Radicales: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | Seit Ende der Neunziger Jahre mehrten sich die Versuche, den politischen Radikalismus in Sagradien neuzubeleben. Der Generalsekretär und 2001 zum Vorsitzenden der UDS gewählte [[Luca Orrieva]] versuchte nach mehreren Wahlniederlagen seiner Partei, zuletzt bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1998]] und dem Verlust der Regierungsbeteiligung zunehmend linksliberale Wähler anzusprechen und platzierte bewusst linksliberal gesinnte Abgeordnete auf nationalen Wahllisten. Bei den [[Europawahlen 1999]] kandidierte daraufhin der parteilose Bürgerrechtsanwalt [[Javier Ibarra]] auf Platz 3 der UDS-Wahlliste und zog so ins EU-Parlament ein. 2006 zog Ibarra, seit 2001 Parteimitglied der UDS, in die sagradische Abgeordnetenkammer ein, verließ nach der Bildung einer Mitte-Rechts-Koalition und im Streit mit der Parteiführung aber im Frühjahr 2007 als einer von "vier Evangelisten" die UDS-Fraktion. Wenig später gründete er mit dem [[Movimiento de la Refundación Radical-Democrática]] (RRD) eine eigene politische Gruppierung mit dem Ziel, auf Dauer eine neue radikaldemokratische Partei in Sagradien zu etablieren. | + | Seit Ende der Neunziger Jahre mehrten sich die Versuche, den politischen Radikalismus in Sagradien neuzubeleben. Der Generalsekretär und 2001 zum Vorsitzenden der UDS gewählte [[Luca Orrieva]] versuchte nach mehreren Wahlniederlagen seiner Partei, zuletzt bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1998]] und dem Verlust der Regierungsbeteiligung zunehmend linksliberale Wähler anzusprechen und platzierte bewusst linksliberal gesinnte Abgeordnete auf nationalen Wahllisten. Bei den [[Europawahlen 1999]] kandidierte daraufhin der parteilose Bürgerrechtsanwalt [[Javier Ibarra]] auf Platz 3 der UDS-Wahlliste und zog so ins EU-Parlament ein. 2006 zog Ibarra, seit 2001 Parteimitglied der UDS, in die sagradische Abgeordnetenkammer ein, verließ nach der Bildung einer Mitte-Rechts-Koalition und im Streit mit der Parteiführung aber im Frühjahr 2007 als einer von "vier Evangelisten" die UDS-Fraktion. Wenig später gründete er mit dem [[Movimiento de la Refundación Radical-Democrática]] (RRD) eine eigene politische Gruppierung mit dem Ziel, auf Dauer eine neue radikaldemokratische Partei in Sagradien zu etablieren. Die RRD arbeitete eng mit dem linksliberalen politischen Think Tank [[Iniciativa Democrâcia i Solidaritá]]] (d/s) zusammen, der die politischen Proteste gegen das neue Einwanderungsgesetz der [[Kabinett Luisanto I|Regierung Luisanto]] anführte. |
| − | + | Im Dezember 2007 kam es zur Gründung einer neuen politischen Koalition durch den Zusammenschluss der UdR-Pro mit Ibarras Refundación-Bewegung und der Nichtregierungsorganisation ''Demokratie und Solidarität''. Aus dem Zusammenschluss sollte binnen eines Jahres eine neue politische Partei entstehen. Angesichts der vorgezogenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2008]] beschleunigte sich der Parteibildungsprozess. Die neue Partei wurde im März 2010 gegründet, wählte Ibarra zum Spitzenkandidaten und ersten Sprecher und gab sich den Namen ''Democrâcia i Solidaritá - Progresistas per la Pluralitá'' (d/s). | |
