Philipp IX. Ludwig
Gabriel VIII. (von Sagradien) (*1715, †1792) war Graf von Macôn, (als Mitregent seiner Frau Maria I. von Servette) Großherzog von Servette (1737-1755) sowie König von Sagradien und Cuentez (1757-1792) und als Luigi Gabriele Herzog von Vienne (1760-1792). Als sagradischer Monarch war er der erste König aus dem Haus Vienne und Begründer der sagradischen Königsdynastie der Vienne. Gabriel beanspruchte als Urenkel Gabriels VII. nach dem Tod Johanns III. aus dem Haus Santori die sagradische Krone und gewann sie im Erbfolgekrieg von 1756-1760.
Inhaltsverzeichnis
Herkunft
Louis-Gabriel François Philippe de Bourbon duc de Vienne wurde 1712 als Sohn Antoine de Bourbons, Herzog von Vienne und als Antonio I. Herzog von Mantua, und dessen zweiter Ehefrau Ana María de Sántori, Schwester der sagradischen Könige Danadier II. und Peter II. in Versailles geboren. Er stammt aus dem Haus Vienne, einer Nebenlinie der französischen Bourbonen. Sein Vater Antoine de Bourbon-Vienne wurde 1708 als Sohn Maria Francesca de Gonzagas souveräner Herzog von Mantua und heiratete daraufhin die Santori-Prinzessin Ana María. Louis-Gabriels Urgroßvater mütterlicherseits war damit Gabriel VII. von Sagradien. Danadier II. und Peter II., der letzte König vor der Revolution von 1721, waren seine Onkel, Maria I. von Sagradien seine Cousine ersten Grades. Gabriels älterer Bruder Louis Joseph aus der ersten Ehe seines Vaters folgte diesem 1725 (als Luigi III.) als Herzog von Mantua nach.
Servettinischer Erbfolgekrieg
Zunächst trug Louis-Gabriel den Titel eines Grafen von Mâcon. Nach der Hochzeit mit seiner ersten Frau Marie Josephine d'Orléans im Alter von 17 Jahren erhielt Louis-Gabriel de Bourbon den Titel eines Prinzen von Mantua. Das Eheglück weilte jedoch nur kurz, bereits 1731 starb Isabella bei der Geburt eines Sohnes, der ebenfalls die ersten 12 Monate nicht überlebte. 1732 heiratete Gabriel schließlich in zweiter Ehe die erst 16-jährige Santorier-Prinzessin Maria von Servette, Tochter des regierenden Großherzogs Ludwig Philipp II. von Servette.
1734 kam Gabriels ältester Sohn Gabriel Henri Alexandre Antoine zur Welt, ein Jahr später Joseph Louis Philippe François. Im gleichen Jahr starb Ludwig Philipp II. und Marias Bruder Karl VI. Ferdinand bestieg den Thron in Servette. Da er jedoch bis dahin kinderlos war, zeichnete sich eine Thronfolge Marias ab, sollte Karl Ferdinand keine Kinder mehr bekommen. Bereits zu dieser Zeit rüstete König Karl X. von Micolinien, der selbst mit Marias jüngerer Schwester Antonia verheiratet war, für einen möglichen Krieg, da er vorhatte, sich die Servettinischen Lande einzuverleiben. Der beschriebene Fall trat mit dem Tod Karl Ferdinands im Jahr 1737 tatsächlich ein und Gabriels Ehefrau bestieg als Maria I. selbst den Thron in Servette. Gabriel wurde damit Mitregent in Servette, doch erkannte Karl X. die Nachfolge erwartungsgemäß nicht an und machte für seine Frau Antonia eigene Ansprüche geltend, wodurch es zum Krieg kam, in dem sich das von Frankreich und Spanien unterstützte Paar Maria/Louis-Gabriel vorerst durchsetzen konnte. Im Nantheser Ausgleich von 1739 musste Karl X. Maria I. von Servette als Großherzogin anerkennen.
