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Im gesamtmikolinischen Königreich unter den [[Interea]]-Königen wurde Peruzien bald zur Randprovinz, da sich das Zentrum des Reichs nach wie vor im Süden rund um das Gebiet der [[Eraltiefebene]] befand und sich der Norden nur sehr langsam von den Verwüstungen des Krieges erholte. Die Könige des späteren 15. Jahrhunderts betrieben von [[Nanthés]] aus eine zunehmende Zentralisierungspolitik zulasten der peruzinischen Eigenständigkeit. Konflikte mit der noch immer starken Unabhängigkeitspartei im Norden mehrten sich. Mit der Landung des Calvinistenführers [[Francis Howle]] (Franciscus Uleus) im nordmikolinischen [[Erin]] im Jahr 1540 verbanden sich die nationalen mit neuen religiösen Gegensätzen, da der Reformator vor allem im peruzinischen Hoch- und Niederadel Anhänger fand. Die beiden [[Uleistenkriege]] von 1549-1552 und von 1559-1564, die zu neuerlichen Verwüstungen in Peruzien führten, wurden von Seiten des calvinistischen Adels daher zugleich als Religions- und Freiheitskriege gegen das katholisch-mikolinische Regiment von [[Nanthés]] geführt. Es kam zu harten Auseinandersetzungen und Säuberungen im Adel durch die siegreiche mikolinische Zentralmacht, die die Rebellion schließlich niederschlagen, die Lage aber nicht gänzlich befrieden konnte. Erst das Toleranzedikt [[Albert I. von Mikolinien|Alberts I.]] 1584 konnte die Protestantenverfolgungen beenden und gewährte den peruzinischen Calvinisten weitgehend Religionsfreiheit, noch heute existiert in einigen Gebieten Peruziens eine große protestantische Minderheit.  
 
Im gesamtmikolinischen Königreich unter den [[Interea]]-Königen wurde Peruzien bald zur Randprovinz, da sich das Zentrum des Reichs nach wie vor im Süden rund um das Gebiet der [[Eraltiefebene]] befand und sich der Norden nur sehr langsam von den Verwüstungen des Krieges erholte. Die Könige des späteren 15. Jahrhunderts betrieben von [[Nanthés]] aus eine zunehmende Zentralisierungspolitik zulasten der peruzinischen Eigenständigkeit. Konflikte mit der noch immer starken Unabhängigkeitspartei im Norden mehrten sich. Mit der Landung des Calvinistenführers [[Francis Howle]] (Franciscus Uleus) im nordmikolinischen [[Erin]] im Jahr 1540 verbanden sich die nationalen mit neuen religiösen Gegensätzen, da der Reformator vor allem im peruzinischen Hoch- und Niederadel Anhänger fand. Die beiden [[Uleistenkriege]] von 1549-1552 und von 1559-1564, die zu neuerlichen Verwüstungen in Peruzien führten, wurden von Seiten des calvinistischen Adels daher zugleich als Religions- und Freiheitskriege gegen das katholisch-mikolinische Regiment von [[Nanthés]] geführt. Es kam zu harten Auseinandersetzungen und Säuberungen im Adel durch die siegreiche mikolinische Zentralmacht, die die Rebellion schließlich niederschlagen, die Lage aber nicht gänzlich befrieden konnte. Erst das Toleranzedikt [[Albert I. von Mikolinien|Alberts I.]] 1584 konnte die Protestantenverfolgungen beenden und gewährte den peruzinischen Calvinisten weitgehend Religionsfreiheit, noch heute existiert in einigen Gebieten Peruziens eine große protestantische Minderheit.  
  
