Inseln von Aziz: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Sagradien
Zur Navigation springenZur Suche springen
 
(Eine dazwischenliegende Version desselben Benutzers wird nicht angezeigt)
Zeile 26: Zeile 26:
 
|}
 
|}
  
Die '''Inseln von Aziz''' ([[Sagradische Sprache|sagr.]] ''Illas d'Aziz'') sind eine Inselgruppe im Atlantischen Ozean, etwa 800 Kilometer westlich von Marokko und rund 200 Kilometer nordwestlich von Madeira gelegen. Die elf Inseln bilden zusammen eine von 17 [[Sagradische Regionen|Regionen]] der [[Sagradien|Sagradischen Republik]] und verfügen als solche über weitreichende Autonomierechte. Sie sind damit Teil der Europäischen Union. Hauptstadt und Sitz der Regionalregierung ist [[Santiago d'Aziz]] auf der Hauptinsel [[Aziz-la-Gran']], das zugleich der wichtigste Hafen der Inseln ist. Die zweitgrößte Stadt ist [[Piâce-Citá]].
+
Die '''Inseln von Aziz''' ([[Sagradische Sprache|sagr.]] ''Illas d'Aziz'') sind eine Inselgruppe im Atlantischen Ozean, etwa 800 Kilometer westlich von Marokko und rund 200 Kilometer nordwestlich von Madeira gelegen. Die elf Inseln bilden zusammen eine von 17 [[Sagradische Regionen|Regionen]] der [[Sagradien|Sagradischen Republik]] und verfügen als solche über Autonomierechte. Sie sind damit Teil der Europäischen Union. Hauptstadt und Sitz der Regionalregierung ist [[Santiago d'Aziz]] auf der Hauptinsel [[Aziz-la-Gran']], das zugleich der wichtigste Hafen der Inseln ist. Die zweitgrößte Stadt ist [[Piâce-Citá]].
  
Die Inseln von Aziz sind aufgrund der milden Temperaturen und der zahlreichen Strände ein beliebter Ort für ganzjährigen Tourismus. Sie sind bekannt für eine reichhaltige Flora und Fauna, die prägnanten Lorbeerwälder sowie für den [[Azizwein]], der insbesondere auf den beiden großen Inseln [[Aziz-la-Gran']] und [[Piâce]] angebaut wird.  
+
Die Inseln von Aziz sind aufgrund der milden Temperaturen, der Strände sowie der Wanderstrecken ein beliebter Ort für ganzjährigen Tourismus. Sie sind bekannt für eine reichhaltige Flora und Fauna, die prägnanten Lorbeerwälder sowie für den [[Azizwein]], der insbesondere auf den beiden großen Inseln [[Aziz-la-Gran']] und [[Piâce]] angebaut wird.  
  
 
=== Geographie ===
 
=== Geographie ===

Aktuelle Version vom 15. Januar 2024, 17:02 Uhr

Logo-Aziz.png
Flagge-Aziz.jpg
Flagge
Wappen-Aziz.jpg
Wappen
Amtssprache Sagradisch
Hauptstadt Santiago d'Aziz
Fläche 3.756 km²
Einwohnerzahl 802.388 (Stand: Dezember 2015)
Regierungschef Premer-Coseller Joaquina Montserrat (FXA)
Karte-Aziz.jpg
AzizPhys.jpg

Die Inseln von Aziz (sagr. Illas d'Aziz) sind eine Inselgruppe im Atlantischen Ozean, etwa 800 Kilometer westlich von Marokko und rund 200 Kilometer nordwestlich von Madeira gelegen. Die elf Inseln bilden zusammen eine von 17 Regionen der Sagradischen Republik und verfügen als solche über Autonomierechte. Sie sind damit Teil der Europäischen Union. Hauptstadt und Sitz der Regionalregierung ist Santiago d'Aziz auf der Hauptinsel Aziz-la-Gran', das zugleich der wichtigste Hafen der Inseln ist. Die zweitgrößte Stadt ist Piâce-Citá.

Die Inseln von Aziz sind aufgrund der milden Temperaturen, der Strände sowie der Wanderstrecken ein beliebter Ort für ganzjährigen Tourismus. Sie sind bekannt für eine reichhaltige Flora und Fauna, die prägnanten Lorbeerwälder sowie für den Azizwein, der insbesondere auf den beiden großen Inseln Aziz-la-Gran' und Piâce angebaut wird.

