Miquel Javier León
Miguel Javier León (*1952 in Maputo/Mosambik) ist ein sagradischer Journalist und Politiker der sozialdemokratischen ASUL und früherer Bürgermeister der sagradischen Hauptstadt Semess (1999-2007).
Inhaltsverzeichnis
Arbeit als Journalist und Beginn der politischen Karriere
Der in Mosambik als Sohn eines sagradischen Lehrers geborene Miguel Javier León kam als Kind nach Sagradien und wuchs in Semess auf, wo er auch die Universität besuchte und nach Abschluss seines Wirtschafts- und Philosophiestudiums zum Journalisten ausgebildet wurde. Nachdem er mehrere Jahre lang für die Semesker Zeitung Jornal de Semesce und als freier Journalist für die linkskritische Il Republicano geschrieben hatte, wechselte er 1984 in die Politik und wurde bei den Kommunalwahlen 1984 erstmals in den Stadtrat von Semess gewählt. Noch im selben Jahr begann er eine Tätigkeit als Sekretär in der Kulturbehörde der Stadt Semess. Nach dem Wechsel im Rathaus und der Wahl des Konservativen Gustavo Galler zum Bürgermeister er Stadt im Januar 1988 wurde León im Zuge einer konservativen Neuausrichtung der Kulturpolitik beurlaubt. Er widmete sich in der Folge wiederum seiner journalistischen Karriere und wurde stellvertretender Chefredakteur der linken Wochenzeitschrift tácit, In seinen nur anderthalb Jahren bei der Zeitschrift gelang es ihm, das kriselnde Blatt neu aufzustellen und mit einem dezidiert gesellschaftspolitischen Profil zu profilieren. Ende 1990 übernahm er schließlich den lukrativen Posten des Chefredakteurs beim altehrwürdigen ASUL-Parteiblatt Avante. Als solcher erhielt León entscheidenden Einfluss auf die programmatische Profilbildung der Partei in der Folgezeit und konnte auch seine eigene politische Karriere wieder in Angriff nehmen. In der Folge arbeitete er auch vermehrt als Redenschreiber u.a. für den 1991 gewählten Semesker Bürgermeister António Grande Illega und den Semesker Regionalpräsidenten Flávio Osório Jimenez.
1993 kandidierte Miguel Javier León für das Amt des Sekretärs des ASUL-Stadtverbands Semess. Bei der Wahl unterlag er jedoch knapp gegen seine Gegenkandidatin Mercé Serrat Cabarell. Erst nach deren Rücktritt in Folge einer politischen Affäre folge León ihr als Sekretär des Stadtverbands der Sozialisten nach. Kurz zuvor bereits war er von Bürgermeister António Grande Illega zum Generalsekretär der Semesker Stadtverwaltung ernannt worden. Als Chefadministrator im Semesker Rathaus wirkte er in der Folge in einer politischen Schlüsselrolle und stieg auf Wunsch seines politischen Förderers António Grande Illega 1996 zu dessen Stellvertreter als Bürgermeister der Stadt auf. Nachdem Grande Illega seine Kandidatur für das Amt sagradischen Staatspräsidenten im Jahr 1999 bekannt gegeben hatte, schlug er seinen Stellvertreter León als Nachfolger vor. Bei den folgenden Semesker Bürgermeisterwahlen 1999 setzte sich Miguel Javier León gegen seinen konservativen Gegenkandidaten, den ehemaligen Regionalpräsidenten António Vallerón Leticí durch und wurde als Nachfolger Grande Illegas zum Bürgermeister von Semess gewählt. Zuvor hatte sich León öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt, was ihm in der Großstadt Semess eher Sympathien als Abneigung entgegenbrachte. León wurde damit der erste bekennend homosexuelle Bürgermeister der Hauptstadt.
Bürgermeister von Semess (1999-2007)
Als Bürgermeister von Semess versuchte León das Image der Stadt zu verbessern und sie zu einer europäischen Metropole ersten Ranges zu formen. Als Bürgermeister konnte er sich große Sympathien erwerben, wurde aber auch für seinen großbürgerlichen Lebensstil kritisiert. Bei den Semesker Bürgermeisterwahlen 2003 siegte León klar gegen seinen landesweit bekannten konservativen Gegenkandidaten, den Ex-Minister und stellvertretenden Parteivorsitzenden Oscar Rolando Huerón. Nach Anschlägen auf europäische Großstädte profilierte sich León entgegen seines vorherigen Images als Hardliner und Vertreter einer entschlossenen Anti-Terror-Politik, was ihm Kritik in der eigenen Klientel einbrachte. Bei einer Wahlkampfveranstaltung anlässlich der Regionalwahlen 2005 wurde der bekennende Homosexuelle Miguel Javier León im Spätsommer 2005 von einem schwulenfeindlich motivierten ultrakonservativen Attentäter niedergestochen und lebensgefährlich verletzt. Nachdem er mehrere Wochen im Krankenhaus gelegen hatte, kehrte León wiedergenesen in sein Amt zurück, gab 2006 aber bekannt, keine dritte Amtszeit anzustreben und sein Amt 2007 aufzugeben. Nachfolger wurde der frühere Innenminister Pietro Duce Rodríguez, der sich bei den Semesker Bürgermeisterwahlen 2007 gegen Volkspartei-Kandidat David Elabal durchsetzen konnte. León schied nach acht Jahren als Bürgermeister aus der Stadtverwaltung aus.
Mitglied der sozialistischen Parteiführung (seit 2008)
Nachdem er danach wiederholt im Fernsehen aufgetreten war, gab León im Vorfeld der vorgezogenen Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2008 sein politisches Comeback bekannt und wurde schließlich als Kandidat der ASUL in Semess erstmals in die sagradische Abgeordnetenkammer gewählt. Dort wurde er Mitglied im Innenausschuss. Nach dem Rücktritt von Generalsekretär Santiago Diaz de Velozo erklärte Miguel Javier León seine Kandidatur für das Amt des Parteiführer der Sozialisten im Rahmen der angekündigten Primaries. Dabei trat er als Kandidat der eher Konservativen in der Partei, die zuvor mehrheitlich hinter Diaz de Velozo gestanden hatten, u.a. gegen die ehemaligen Ministerinnen Mercé Serrat Cabarell und Ana Zapato Ramírez an und erreichte in der ersten Runde die meisten Stimmen. In der Stichwahl gegen Mercé Serrat konnte er sich jedoch nicht durchsetzen. Dennoch wurde er unter der neuen Generalsekretärin Mercé Serrat Cabarell als Parteisekretär in die neue Führung der Sozialisten eingebunden. Vor der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2012 gilt er im Fall eines linken Wahlsiegs als aussichtsreicher Kandidat für ein einflussreiches Ministeramt in einem möglichen Kabinett Serrat Cabarell.
Öffentliche Ämter
- 1984-1988: Sekretär in der Kulturbehörde der Stadt Semess
- 1994-1999: Generalsekretär der Stadtverwaltung von Semess
- 1996-1999: Stellvertretender Bürgermeister der Stadt Semess
- 1999-2007: Bürgermeister von Semess
Mandate
- 1984-1994: Mitglied des Stadtrats von Semess
- seit 2008: Mitglied der sagradischen Abgeordnetenkammer
Parteifunktionen
- 1994-1999: Parteisekretär der ASUL in der Stadt Semess
- 2008: Kandidatur für das Amt des Generalsekretärs der ASUL