Neuerliche Unruhen führten bald jedoch zu harten Maßnahmen gegen die Stände. Die Peruziner verloren einen Großteil ihrer Selbstverwaltungsrechte, das Doppelkönigreich wurde wesentlich zentralisiert. In den kommenden Jahrhundert blieb die Situation im schwach besiedelten Norden weitgehend ruhig, die peruzinische Kultur sowie die einheimische Sprache wurden aber im Zuge der Zentralisierungsbestrebungen des 18. Jahrhunderts immer mehr zurückgedrängt. Der mikolinische Nationalismus des 19. Jahrhunderts sah den Norden schließlich als integralen Bestandteil des mikolinischen Nationalstaats, seine politische Autonomie ging im 18. Jahrhundert verloren und die peruzinischen Stände gingen voll in den gesamtmikolinischen auf.  
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Neuerliche Unruhen führten bald jedoch zu harten Maßnahmen gegen die Stände. Die Peruziner verloren einen Großteil ihrer Selbstverwaltungsrechte, das Doppelkönigreich wurde wesentlich zentralisiert und wurde zur Realunion. Um die Thronfolge vom [[Haus Interea]] zum [[Haus Albero]] zu sichern, wurden die beiden Reichsteile 1664 schließlich auch formell zusammengeschlossen, womit die peruzinische Eigenständigkeit endgültig endete. In den kommenden Jahrhundert blieb die Situation im schwach besiedelten Norden weitgehend ruhig, die peruzinische Kultur sowie die einheimische Sprache wurden aber im Zuge der Zentralisierungsbestrebungen des 18. Jahrhunderts immer mehr zurückgedrängt. Der mikolinische Nationalismus des 19. Jahrhunderts sah den Norden schließlich als integralen Bestandteil des mikolinischen Nationalstaats, seine politische Autonomie ging im 18. Jahrhundert verloren und die peruzinischen Stände gingen voll in den gesamtmikolinischen auf.  
  
 
Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts machte [[Albero]] schließlich zu einer neuen Metropole. Aus ganz Peruzien, aber auch aus anderen Gebieten des Königreichs kamen Arbeiter mit ihren Familien nach Albero, das binnen eines halben Jahrhunderts zur zweitgrößten Stadt des Landes nach [[Servette]] heranwuchs. Dagegen blieb der große Rest des Landes von der Industrialisierung weitgehend unbeeinflusst und weiterhin agrarisch geprägt. Im Gegensatz zum ebenfalls dem mikolinischen Zentralismus ausgesetzten [[Golen]] brachte die Romantik des 19. Jahrhunderts keine groß angelegte Renaissance der peruzinischen Unabhängigkeitsbewegung. Dennoch verbreiteten sich im ganzen Land peruzinische Regionalismen und die eigenständige Kultur wurde zunehmend gepflegt.  
 
Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts machte [[Albero]] schließlich zu einer neuen Metropole. Aus ganz Peruzien, aber auch aus anderen Gebieten des Königreichs kamen Arbeiter mit ihren Familien nach Albero, das binnen eines halben Jahrhunderts zur zweitgrößten Stadt des Landes nach [[Servette]] heranwuchs. Dagegen blieb der große Rest des Landes von der Industrialisierung weitgehend unbeeinflusst und weiterhin agrarisch geprägt. Im Gegensatz zum ebenfalls dem mikolinischen Zentralismus ausgesetzten [[Golen]] brachte die Romantik des 19. Jahrhunderts keine groß angelegte Renaissance der peruzinischen Unabhängigkeitsbewegung. Dennoch verbreiteten sich im ganzen Land peruzinische Regionalismen und die eigenständige Kultur wurde zunehmend gepflegt.  

Version vom 01:45, 16. Nov 2017

Peruzien
Perucia
FlaggePeruzien.jpg
Flagge
Wappen-Mikolinien-3-Mittel-Perucia.jpg
Wappen
Amtssprache Mikolinisch, Peruzinisch
Hauptstadt Alessa (historisch)
Staatsform Parlamentarische Monarchie
Regierungssystem Parlamentarische Demokratie
Staatsoberhaupt König Karl XIV. Johann
Staatssekretärin für Peruzien Sandrina Coraleq
Gliederung 4 Provinzen
Fläche
Einwohnerzahl 5.748.382 (Stand: Dezember 2015)
Währung Euro (EUR)
Nationalhymne
Nationalfeiertag
Zeitzone UTC±0 WEZ
UTC+1 WESZ
Internet-TLD .mc
Lage Peruzien.jpg

Peruzien (mikol. und peruz. Perucia) ist eine Landschaft im Norden der Mikolinischen Halbinsel und ein Landesteil (Entitat Constituent) des Königsreichs Mikolinien. Peruzien liegt nördlich der Konsetten und der Nordmikolinischen Gebirgskette und wird im Westen und Norden vom Atlantik umschlossen. Im Osten grenzt es an das Ligrische Meer und an Sagradien.

