Inseln von Aziz: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 16:37, 28. Dez 2015
| Islas d'Aziz Región Autónoma Inseln von Aziz Autonome Region | |||||||
Flagge |
Wappen | ||||||
| Amtssprache | Sagradisch | ||||||
| Hauptstadt | Santiago d'Aziz | ||||||
| Fläche | 3.756 km² | ||||||
| Einwohnerzahl | 809.388 (Stand: Dezember 2015) | ||||||
| Regierungschef | Premer-Coseller Joaquina Montserrat (FXA) | ||||||
Die Inseln von Aziz (sagr. Islas d'Aziz) sind eine Inselgruppe im östlichen Zentralatlantik, etwa 800 bis 900 Kilometer westlich von Marokko und rund 200 Kilometer südwestlich von Madeira gelegen. Die Inseln bilden eine von vier Autonomen Regionen der Sagradischen Republik. Hauptstadt und Sitz der Regionalregierung ist Santiago d'Aziz auf der Hauptinsel Aziz-la-Gran'.
Inhaltsverzeichnis
Geographie
Inseln
Neben den Azoren, Madeira, den Kanarischen Inseln und Kap Verde gehört Aziz zur vulkanischen Region Makaronesien im Nordatlantik. Zur Inselgruppe gehören elf Inseln, von denen neun bewohnt sind. Die Inseln werden gewöhnlich in zwei Gruppen eingeteilt, die Islas Occidentales und die Islas Orientales.
- Islas Occidentales: Piâce, San Tomás, Isla de la Juventú, Islas Coloradas (Isla d'Or, Isla d'Argente, Isla de Ferro, Isla Blanca)
- Islas Orientales: Aziz-la-Gran', Nacesta, San Bartolomé, Riget
Klima
Aufgrund der Nähe zum nördlichen Wendekreis herrschen auf den Inseln das ganze Jahr über angenehme Temperaturen. In den Küstenregionen liegen die Durchschnittstemperaturen im Sommer kaum höher als 25 °C, im Winter um 15 °C. Im Norden der Inseln herrscht ein feuchtes Klima, der Süden ist dagegen subtropisch warm. Im Sommerhalbjahr liegt die Inselgruppe im Einflussbereich des Nordostpassats, im Winterhalbjahr liegt sie im Westwindgürtel. Der vorherrschende Wind kommt aus Nordost.
Politik und Verwaltung
Verwaltungsgliederung
Die Inseln von Aziz bilden gemeinsam zugleich eine Autonome Region und Provinz Sagradiens und gelten damit verwaltungstechnisch als integraler Teil des Mutterlandes. Die Inselregion besteht zudem aus zwei Verwaltungsbezirken (so genannten Merias) mit rein administrativen Funktionen (d.h. ohne politische Verfassung): Die Ostinseln gehören zur Mería Aziz-Santiago (Kennzeichen AS), die Westinseln zur Mería Aziz-Piâce. Die einzelnen bewohnten Inseln haben unterschiedlichen Status und sind zum Teil eigene Gemeinden, Teil einer interkommunalen Gemeinschaft oder Teilgemeinden mit eigenen Inselräten und Inselvorstehern.
Autonomie
Während andere Kolonien Sagradiens nach dem Zweiten Weltkrieg nach und nach in die Unabhängigkeit entlassen wurden, erhielten die Inseln von Aziz eine engere Anbindung an das Mutterland und wurden als Provinz behandelt. Damit waren sie bis zu den Verwaltungsreformen der 1960er Jahre integraler Bestandteil Sagradiens ohne Selbstverwaltungsrechte. Erst 1967 durften die Bürger des Landes über Unabhängigkeit, Verbleib als Provinz oder Erhalt eines Autonomiestatuts abstimmen und sprachen sich mehrheitlich für die innere Autonomie aus. In der Folge erhielten die Inseln ein Autonomiestatut und wurden als letzte der vier Autonomen Regionen Sagradiens anerkannt. Die Inseln erhielten damit weitgehende innere Selbstverwaltungsrechte. Das Autonomiestatut wurde 2001 durch ein neues Autonomiestatut ersetzt, das die Kompetenzen der Inselregierung noch einmal ausweitete.
Die regionale Legislative wird seither von der Regionalversammlung von Aziz (Asamblea d'Aziz) ausgeübt. Die 61 Abgeordneten der Versammlung werden alle fünf Jahre nach dem Verhältniswahlrecht gewählt. Die Abgeordneten wiederum wählen aus ihren Reihen einen fünf- bis zehnköpfigen Exekutivrat (Cosellu Executivo) unter Vorsitz des Ersten Rats (Premer-Coseller) der Region.
