Nino Cabal
António Manuel "Nino" Cabal (*1897 in Bosa; +1978) war ein sagradischer Theologe und linkskatholischer Politiker, der sich selbst als "christlichen Sozialisten" bezeichnete. Er bekleidete mehrere Ministerämter in der sagradischen Regierung, war von 1948 bis 1953 Bürgermeister von Bosa und von 1953 bis 1962 sowie erneut von 1969 bis 1970 Regierungspräsident der Region Eskada. Von 1970 bis 1975 war er der vierzehnte Präsident der Sagradischen Republik.
Als Gründungsmitglied der christdemokratischen Volkspartei (PPC) 1945 und der sozialdemokratischen ASUL 1947 war Cabal an der Entstehung der beiden großen Parteien Sagradiens beteiligt. In der ASUL hatte er insgesamt 13 Jahre lang den Vorsitz des Nationalkonvents inne.
Inhaltsverzeichnis
Karriere
Jugend und Krieg
Cabal wuchs in einem katholischen Elternhaus auf und begann als ältester Sohn seiner Familie ein Theologiestudium. Bereits als jugendlicher kam er in Berührung mit den Ideen des christlichen Sozialismus und der Tradition des 'Club Social' um Bernardo Parres, nach dessen Hauptwerk "l'Idea Social" Cabal seine 1930 gegründete linkskatholische Zeitung "l'Idea" benannte. Cabal arbeitete nach dem Studium als Funktionär der christlichen Gewerkschaften und betätigte sich als Journalist und Publizist. Parteipolitisch stand er in dieser Zeit dem sozialkatholischen Partíu Democrático Popular nahe.
Im Zweiten Weltkrieg gründete Cabal zusammen mit Luciano Minorel und anderen Mitstreitern die christliche Widerstandsgruppe "Acción de la Resistença Cristiana" (ARC), die schnell zu den einflussreichsten Gruppen des militanten christlichen Widerstands zählte und dessen linken, sozialistisch beeinflussten Flügel repräsentierte. Cabal spielte eine entscheidende Rolle bei der Zusammenführung der diversen sagradischen Widerstandsgruppen, die 1943 das Comité Nacional de la Resistença Sagradêsa (CNRS) bildeten.
Volkspartei (1945-1947)
Im Zweiten Weltkrieg befürwortete Cabal das Konzept der Convergência Cristiana, die eine Sammlung der demokratisch-christlichen Kräfte propagierte. In der Folge gehörte Cabal 1945 zusammen mit anderen christlichen Widerstandskämpfern sowie Mitgliedern des PDP und der konservativ-katholischen Volksunion zu den Gründern der christdemokratischen Volkspartei (PPC), die als Sammlungspartei des christlichen Lagers die Parlamentswahl 1945 gewann.
Er gehörte zu den führenden Vertretern des linken Parteiflügels und machte sich für die Vergesellschaftung der Schlüsselindustrien stark. Zudem strebte er ein Bündnis mit den Linksparteien an, das schließlich in der Demokratischen Koalition aus Kommunisten, Sozialisten und Christdemokraten Wirklichkeit wurde.
Cabal wurde 1945 Mitglied der Abgeordnetenkammer und wurde Erziehungsminister im Kabinett Saviola III und im Kabinett Ilpa I. 1947 trat er schließlich von seinem Ministeramt zurück.
Aliança Socialista d'Unitá Lavorista (seit 1947)
Nach der Gründung der Volkspartei geriet Cabal zunehmend in Konflikt mit der liberalen und konservativen Parteimehrheit. 1946 kam es schließlich zum Bruch mit der Partei. Zusammen mit seinem Movimiento Socialista Cristiano verließ Cabal die Partei und näherte sich der Sozialistischen Partei Ricardo Morenos und Santo de l'Ilpas an, die sich bemühte, auch linke katholische Wähler anzusprechen. Cabals MSC ging schließlich 1947 in der neugegründeten ASUL auf. Cabal übernahm in seiner neuen Partei eines der Führungsämter als Präsident des Parteikonvents.