Politisch gliedert sich Peruzien in vier Provinzen (Soria, Niederperuzien, Oberperuzien, Nordperuzien-Westligre), die gemeinsam die Peruzinische Gemeinschaft innerhalb des mikolinischen Königreichs bilden. Als historische Hauptstadt Peruziens gilt Alessa, wichtigste Metropole ist Albero.

Die Römer kannten das Land nördlich des Litischen Gebirges unter dem Namen Oscania, benannt nach dem Stamm der Oscani, einem der sagrokeltischen Stämme im Norden. Das im frühen Mittelalter als Nordmikolinien oder als Hiscantia ultra Marem et Montes bekannte Peruzien erhielt seinen heutigen Namen erst durch die skandinavischen Perutinger, die sich hier im 8. Jahrhundert ansiedelten und ein eigenes Reich gründeten, das später als Königreich Peruzien bekannt war. Im 13. und 14. Jahrhundert mit der sagradischen Krone verbunden, fiel Peruzien schließlich 1443 endgültig ans Königreich Mikolinien, das das Land in den sich entwickelnden mikolinischen Nationalstaat inkorporierte.

Geographie

Im Süden grenzt Peruzien an die Nordmikolinische Gebirgskette und an die Litischen Konsetten. Nördlich davon erstreckt sich der Ale-Fluss, der in den Konsetten entspringt und bei Albero in den Golf von Albero mündet. Im Zentrum Peruziens erhebt sich das Hochland von Peruzien, westlich davon erstreckt sich das Peruzinische Tiefland. Dieses grenzt im Nordwesten an die Halbinsel von Soria mit dem Sorischen Plateau. Im Nordosten wird Peruzien von der Ligrischen Küste von der Westligrischen Halbinsel geprägt.

Geschichte Perucías

Peruzien in Antike und Frühmittelalter

Die später als Peruzien bekannte Landschaft im Norden Mikoliniens war in vorrömischer Zeit von sagro-keltischen Stämmen bewohnt. Die bedeutendsten Stämme nördlich des Alius waren kurz vor der römischen Eroberung die Sorier im Nordwesten, die Oskaner nördlich und südlich des Hochlands und die Faläer im Südosten des Gebiets sowie die westlichen Ligrer (Ligri Ulteriores) an der Küste des Ligrischen Meeres. Nach der Eroberung des Südteils der Halbinsel durch die Römer im 1. Jahrhundert n. Chr. wurden auch Teile Nordmikoliniens der Provincia Micolina Superior zugeschlagen. Im größten Teil des keltischen Nordens konnte jedoch keine römische Herrschaft etabliert werden. Die litischen Berge wurden faktisch zur Grenze des römischen Reichs zum Gebiet der Micolina Libera.

Im Frühmittelalter fielen nacheinander die Golen, Skanten und Herkanden im Norden der mikolinischen Halbinsel ein und errichteten eigene Reiche, die sich in kurzen Abständen abwechselten. Der Herkandenfürst Francrec der Große konnte im späten 7. Jahrhundert die Gebiete nördlich des Litischen Gebirges in sein gesamtmikolinisches Großreich eingliedern. Einzig Soria blieb ein unabhängiges Reich unter der Führung einheimischer Adliger. Die Nachfolger Franrecs konnten die Herrschaft über die gesamte Halbinsel aber nicht aufrecht erhalten. Das heutige Peruzien stand seit dem 8. Jahrhundert unter weitgehender Kontrolle skantischer Könige und gehörten seit ca. 780 zum Herrschaftsgebiet des skantischen Großkönigs Roduich der Große.

