Sánchez
Angel Colón
António Delauro
Carles Méndez-León
Gründung 1894
Auflösung 1961
Vorgänger Partíu Progresista
Liga Republicana
Nachfolge PRD, UDS
Ausrichtung Liberalismus
Republikanismus
Linksliberalismus
Laizismus
International Liberale Internationale
Bündnis Sinistra Laica (1899-1903)
Linksblock (1917-1921)
Volksfront (1936-1937)
PRR-URS (1938)
UD (1954-1961)
Position Mitte-Links/Mitte

Der Partíu Radical oder Partíu Republicano Radical war eine politische Partei in Sagradien, die 1894 gegründet wurde und unter verschiedenen Namen bis 1961 bestand. Die historische Radikale Partei kann als liberale Partei mit sozialreformerischer und dezidiert antiklerikaler Ausrichtung angesehen werden. Sie repräsentierte den eher linken Flügel des sagradischen bürgerlichen Liberalismus und war lange Zeit die wichtigste Mitte-Links-Partei der Zweiten Sagradischen Republik, ehe sie nach Stimmen und schließlich auch nach Einfluss von der sagradischen Sozialistischen Partei abgelöst wurde.

Der Partíu Radical ging auf die "radikalen" Strömungen des sagradischen Liberalismus zurück, die während der konstitutionellen Monarchie unter anderem durch die "Aprilistas", den Partíu Progresista sowie die radikalere Liga Republicana repräsentiert wurden. Nach dem Wahlerfolg der Sinistra laica bei der Parlamentswahl 1899 stellte die Partei mehrere Ministerpräsidenten und von 1919 bis 1926 zwei sagradische Staatspräsidenten. Von 1917 bis 1925 gehörte die Partei zum Bloco de Sinistra und 1936 bis 1938 zur Volksfront.

Nach einem Erstarken der eher konservativen Parteiströmung und der endgültigen Abspaltung des linken Flügels der Partei, aus dem die heutige Partei der Radicales entstand, ging die rechtsliberale Parteimehrheit 1961 in der Unión Democrática de Sagradia (UDS) auf, die noch heute besteht.

Geschichte der Radikalen Partei[bearbeiten]

Ursprünge des sagradischen Radikalismus[bearbeiten]

Die Ursprünge des Partíu Radical liegen in der liberal-konstitutionellen Bewegung in Sagradien, die in napoleonischer Zeit entstand und danach vor allem in der Emilianischen Restauration für eine liberale Verfassung, die Garantie bürgerlicher Freiheiten und ein ständiges Parlament eintraten. Die radikale Bewegung erlangte als eigenständige Kraft erstmals in der Aprilrevolte 1848 politische Bedeutung und war seitdem im sagradischen Abgeordnetenhaus vertreten, wo sich Radikale, Republikaner und Demokraten gemeinsam in der Gruppe der Republikaner und Radikalen zusammenschlossen. Die Radikalen repräsentierten dabei den linken Flügel des historischen Partíu Liberal, der auch als Aprilistas bezeichnet wurde und für die Verteidigung der politischen Ideen der Aprilrevolte von 1848 gegenüber jeder Form der Restauration und Revision eintraten.

In der Endphase der Regierung des Liberalen Jacquel de Montevils kristallisierte sich die Radikale Partei als eigenständige Gruppierung heraus und organisierte sich mit anderen Mitte-Links-Liberalen im Partíu Progresista, ehe sie in der Regierungszeit Philipps X. den Kern des historischen Partíu Republicano bildeten. Die Radikalen traten im Gegensatz zu den Liberales für einen Kampf gegen die Rechte der Kirche, für die Einführung des allgemeinen statt des Zensuswahlrechts für Männer sowie für Frauen- und Arbeiterrechte ein.

Nachdem die Radikalen wesentlich die Januarrevolution 1891 getragen hatten, wurden sie durch die konservativeren Moderatas zurückgedrängt, die unter der Führung von Luis Cavaller eine weitere Radikalisierung der Revolution zugunsten der Sozialisten fürchteten und Kompromisse mit den monarchischen Eliten suchten. Hiergegen entwickelte die radikaldemokratische Faktion der Republikanischen Partei zunehmend abweichende Vorstellungen.

