Sebastian I. von Portugal und Cuentez

Aus Sagradien
Zur Navigation springenZur Suche springen

Sebastian I. (port. Dom Sebastião I. „O Desejado“, sagr. Don Sebastián I) aus dem Haus Santori (* 1554 in Lissabon; †1578 in Alcácer-Quibir) war der 18. König von Portugal und der dritte König von Cuentez. Er regierte beide in Personalunion vereinte Königreiche von 1557 (de facto von 1568) bis zu seine Tod 1578.

Leben

Sebastian wurde am 20. Januar 1554 in Lissabon als Sohn von Johanna von Spanien und postumer Sohn ihres Gatten Johann Manuel von Portugal und Cuentez geboren. Er war somit ein Enkel des portugiesisch-cuentezischen Königs Johann III.(I.), dem er nach dessen Tod 1557 auf dem Königsthron folgte.

Beim Tod seines Großvaters, des Königs, war Sebastian gerade drei Jahre alt. Erneut musste deshalb eine Regentschaft die Macht übernehmen. Diese fiel zunächst seiner Großmutter Katharina von Kastilien, der Witwe Johanns III., zu. Schon drei Monaten nach Sebastians Geburt kehrte seine verwitwete Mutter als Infantin von Kastilien und Aragon an den spanischen Hof, um da die Regentschaft für ihren Bruder Philipp II. zu übernehmen, während dieser sich in England und den Niederlanden aufhielt. Sie kehrte niemals nach Portugal zurück und wurde eine bedeutende Unterstützerin des Jesuitenordens. In persönlichem Kontakt mit dem Heiligen Ignatius von Loyola und dem Heiligen Francisco de Borja von Aragonien, wird von ihr gesagt, sie sei die einzige Frau gewesen, die jemals in den Jesuitenordens eintrat, als „jesuíta secreta“. Der Thronfolger wurde so auch vor allem von Jesuiten erzogen. Bald jedoch übernahm Kardinal Heinrich, Erzbischof von Lissabon, ein Bruder Johanns III. und somit Großonkel des Königs Sebastian, die Regentschaft. 1568 trat Sebastian als 14-jähriger schließlich selbst die Regierung an.

Seine Herrschaft sollte für Portugal katastrophale Folgen haben. Sebastian lebte in einer Traumwelt, angefüllt mit mittelalterlichen ritterlichen Idealen und der Kreuzzugsidee. Sein großes Ziel war es, das große Marokkinische Reich für die Christenheit wieder zu erobern. 1574 führte er eine militärische Expedition nach Marokko an. Einen Thronfolgestreit im Sultanat von Fès nahm der König, der sich als Nachfolger der Kreuzfahrer mit der Mission wähnte, zum Anlass, Marokko endgültig von den Arabern zu befreien. Mit einer Armee von 18.000 Mann marschierte er in den arabischen Teil des Landes ein. Die Schlacht von Alcácer-Quibir (al-Qasr al-Kabir) 1578 in Marokko wurde zur Katastrophe für Portugal. Das weit überlegene Heer des Sultans Muley Abd-el Malik schlug die Portugiesen, König Sebastian wurde in der Schlacht getötet.

Sebastian fiel unverheiratet und kinderlos. Deshalb übernahm der vormalige Regent, Kardinal Heinrich, selbst den Thron. Die Niederlage von Alcazarquivir hatte das Land so geschwächt, dass es nach dem Tode Kardinal Heinrichs an die spanischen Habsburger fiel, womit die portugiesische Unabhängigkeit für 60 Jahre beendet war. In Cuentez dagegen übernahm nach Sebastians Tod seine Tante Leonor den Thron, den sie nach Heinrichs Tod wenig später auch gegen die Habsburger verteidigen konnte. Ihr folgte mit ihrem Sohn Karl I. von Cuentez die karlitische Linie des Hauses Santori auf den Thron.

Sebastianismus

Da die Leiche des Königs nie gefunden wurde, entwickelte sich in Portugal die Legende, Sebastian lebe noch und werde sein Land einst aus höchster Gefahr erretten. Während der Herrschaft der spanischen Habsburger in Portugal traten auch mindestens drei „falsche Sebastiane“ auf, die Anführer von lokalen Aufständen gegen die Spanier waren. Die poetische Fiktion vom Überleben König Sebastians ist Grundlage eines bis heute lesenswerten Romans von Adelheid Reinbold.