Nach den skantischen Reichsteilungen von 799 und 812 gehörte der Norden mikolinischen Halbinsel, zu dieser Zeit als Hiscantia ultra Marem et Montes bekannt, zum Reich König Rodoalds, der sich aber gegen die seit dem 8. Jahrhundert begonnenen regelmäßigen Plünderungsfahrten norwegischer Seefahrer an die mikolinische Nordküste wehren musste, welche die ohnehin geschwächte skantische Herrschaft zunehmend destabilisierten. Aus den Winterlagern der immer weiter entlang der Flüsse ins Landesinnere vordringenden Nordmänner, die von den Romanen als Perutingi bezeichnet wurden, entwickelte sich im Machtvakuum der geschwächten Skantenherrschaft zu Beginn des 9. Jahrhunderts eine dauerhafte Herrschaft perutingischer Machthaber, die sich bald an die einheimische Bevölkerung assimilierten und ihre nordische Sprache ablegten.

Die Blütezeit des peruzinischen Königreichs im Hochmittelalter

Im Kampf gegen die Skanten konvertierte der Perutinger Farengar um 820 zum Christentum und trat dem montanischen König Francrec III. gegenüber als Dux Perutingorum auf. Seinen geleisteten Eid widerrief aber bereits sein Sohn Naermyngal (Nermengal), der in der Nachfolge des 822 gestorbenen Skanten Rodoald selbst den Königstitel annahm, den Sohn Rodoalds namens Roduich tötete und binnen kurzer Zeit den Großteil des Nordens für sein Reich eroberte. Bereits um 860 gehörte mit Ausnahme der Westligrischen Küste der gesamte Norden der mikolinischen Halbinsel jenseits des Litischen Gebirges zum Regnum Perutinum, dessen Hauptstadt Alessa wurde. Von dort aus starteten die Perutiner Eroberungsfahrten auf die britischen Inseln, wo sich ihre Herrschaft aber nicht etablieren konnte.

In den folgenden beiden Jahrhunderten blieb Perucía eine unabhängige Macht im Norden der Halbinsel, führte aber immer wieder Kriege gegen den südlichen und den östlichen Nachbarn. Nach der Wiedervereinigung der herkandischen Teilreiche zum Königreich Mikolinien und der Konzentration der Skanten auf Sagradien veränderte sich allmählich die Mächtekonstellation auf der Halbinsel. Das spätestens seit Mitte des 10. Jahrhunderts von einer mikolinischen Expansion bedrohte Perucia suchte Verbündete in Skanten und unterstützte zunächst dessen Eroberungspolitik in Sagradien. Im sagradischen Thronstreit von 1078 zwischen den Dianniden und den skantischen Lusoniden unterstützten die Peruziner die Skantenherzöge mit dem Ziel einer sagradisch-peruzinischen Allianz. Teil dieser peruzinisch-lusonidischen Allianz des späten 11. Jahrhunderts war auch die Hochzeit Bertas von Perucía mit Martin dem Kühnen. Die Allianz erwies sich mit dem Scheitern Martins in Sagradien und den vermehrten Angriffen Mikoliniens auf Perucia aber als Fehlschlag. Als der peruzinische König Jouan der Kurze im Jahr 1101 starb, ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen, kam es in Perucia zum großen Thronstreit, in den Martin der Kühne als Ehemann der Prinzessin Berta eingriff. Der Lusonide konnte sich schließlich gegen Mikolinien durchsetzen und wurde König von Perucía, sodass das Königreich im folgenden Jahrhundert neben Scantia zum zweiten Kern des lusonidischen Reichs wurde.

Ende der Lusonidenherrschaft, Peruzinische Kriege und Sechzigjähriger Krieg

Damit blieb Perucía aber auch ständiger Schauplatz innersagradischer wie sagradisch-mikolinischer Kämpfe, die Ende des 12. Jahrhunderts einen Höhepunkt fanden. Mit dem Verlust Scantias begann die Macht der Lusoniden und damit auch die Perucias zu zerfallen. Mit dem Tod des lusonidischen Königs Martin dem Zänker 1242 kam es zudem zu einer dynastischen Krise, die Perucía für ein halbes Jahrhundert zum Zankapfel zwischen den benachbarten Königreichen von Mikolinien und Sagradien machten. In Nachfolgekämpfen wurde der Konflikt sogar bis 1443 ausgetragen.

