Johanna von Sagradien: Unterschied zwischen den Versionen
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* Luisa (*/†1550), Zwilling von Karl (starb bei Geburt) | * Luisa (*/†1550), Zwilling von Karl (starb bei Geburt) | ||
* Eleonore (*1552, †1595) ∞ Heinrich III. von Frankreich | * Eleonore (*1552, †1595) ∞ Heinrich III. von Frankreich | ||
Version vom 17:10, 29. Okt 2022
Johanna I. (von Sagradien, Reina Joana) (*1526, †1590) war Königin von Sagradien (1543-1580) und gleichzeitig Herrin der Saloanischen Lande (1543-1575) sowie Audakin von Tulis (1543-1579). Sie folgte 1543 als älteste lebende Tochter ihrem Vater David I. auf den Thron und gilt neben diesem als wichtigste sagradische Monarchin der sogenannten Gran-Etá. In den ersten neun Jahren ihrer Herrschaft regierte sie gemeinsam mit ihrem Vetter und Ehemann Philipp von Valier. Zwischen 1575 und 1580 dankte sie schrittweise zugunsten ihres Sohnes Danadier I. ab. In ihre Regierungszeit fällt der Erlass des Toleranzedikts von Viça 1567, das den calvinistischen Protestanten im Land Glaubensfreiheit zusicherte.
Inhaltsverzeichnis
Jugend und Erbfolge
Johanna Maria von Sagradien wurde 1526 als jüngste Tochter Davids I. und dessen erster Frau Luise von Avis, Prinzessin von Portugal, geboren. Sie war damit Enkelin von König Peter von Sagradien und seiner Frau Beatrix von Avis, sowie Enkelin von König Manuel I. von Portugal und dessen Frau Eleonore von Sagradien.
Nachdem ihre älteren Geschwister Andrés Piero (†1534) und Luísa (†1536) binnen zwei Jahren gestorben waren, blieb Johanna als älteste und damit erbberechtigte Tochter Davids zurück. Als Königin Luise ihrem Mann bis 1539 immer noch keinen männlichen Thronfolger geschenkt hatte, entschloss sich David, die Erbfolge in einem testamentarischen Sukzessionserlass zu regeln. Sein jüngerer Bruder Johann der Fromme, Statthalter Davids in Portugal, hatte bereits seit längerem darauf gedrängt, von seinem Bruder als Erbe zumindest in einem Teil des Reichs eingesetzt zu werden. In seinem Erlass bestimmte David jedoch seine Tochter Johanna zur Präsumptiverbin der sagradischen Krone sowie der Besitzungen in Mikolinien. In Portugal dagegen sollte Johann der Fromme als König nachfolgen und das Reich Davids I. damit wieder geteilt werden. Mit seiner Erbregelung hoffte David die Differenzen mit seinen Brüdern ausgeräumt und die Thronfolge des Hauses Sántori auch in Portugal gesichert werden, wo man eine Frau auf dem Thron nicht akzeptierte.
1542 heiratete die damals erst fünfzehnjährige Prinzessin ihren sieben Jahre älteren Vetter Philipp von Valier, Sohn ihres Onkels Danadier de Sántori. Beide gingen in der Folge nach Macedi, wo sie als Statthalter Davids I. fungierten. Nur wenige Monate später starb David I. und Johanna wurde gemäß Sukzessionserlass zur neuen Königin von Sagradien ausgerufen. Johanna und ihr Ehemann wurden daraufhin gemeinsam in der traditionellen Königsstadt Noyar gekrönt und auf den Thron erhoben.
Regentschaft, Abdankung und Verbannung
Bis 1552 regierte Johanna gemeinsam mit ihrem als Philipp VIII. geführten Ehemann das Königreich. Das Paar verlegte den Königssitz von Tulis nach Vierna und anschließend nach Semest. Da Johanna bei ihrem Regierungsantritt erst 16 Jahre alt war, stand sie zunächst im Schatten ihres Ehemannes, regierte nach dessen Tod 1552 aber alleine weiter und ging keine weitere Ehe mehr ein. Sie stand zeitweise unter dem Einfluss ihres wichtigsten Beraters und Vertrauten, des Grafen von Nerval. Großer Gegenspieler zu dieser Zeit war Johannas Schwager Heinrich von Esqués, Bruder Filipe de Valiers und Herzog von Viça, der nach seiner Heirat mit Madeleine de Bourbon zum calvinistischen Glauben übergetreten war und nun versuchte, an Stelle Johannas die Macht im Königreich zu übernehmen.
Entgegen den Hoffnungen Heinrichs und der mit ihm verbündeten Adligen erwies sich Johanna auch nach dem Tod ihres Ehemanns als starke Regentin. Nach dem zwischenzeitigen Friedensschluss mit Heinrich von Esqués im Jahr 1563 bemühte sich die Monarchin um ein entspannteres Verhältnis zu ihren protestantischen Untertanen, was sie in Gegensatz zur streng katholischen Hofpartei um den Grafen Roberto de Monteblanxard brachte. Gegen deren Willen setzte Johanna 1565 die Verlobung ihres Sohnes Danadier mit Luise von Navarra, der ältesten Tochter Jeanne d'Albrets und Antoine de Bourbons durch, die bis dahin im protestantischen Glauben erzogen worden war. Anderthalb Jahre später erließ sie schließlich gemeinsam mit ihrem Sohn Danadier, den sie zum Mitregenten gemacht hatte, das Toleranzedikt von Viça, das als Aussöhnung mit der Protestantenpartei gedacht war.