| − | Das D/S-Bündnis erhielt bei den Wahlen 3,1 Prozent der Stimmen und erreichte auf diese Weise überraschend den Einzug in die sagradische Abgeordnetenkammer. | + | Verhandlungen der neuen Partei mit der ebenfalls jungen, 2007 gegründeten [[Union der Zentrumsdemokraten]] des ehemaligen [[PP-CSD|Volkspartei]]-Ministers [[Traiano Atániez]] zur Bildung eines Wahlbündnisses der Mitte scheiterten. Schließlich schloss sich die Partei dem oppositionellen Mitte-Links-Bündnis [[Cerezo]] an, das von den sagradischen [[ASUL|Sozialisten]] und [[Verdes|Grünen]] angeführt wurde. |
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Nach dem Wahlerfolg wurde aus der erfolgreichen RRD/UdR-Koalition eine neue politische Partei, die im Herbst 2008 gegründet wurde und in Anlehnung an das Wahlbündnis den Namen [[Democrâcia i Solidaritá - ils Radicales]] erhielt. In der Partei gingen neben Ibarras Refundación und der UdR-Pro weitere Splitterparteien der linken Mitte wie die sozialliberale [[Partido Socialista Liberal]] (PSL) oder die ökologisch-liberale [[Acción Cívica Ecologista]] (ACE) auf. | Nach dem Wahlerfolg wurde aus der erfolgreichen RRD/UdR-Koalition eine neue politische Partei, die im Herbst 2008 gegründet wurde und in Anlehnung an das Wahlbündnis den Namen [[Democrâcia i Solidaritá - ils Radicales]] erhielt. In der Partei gingen neben Ibarras Refundación und der UdR-Pro weitere Splitterparteien der linken Mitte wie die sozialliberale [[Partido Socialista Liberal]] (PSL) oder die ökologisch-liberale [[Acción Cívica Ecologista]] (ACE) auf. | ||
Version vom 19:38, 11. Jan 2011
Demokratie und Solidarität - die Radikalen (sagr. Democrâcia i Solidaritá - ils Radicales, kurz RAD oder d/s-Rad) ist eine sozialliberale Partei in Sagradien. Die Partei wurde 2009 gegründet und ist der Versuch, die traditionsreiche, aber seit Jahren marginalisierte sagradische Parteienströmung des bürgerlich-demokratischen Radikalismus neu zu beleben. Gründer und Parteiführer ist der Bürgerrechtsanwalt Javier Ibarra.
Ursprung in der "radikalen Diaspora"
Die letzte radikaldemokratische Partei in Sagradien, die es aus eigener Kraft geschafft hatte, ins sagradische Abgeordnetenhaus einzuziehen, war der Partido Radical Sagradês (PRS), der 1958 gegründet wurde und in den Sechziger Jahren direkt und indirekt an mehreren Regierungen beteiligt war, 1970 aber aus dem Parlament schied. Danach schaffte die Partei es erst wieder bei den Kammerwahlen 1986 und 1990 durch eine Listengemeinschaft mit der sozialistischen ASUL schaffte, eigene Vertreter ins Parlament zu entsenden. Viele linksgerichtete Radikale schlossen sich seit Ende der Siebziger Jahre der grün-alternativen Bewegung in Sagradien an, die in vielen am politische Erben der Radikalen angesehen werden können, andere wechselten zur eher gemäßigt-liberalen UDS, während die Rest-Partei sich zunehmend in Abhängigkeit von der ASUL befand.
Der Übertritt der gesamten Parteiführung des PRS zur ASUL im Jahr 1992 führte zur Auflösung der Partei. Heimatlos gewordene Radikale, die nicht der Sozialistischen Partei beitreten wollten, gründeten daraufhin 1993 die Unión del Radicalismo, die sich im Jahr 2000 mit dem Partido Progresista zur Unión del Radicalismo - ils Progresistas vereinigte, aber auf nationaler Ebene keine durchschlagenden Erfolge erzielen konnte und eine Splitterpartei blieb.