1948 wurde Nino Cabal zum Bürgermeister seiner Heimatstadt Bosa gewählt, 1952 erreichte er seine Wiederwahl, ehe er nach den Regionalwahlen 1953 das Amt des Regierungspräsidenten der Region Eskada annahm.
Bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1958 gehörte Cabal zum Schattenkabinett der sozialdemokratischen Allianz, die aber einen Machtwechsel in Semest verpasste. Die Verabschiedung des Parteiprogramms der ASUL in Lemez 1962 wurde für Cabal zum Erfolg, da sich die sagradischen Sozialisten darin der katholischen Kirche gegenüber versöhnlich zeigten und sich damit potenziell auch katholischen Wählern öffneten.
Minister und Código Cabal (1962-1967)
Nach der Kammerwahl 1962 trat Cabal als Minister für Territoriale Landesverwaltung in die Regierung der neuen Großen Koalition unter dem Konservativen Martín Ánibal Costa ein. Dieses Amt behielt er auch in den folgenden Regierungen Santiago und Del Pérez. Der von ihm verabschiedete Código Cabal führte Direktwahlen zu den Regionalräten auf dem Festland ein. Nach der Niederlage der Sozialisten bei der Parlamentswahl 1967 schied Cabal aus der Regierung aus und kehrte nach den Regionalwahlen 1969 noch einmal ins Amt des Regierungspräsidenten zurück.
Präsident der Republik (1970-1975)
Im Jahr 1961 wurde Cabal erstmals für die Provinz Bosanêsa zum Senator gewählt und 1967 in diesem Amt bestätigt. Bei der Präsidentschaftswahl in Sagradien 1970 bewarb sich Cabal um die höchste Würde im Staat und wurde schließlich zum neuen Präsidenten der Republik gewählt. Dabei setzte er sich in der zweiten Runde gegen den Christdemokraten Martín Ánibal Costa durch.
Als Staatspräsident bemühte sich Cabal um eine Liberalisierung der politischen Kultur und suchte den Dialog mit studentischen und linken Protestgruppen. Als eine seiner ersten Amtshandlungen musste er die Abgeordnetenkammer auflösen, nachdem die bis dahin regierende Mitte-Rechts-Regierung unter Carles Méndez-León ihre Mehrheit verloren hatte.
Nach der vorgezogenen Parlamentswahl 1970 ernannte er den Wahlsieger Joán Caval zum Chef einer sozialistischen Minderheitsregierung, die im Parlament von der Kommunistischen Partei gestützt wurde. Für diese Entscheidung musste Cabal heftige Kritik von Seiten der bürgerlichen Opposition einstecken. Dennoch bestätigte Cabal diese Regierungskonstellation auch nach der Parlamentswahl 1974. Kurz vor Ende seiner Amtszeit im Jahr 1975 erklärte Cabal seinen Verzicht auf eine zweite Amtsperiode. In seinen Memoiren führte er diesen Schritt unter anderem auf die Angriffe auf seine Person zurück. Allerdings litt er auch unter gesundheitlichen Problemen, die einer erfolgreichen zweiten Amtszeit im Weg standen.
Cabal starb im Jahr 1978 an einer Herzschwäche.
Politische Funktionen
Öffentliche Ämter
- 1945-1947: Minister für Nationale Erziehung und Kultur in den Kabinetten Saviola III und Ilpa I
- 1948-1953: Bürgermeister von Bosa
- 1953-1962: Regierungspräsident der Region Eskada
- 1962-1966: Minister für Territoriale Verwaltung in den Kabinetten Costa, Santiago sowie Kabinett Del Pérez I
- 1966-1967: Minister für Erziehung, Kultur und Familie im Kabinett Del Pérez II
- 1969-1970: Regierungspräsident der Region Eskada
- 1970-1975: Präsident der Sagradischen Republik
Mandate
- 1938-1948: Mitglied der sagradischen Abgeordnetenkammer (PPC)
- 1948-1956: Mitglied des Stadtrats von Bosa
- 1953-1970: Mitglied des Regionalrats von Eskada (ASUL)
- 1961-1970: Mitglied des sagradischen Senats (ASUL, Pais Bosanês)
Parteifunktionen
- 1947-1960: Präsident des Nationalkonvents der ASUL