Sergi der Gute: Unterschied zwischen den Versionen
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In Micolinien kam es nun zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Heinrich von Kont und Anton von Servette um die micolinische Krone. Nach mehreren ergebnislosen Kämpfen waren die Großen des Landes in zwei Parteien gespalten. Anders als zuvor, kam es diesmal jedoch zu keiner Doppelwahl zum Königsamt. Um einen langjährigen Erbfolgekrieg zu verhindern, verbündete sich Anton von Servette schließlich doch mit Margarete. Gemeinsam setzten beide die Wahl Sergis durch die Stände durch. Dabei kam ihnen entgegen, dass der sagradische Könige [[Jakob II.]] mit dem Prinzen Filipe einen eigenen Thronfolger gezeugt hatte, was Sergis Königtum unwahrscheinlicher machte. Anders als Anton von Servette, erkannte Heinrich von Kont die Entscheidung jedoch nicht an und forderte eine Neuwahl. | In Micolinien kam es nun zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Heinrich von Kont und Anton von Servette um die micolinische Krone. Nach mehreren ergebnislosen Kämpfen waren die Großen des Landes in zwei Parteien gespalten. Anders als zuvor, kam es diesmal jedoch zu keiner Doppelwahl zum Königsamt. Um einen langjährigen Erbfolgekrieg zu verhindern, verbündete sich Anton von Servette schließlich doch mit Margarete. Gemeinsam setzten beide die Wahl Sergis durch die Stände durch. Dabei kam ihnen entgegen, dass der sagradische Könige [[Jakob II.]] mit dem Prinzen Filipe einen eigenen Thronfolger gezeugt hatte, was Sergis Königtum unwahrscheinlicher machte. Anders als Anton von Servette, erkannte Heinrich von Kont die Entscheidung jedoch nicht an und forderte eine Neuwahl. | ||
| − | Von seinem Onkel König Jakob II. unterstützt, zog Sergi nun mit einem Heer von Skanten aus über [[Golen]] nach Micolinien, um seinen Thronanspruch gegen [[Heinrich von Kont]], den unehelichen Sohn Roderichs I., zu verteidigen. In der [[Schlacht bei Luenas]] kam es im März 1315 zum Sieg des sagradisch-geronesischen Heeres. Sergi zog daraufhin in die Stadt ein, um sich zum micolinischen König krönen zu lassen. Nachdem er den micolinischen Ständen und seinem potenziellen Rivalen Anton von Servette einige Zugeständnisse gemacht hatte, wurde der Skantenherzog als Serge I. im Spätsommer 1316 im Beisein seines Onkels zum micolinischen König gekrönt. Micolinien wurde nun dauerhaft von einer jüngeren Linie des sagradischen Königshaus [[Haus Redanior|Redanior]] regiert, während die ältere Linie unter Sergis Onkel weiterhin in Sagradien herrschte. Dennoch war der Grundstein für die spätere Union gelegt. | + | Von seinem Onkel König Jakob II. unterstützt, zog Sergi nun mit einem Heer von Skanten aus über [[Golen]] nach Micolinien, um seinen Thronanspruch gegen [[Heinrich von Kont]], den unehelichen Sohn Roderichs I., zu verteidigen. In der [[Schlacht bei Luenas]] kam es im März 1315 zum Sieg des sagradisch-geronesischen Heeres. Sergi zog daraufhin in die Stadt ein, um sich zum micolinischen König krönen zu lassen. Nachdem er den micolinischen Ständen und seinem potenziellen Rivalen Anton von Servette im [[Akt von Marrel]] einige Zugeständnisse gemacht hatte, wurde der Skantenherzog als Serge I. im Spätsommer 1316 im Beisein seines Onkels zum micolinischen König gekrönt. Micolinien wurde nun dauerhaft von einer jüngeren Linie des sagradischen Königshaus [[Haus Redanior|Redanior]] regiert, während die ältere Linie unter Sergis Onkel weiterhin in Sagradien herrschte. Dennoch war der Grundstein für die spätere Union gelegt. |
=== Herrschaftsantritt in Sagradien === | === Herrschaftsantritt in Sagradien === | ||
Version vom 21:18, 18. Mai 2011
Sergius I. (von Sagradien und Micolinien) (*1287; †1354), genannt der Weise (sagr. Don Sergi I il Sábio) oder der Große (micol. Serge I le Grand) war König von Micolinien (1315-1354) und von Sagradien (1321-1354). Er war der micolinische Regent aus dem Haus Redanior und der erste Herrscher, der beide Königskronen in einer Hand vereinte (Union von Alágua). Er gilt sowohl in der micolinischen wie in der sagradischen Nationalgeschichte als bedeutender Herrscher, der den Traum vom sagromicolinischen Großreich verwirklichte.