Für den erst posthum geborenen Sohn Martins des Zänkers, Martin Posthumus, regierte zunächst ein Regentschaftsrat einheimischer Adliger, der aber seit 1245 vom mikolinischen König Richard I. kontrolliert wurde. Nach dem plötzlichen Tod des minderjährigen Königs 1249 kam es schließlich zum Krieg zwischen Mikolinien und Sagradien um das Reich im Norden der Halbinsel. Während der skantische Herzog Philipp der Schweigsame aus dem Haus Redanior sich mit Verweis auf den Vertrag von Erin von 1184 als Haupterben der Lusoniden betrachtete und vom sagradischen König Philipp IV. Hermes unterstützt wurde, kämpfte Mikolinien auf der Seite eines unehelichen Sohnes Martins des Zänkers, Renart von Soria, der zunächst den Thron an sich reißen konnte und den Regierungsrat auflöste. Renart verlor in der Folge jedoch gegen das sagradische Heer und musste sich nach Mikolinien zurückziehen. Philipp der Schweiger bestieg nun als Philipp I. den Thron, leistete dem sagradischen König aber auch für sein neues Reich den Lehnseid und beendete damit im Grunde die peruzinische Eigenständigkeit endgültig. Der zwischenzeitige Versuch der Rückeroberung durch Renart von Soria und Mikolinien scheiterte 1255 mit der vernichtenden Niederlage in der Schlacht von Porinéi.

Mit dem Aussterben der Lusoniden begann in Peruzien jedoch eine anhaltende Phase der Unruhen und Aufstände, in der Adelsfehden, bürgerkriegsähnliche Kämpfe und Einmischungen von außen, vor allem aus Mikolinien und Sagradien, an der Tagesordnung waren. Nachdem Könug Martin IV. Felix 1275 den sagradischen mit dem peruzinischen Thron vereint hatte, folgte auf seinen Tod 1289 ein neuerlicher Thronstreit zwischen den sagradischen Königen aus dem Haus Redanior und einheimischen Magnaten und Thronprätendenten, die sich auf das Erbe der Lusoniden beriefen und von Mikolinien protegiert wurden. Dabei handelte es sich um quer durch den peruzinischen Adel sowie durch das Königshaus Redanior verlaufende Machtkämpfe, die sich mit Konflikten zwischen Sagradien und Mikolinien um den Einfluss auf das Königreich vermischten. Nach Wirren innerhalb des Königshauses konnte sich 1301 mit mikolinischer Hilfe die von Johann von Gerón begründete Linie des Hauses Redanior gegen die sagradische Linie unter Jakob III. durchsetzen, sodass die beiden Kronen vorübergehend wieder auseinanderfielen. Unter Johanns beiden Söhnen Philipp und Martin I. wurde die peruzinische Krone jedoch zunächst mit der mikolinischen (1310/13/15) und 1321 schließlich mit sagradischen Krone vereinigt. Die Machtkämpfe zwischen den Königen von Mikolinien und Sagradien um das Reich im Norden der mikolinischen Halbinsel wurden damit vorerst beigelegt.

