Gabriel X. Emil: Unterschied zwischen den Versionen
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=== Jugend und Thronbesteigung === | === Jugend und Thronbesteigung === | ||
| − | Joseph Ludwig Karl Maria Innozenz Antoninus von Vienne wurde 1762 in Semess als ältester Sohn von [[Joseph Ludwig I.|José Luis de Viena Duca de Alconía]], dem zweiten Sohn König [[Gabriel VIII.|Gabriels VIII.]] von Sagradien, und dessen zweiter Frau Marie Elisabeth von Frankreich geboren. Zunächst trug er bis 1777 den Titel eines [[Herzog von Bordez|Herzogs von Bordez]] und stieg 1777 nach dem Tod seines Onkels [[Gabriel IX.]] und der Thronbesteigung seines Vaters als [[Joseph Ludwig I.]] zum [[Prinz von Sarmay|Prinzen von Sarmay]] und damit zum sagradischen Thronfolger auf. 1783 heiratete er die Bourbonenprinzessin Marie | + | Joseph Ludwig Karl Maria Innozenz Antoninus von Vienne wurde 1762 in Semess als ältester Sohn von [[Joseph Ludwig I.|José Luis de Viena Duca de Alconía]], dem zweiten Sohn König [[Gabriel VIII.|Gabriels VIII.]] von Sagradien, und dessen zweiter Frau Marie Elisabeth von Frankreich geboren. Zunächst trug er bis 1777 den Titel eines [[Herzog von Bordez|Herzogs von Bordez]] und stieg 1777 nach dem Tod seines Onkels [[Gabriel IX.]] und der Thronbesteigung seines Vaters als [[Joseph Ludwig I.]] zum [[Prinz von Sarmay|Prinzen von Sarmay]] und damit zum sagradischen Thronfolger auf. 1783 heiratete er in erster Ehe die Bourbonenprinzessin Teresa Anna von Spanien. Aus dieser Ehe ging die Tochter Charlotte (Carlota) hervor, die später seinen Halbbruder [[Michael IV.|Miguel de Vuelta]] heiratete. Nach dem frühen Tod Teresa Annas war Joseph Ludwig seit 1790 mit Marie Luise von Parma verheirate, die ihm 1795 mit dem Infanten [[Gabriel X.|Luis Gabriel]] einen Sohn schenkte. 1792-1795 führte sein Vater Joseph Ludwig I. Krieg gegen das revolutionäre Frankreich. Nach seinem Tod im Jahr 1797 folgte ihm sein Sohn Joseph Ludwig als Joseph Ludwig II. auf den Thron. Als 1799 der zweite Koalitionskrieg gegen das revolutionäre Frankreich ausbrach, nahm auch Sagradien unter Joseph Ludwig teil, scheiterte aber mit dem Versuch, die zuvor von Frankreich annektierten Gebiete in der [[Bretagne]] und in [[Amoria]] zurückzuerobern. |
=== Auseinandersetzung mit Napoleon, Abdankung und Exil === | === Auseinandersetzung mit Napoleon, Abdankung und Exil === | ||
| − | In der Folgezeit gerieten der König und sein Leitender Minister, [[León António de Vequia]], unter immer größeren Druck liberaler Kräfte, die eine Reformierung des absoluten Regierungssystems forderten. Aus Furcht vor einem Übergreifen der revolutionären Ideen auf Sagradien verschärfte er die innere Zensur immer stärker. Um die Gebiete im Nordosten wieder zu erlangen, trat Joseph Ludwig 1805 der neuen Koalition gegen den französischen Kaiser Napoléon I. bei und führte einen neuerlichen Krieg gegen Frankreich. Schnell geriet er auf die Verliererstraße. Nach der [[Schlacht von Menar]] im September 1805 musste Joseph Ludwig mit Frankreich | + | In der Folgezeit gerieten der König und sein Leitender Minister, [[León António de Vequia]], unter immer größeren Druck liberaler Kräfte, die eine Reformierung des absoluten Regierungssystems forderten. Aus Furcht vor einem Übergreifen der revolutionären Ideen auf Sagradien verschärfte er die innere Zensur immer stärker. Um die Gebiete im Nordosten wieder zu erlangen, trat Joseph Ludwig 1805 der neuen Koalition gegen den französischen Kaiser Napoléon I. bei und führte einen neuerlichen Krieg gegen Frankreich, das Sagradien in die Kontinentalsperre gegen England zwingen wollte. Schnell geriet er auf die Verliererstraße. Nach der [[Schlacht von Menar]] im September 1805 musste Joseph Ludwig mit Frankreich den [[Vertrag von Challón]] schließen und zugunsten seines zehnjährigen Sohnes [[Gabriel X.]] abdanken. Die Regentschaft sollte Gabriels Mutter Marie Luise übernehmen. Joseph Ludwig verbrachte die Folgejahre im französischen Château de Chambord, wo er unter Kontrolle Napoléons gehalten wurde. |