Inhaltsverzeichnis
Herkunft und Stellung in der Thronfolge
Sergi wurde 1287 in Gerón als zweiter Sohn von Joán de Gerón, Herzog von Scantia und Bruder König Philipps VI., und Prinzessin Margarete von Micolinien geboren. Sergi war ein Enkel Philipps des Schweigsamen und Neffe der Könige Martin IV. Felix, Robert von Sagradien sowie des seit 1301 regierenden Königs Jakob II. von Sagradien. Als zweiter Sohn des jüngsten Bruders war Sergi bei seiner Geburt erst an siebter Stelle der sagradischen Thronfolge und es war unwahrscheinlich, dass er je einen Thron besteigen würde.
Sergis Mutter Margarete von Micolinien war Tochter des micolinischne Königs Karls III. und Schwester König Karls IV. und Rodriques I.. Die Hochzeit zwischen Johann von Gerón, dem Herzog von Scantia, und Margarete war Teil einer geplanten Allianz zwischen Micolinien und Scantia gegen die sagradische Krone zu. Als gebildete Frau hatte Margarete bereits früh den Ehrgeiz, ihren Söhnen eine einflussreiche Stellung zu sichern. Nachdem ihr Bruder Rodrique, zu dem sie ein enges Verhältnis pflegte, 1289 auf den Thron gekommen war, gewann Margarete großen Einfluss auf dessen Politik. Sie erreichte die Verlobung von Rodriques ältester Tochter Karoline I. von Micolinien mit ihrem ältesten Sohn Philipp (*1384). Sie wurden in der Folge am Königshof in Micolinien erzogen. Nachdem Sergis beide Onkel Martin IV. Felix 1289 und Robert 1292 gestorben waren, wurden nacheinander Sergis Cousins Philipp VI. und Martin V. zu Königen. Als Martin V. 1301 den Thron bestieg, war er bereits in sehr schlechtem gesundheitlichen Zustand und wurde daher nach nur kurzer Zeit auf dem Thron von seinem Onkel Erzbischof Jakob von Tesqué entmachtet, der als Jakob II. selbst den Thron bestieg.
Auch in Micolinien hielten die Nachfolgesorgen König Rodriques I. an. Im Jahr 1302 erließ der noch immer kinderlose König schließlich mit Zustimmung der Stände die Konvention von Santéi, in der er seine älteste Tochter Karolina als Erbin einsetzte. Sie heiratete Margaretes Sohn und Sergis älteren Bruder Philipp von Gerón. Als König Rodrique I. im Jahr 1310 starb, wurde Karolina als Königin Carolina I. offiziell inthronisiert. Filip von Gerón wurde als König Philipp I. von Micolinien ihr Mitkönig. Damit war ein neuerlicher Bürgerkrieg wie zur Temp de Sang ein halbes Jahrhundert zuvor, verhindert. Karoline starb jedoch bereits im Jahr 1313, ohne einen Erben zu hinterlassen. Entgegen der Konvention von Santéi übernahm nun Philipp selbst den Thron, ließ seine bisher übermächtige Mutter Margarete von Micolinien vom Hof entfernen und strebte ein persönliches Regiment an. Nach kurzer Zeit kam es jedoch zur Revolte gegen den unbeliebten König, die von Heinrich von Kont, einem unehelichen Sohn Karls IV. angeführt wurde. In der Schlacht von Marquesta besiegte Heinrich von Kont Philipp, der in der Schlacht getötet wurde. Die Stände verweigerten dem Bastard jedoch die Anerkennung, sodass der Thron erneut verwaist war. Es kam zu einem Interregnum, in dem es keinem der Thronprätendenten gelang, die Herrschaft zu übernehmen.
Kampf um die micolinische Krone
Margarete versuchte nun mit Anton von Servette - selbst ein möglicher Thronprätendent - eine Allianz zu schmieden, was anfangs jedoch misslang. 1303 bereits hatte Sergi Blanka von Servette, die Tochter des Herzogs geheiratet. Konkurrent um den Thron war neben Anton von Servette der Herzog Heinrich von Kont, ein unehelicher Sohn Karls IV.. Die Stände übertrugen nun Margarete die Herrschaft, scheiterten aber bei dem Versuch, sich auf einen Nachfolgekandidaten zu einigen.
In Micolinien kam es nun zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Heinrich von Kont und Anton von Servette um die micolinische Krone. Nach mehreren ergebnislosen Kämpfen waren die Großen des Landes in zwei Parteien gespalten. Anders als zuvor, kam es diesmal jedoch zu keiner Doppelwahl zum Königsamt. Um einen langjährigen Erbfolgekrieg zu verhindern, verbündete sich Anton von Servette schließlich doch mit Margarete. Gemeinsam setzten beide die Wahl Sergis durch die Stände durch. Dabei kam ihnen entgegen, dass der sagradische Könige Jakob II. mit dem Prinzen Filipe einen eigenen Thronfolger gezeugt hatte, was Sergis Königtum unwahrscheinlicher machte. Anders als Anton von Servette, erkannte Heinrich von Kont die Entscheidung jedoch nicht an und forderte eine Neuwahl.