Mit der sagradisch-mikolinischen Union von Alagua von 1321 wurde Peruzien damit Teil des neuen, von den Redanior-Königen regierten Großreiches auf beiden Seiten der Konsetten und des Blauen Meers, was den Konflikt um das Land vorübergehend befriedete. Die Kinderlosigkeit Jakobs II. und das drohende Aussterben der Redanior führte aber in den 1380er Jahren zu einer dynastischen und politischen Krise, da ein Auseinanderfallen der Union und eine neuerliche kriegerische Auseinandersetzung um die Kronen der Königreiche drohte. 1383 kam es in Teilen Peruziens und Nordmikoliniens zu Aufständen gegen die sagradische Herrschaft. Mit dem vorzeitigen Ende der Union 1386 durch den Abfall Mikoliniens von König Jakob begann damit eine neue Phase der Kriege um Perucía, die unmittelbar in den Sechzigjährigen Krieg mündete, der sich zu großen Teilen auf peruzinischem Gebiet abspielte. Mit dem Vertrag von Albero 1390 blieb Peruzien vorerst in der Hand Jakobs, der jedoch keine Nachfolgelösung vorzeigen konnte. Nach seinem Tod 1395 und in der folgenden Nachfolgekrise in Sagradien erkannten die Stände Peruziens keinen der beiden sagradischen Thronprätendenten (Miquel de Vesaey und José d'Óstino) an, sondern suchten ihre Unabhängigkeit zurückzuerlangen. In dieser Situation des machtpolitischen Vakuums suchte der mikolinische König Karl VI. seine Chance zu nutzen und nach ersten Verhandlungen mit den Ständen des Nordens vollendete Tatsachen zu schaffen. Er fiel unter Berufung auf die Konvention von Marbore aus dem Jahr 1368 – die eine Vereinigung der Kronen Peruziens und Mikoliniens festsetzte – in den Norden ein und löste den bis 1443 andauernden Krieg gegen Sagradien aus, der mehr als alle Kämpfe zuvor verhehrende Auswirkungen auf die Entwicklung des Landes hatte. Während ein großer Teil des peruzinischen Adels im Rahmen der Alberenser Union den mikolinischen Regenten anerkannte, hielt eine Gegenpartei den Widerstand aufrecht und verbündete sich mit dem 1396 im sagradischen Thronkampf siegreichen Miquel de Vesaey.

In den Folgejahren wurde Perucía schwer verwüstet und wechselte mehrmals den Besitzer, ehe der Friede von Tesqué 1443 die Union zwischen dem mikolinischen Königreich in Süd- und Mittelmikolinien und der Krone Perucías herstellte, die bis heute währt. Damit endeten jedoch nicht nur die Jahrhunderte andauernden Auseinandersetzungen um den Besitz des Landes, sondern auch die Eigenständigkeit des peruzinischen Königreichs, das nun vollends ins Königreich Mikolinien eingegliedert wurde. An die eigenständige Tradition des Nordreichs verweist heute der Titel Prinz von Perucía, den der mikolinische Thronfolger traditionsgemäß trägt.

Peruzien als Peripherie im Mikolinischen Staat

Im gesamtmikolinischen Königreich unter den Interea-Königen wurde Peruzien bald zur Randprovinz, da sich das Zentrum des Reichs nach wie vor im Süden rund um das Gebiet der Eraltiefebene befand und sich der Norden nur sehr langsam von den Verwüstungen des Krieges erholte. Die Könige des späteren 15. Jahrhunderts betrieben von Nanthés aus eine zunehmende Zentralisierungspolitik zulasten der peruzinischen Eigenständigkeit. Konflikte mit der noch immer starken Unabhängigkeitspartei im Norden mehrten sich. Mit der Landung des Calvinistenführers Francis Howle (Franciscus Uleus) im nordmikolinischen Erin im Jahr 1540 verbanden sich die nationalen mit neuen religiösen Gegensätzen, da der Reformator vor allem im peruzinischen Hoch- und Niederadel Anhänger fand. Die beiden Uleistenkriege von 1549-1552 und von 1559-1564, die zu neuerlichen Verwüstungen in Peruzien führten, wurden von Seiten des calvinistischen Adels daher zugleich als Religions- und Freiheitskriege gegen das katholisch-mikolinische Regiment von Nanthés geführt. Es kam zu harten Auseinandersetzungen und Säuberungen im Adel durch die siegreiche mikolinische Zentralmacht, die die Rebellion schließlich niederschlagen, die Lage aber nicht gänzlich befrieden konnte. Erst das Toleranzedikt Alberts I. 1584 konnte die Protestantenverfolgungen beenden und gewährte den peruzinischen Calvinisten weitgehend Religionsfreiheit, noch heute existiert in einigen Gebieten Peruziens eine große protestantische Minderheit.