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| + | Das Arrangement, das Sagradien unter der Regentin Marie Luise und ihrem ersten Minister [[Joán Batista Colón Marquês de Lima]] zum französischen Satellitenstaat machen sollte, zeigte nicht die von Napoléon erhofften Effekte. Stattdessen betrieb der Marquês de Lima eine auf Eigenständigkeit gerichtete Politik, die versuchte, Sagradien aus der französischen Umklammerung zu lösen. Versuche Marie Luises, im Frühjahr 1806 Kontakt zu England aufzunehmen und die wiederholten Verstöße gegen die Kontinentalsperre führten schließlich zur Entmachtung Marie Luises und des Marquis von Lima durch Napoléon, der im Sommer 1806 mit einem neuerlichen Heer nach Sagradien zog. Marie Luise reagierte, indem sie die Regierung Lima entließ und bereit war, einen französischen Regentschaftsrat einzusetzen. Dies war jedoch schon zu spät. Napoléon zwang Marie Luise dazu, die Abdankung ihres Sohns zugunsten [[Julien Bonaparte]]s, eines Bruders Napoléons zu verkünden, der nun als Julian I. den sagradischen Thron bestieg. | ||
=== Rückkehr auf den Thron === | === Rückkehr auf den Thron === | ||
Version vom 19:04, 2. Jun 2011
Joseph Ludwig II. (von Sagradien) (José Luis II, *1762; †1819) war zweimal König von Sagradien und Cuentez (1797-1805 und 1813-1817). Sein Königtum wurde durch die napoleonische Phase unter seinem mindejährigen Sohn Gabriel X. (1805-1806) und unter Julien Bonaparte (1806-1813) unterbrochen. Nach seiner Rückkehr auf den Thron musste er im Konflikt mit den Ständen nach der Novemberrevolution 1817 erneut abdanken.
Inhaltsverzeichnis
Jugend und Thronbesteigung
Joseph Ludwig Karl Maria Innozenz Antoninus von Vienne wurde 1762 in Semess als ältester Sohn von José Luis de Viena Duca de Alconía, dem zweiten Sohn König Gabriels VIII. von Sagradien, und dessen zweiter Frau Marie Elisabeth von Frankreich geboren. Zunächst trug er bis 1777 den Titel eines Herzogs von Bordez und stieg 1777 nach dem Tod seines Onkels Gabriel IX. und der Thronbesteigung seines Vaters als Joseph Ludwig I. zum Prinzen von Sarmay und damit zum sagradischen Thronfolger auf. 1783 heiratete er in erster Ehe die Bourbonenprinzessin Teresa Anna von Spanien. Aus dieser Ehe ging die Tochter Charlotte (Carlota) hervor, die später seinen Halbbruder Miguel de Vuelta heiratete. Nach dem frühen Tod Teresa Annas war Joseph Ludwig seit 1790 mit Marie Luise von Parma verheirate, die ihm 1795 mit dem Infanten Luis Gabriel einen Sohn schenkte. 1792-1795 führte sein Vater Joseph Ludwig I. Krieg gegen das revolutionäre Frankreich. Nach seinem Tod im Jahr 1797 folgte ihm sein Sohn Joseph Ludwig als Joseph Ludwig II. auf den Thron. Als 1799 der zweite Koalitionskrieg gegen das revolutionäre Frankreich ausbrach, nahm auch Sagradien unter Joseph Ludwig teil, scheiterte aber mit dem Versuch, die zuvor von Frankreich annektierten Gebiete in der Bretagne und in Amoria zurückzuerobern.
Auseinandersetzung mit Napoleon, Abdankung und Exil
In der Folgezeit gerieten der König und sein Leitender Minister, León António de Vequia, unter immer größeren Druck liberaler Kräfte, die eine Reformierung des absoluten Regierungssystems forderten. Aus Furcht vor einem Übergreifen der revolutionären Ideen auf Sagradien verschärfte er die innere Zensur immer stärker. Um die Gebiete im Nordosten wieder zu erlangen, trat Joseph Ludwig 1805 der neuen Koalition gegen den französischen Kaiser Napoléon I. bei und führte einen neuerlichen Krieg gegen Frankreich, das Sagradien in die Kontinentalsperre gegen England zwingen wollte. Schnell geriet er auf die Verliererstraße. Nach der Schlacht von Menar im September 1805 musste Joseph Ludwig mit Frankreich den Vertrag von Challón schließen und zugunsten seines zehnjährigen Sohnes Gabriel X. abdanken. Die Regentschaft sollte Gabriels Mutter Marie Luise übernehmen. Joseph Ludwig verbrachte die Folgejahre im französischen Château de Chambord, wo er unter Kontrolle Napoléons gehalten wurde.