Gründung des Partíu Radical[bearbeiten]

In der verfassunggebenden Nationalversammlung, wo die Republikaner die stärkste Kraft darstellten, dominierten die bürgerlichen "Moderaten" und stellten mit Luis Cavaller und José Delacrûce den ersten Präsidenten und den ersten Ministerpräsidenten der Zweiten Republik. Die großen parteiinternen Spannungen zwischen Radikalen und liberalkonservativ geprägten Republikanern, nicht zuletzt im Umgang mit der Kirche, sowie die persönlichen Differenzen zwischen den Parteiführern Cavaller, Delacrûce und Luciano Tropexas führten bereits in der Nationalversammlung zur faktischen Aufspaltung der Republikanischen Fraktion in einen radikalen und einen liberal-moderaten Flügel. Führende Radikale wie Donado Salgate, Piero Celeste und Loris Manuel lehnten den Kurs der "Moderatas" ab, die umfassende Reformen ablehnten und die Republik auf evolutionärem Weg etablieren wollten, und verstanden dies als Verrat an der republikanischen Revolution. Sie gingen in die Opposition zur moderaten Mehrheit und gründeten 1894 einen neuen Parlamentsklub, wenig später erhielt die neue Republikanisch-Radikaldemokratische Partei auch einen Nationalverein und einen Nationalen Wahlausschuss als oberste Gremien. Damit begann die Geschichte des Partíu Republicano Radical i Radical-Democrático.

Bei den Wahlen 1895 traten die Radikalen erstmals als eigenständige Partei an, blieben aber weit hinter den republikanischen Moderatas zurück, die sich 1897 mehrheitlich in der Liberal-Republikanischen Partei organisierten. Oberste Ziele der kleinbürgerlichen Radikalen waren soziale Reformen, eine Säuberung der Verwaltung von monarchistischen und konterrevolutionären Kräften und eine deutliche Zurückdrängung des kirchlichen Einflusses in allen öffentlichen Bereichen. Der gescheiterte reaktionäre Putsch von 1898 bestärkte die Partei in ihren Zielen und verstärkte die Polarisierung der politischen Landschaft, von der die Radikalen profitierten.

Zwischen Liberaler Koalition und Opposition[bearbeiten]

Um die Jahrhundertwende begannen die Radikalen den Versuch, gemeinsam mit den Liberalen eine stärkere Trennung von Kirche und Statt durchzusetzen, was zur Bildung eines linken laizistisch-liberalen Blocks und eines rechten klerikal-konservativen Blocks führte. In der Folge begann die Ära der Radikalen Dominanz, welche mit Unterbrechungen 1903-1909 bis zu den Zwanziger Jahren andauerte und die Radikale Partei in eine Schlüsselrolle bei der Regierungsbildung versetzte.

Bei den Wahlen 1899 konnten die Radikale einen großen Wahlerfolg feiern und wurden zur stärksten Partei im Parlament. Unter der Führung von Donado Salgate übernahmen die Radikalen danach die Regierungsverantwortung in einer Koalition mit den weiter rechts stehenden Liberalen und in Gegnerschaft zur katholischen Rechten. Die Koalition Salgate implementierte eine Reihe sozialer und laizistischer Reformen, welche die Republik in der Folge stark prägen sollten. Der Sieg der oppositionellen Rechten bei den Wahlen 1903 drängte die Radikale Partei in die Opposition zur so genannten Koalition der Moral, ehe sie 1909 wiederum als stärkste Partei in die Regierung zurückkehren konnte. Neue Führungsfigur wurde Cristoval Sánchez, der sich parteiintern auf jene Kräfte stützte, die eine Abgrenzung von den dogmatischen Sozialisten forderten.