Neuerliche Unruhen führten bald jedoch zu harten Maßnahmen gegen die Stände. Die Peruziner verloren einen Großteil ihrer Selbstverwaltungsrechte, das Doppelkönigreich wurde wesentlich zentralisiert und wurde zur Realunion. Um die Thronfolge vom Haus Interea zum Haus Albero zu sichern, wurden die beiden Reichsteile 1664 schließlich auch formell zusammengeschlossen, womit die peruzinische Eigenständigkeit endgültig endete. In den kommenden Jahrhundert blieb die Situation im schwach besiedelten Norden weitgehend ruhig, die peruzinische Kultur sowie die einheimische Sprache wurden aber im Zuge der Zentralisierungsbestrebungen des 18. Jahrhunderts immer mehr zurückgedrängt. Der mikolinische Nationalismus des 19. Jahrhunderts sah den Norden schließlich als integralen Bestandteil des mikolinischen Nationalstaats, seine politische Autonomie ging im 18. Jahrhundert verloren und die peruzinischen Stände gingen voll in den gesamtmikolinischen auf.

Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts machte Albero schließlich zu einer neuen Metropole. Aus ganz Peruzien, aber auch aus anderen Gebieten des Königreichs kamen Arbeiter mit ihren Familien nach Albero, das binnen eines halben Jahrhunderts zur zweitgrößten Stadt des Landes nach Servette heranwuchs. Dagegen blieb der große Rest des Landes von der Industrialisierung weitgehend unbeeinflusst und weiterhin agrarisch geprägt. Im Gegensatz zum ebenfalls dem mikolinischen Zentralismus ausgesetzten Golen brachte die Romantik des 19. Jahrhunderts keine groß angelegte Renaissance der peruzinischen Unabhängigkeitsbewegung. Dennoch verbreiteten sich im ganzen Land peruzinische Regionalismen und die eigenständige Kultur wurde zunehmend gepflegt.

Im Zuge des Golenkriegs in den 1920er, 1930er und 1940er Jahren erhielt auch eine eigenständige peruzinische Unabhängigkeitsbewegung Auftrieb, die zu vereinzelten Versuchen führte, Perucia vom Rest des Königreichs abzuspalten, die aber von der Staatsregierung im Süden aber unterdrückt wurde und insgesamt schwach blieb.

Föderalisierung

Mit der Maikrise 1948 und dem Ende der nationalen Koalitionsregierung erhielten aber auch die Autonomiebestrebungen Peruziens Nachdruck. Mit der Verfassungsrevision vom Dezember 1948 wurde Peruzien wie auch Golen zu einem distinkten Landesteil erklärt, erhielt aber keine gemeinsamen politischen Strukturen. Stattdessen wurde den peruzinischen Provinzen Niederperuzien (Hauptstadt Albero), Oberperuzien (Alessa) und Nordperuzien-Westligre (Luagua) der Status föderaler Subjekte mit Eigenstaatlichkeit zuerkannt. Soria blieb zunächst Bestandteil Niederperuziens und wurde erst 1991 ausgegliedert und zur eigenständigen Provinz erhoben.

Im gesamtmikolinischen Bundesstaat blieb der Norden jedoch vergleichsweise unterentwickelt und weitgehend von den Steuereinnahmen des Süden abhängig. Einzige Ausnahme stellte die Industrieregion um die Hafenstadt Albero dar, die als Metropolregion mehrere Millionen Einwohner fasst und die historische Hauptstadt Alessa als Zentrum des Nordens abgelöst hat.

Um ein Gegengewicht gegen den einwohner- und industriestarken Süden zu bilden, wurde 1993 die Peruzinische Gemeinschaft als inter-regionale Arbeitsgemeinschaft gegründet, die aber auf die Koordination auf einigen Politikfeldern beschränkt bleibt. Vor allem in der Kultur- und Schulpolitik gehen die Nordregionen gemeinsame Wege und orientieren sich in jüngster Zeit wieder vermehrt an Vorstellungen einer eigenen peruzinischen Identität inklusive der Förderung der eigenen Landessprache.