Sagradischer Erbfolgekrieg
In der Folge zeichnete sich jedoch in Sagradien ein neuerlicher Erbfolgekrieg ab. Nach dem Tod Marias I. von Sagradien 1735 hatten die dortigen Stände ihren Ehemann Johann Franz als alleine regierenden König anerkannt. Da dieser jedoch ohne männlichen Erben war, versuchte er seine Tochter Maria Franziska und ihren Mann António de Piacone als Thronfolger durchzusetzen. Da sich Johann III. aber im Österreichischen Erbfolgekrieg seit 1740 in der antifranzösischen Allianz befand, erkannte Frankreich, die Nachfolgeregelung Johanns III. nicht an und machte für Louis-Gabriel und seine Frau Maria von Servette Ansprüche auf das Erbe der Santori geltend, die von Maria selbst, aber auch von Louis-Gabriel als Nachkomme Gabriels VII. stammten. Mit dem Tod König Johanns 1749 und dem seines minderjährigen Sohnes und Nachfolgers David II. 1754 sowie der folgenden Erhebung Marias und Antons durch die sagradischen Stände im Jahr 1754/55 wurde der Streit aktuell und Frankreich erhob Louis-Gabriel als Gabriel VIII. zum neuen sagradischen König und damit zum Gegenspieler der als anti-französisch bekannten Maria II. Franziska und Anton II. Ramón, die sich u.a. mit Micolinien gegen Servette verbündeten. Nach dem Ausbruch des Kriegs 1756 marschierte Karl X. von Micolinien mit einem Heer in Servette ein und widerrief die Nantheser Regelungen.
Im Sagradischen Erbfolgekrieg, Teil des Siebenjährigen Kriegs, standen sich nun erneut Frankreich und Österreich als Unterstützer der Bewerbung Louis-Gabriels und Großbritannien sowie Micolinien als Unterstützer António Ramón di Piacones gegenüber. Karl X. hoffte damit, seine Ansprüche auf Servette erneuern zu können. Als Louis-Gabriels Frau Maria von Servette 1755 selbst starb, stärkte dies die Ansprüche Micoliniens auf Servette, welche von Maria II. und Anton II. vertraglich bestätigt wurden. Um die im Nantheser Ausgleich erneuerten Bestimmungen des Friedensvertrags von Villagua aus dem Jahr 1669 einzuhalten, nach denen die sagradische und die servettinische Herrschaft getrennt ausgeübt werden sollten, dennoch einzuhalten, ließ Gabriel seinen 15-jährigen Sohn Joseph Ludwig zum Großherzog erklären, verlor die Herrschaft über Servette aber de facto an Karl X., der die Stadt und große Teile des Herrschaftsgebietes einnehmen konnte und sich selbst zum Großherzog erklärte.
Im Krieg um Sagradien konnte sich Frankreich aber bald durchsetzen, dem es gelang, König Anton II. in der Schlacht von Cavalla zu besiegen und die Absetzung Marias II. als Königin durchzusetzen. Diese hatte durch Affären und Intrigen am Hof zuvor bereits die Unterstützung großer Teile des sagradischen Klerus und Hochadels verloren. In geheimen Verhandlungen mit den sagradischen Generalständen sicherte Louis-Gabriel nun zu, den Eid auf die Codices Magna, das Staatsgrundgesetz seit 1722/23, zu leisten und damit die Macht der Stände anzuerkennen, was bereits für seine Vorgänger Johann III. und Anton II. unumgänglich gewesen war. Die Stände erkannten Louis-Gabriel und seine 1755 gestorbene Frau Maria posthum als Erben der Santori-Dynastie an.
Während er in Sagradien durchschlagende Erfolge verzeichnete, verlor Gabriel in seiner Abwesenheit den gesamten Süden Micoliniens an Karl X., demgegenüber er, um zumindest die zum sagradischen Königreich gehörenden Teile der Halbinsel, namentlich Lukien und Südkont zu halten, im Vertrag von Tinagua 1757 auf die Herrschaft (dem Wortlaut nach aber nicht aber die Thronrechte) im Großherzogtum Servette verzichtete, während Karl X. ebenfalls die Herrschaft Gabriels (nicht dessen Thronrechte) in Sagradien anerkannte. Dies hielt freilich beide Parteien nicht ab, die Kämpfe auch in der Folge wiederaufzunehmen. Gabriels vage Hoffnung auf eine Wiedereroberung Servettes mussten aber in der Folge aufgegben werden. Nach weiteren Kriegsjahren kam es 1760 schließlich im Friede von Tinagua zum französisch-micolinischen Ausgleich, in dem Micolinien die Herrschaft Gabriels VIII. als König von Sagradien anerkennen musste. Im Gegenzug mussten Gabriel sowie sein Sohn Joseph Ludwig endgültig auf das Großherzogtum verzichten, das an Micolinien fiel, welches das Gebiet wieder in sein eigenes Territorium inkorporierte.