Geographie[bearbeiten]

Inseln[bearbeiten]

Lage der Inseln von Aziz in Makaronesien

Die Inseln von Aziz sind vulkanischen Ursprungs und gehören neben den Azoren, Madeira, den Kanarischen Inseln und Kap Verde zur Region Makaronesien m östlichen Zentralatlantik. Geologisch ist die Inselgruppe auf der Afrikanischen Platte gelegen.

Zur Inselgruppe von Aziz gehören elf Inseln, von denen neun bewohnt sind. Die Inseln werden gewöhnlich in zwei Gruppen eingeteilt, die Illas Occidentales und die Illas Orientales.

Klima[bearbeiten]

Die Inselgruppe von Aziz verfügt über mehrere Mesoklimata. An den nördlichen Küsten regnet es häufig, der Süden dagegen ist subtropisch warm. Im Sommerhalbjahr liegt die Inselgruppe im Einflussbereich des Nordostpassats, im Winterhalbjahr liegt sie im Westwindgürtel. Der vorherrschende Wind kommt aus Nordost. Die durchschnittlichen Tageshöchsttemperaturen schwanken zwischen 19 Grad Celsius im Januar und Februar und 26 Grad Celsius im August und September.

Berge[bearbeiten]

Der höchste Vulkan der Inselgruppe ist der 2014 m hohe Picagú auf der Insel Piâce, der zugleich der höchste Berg auf sagradischem Staatsgebiet außerhalb der Konsetten ist. Zweithöchste Erhebung ist der 1449 m hohe Montorell auf der Insel Aziz-la-Gran'.

Politik und Verwaltung[bearbeiten]

Verwaltungsgliederung[bearbeiten]

Die Inseln von Aziz bilden gemeinsam zugleich eine Autonome Region und Provinz Sagradiens und gelten damit verwaltungstechnisch als integraler Teil des Mutterlandes. Die Inselregion besteht zudem aus zwei Verwaltungsbezirken (so genannten Merias) mit rein administrativen Funktionen (d.h. ohne politische Verfassung): Die Ostinseln gehören zur Mería Aziz-Santiago (Kennzeichen AS), die Westinseln zur Mería Aziz-Piâce. Die einzelnen bewohnten Inseln haben unterschiedlichen Status und sind zum Teil eigene Gemeinden, Teil einer interkommunalen Gemeinschaft oder Teilgemeinden mit eigenen Inselräten und Inselvorstehern.

Autonomie[bearbeiten]

Während andere Kolonien Sagradiens nach dem Zweiten Weltkrieg nach und nach in die Unabhängigkeit entlassen wurden, erhielten die Inseln von Aziz eine engere Anbindung an das Mutterland und wurden als Provinz behandelt. Damit waren sie bis zu den Verwaltungsreformen der 1960er Jahre integraler Bestandteil Sagradiens ohne Selbstverwaltungsrechte. Erst 1967 durften die Bürger des Landes über Unabhängigkeit, Verbleib als Provinz oder Erhalt eines Autonomiestatuts abstimmen und sprachen sich mehrheitlich für die innere Autonomie aus. In der Folge erhielten die Inseln ein Regionalstatut und wurden als Region Sagradiens anerkannt. Die Inseln erhielten damit weitgehende innere Selbstverwaltungsrechte. Das Regionalstatut wurde 2001 durch ein neues Autonomiestatut ersetzt, das die Kompetenzen der Inselregierung noch einmal ausweitete.

Die regionale Legislative wird seither von der Regionalversammlung von Aziz (Asamblea d'Aziz) ausgeübt. Die 61 Abgeordneten der Versammlung werden alle fünf Jahre nach dem Verhältniswahlrecht gewählt. Die Abgeordneten wiederum wählen aus ihren Reihen einen fünf- bis zehnköpfigen Exekutivrat (Cosellu Executivo) unter Vorsitz des Ersten Rats (Premer-Coseller) der Region.

Da Aziz zugleich eine der Provinzen Sagradiens ist, wird die Sagradische Republik auf den Inseln durch einen Gouverneur vertreten, der von Semest ernannt wird.

Verhältnis zur EU[bearbeiten]

Als Autonome Region Sagradiens sind die Inseln von Aziz im Gegensatz zu den sagradischen Überseegebieten vollwertiger Teil der Europäischen Union, genießen aber den Status eines Gebiets in äußerster Randlage (GÄR/OMR), in dem einige europarechtliche Sonderregelungen zur Anwendung kommen.

