Diego Scarfín

Aus Sagradien
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Diego Fernando Scarfín (*1945 in Semest) ist ein sagradischer Autor und Filmregisseur.

Der gebürtige Semestiner studierte nach dem Besuch des Gymnasiums in Semest und Paris sagradische Literatur und europäische Filmgeschichte. Bereits während seines Studiums veröffentlichte er erste Kurzgeschichten und arbeitete als Journalist für diverse Magazine, u.a. als Filmkritiker.

1968 drehte Scarfín mit seinem Freund David Nerral seinen ersten Kurzfilm Tage Nächte (Días Nôites) und schrieb erste Drehbücher, die er oft auch als Kurzprosa publizierte. 1972 veröffentlichte er seine Kurzgeschichte Il General (Der General / The General), die ihm den Kurzprosapreis der sagradischen Akademie der Sprache einbrachte. Die kurze Zeit danach entstandene Drehbuch-Adaption des Generals blieb zunächst unveröffentlicht. Stattdessen veröffentlichte er im gleichen Jahr mit dem Independent-Werk Altobel seinen ersten Spielfilm, der von Kritikern positiv aufgenommen wurde.

Bereits zwei Jahre später wirkte er als Drehbuchautor für Joaquín Nescus Sozialdrama l'Oscuro (Hauch der Dunkelheit / Breathing Dark), das ihm seine erste Nominierung für den sagradischen Filmpreis einbrachte. Seinen internationalen Durchbruch als Filmregisseur hatte er 1976 mit dem Film König der Farben (Rêi de Colores / King of Colors), der die Goldene Lilie bei den Filmfestspielen in Tulis erhielt.

1978 folgten die intelligente Tragikomödie l'Infantíl (Das Kind im Manne / Men are Children) sowie das Drehbuch zu dem 1979 unter der Regie von Carles Escüell veröffentlichten Drama Fílius de la Luna (Die Söhne des Mondes / Sons of the Moon). Aus der Drehbuchskizze des Generals entstand 1981 unter eigener Regie der Film Il Visu (Das Gesicht / Dark Face), der auf den Filmfestspielen in Cannes hoch gelobt wurde und Scarfín die Goldene Palme einbrachte, was seinen endgültigen Durchbruch als international gefeierter Filmregisseur bedeutete. Für diesen Film erhielt er zudem den Oscar des Jahres 1982 für den besten ausländischen Film.

1984 verfilmte Scarfín unter dem Titel Der General eine weitere Adaption des Stoffes. Die Regie übernahm Scarfíns Freund Joán Arxet, Scarfín selbst steuerte das Drehbuch bei. Der General spielt größtenteils wenige Jahre vor der Handlung in Dark Face. Im Jahr 1987 veröffentlichte Scarfín den hintergründigen Science Fiction Astral, der auf einer Kurzgeschichte von Germán Naël basiert.

Danach begann Scarfín erstmals, für US-Produktionen zu arbeiten, so etwa 1992 als Autor und Regisseur des vielschichtigen Politthrillers Washington, für den er eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bestes Drehbuch erhielt. Es folgtev der Kurzfilm Dreams und die Filmbiographie Urribe, eine sagro-französisch-italienische Koproduktion über den sagradischen Freiheitskämpfer, sowie 1995 das in Frankreich gedrehte Drama Livre des Ombres (Il Libro de l’Ombra/ Das Schattenbuch/ Book of Shades).

Das sensible Liebesdrama Setembre (In September) mit Sean Penn und Ana Martínez in den Hauptrollen brachte Scarfín im Jahr 1999 seinen zweiten Oscar für das beste Drehbuch ein. Das Drama Rubicon, das 2001 aufgrund seiner Thematik um sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche und Verwicklungen ins Kinderpornogeschäft für Kontroversen sorgte, fiel bei Publikum und Kritik weitestgehend durch.

Die jüngsten Werke Scarfíns, das sensible Drama Hernando (2002) um einen Gärtnerburschen und die Literaturverfilmung von Oscar Mercés’ Drama Und wieder ward es Frühling (Colors of Spring / Colores de la Vera) aus dem Jahr 2005 zeigen eine deutliche Abkehr vom dunklen Thriller und eine Zuwendung zum heiter-melancholischen Drama. Für den letzten Film erhielt Scarfín seine erste Oscar-Nominierung in der Kategorie beste Regie und eine weitere in der Kategorie beste Adaption eines Buches sowie den Sonderpreis der sagradischen Filmakademie.