Nachdem ihr Sohn Danadier seine Verlobte Louise de Bourbon 1567 geheiratet hatte, verschlechterte sich das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn zunehmend und es kam zu heftigen Spannungen zwischen Johanna und ihrer ehrgeizigen Schwiegertochter. Politisch geriet Johanna unter Druck, als die Josephitenaufstände in Tulis auf den Rest des Landes überzuschwappen drohten. Unter dem Einfluss Luises von Bourbon drängte Johannas Sohn Danadier seit 1570 immer stärker auf eine Machtbeteiligung. Seit 1572 plante Johanna nachweislich ihre vorzeitige Abdankung zugunsten Danadiers, verschob diese aber mehrmals aufgrund der Spannungen zwischen den verschiedenen Hofparteien. Auf wiederholten Druck der protestantischen Hofpartei um ihre Schwiegertochter Luise von Bourbon dankte Johanna schließlich 1575 zunächst in den Saloanischen Landen und 1579/80 auch im Comitat Tulis und auf dem sagradischen Thron ab und zog sich endgültig aus der Regierung zurück.
Nur kurze Zeit später entzweite sich Johanna endgültig mit Louise, deren französische Berater schließlich erfolgreich darauf drängten, Johanna dauerhaft vom Hof zu verbannen. Sie lebte nun dauerhaft im lojandinischen Sagrera, wo sie zusehends von der Außenwelt abgeschnitten wurde. 1581 kam es schließlich in Semest zu einer Hofintrige um den ebenfalls entmachteten Grafen von Nerval, der ohne das Wissen Johannas diese wieder als Königin einzusetzen und seine eigene Machtstellung zu restaurieren suchte. Nachdem die Intrige aufgedeckt werden konnte, wurde Johanna in Sagrera faktisch zur Gefangenen ihres Sohnes und seiner Frau. Ihren Lebensabend verbrachte Johanna in der Folge in Sagrera.
Vermächtnis
Johanna I. gilt als eine der wichtigsten Frauengestalten in der sagradischen Nationalgeschichte und als bedeutendste der drei aus eigenem Recht heraus regierenden Königinnen des Landes. Wie bereits ihr Vater war sie eine engagierte Förderin der Künste und Wissenschaften und gilt als eine der wichtigsten Mäzeninnen der sagradischen "Gran'Etá", deren mittlere Phase auch als Era Joanária bezeichnet wird. Als ihr bedeutendster Protegé gilt der Renaissance-Maler António Volero, der als Hofmaler Johannas fungierte. Auch betätigte sich Johanna als bedeutende Bauherrin in der neuen Hauptstadt Semest, wo der unter ihr gepflegte Baustil auch als Estilo Reina Joana bezeichnet wird. Unter ihr entstand auch die königliche Residenz in Novil nahe Semest.
Angeblich war die beim Tod ihres Mannes 1552 erst 26 Jahre alte Königin eine verführerische Schönheit, die zu vielen ihrer Höflinge eine romantische Beziehung pflegte. So soll der Legende nach auch der berühmte Dichter Celiano Nacoma in seinen jungen Jahren eine innige Liebe zur Königin empfunden haben und ihr seine frühen Liebessonette gewidmet haben.
Umstritten bleibt das religionspolitische Vermächtnis der Königin, die gegenüber den Protestanten im Land keine einheitliche Linie fuhr, sondern aus machtpolitischen Erwägungen heraus mal auf Konflikt und mal auf Annäherung setzte. Ziel dieser Politik war, das Land vor einem anhaltenden Bürgerkrieg zu bewahren. Als sie sah, dass ihre harte Oppressionspolitik gegenüber den Protestanten zu kriegerischen Auseinandersetzungen führte, scheute sie eine weitere Eskalation und ging auf Versöhnungskurs über, was aber wiederum zu Konflikten mit der erzkatholischen Hofpartei führte. Diese Konflikte plagten auch ihren Sohn und Nachfolger noch lange, ehe unter dem leitenden Minister Joán María Belavís nach 1582 die Gegenreformation in Sagradien gestärkt wurde.
Familie und Nachkommen
Aus ihrer Ehe mit ihrem Cousin und Mitregenten Philipp von Sántori-Valier gingen folgende Kinder hervor:
- Danadier Manuel (*1545, †1591), als Danadier I. König von Sagradien (1579-1591)
- Heinrich August (*1547, †1577), Herzog von Sessin
- Katharina (*1549, †1585) ∞ Philipp II. von Spanien
- Karl Maria (*1550, †1617), Graf von Asterre und als Karl II. Fürst von Cuentez (1594-1617)
- Luisa (*/†1550), Zwilling von Karl (starb bei Geburt)
- Eleonore (*1552, †1595) ∞ Heinrich III. von Frankreich