Königtum
Mit seiner Thronbesteigung im Jahr 1757 begründete Louis-Gabriel de Bourbon-Vienne als Gabriel VIII. das sagradische Königtum der Dynastie Bourbon-Vienne. Der tulinesisch-cuentesische Reichsteil verweigerte aber seine Zustimmung und revoltierte gegen den Herrscher, der erst um 1762 die Kontrolle über das aufständische und mit Micolinien verbündete Tulis zu gewinnen vermochte. Gabriel VIII. regierte in Sagradien, ohne jedoch die Landessprache zu verstehen. Dennoch gelang es ihm in seiner Regierungszeit, sein Königtum zu konsolidieren, die Macht der Generalstände einzudämmen und die Thronfolge des Hauses Vienne gegen alle Widerstände zu sichern. Besonders Gabriels leitender Minister, der Franzose Alphonse de Calogny, arbeitete energisch daran, die Macht der Stände einzuschränken und eine absolute Monarchie nach französischem Vorbild zu installieren.
Lex Generalis und absolutistische Innenpolitik
In der Lex Generalis von 1765 wurden die Bestimmungen der Codices Magna zwar nicht aufgehoben, faktisch aber ausgehöhlt und untergraben. Ihre Gültigkeit trat hinter die der Lex Generalis, die nun die Erbmonarchie mit nur sehr beschränktem Einfluss der Stände restaurierte. Statt des Rechts, den neuen König frei auszurufen und den Eid zu verlangen, konnten die Stände fortan nur noch den von Gottes Gnaden und Abstammung thronberechtigten König bestätigen und auch nur noch den Eid auf die Privilegien verlangen. Erst zehn Jahre nach ihrem Inkrafttreten wurde die Lex Generalis 1765 von einer kleinen Ständeversammlung bestätigt. Damit wurde auch das Comitat-Königreich Cuentez-Tulis in den sagradischen Staat inkorporiert und damit auch de jure der letzte Schritt von der Personal- zur Realunion der sagradischen und cuentezischen Krone gemacht. Die bis dahin rechtlich fortbestehenden Teilkönigreiche des Landes Scantia, Sarmay, Gólica, Malesc-Alconía, Liez-Corar und schließlich Cuentez-Tulis wurden aufgelöst und das Land damit weitestgehend zentralisiert.
Außenpolitik
Außenpolitisch setzte Gabriel VIII. zunächst entgegen der Erwartungen keine radikale Kursänderung durch, schwenkte jedoch mit der Zeit auf ein Bündnis mit Frankreich und Spanien ein, womit er letztlich doch mit der pro-englischen und pro-micolinischen Politik seiner Vorgänger brach. Als Hauptgegner wurde nun vielmehr England betrachtet, von dem man die 1713 verlorenen Stützpunkte an der Keltischen See zurückverlangte. Im Separatfrieden von San Docién mit Großbritannien musste Sagradien 1761 den Verlust einiger Kolonien in Amerika hinnehmen, Cereza und La Cripón blieben zunächst britisch, sodass der Gegensatz mit Großbritannien eine Fortsetzung fand. Im Jahr 1779 griff Sagradien auf Seiten der Kolonisten in den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg ein.
1781 machte Gabriel den Piemontesen Gian Antonio Nivelli (Jean Antoine Nivelli) zu seinem leitenden Minister (bis 1787). Unter Nivelli beteiligte sich Sagradien aktiv am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und unterstützte zusammen mit Frankreich, Spanien und den Niederlanden die 13 Kolonien gegen das englische Mutterland. Im Frieden von Paris von 1783 sicherte sich Sagradien Fischereirechte in Nordamerika sowie den Besitz mehrerer strategisch bedeutender Karibikinseln.
Tod und Nachfolge
Gabriel VIII. starb im Jahr 1792 im hohen Alter von fast 77 Jahren. Nachfolger auf dem Thron wurde sein Sohn Joseph Ludwig I. (*1740).