Gründung der Refundación Radical-Democrática (RRD) und des Wahlbündnisses d/s
Seit Ende der Neunziger Jahre mehrten sich die Versuche, den politischen Radikalismus in Sagradien neuzubeleben. Der Generalsekretär und 2001 zum Vorsitzenden der UDS gewählte Luca Orrieva versuchte nach mehreren Wahlniederlagen seiner Partei, zuletzt bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1998 und dem Verlust der Regierungsbeteiligung zunehmend linksliberale Wähler anzusprechen und platzierte bewusst linksliberal gesinnte Abgeordnete auf nationalen Wahllisten. Bei den Europawahlen 1999 kandidierte daraufhin der parteilose Bürgerrechtsanwalt Javier Ibarra auf Platz 3 der UDS-Wahlliste und zog so ins EU-Parlament ein. 2006 zog Ibarra, seit 2001 Parteimitglied der UDS, in die sagradische Abgeordnetenkammer ein, verließ nach der Bildung einer Mitte-Rechts-Koalition und im Streit mit der Parteiführung aber im Frühjahr 2007 als einer von "vier Evangelisten" die UDS-Fraktion. Wenig später gründete er mit dem Movimiento de la Refundación Radical-Democrática (RRD) eine eigene politische Gruppierung mit dem Ziel, auf Dauer eine neue radikaldemokratische Partei in Sagradien zu etablieren. Die RRD arbeitete eng mit dem linksliberalen politischen Think Tank Iniciativa Democrâcia i Solidaritá] (d/s) zusammen, der die politischen Proteste gegen das neue Einwanderungsgesetz der Regierung Luisanto anführte.
Im Dezember 2007 kam es zur Gründung einer neuen politischen Koalition durch den Zusammenschluss der UdR-Pro mit Ibarras Refundación-Bewegung und der Nichtregierungsorganisation Demokratie und Solidarität. Aus dem Zusammenschluss sollte binnen eines Jahres eine neue politische Partei entstehen. Angesichts der vorgezogenen Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2008 beschleunigte sich der Parteibildungsprozess. Die neue Partei wurde im März 2010 gegründet, wählte Ibarra zum Spitzenkandidaten und ersten Sprecher und gab sich den Namen Democrâcia i Solidaritá - Progresistas per la Pluralitá (d/s).
Verhandlungen der neuen Partei mit der ebenfalls jungen, 2007 gegründeten Union der Zentrumsdemokraten des ehemaligen Volkspartei-Ministers Traiano Atániez zur Bildung eines Wahlbündnisses der Mitte scheiterten. Schließlich schloss sich die Partei dem oppositionellen Mitte-Links-Bündnis Cerezo an, das von den sagradischen Sozialisten und Grünen angeführt wurde.
Um die Dreizprozent-Hürde zu überspringen, ging Ibarra ein strategisches Bündnis mit den erfolgreichen Regionalparteien Entesa de la Sinistra Regionalista in Aziz und Acción Regionalista d'Escada ein. Die beiden Parteien platzierten je eigene Vertreter auf der Liste, die in Aziz den Namen Democrâcia i Solidaritá - l'Entesa und in den Provinzen der Regionen Escada-Alto Pin und Val d'Ambrís den Namen Democrâcia i Solidaritá per l'Escada erhielt.
Das D/S-Bündnis erhielt bei den Wahlen 3,1 Prozent der Stimmen und erreichte auf diese Weise überraschend den Einzug in die sagradische Abgeordnetenkammer.
Gründung der Partei
Nach dem Wahlerfolg wurde aus der erfolgreichen RRD/UdR-Koalition eine neue politische Partei, die im Herbst 2008 gegründet wurde und in Anlehnung an das Wahlbündnis den Namen Democrâcia i Solidaritá - ils Radicales erhielt. In der Partei gingen neben Ibarras Refundación und der UdR-Pro weitere Splitterparteien der linken Mitte wie die sozialliberale Partido Socialista Liberal (PSL) oder die ökologisch-liberale Acción Cívica Ecologista (ACE) auf.