Liste der Ersten Minister der Inseln von Aziz[bearbeiten]

Von Bis Amtsinhaber Wahlen Koalition besonderes
Premer-Cosilieres
1967 1978 Carles Arzeval (CDA) 1967, 1971, 1975 CDA, UDA (bis 1971), MPDA (seit 1959)
1978 1980 Fernando Gerardis (CDA) 1978 CDA, MPDA (bis 1978), PSA (seit 1978)
1980 1984 Manuel Sombre (MPDA) (1. Mal) 1980 MPDA, CDA, ADA (bis 1981)
1984 1992 David Alonso (MPDA) 1984, 1988 MPDA, PSA
1992 1994 António Marçal (PSA) 1992 PSA, PCA, URSA, SDA
1994 1995 Manuel Sombre (CDS/FALS) (2. Mal) 1994 CDS (bis 1995), MPDA (bis 1995), FALS (seit 1995), PPA, CDA
1995 1997 Ánibal Matutes-Azahar (FALS) (1. Mal) FALS, PSA
1997 1999 Mário Usante (FALS) (1. Mal) 1997 FALS, PPA, CDA
1999 2003 Enrico Herzog (PSA) 1999 PSA, VdA, DEM, RAD,FALS (bis 2002), FALR (bis 2002) seit 2002 Minderheitsreg.
2003 2006 Ánibal Matutes-Azahar (FXA) (2. Mal) 2003 FXA, PSA, VdA, DEM
2006 2007 Mário Usante (FXA) (2. Mal) FXA, DEM Minderheitsreg.
2007 2012 Fernando Copado Ferres (PSA) 2007 PSA, ENT,VdA, RdS, PCA
2012 Joanina Montserrat (FXA) 2012, 2017, 2022 FXA, PSA, ENT (seit 2022), VdA (seit 2022)

Parteien[bearbeiten]

Das Parteiensystem von Aziz unterscheidet sich signifikant vom gesamtsagradischen Parteiensystem durch die Existenz mehrerer Regionalparteien, die in unterschiedlicher Weise für eine stärkere Autonomie bzw. die volle Unabhängigkeit der Inseln von Sagradien eintreten. Daneben verfügen die sagradischen Parteien über regionale Partnerparteien, die meist für einen Verbleib in der Sagradischen Republik unter dem derzeitigen Autonomiestatut stehen.

Das 'alte' Parteiensystem 1967-1980[bearbeiten]

Innerhalb des sagradischen Lagers besaß die christdemokratische Convergência Democrática d'Aziz (CDA) als Regionalvertretung der sagradischen Volkspartei in den Sechziger und Siebziger Jahren eine dominante Position. Sie stellte bis 1980 den Ersten Minister und unterstützte das Autonomiestatut von 1968 mit seinen begrenzten Selbstverwaltungsbestimmungen. Wichtigster Gegenspieler der Volkspartei war über lange Zeit der Partíu Comunista d'Aziz, womit Aziz einer der Hochburgen der Kommunisten in Sagradien war. Anders als die CDA setzten sich die Kommunisten für die Unabhängigkeit der Inseln von Sagradien ein. Die Partei war vollständig unabhängig von der sagradischen KPS, begriff diese aber als Bruderpartei. Bei Wahlen erreichte sie regelmäßig über zwanzig Prozent der Stimmen, war aber bis in die Neunziger Jahre hinein an keiner Regierung beteiligt. Daneben bestand der Partíu Socialista d'Aziz, der auf nationaler Ebene mit der sozialdemokratischen ASUL assoziiert ist, und gemäßigt föderalistische Positionen einnimmt. Der PSA nahm eine Mittelposition zwischen CDA und PCA ein und gehörte mehreren Regierungen an. Die regionale Vertretung der sagradischen UDS blieb in Aziz eine Kleinpartei und war nur für kurze Zeit an Regierungen beteiligt.

Neben diesen Parteien mit sagradischem Pendant bestand von Beginn an auch ein dezidiert regionalistisches Lager. Während die PCA hier auf der Linken eine Schlüsselstellung einnahm, verband das Movimiento Popular Democrático d'Aziz (MPDA) ein Eintreten für eine größere Autonomie mit ansonsten liberal-konservativen Positionen. Das MPDA bildete längere Zeit Koalitionen mit der CDA, konnte diese aber bei den Regionalwahlen 1980 überholen und seither den Regierungschef stellen. Neben dem MPDA und der PCA bestand zudem die linke Unión Radical-Socialista d'Aziz (URS), die ebenfalls für ein unabhängiges Aziz eintrat.