Spaltung und Linksblock[bearbeiten]

Bereits zuvor hatte es interne Auseinandersetzungen zwischen Parteilinken und –Rechten um das Verhältnis der Partei zur aufstrebenden Arbeiterbewegung und der von ihr getragenen Sozialistischen Partei gegeben. Die so genannten Integralisten in der Partei, die eine aktive Einbindung der reformistischen Arbeiterschaft in die eigene Partei anstrebten, lösten sich schließlich 1909 unter der Führung Salgates und bildeten den Partíu Democrático Radical Socialista, auch als Radikalsozialistische Partei bezeichnet, die den Platz links der Radikalen Partei einnahm.

Die Mehrheit der Radikalen versuchte zunächst einen Ausgleich mit den Kräften der politischen Mitte, schloss sich aber unter dem neuen Parteiführer Francisco Calbane 1917 dem Kurs der Linken an und bildeten bei der Kammerwahl 1917, der ersten, die nach dem Verhältniswahlrecht durchgeführt wurde, den Bloco de Sinistra zusammen mit der reformorientierten Sozialistischen Partei, welche die Radikalen bereits 1913 an Stimmen und Mandaten überholt hatte.

Calbane bildete daraufhin eine linke laizistische Koalition, welche endgültig die Trennung von Staat und Kirche und soziale Reformen durchsetzte, die wesentliche Wurzeln für den später voll ausgebauten sagradischen Wohlfahrtsstaat legten. 1920 erfolgte die Wiedervereinigung mit dem PDRS zum Partíu Radical i Social-Democrático (PRSD), der sich seit 1925/26 wieder Partíu Republicano Radical (PRR) nannte. Donado Salgate hatte die von ihm mitgegründete Radikalsozialistische Partei (PDRS) bereits 1912/13 in Richtung Sozialistischer Partei verlassen.

Unter dem Radikalen António Diaz führte die Radikal-Republikanische Partei nach den Wahlen von 1921 eine um Liberale erweiterte Mitte-Links-Koalition an, die Krise der Partei war aber bereits längst eingeleitet, welche die Radikale Partei in den gesamten Zwanziger Jahren begleiten sollte. Mit der Einführung des Verhältniswahlrechts im Jahr 1917 hatte die Partei die Führung der Linken zunehmend an die Sozialisten verloren, mit denen die Partei bis 1925 zusammenarbeitete. 1924 unterstützten die Radikalen mit Santiago Laval den ersten sozialistischen Ministerpräsidenten der Republik. Mit Carles Simón López-Iregui (1919-1920) und Cristoval Sánchez (1920-1927) stellten die Radikalen den vierten und fünften Präsidenten der Republik und von 1917 bis 1925 waren sie an jedem Kabinett beteiligt.

Krise und Volksfront[bearbeiten]

Nach der Niederlage der Linksparteien bei der Parlamentswahl 1925 zerfiel der Linksblock endgültig. Die Radikale Partei geriet in eine Krise und in innerparteiliche Auseinandersetzungen zwischen mitte-links- und mitte-rechts-orientierten Mitgliedern. In der Folge arbeitete die Partei vermehrt mit der politischen Rechten zusammen und bildete mehrere Minderheitsregierungen mit der rechtsliberalen ARL unter Daniel Laponte. In der Folge fiel die Partei bei den Parlamentswahlen 1929 und 1932 jeweils unter sieben Prozent der Stimmen zurück.

Unter dem Parteivorsitz Angel Colóns orientierte sich die Partei schließlich wieder zur politischen Linken und knüpfte an das Bündnis mit den Sozialisten an. Daraus ging vor der Parlamentswahl 1936 schließlich das sogenannte Volksfrontbündnis hervor, in dessen Rahmen Radikale und Sozialisten erstmals mit der Kommunistischen Partei zusammenarbeiteten. Die Kooperation mit den Kommunisten führte zur Abspaltung des strikt antikommunistischen Parteiflügels unter Julen Cajanier, der sich als Partíu Radical Independiente konstituierte. Nach dem Wahlsieg der Volksfront gehörte der PRR zur Regierungskoalition des sozialistischen Ministerpräsidenten Santiago Laval.

