Henrico Benassín

Aus Sagradien
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Lorís Alberto Ròs-Estrell (*1928; †2014) war ein sagradischer Wissenschaftler und Politiker der Radikal-Demokratischen Partei, als deren Parteiführer er von 1975 bis 1980 sowie von 1982 bis 1990 fungierte. In dieser Zeit prägte er das Image der Radikaldemokraten als sozial- und radikalliberale Partei und öffnete die Partei für neue Themen wie Umweltschutz, gesellschaftliche Gleichstellung und Minderheitenrechte.

Als Parteiführer der Radikaldemokraten war Ròs-Estrell zweimal Vizepräsident des sagradischen Ministerrats, zunächst als sagradischer Erziehungsminister von 1976 bis 1979 im Kabinett Caval IV und V sowie als Minister für Wirtschaft und Industrie im Kabinett Ricardes I und II von 1990 bis 1992. Bei der Präsidentschaftswahl in Sagradien 1990 bewarb sich Ròs-Estrell um das höchste Staatsamt und belegte in der ersten Runde den vierten Platz.

Politische Karriere

Der aus einer jüdischen Familie stammende Soziologe Ròs-Estrell verfolgte eine wissenschaftliche Karriere und war seit 1965 als Professor an der Universitá Luis Cavaller in Semest tätig. Seine politische Karriere begann Ròs-Estrell mit seiner Wahl in den Stadtrat von Semest im Jahr 1972, ehe er bei der Parlamentswahl 1974 für die Radikaldemokratische Partei kandidierte und in die Abgeordnetenkammer gewählt wurde. Dort machte er schnell Karriere und stieg 1975 zum Fraktionssprecher und de facto auch zum politischen Sprecher der Radikalen auf.

Unter Ròs-Estrells Führung trat der PRD im Januar 1976 in die Regierung Caval ein, wo er Erziehungsminister und stellvertretender Ministerpräsident wurde. Bei der vorgezogenen Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1976 kandidierte Ròs-Estrell erstmals als Spitzenkandidat des PRD. Nach der Parlamentswahl 1978 verließen die Radikaldemokraten die Regierung wieder.

Ròs-Estrell zog sich 1980 vorübergehend aus der Politik zurück und kehrte in die Wissenschaft zurück, trat bei der Parlamentswahl 1982 aber wieder als Spitzenkandidat seiner Partei an. Von 1982 bis 1990 führte er die radikale Parlamentsfraktion in Opposition zur Mitte-Rechts-Regierung von Emilio Moya.

Vor der Präsidentschaftswahl in Sagradien 1990 zog sich Ròs-Estrell vom Fraktionsvorsitz zurück und gab sein Abgeordnetenmandat auf, um als Bewerber um das höchste Staatsamt anzutreten. Bei der Wahl wurde er mit 12,7 Prozent der Stimmen Vierter. Bei der anschließenden Parlamentswahl 1990 gehörte Ròs-Estrell nicht zu den Kandidaten. Dennoch kehrte er nach der Bildung einer Minderheitsregierung aus Sozialisten und Radikaldemokraten und dem Verzicht von Parteichef Oscar Marín del Bosch auf ein Ministeramt noch einmal in die Regierung zurück, wo er die Ämter des Wirtschaftsministers und stellvertretenden Minsterpräsidenten übernahm. Nach dem Sturz der Regierung Ricardes im Jahr 1992 zog sich Ròs-Estrell schließlich endgültig aus der ersten politischen Reihe zurück. Bis 1997 gehörte er dem sagradischen Senat an.

Ende der 1990er Jahre kam es zum zwischenzeitigen Bruch zwischen Ròs-Estrell und seiner Partei, deren zunehmend neoliberalen Kurs unter der Führung von Ernesto Joán Kirchner der bekennende Sozialliberale ablehnte. Ròs-Estrell blieb aber bis zu seinem Tod im Jahr 2014 Parteimitglied.

Politische Funktionen

Mandate

Öffentliche Ämter

Parteifunktionen