Da Aziz zugleich eine der Provinzen Sagradiens ist, wird die Sagradische Republik auf den Inseln durch einen Gouverneur vertreten, der von Semess ernannt wird.
Verhältnis zur EU
Als Autonome Region Sagradiens sind die Inseln von Aziz im Gegensatz zu den sagradischen Überseegebieten vollwertiger Teil der Europäischen Union, genießen aber den Status eines Gebiets in äußerster Randlage (GÄR/OMR), in dem einige europarechtliche Sonderregelungen zur Anwendung kommen.
Liste der Ersten Minister der Inseln von Aziz
| Von | Bis | Amtsinhaber | Wahlen | Koalition | besonderes | |||
| Premer-Cosilieres | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1967 | 1978 | Carles Arzeval (CDA) | 1967, 1971, 1975 | CDA, UDA (bis 1971), MPDA (seit 1959) | ||||
| 1978 | 1980 | Fernando Gerardis (CDA) | 1978 | CDA, MPDA (bis 1978), PSA (seit 1978) | ||||
| 1980 | 1984 | Manuel Sombre (MPDA) (1. Mal) | 1980 | MPDA, CDA, ADA (bis 1981) | ||||
| 1984 | 1992 | David Alonso (MPDA) | 1984, 1988 | MPDA, PSA | ||||
| 1992 | 1994 | António Marçal (PSA) | 1992 | PSA, PCA, URSA, SDA | ||||
| 1994 | 1995 | Manuel Sombre (CDS/FALS) (2. Mal) | 1994 | CDS (bis 1995), MPDA (bis 1995), FALS (seit 1995), PPA, CDA | ||||
| 1995 | 1997 | Ánibal Matutes-Azahar (FALS) (1. Mal) | FALS, PSA | |||||
| 1997 | 1999 | Mário Usante (FALS) (1. Mal) | 1997 | FALS, PPA, CDA | ||||
| 1999 | 2003 | Enrico Herzog (PSA) | 1999 | PSA, VdA, DEM, RAD,FALS (bis 2002), FALR (bis 2002) | seit 2002 Minderheitsreg. | |||
| 2003 | 2006 | Ánibal Matutes-Azahar (FXA) (2. Mal) | 2003 | FXA, PSA, VdA, DEM | ||||
| 2006 | 2007 | Mário Usante (FXA) (2. Mal) | FXA, DEM | Minderheitsreg. | ||||
| 2007 | 2012 | Fernando Copado Ferres (PSA) | 2007 | PSA, Entêsa,VdA, RdS, PCA | ||||
| 2012 | Joanina Montserrat (FXA) | 2012 | FXA, PSA | |||||
Parteien
Das Parteiensystem von Aziz unterscheidet sich signifikant vom gesamtsagradischen Parteiensystem durch die Existenz mehrerer Regionalparteien, die in unterschiedlicher Weise für eine stärkere Autonomie bzw. die volle Unabhängigkeit der Inseln von Sagradien eintreten. Daneben verfügen die sagradischen Parteien über regionale Partnerparteien, die meist für einen Verbleib in der Sagradischen Republik unter dem derzeitigen Autonomiestatut stehen.
Das 'alte' Parteiensystem 1967-1980
Innerhalb des sagradischen Lagers besaß die christdemokratische Convergência Democrática d'Aziz (CDA) als Regionalvertretung der sagradischen Volkspartei in den Sechziger und Siebziger Jahren eine dominante Position. Sie stellte bis 1980 den Ersten Minister und unterstützte das Autonomiestatut von 1968 mit seinen begrenzten Selbstverwaltungsbestimmungen. Wichtigster Gegenspieler der Volkspartei war über lange Zeit der Partíu Comunista d'Aziz, womit Aziz einer der Hochburgen der Kommunisten in Sagradien war. Anders als die CDA setzten sich die Kommunisten für die Unabhängigkeit der Inseln von Sagradien ein. Die Partei war vollständig unabhängig von der sagradischen KPS, begriff diese aber als Bruderpartei. Bei Wahlen erreichte sie regelmäßig über zwanzig Prozent der Stimmen, war aber bis in die Neunziger Jahre hinein an keiner Regierung beteiligt. Daneben bestand der Partíu Socialista d'Aziz, der auf nationaler Ebene mit der sozialdemokratischen ASUL assoziiert ist, und gemäßigt föderalistische Positionen einnimmt. Der PSA nahm eine Mittelposition zwischen CDA und PCA ein und gehörte mehreren Regierungen an. Die regionale Vertretung der sagradischen UDS blieb in Aziz eine Kleinpartei und war nur für kurze Zeit an Regierungen beteiligt.