Von seinem Onkel König Jakob II. unterstützt, zog Sergi nun mit einem Heer von Skanten aus über Golen nach Micolinien, um seinen Thronanspruch gegen Heinrich von Kont, den unehelichen Sohn Roderichs I., zu verteidigen. In der Schlacht bei Luenas kam es im März 1315 zum Sieg des sagradisch-geronesischen Heeres. Sergi zog daraufhin in die Stadt ein, um sich zum micolinischen König krönen zu lassen. Nachdem er den micolinischen Ständen und seinem potenziellen Rivalen Anton von Servette im Akt von Marrel einige Zugeständnisse gemacht hatte, wurde der Skantenherzog als Serge I. im Spätsommer 1316 im Beisein seines Onkels zum micolinischen König gekrönt. Micolinien wurde nun dauerhaft von einer jüngeren Linie des sagradischen Königshaus Redanior regiert, während die ältere Linie unter Sergis Onkel weiterhin in Sagradien herrschte. Dennoch war der Grundstein für die spätere Union gelegt.
Herrschaftsantritt in Sagradien
Im Frühjahr 1319 erhielt Sergi die Nachricht vom Tod des vierjährigen Thronfolgers Don Filipe in Sagradien, sodass Sergi plötzlich im Falle des Todes seines Onkels auch zum sagradischen Thronanwärter wurde. Als Jakob 1320 gestorben war, erhob Sergi als Neffe und nächster männlicher Verwandter des verstorbenen auch auf die sagradische Krone Anspruch. Derweil hatte der Neffe König Jakobs, Danadier von Scola in Sagradien die Königskrone usurpiert und sich seine Erhebung von den Ständen legitimieren lassen, denen er große Zugeständnisse machte. Danadier war ein Sohn Katharinas von Micolinien, der Witwe Martins IV., die nach dem Tod ihres Mannes den Grafen José von Scola und Pineta geheiratet hatte. Danadier berief sich auf eine angeblichen Thronentsagung Sergis vor seiner Krönung zum micolinischen König und leitete seine eigenen Ansprüche von seiner Frau Josefina ab, einer Schwester der Könige Philipp VI. und Martin V.
Nach wenigen Monaten zeigte sich, dass Danadier nicht willens und in der Lage war, die Zugeständnisse an die Stände einzuhalten. Sergi zog im folgenden Sommer wiederum mit einem eigenen Heer aus sagradischen Gefolgsleuten und micolinischen Adligen zurück nach Sagradien und verhandelte mit den sagradischen Ständen über eine micolinisch-sagradische Union. Seinen ältesten Sohn Philipp von Soria hatte er derweil zum Mitkönig im Königreich Micolinien ernannt. Bei Alágua in Golen besiegte er das Heer Danadiers, der in der Schlacht das Leben verlor. Nach Einigung mit den Ständen zog er nach Noyar, wo er sich auch zum sagradischen König krönen ließ und damit als erster König, die micolinische mit der sagradischen Krone vereinigte, wodurch er die jahrhundertelang offenen Kriege zwischen beiden Ländern vorübergehend beenden konnte (Pax Sergiana).
Wirken als König in beiden Reichsteilen
Sergi baute die Macht der Krone in beiden Reichsteilen weiter aus, vor allem durch seine teils kluge, teils rigorose Finanzpolitik: Er schuf in jedem Reichsteil einen zentralen Rechnungshof als selbständige Behörde, erhöhte die Steuern, ermöglichte die Ablösung von Lehenspflichten durch finanzielle Leistungen und verbot den mächtigen Fallenserorden in Südmicolinien, dessen Vermögen er der Krone einverleibte. Als König der Kronen von Scantia, Sarmay, Alconía, Malesc, Golen, Perucía und Micolinien bemühte sich Sergi um eine ausgewogene Herrschaft und zog von einem Ort seines Riesenreichs in den anderen. Mit dem Statut von Alessa, das den peruzinischen Ständen Privilegien einräumte, beendete Sergi auch endgültig die seit 1290 immer wieder aufgeflackerten Aufstände der peruzinischen Stände gegen die Herrschaft der Redanior-Könige (Peruzinische Kriege). Nachdem Sergis erste Frau Blanka von Servette 1318 gestorben war, heiratete Sergi im Jahr 1320 die Witwe seines Konkurrenten Heinrich von Kont, Maria von Interea, Tochter Martins von Interea. Damit band er einen potenziellen Machtrivalen, einen illegitimen Vetter des letzten Saloanerkönigs, eng an das Königshaus. Er machte Martin von Interea zudem zum Vikar des südlichen Reichsteils und gab ihm seine jüngste Schwester Anna zur Frau.
Nach dem Tod seines Sohnes Filip von Sória im Jahr 1348 ernannte Sergi seinen ältesten Sohn aus zweiter Ehe Sergi d.J. zum Mitkönig in beiden Reichsteilen.
Sergi war ein großer Förderer der Künste und der Wissenschaften und verfasste zu Lebzeiten selbst philosophische, anthropologische und naturwissenschaftliche Werke, weshalb er den Beinamen "der Weise" erhielt. Sergi I. führte die Doppelmonarchie zu einer wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Hochblüte. Er starb im Jahr 1354 in Álbero.