Danach nahm der Filmemacher eine Auszeit, in der er sich wieder vermehrt dem Schreiben widmete und mehrere halbphilosophische Essays veröffentlichte, ehe er im Jahr 2010 mit dem Film Die Heiligen der Stadt (City Saints / Santœs de la Citá) zu seinen Kino-Wurzeln zurückkehrte und einen zynischen Film Noir ablieferte, der seine persönliche Semest-Trilogie abschloss. Die Handlung des Films knüpft an seine ersten Erfolge Der General und Dark Face an und zeichnet ein dunkles Bild vom Semess des frühen 21. Jahrhunderts. Für den Film, für den es keine literarische Vorlage gab, konnte Scarfín wiederum die Dienste seines Lieblingsdarstellers Névito Celíu gewinnen, der bereits in Dark Face die Hauptrolle und in Der General eine Nebenrolle gespielt hatte und auch in einigen anderen Filmen Scarfíns mitspielt.

2012 veröffentlichte der Filmemacher als Kontrastprogramm zum düsteren Film Noir mit dem ebenfalls in Semest gedrehten Eine himmlische Sache (A Heavenly Thing / Una Cosa Celesta) eine ironisch-launische Liebeskomödie, die gekonnt zwischen Satire und Romantik changiert.

Im Jahr 2014 war Scarfín erstmals seit langem wieder für das sagradische Fernsehen tätig und widmete sich erstmals dem Serien-Format. Bei der achtteiligen, von Joán Morell geschriebenen Mini-Serie „2016“ fungierte Scarfín als Produzent. Zudem wirkte er an einzelnen Folgen als Co-Autor mit und inszenierte als Regisseur zwei der acht Folgen.

Preise[bearbeiten]

  • 1976: Goldene Lilie (Líriu d’Oro) beim Festival de Tùles für "Rêi de Colores"
  • 1981: Goldene Palme in Cannes für „Il Visu“
  • 1981: Sagradischer Filmpreis in der Kategorie „bestes Drehbuch“ für „Il Visu“
  • 1981: Sagradischer Filmpreis in der Kategorie „bester Film“ für „Il Visu“
  • 1982: Oscar in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ für „Il Visu“
  • 1992: Oscar-Nominierung in der Kategorie „Bestes Originaldrehbuch“ für „Washington“
  • 1999: Oscar in der Kategorie „Bestes Originaldrehbuch“ für „Setembre“
  • 2005: Oscar-Nominierung in den Kategorien „Bestes adaptiertes Drehbuch“ und „Beste Regie“ für „Colors of Spring“
  • 2005: Sonderpreis der Akademie beim sagradischen Filmpreis für „Colores de la Primavera“

Filmografie[bearbeiten]

  • 1968: Días Nôites (Kurzfilm, Drehbuch & Regie), mit David Nerral
  • 1972: Altobel (Regie)
  • 1974: lOscuro (Drehbuch)
  • 1976: Rey de Colores (Drehbuch & Regie)
  • 1978: l'Infantil (Drehbuch & Regie)
  • 1979: Fílius de la Luna (Drehbuch)
  • 1981: Il Visu (Drehbuch & Regie)
  • 1984: Il General (Drehbuch)
  • 1987: Astral (Drehbuch & Regie)
  • 1990: LA Nights (Drehbuch)
  • 1992: Washington (Drehbuch & Regie)
  • 1993: Dreams (Kurzfilm, Drehbuch & Regie)
  • 1994: Urribe (Drehbuch)
  • 1995: Livre des Ombres (Drehbuch & Regie)
  • 1998: September (Drehbuch & Regie)
  • 2001: Rubicon (Drehbuch & Regie)
  • 2002: Hernando (Drehbuch)
  • 2005: Colores de la Vera (Drehbuch & Regie)
  • 2010: Santœs de la Citá (Drehbuch & Regie)
  • 2012: Una Cosa Celesta (Drehbuch & Regie)
  • 2014: 2016 (TV-Serie, Produktion, Drehbuch & Regie )