Das Arrangement, das Sagradien unter der Regentin Marie Luise und ihrem ersten Minister Joán Batista Colón Marquês de Lima zum französischen Satellitenstaat machen sollte, zeigte nicht die von Napoléon erhofften Effekte. Stattdessen betrieb der Marquês de Lima eine auf Eigenständigkeit gerichtete Politik, die versuchte, Sagradien aus der französischen Umklammerung zu lösen. Versuche Marie Luises, im Frühjahr 1806 Kontakt zu England aufzunehmen und die wiederholten Verstöße gegen die Kontinentalsperre führten schließlich zur Entmachtung Marie Luises und des Marquis von Lima durch Napoléon, der im Sommer 1806 mit einem neuerlichen Heer nach Sagradien zog. Marie Luise reagierte, indem sie die Regierung Lima entließ und bereit war, einen französischen Regentschaftsrat einzusetzen. Dies war jedoch schon zu spät. Napoléon zwang Marie Luise dazu, die Abdankung ihres Sohns zugunsten Julien Bonapartes, eines Bruders Napoléons zu verkünden, der nun als Julian I. den sagradischen Thron bestieg.
Rückkehr auf den Thron
Nachdem eine von den Provinzialständen abgesandte Delegation in Sagradien unter dem Druck der französischen Truppen Julien Bonaparte als neuen König anerkannt hatten, gingen einige Adlige als Exilanten nach Micolinien, um den Widerstand in Sagradien zu organisieren. Seit 1808 kam es zu Volksaufständen und Guerillakämpfen gegen die napoleonischen Truppen, die das Land als Aufmarschgebiet im Krieg gegen Micolinien nutzten. Nachdem der Widerstand aber unter den Anhängern Gabriels X. und denen Joseph Ludwigs gespalten war, kam es erst nach dem Tod Gabriels 1810 zu einer Wiedervereinigung der Widerstandsbewegung zugunsten Joseph Ludwigs, der nun von allen Antifrancistas, den Patriotas wie den Legitimistas als legitimer Monarch des Landes anerkannt wurde. Die im cuentesischen Diegue residierenden Vereinigten Stände erkannten Joseph Ludwig im Juli 1810 einmütig als König an, erarbeiteten gleichzeitig aber Vorschläge für eine liberale Verfassung, die einige Elemente der Verfassung Juliens übernahm. Unterstützt wurde die Widerstandsbewegung durch Micolinien und Grobritannien. Nach dem Sieg der alliierten Truppen gegen Napléon im Herbst 1813 und der Flucht Juliens nach Frankreich und dem Vertrag von Chambord zwischen Napoleon und Joseph Ludwig II. kehrte dieser wieder auf seinen sagradischen Thron zurück. Auf dem Wiener Kongress wurde er als legitimer Herrscher des Landes anerkannt.
Restauration, Septemberrevolution und erneute Abdankung
Auch die sagradischen Cortes erkannten ihn an, Joseph Ludwig aber verweigerte sich jeder Reform und war überzeugt, das Ancien Régime müsse wiederhergestellt werden. Er lehnte es ab, die von den Generalständen 1812 erarbeitete liberale Verfassung anzuerkennen, und setzte auch den Code Civil außer Kraft. Stattdessen wurde wieder zum alten landständischen Regierungssystem zurückgekehrt, das sich an keine konstitutionellen Prinzipien gebunden fühlte. Die folgenden vier Jahre werden daher als "Cuartênio Absoluta" bezeichnet. Die von den Cortes immer wieder gemachten Vorstöße zu einer konstitutionellen Charta wurden von Joseph Ludwig abgelehnt, woraufhin es im Herbst 1817 unter den alten Anhängern Gabriels und anderen Liberalen zu einem Aufstand gegen den König kam, der großen Anklang im Bürgertum fand und als Novemberrevolution in die sagradische Geschichte einging. Der König wurde gedrängt, einen liberalen Siebenerrat (Septimado) als Mit-Regierung einzusetzen, der als Stellvertretung der Cortes fungierte. Zudem wurden Wahlen zu neuen Cortes durchgeführt, die Ende November in Semess zusammentraten und eine Verfassung nach dem Muster der von 1812 erarbeiten sollten.
Den Aufstand in Sagradien und die folgenden als "Semanas Liberales" bezeichneten Wochen nutzte der micolinische König Karl XI. und führte unter dem Vorwand der Wiederherstellung der alten Ordnung ein neues Heer nach Golen. Joseph Ludwig, der zunächst unter dem Druck der Aufständischen umfassenden Reformen zugestimmt hatte, geriet nun unter zusätzlichen Druck, da ihm Konspiration mit Micolinien vorgeworfen wurde. Er erbat sich Hilfe von jüngsten Bruder Miguel Herzog von Vuelta, der den König zur Abdankung drängte. Joseph Ludwig dankte daraufhin zugunsten Miguel de Vueltas ab, den die Stände schließlich unter dem Namen Michael IV. zum neuen König erhoben. Joseph Ludwig flüchtete nach Spanien, wo er in der Folge bis zu seinem Tod 1819 lebte.