Júlio de Sántori

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Júlio de Sántori, auch als Julen de Sántori bekannt (†1427) war ein sagradisch-tulinesischer Adliger und Geistlicher. Er war von 1394 bis 1422 Erzbischof von Tulis und bis zu seinem Tod Kardinal der katholischen Kirche. Als Mitglied der Sántori-Familie spielte er eine zentrale Rolle in der Regierung der Tulinensischen Republik, zunächst als Vertreter seines Bruders António de Sántori in den tulinensischen Kernlanden, und danach während der Herrschaft seines illegitimen Sohnes Piero de Sántori, den er 1417 als Conte-Âudaço durchsetzen konnte. Bis 1422 blieb Júlio der de facto-Herrscher in Tulis, ehe er durch eine Rebellion vertrieben und seines Bischofsamts enthoben wurde.

Herkunft und Aufstieg[bearbeiten]

Júlio de Sántori war ein jüngerer Sohn von Erresi de Sántori und dessen Frau Joana de Nonthí. Sein Onkel war Iacinto de Sántori, der seit 1370 als Conte von Tulis herrschte. Sein älterer Bruder war António de Sántori.

Als jüngerer Spross der Sántori-Familie war Júlio wohl früh für eine geistliche Laufbahn vorgesehen und wurde schon als Jugendlicher zum Abt von Corresants bei Tulis erhoben. Nachdem sich sein Bruder António de Sántori nach einer umstrittenen Wahl 1390 als Conte von Tulis hatte durchsetzen können, wurde Júlio im Jahr 1394 zum Erzbischof von Tulis gewählt und kurze Zeit später auch zum Kardinal berufen. Mit dem Aufstieg Júlios besetzten die Sántori die wichtigsten politischen und geistlichen Ämter der Stadt und konnten die Herrschaft konsolidieren.

Statthalterschaft und Herrschaft[bearbeiten]

Nach dem Eintritt der Tulinensischen Republik in den Sechzigjährigen Krieg fungierte Erzbischof Júlio in Abwesenheit seines Bruders als Statthalter in Tulis und als de facto-Herrscher der tulinensischen Kernlande. Die von Korruption und Vetternwirtschaft geprägte Regierung Júlios war in der Stadt sehr unpopulär. Dennoch gelang es Júlio nach dem Tod seines Bruders António im Jahr 1416 die Macht in den Händen zu halten. Im Bündnis mit mehreren ansässigen Familien verhinderte er die Erhebung seines 16-jährigen Neffen David de Sántori zum Nachfolger Antónios. Stattdessen wurde 1417 Júlios illegitimer Sohn Piero, genannt "der Einfältige", zum Conte gewählt.

Auch während der fünfjährigen Herrschaft Pieros galt Júlio als eigentlicher Machthaber der Stadtrepublik, musste aber mehrere Anschläge überstehen. Die umstrittene Herrschaft des Kardinalerzbischofs führte 1422 schließlich zur Rebellion des Stadtadels und zur Ermordung Piero Símplices. Júlio selbst musste fliehen und wurde anschließend von einer Rückkehr in die Stadt abgehalten, wo ein bürgerliches Vierergremium eine Schreckensherrschaft errichtete.

Ende[bearbeiten]

Die Eroberung Tulis' durch Júlio Neffen David de Sántori im Jahr 1423 führte schließlich zur Rückkehr der Sántori an die Macht, änderte aber nichts an Júlios Stellung. Er verlor endgültig sein Amt als Erzbischof und musste sich weiterhin aus der Stadt fernhalten, blieb aber bis zu seinem Tod im Jahr 1427 Kardinal der katholischen Kirche.

Nachkommen[bearbeiten]

Júlio de Sántori hatte mindestens zwei uneheliche Söhne: Piero Símplice (*1395; †1422), der von 1417 bis zu seiner Ermordung 1422 als Conte von Tulis amtierte, und Joán d'Ollar, der wie sein Vater eine geistliche Karriere einschlug und als Prior von Ollar de Barregat bekannt war.