Nachdem die Volksfront 1938 endgültig zerbrochen war, unterstützte der PRR eine Sammlungsregierung unter Julen Cajanier. Zur Regierung Sants-Igualde III hielt der PRR kritische Distanz. Die Partei erlitt bei der Parlamentswahl 1939 aber im Bündnis mit dem URS eine schmerzhafte Niederlage und näherte sich danach der Rechtsregierung unter Manuel Sants-Igualde an. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs im Herbst 1939 trat der PRR auch offiziell in die Regierung ein.

Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit[bearbeiten]

Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs unterstützte die Mehrheit der Radikalen Partei ganz im Gegensatz zu den Radikalsozialisten zunächst die Linie der Regierung von Manuel Sants und stimmte den Juli-Gesetzen und den Augustrevisionen 1940 zu, gerieten in der Folge aber in Widerspruch zur Regierungslinie und unterstützte schließlich den Eintritt Sagradiens in den Weltkrieg.

Der Versuch, die Parteidissidenten vom rechten und vom linken Flügel wieder in die Partei zurückzuholen, war nur teilweise erfolgreich. Zahlreiche linke Radikale fanden 1945-1947 den Weg in die Sozialistische Partei bzw. in die 1947 gegründete ASUL. Einige zur rechten Mitte orientierten Radikale gingen dagegen in die liberale MRL. Nach der Parlamentswahl 1945 bildete die PRR gemeinsam mit Sozialisten, Christdemokraten und (bis 1947) Kommunisten eine Konsensregierung, die so genannte Demokratische Koalition. Parteichef António Delauro amtierte 1947 für wenige Monate als Ministerpräsident.

Parteispaltung und Ende[bearbeiten]

Bereits in dieser Zeit kam es zu heftigen parteiinternen Auseinandersetzungen um die zukünftige Orientierung der Partei hin zur rechten oder zur linken Mitte. Nachdem António Delauro im Vorsitz 1948 durch Franco Ponente abgelöst worden war, schlug die Partei sukzessive einen Kurs der rechten Mitte ein. Nach dem Zerfall der gemeinsamen Regierungskoalition mit Sozialisten und Christdemokraten 1953 blieb die Radikale Partei an der Seite der Volkspartei. Die Wahl Carles Méndez-Leóns zum Parteivorsitzenden nach dem Tod des auf Ausgleich bedachten Ponente bedeutete den endgültigen Sieg jener, die die Radikale Partei als Partei der Mitte im Bündnis mit den bürgerlichen Parteien positionieren wollten. Bei der Parlamentswahl 1954 traten Radikale und Liberale erstmals in einem gemeinsamen Wahlbündnis, der Unión Democrática, an und bildeten anschließlich eine Mitte-Rechts-Regierung unter dem Christdemokraten Paulo Luciaro. Dagegen kandidierten Vertreter des linken Parteiflügels in Konkurrenz zur Parteimehrheit, konnten mit der UCR aber zunächst wenig ausrichten.

Vor der Parlamentswahl 1958 kam es schließlich zur endgültigen Spaltung der Partei, indem die Parteilinke sich gegen die Parteiführung stellte und eine Aufkündigung der Demokratischen Union forderte. Nachdem dies gescheitert war, verließ ein großer Teil der Parteilinken die Organisation und gründete gemeinsam mit UCR-Aktivisten das Movimiento de Radical-Democráticoes, das in Konkurrenz zum UD-Bündnis vier Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte. Nach der Wahl ging aus dem MRD die Radikal-Demokratische Partei hervor, die sich als Vertreterin des eigentlichen Parteierbes der PRR ansah. Dagegen entschied sich die rechte Parteimehrheit des alten PRR zu einer immer engeren Zusammenarbeit mit den rechtsliberalen Parteien MRL und PND innerhalb der Demokratischen Union. Mit der Gründung der UDS als Partei 1961 ging die PRR endgültig in der neuen Organisation auf.

Persönlichkeiten[bearbeiten]

Staatspräsidenten[bearbeiten]

Ministerpräsidenten[bearbeiten]

Parteiführer[bearbeiten]