Das 'neue' Parteiensystem seit 1980[bearbeiten]

Das beschriebene Parteiensystem aus PCA, PSA, CDA, MPDA und URS unterlag seit den 1980er Jahren einem stetigen Wandel. Infolge von Korruptionsskandalen büßten die Christdemokraten bei der Wahl 1980 ihre dominante Stellung ein und erlitten danach mehrere Niederlagen, Richtungskämpfe und Spaltungen. 1984 und 1988 traten mit CDA und dem neuen PPA zwei christdemokratische Konkurrenzparteien gegeneinander an, die sich 1992 aber zum Wahlbündnis Aliança Centrista d'Aziz vereinten. Die Allianz kam aber zu keiner Zeit über einen Stimmenanteil von 15 Prozent heraus und wurde 2007 schließlich durch das konservativ-liberale Bündnis Populares i Democráticoes per l'Aziz beerbt.

Seit der Wahl 1980 stellte die Autonomiepartei MPDA die größte Fraktion in der Regionalversammlung und den Ersten Minister. Nach einer schweren Niederlage bei der Regionalwahlen 1992 bildete das MPDA zusammen mit der CDA-Abspaltung CDS unter Manuel Sombre das Wahlbündnis Foro per l'Aziz (FALS, heute FxA), das seither zu den beiden größten Gruppierungen in der Versammlung zählt und 1994-1999, 2003-2007 und seit 2012 erneut den Ersten Minister stellt.

Mit Verspätung kam es in den 1990er Jahren auch innerhalb der Linksparteien zu Veränderungen. Ausgelöst durch den Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus kam es in der Kommunistischen Partei 1990 zu einer Parteispaltung. Während der Partíu Comunist d'Aziz am Kommunismus festhielt und sich dadurch auch von dem nationalen PCS distanzierte, machte sich der linksregionalistisch gesinnte Flügel selbständig, schwor dem Kommunismus ab und bildete die rot-grüne Sinistra Democrática i Alternativa (SDA). Seit 1993 gehörte die SDA zusammen mit dem URS und anderen kleinen linken Regionalparteien zur Entesa de la Sinistra Regional, die seit längerer Zeit mit den sagradischen Grünen kooperiert. Die PCA verlor dagegen ihre frühere Stärke. Sie gehört heute zum sagradischen Linksbündnis Sinistra Democrática Unida.

Die Sozialistische Partei von Aziz profitierte von der Spaltung der Kommunisten und konnte 1992-1994 erstmals den Ersten Minister stellen. Seither gelang es der Partei, sich als zweite große Regionalpartei hinter der liberal-regionalistischen Forumspartei zu etablieren. 1999 gewann sie im Wahlbündnis Coalición per l'Aziz die Regionalwahlen und stellte mit Enrico Herzog den Ersten Minister. Das Nachfolgebündnis Il Cerezo per l'Aziz wurde 2003 zwar nur zweitstärkste Kraft, gehörte aber mit dem Forum weiterhin zur Regierungskoalition. Nach der Wahl zur Regionalversammlung von Aziz 2007 bildete PSA-Chef Fernando Copado Ferres eine Linksregierung mit Entesa, Grünradikalen und Kommunisten.

Mit dem Polo Aziz Libre (PAL) trat 1984 eine neue radikalseparatistische Gruppierung auf, die für eine sofortige Ausrufung einer Republik Aziz stritt und als parlamentarischer Arm der Terrororganisation Grupo Aziz Libre (GAL) galt. Die PAL profitierte ebenfalls von der Spaltung der PCA und erreichte ihr bestes Ergebnis von zehn Prozent der Stimmen bei der Regionalwahl 1992. Wegen der Verbindung zum organisierten Terrorismus wurde 2005 ein Parteiverbotsverfahren gegen die PAL eingeleitet. Die Partei kam daraufhin einem Verbot zuvor und löste sich im Februar 2006 auf. Als Nachfolgeorganisation wurde das Bündnis Juntœs per la Libertá (JULI) gegründet, das sich offiziell von jeder Form der Gewalt distanziert.