Neben diesen Parteien mit sagradischem Pendant bestand von Beginn an auch ein dezidiert regionalistisches Lager. Während die PCA hier auf der Linken eine Schlüsselstellung einnahm, verband das Movimiento Popular Democrático d'Aziz (MPDA) ein Eintreten für eine größere Autonomie mit ansonsten liberal-konservativen Positionen. Das MPDA bildete längere Zeit Koalitionen mit der CDA, konnte diese aber bei den Regionalwahlen 1980 überholen und seither den Regierungschef stellen. Neben dem MPDA und der PCA bestand zudem die linke Unión Radical-Socialista d'Aziz (URS), die ebenfalls für ein unabhängiges Aziz eintrat.
Das 'neue' Parteiensystem seit 1980
Das beschriebene Parteiensystem aus PCA, PSA, CDA, MPDA und URS unterlag seit den 1980er Jahren einem stetigen Wandel. Infolge von Korruptionsskandalen büßten die Christdemokraten bei der Wahl 1980 ihre dominante Stellung ein und erlitten danach mehrere Niederlagen, Richtungskämpfe und Spaltungen. 1984 und 1988 traten mit CDA und dem neuen PPA zwei christdemokratische Konkurrenzparteien gegeneinander an, die sich 1992 aber zum Wahlbündnis Aliança Centrista d'Aziz vereinten. Die Allianz kam aber zu keiner Zeit über einen Stimmenanteil von 15 Prozent heraus und wurde 2007 schließlich durch das konservativ-liberale Bündnis Populares i Democráticoes per l'Aziz beerbt.
Seit der Wahl 1980 stellte die Autonomiepartei MPDA die größte Fraktion in der Regionalversammlung und den Ersten Minister. Nach einer schweren Niederlage bei der Regionalwahlen 1992 bildete das MPDA zusammen mit der CDA-Abspaltung CDS unter Manuel Sombre das Wahlbündnis Foro per l'Aziz (FALS, heute FxA), das seither zu den beiden größten Gruppierungen in der Versammlung zählt und 1994-1999, 2003-2007 und seit 2012 erneut den Ersten Minister stellt.
Mit Verspätung kam es in den 1990er Jahren auch innerhalb der Linksparteien zu Veränderungen. Ausgelöst durch den Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus kam es in der Kommunistischen Partei 1990 zu einem Bruch zwischen den orthodoxen Arbeiterkommunisten und diversen regionalistischen Reformgruppen, die sich 1993 schließlich vom PCA trennten und die rot-grüne Sinistra Democrática i Alternativa (SDA) bildeten. Die SDA gehörte seither zusammen mit dem URS und anderen kleinen linken Regionalparteien zur Entesa de la Sinistra Regional, die seit längerer Zeit mit den sagradischen Grünen kooperiert. Die PCA verlor dagegen ihre frühere Stärke. Sie gehört heute zum sagradischen Linksbündnis Sinistra Democrática Unida.
Die Sozialistische Partei von Aziz profitierte von der Spaltung der Kommunisten und konnte 1992-1994 erstmals den Ersten Minister stellen. Seither gelang es der Partei, sich als zweite große Regionalpartei hinter der liberal-regionalistischen Forumspartei zu etablieren. 1999 gewann sie im Wahlbündnis Coalición per l'Aziz die Regionalwahlen und stellte mit Enrico Herzog den Ersten Minister. Das Nachfolgebündnis Il Cerezo per l'Aziz wurde 2003 zwar nur zweitstärkste Kraft, gehörte aber mit dem Forum weiterhin zur Regierungskoalition. Nach der Wahl zur Regionalversammlung von Aziz 2007 bildete PSA-Chef Fernando Copado Ferres eine Linksregierung mit Entesa, Grünradikalen und Kommunisten.
Mit dem Polo Aziz Libre (PAL) trat 1984 eine neue radikalseparatistische Gruppierung auf, die für eine sofortige Ausrufung einer Republik Aziz stritt und als parlamentarischer Arm der Terrororganisation Grupo Aziz Libre (GAL) galt. Die PAL profitierte ebenfalls von der Spaltung der PCA und erreichte ihr bestes Ergebnis von zehn Prozent der Stimmen bei der Regionalwahl 1992. Wegen der Verbindung zum organisierten Terrorismus wurde 2005 ein Parteiverbotsverfahren gegen die PAL eingeleitet. Die Partei kam daraufhin einem Verbot zuvor und löste sich im Februar 2006 auf. Als Nachfolgeorganisation wurde die Junta de la Liberación d’Aziz (JULI) gegründet, die sich offiziell von jeder Form der Gewalt distanziert.