Partido Socialista Democrático
Der Partido Socialista Democrático (PSD, deutsch: Demokratische Sozialistische Partei) war eine sozialdemokratische Partei der linken Mitte in Sagradien, die von 1947 bis 1957/60 bestand. Der PSD ging aus einer Spaltung der nach dem Zweiten Weltkrieg wiedergegründeten sagradischen Sozialistischen Partei hervor. Erster Sekretär und Führungsfigur der Partei war Santo De la Ilpa. Nach dessen Tod kam es 1957 zur Wiedervereinigung mit dem PS in der Aliança Socialista d'Unitá Lavorista (ASUL).
Geschichte des PSD
Der PSD hat seinen Ursprung im Partido Socialista de la Libertá Proletária (PSLP), einer sozialistischen Wiedergründung aus dem Widerstand heraus, der sich unter der Führung von Santo De la Ilpa 1944 mit der Exil-PS von Ricardo Moreno zum wiedergegründeten Partido Socialista (PSU) vereinigte. Innerhalb der PSU vertrat Ilpa den antikommunistischen Flügel, der bald schon in Gegensatz zur Parteiführung um Moreno geriet. Nach dem Ausscheiden der Kommunisten aus der Regierung Dorado im Frühjahr 1947 und dem Ende der Demokratischen Koalition kam es zu heftigen parteiinternen Auseinandersetzungen um den künftigen Weg zwischen der antikommunistischen Ilpa-Gruppe und der Parteiführung, die sich für eine linke Aktionsfront aus PS und PCS stark machte. Die Ernennung Ilpas zum Regierungschef im Dezember 1947 gegen den Willen der PS-Führung und ohne Zustimmung der Kommunisten führte schließlich zum Ausscheiden Ilpas aus der Partei und zur Abspaltung des Partido Socialista Democrático (PSD). Dem PSD trat etwa die Hälfte der sozialistischen Abgeordneten bei.
Die Gründung der Nato wurde 1949 von Ilpa energisch unterstützt, während Morenos Alt-Sozialisten geschlossen dagegenstimmten. De la Ilpa unterstützte 1949 die neue Minderheitsregierung Luciaro als Übergangsregierung bis zu den Neuwahlen im Herbst 1950, aus denen der PSD abermals gestärkt hervorging und knapp 15 Prozent der Stimmen erhielt. Wieder vereinbarten Luciaro und Ilpa eine Fortsetzung der Zusammenarbeit und Ilpa trat als Außenminister und Vizepremier in eine Koalition der Mitte mit der neuen christlich-konservativen CSD sowie einigen liberalen Kräften unter der Führung Luciaros ein. Die neue Zentrumskoalition stellte die wesentlichen Weichen für die europäische und westliche Integration Sagradiens. Ilpas europäische Ausrichtung und die Tatsache, dass der PSD das Konzept einer marktwirtschaftlichen Ausrichtung mit staatlichen Kontrollen im sozialen Bereich befürwortete, führte zur energischen Gegnerschaft des PS. Erst die Kammerwahlen 1954 führten zu einer Änderung der politischen Vorzeichen.
Der PSD brach auf weniger als 8 Prozent der Stimmen ein und auch der PS verlor wesentlich an Wählerzuspruch, sodass es in beiden Parteien zu Machtstreitigkeiten und Diskussion über die zukünftige Ausrichtung kam. Im PS wurde Ricardo Moreno von dem gemäßigten und dezidiert antikommunistisch orientierten António Santiago im Amt des Parteisekretärs abgelöst, was allgemein als Zeichen für eine inhaltliche Umorientierung der Partei gewertet wurde. Und in der Tat verfolgte Santiago eine Politik der Distanzierung von der KP und der sukzessiven Annäherung an die politische Mitte. Auch die Westorientierung wurde nicht mehr grundsätzlich abgelehnt. Gerade die Niederschlagung der Arbeiter- und Volksaufstände gegen die sozialistisch-kommunistischen Regimes in Osteuropa hatte innerhalb des PS zu einem Umdenken geführt.
Und auch im PSD änderte sich die Stimmung nach den Wahlverlusten von 1954. Erst gegen innerparteiliche Widerstände konnte Ilpa eine Fortsetzung der Zentrumskoalition mit dem CSD in der eigenen Parteiführung durchsetzen, schließlich verweigerten immer mehr sozialdemokratische Abgeordnete dem Sekretär und Vizepremier die parlamentarische Unterstützung, sodass es noch im Dezember, gerade einmal einen Monat nach der Wiederauflage des Regierungsbündnisses zum Koalitionsbruch kam. Ilpa trat nach einer Niederlage im Parteivorstand von seinem Amt als Parteichef des PSD zurück und der linke Flügel der Partei unter der Führung von Márcio Álvarez übernahm die Macht, der eine weitere Zusammenarbeit mit den Christdemokraten deutlich ablehnte. Ilpa verweigerte den Koalitionsbruch und verblieb als Unabhängiger im Kabinett Luciaro, woraufhin er die von ihm gegründete Partei verlassen musste.
Ohne ihren Gründer und Führer zeigte sich die PSD aber gelähmt. Im Gegensatz zum PS hatte die PSD weder eine funktionierende Parteistruktur etablieren können noch ein ausgefeiltes Parteiprogramm vorzuweisen. Die Partei wurde wesentlich von der Fraktion geführt, die nun die Rolle der Oppositionspartei übernahm und schnell von bisherigen Positionen abkam. Álvarez und PS-Chef Santiago beschlossen, in der Opposition zur neuen konservativ-liberalen Regierung Luciaros enger zusammen zu arbeiten. Seit Ende 1955 wurde das Projekt einer Wiedervereinigung erstmals offen als Ziel genannt, woraufhin Ilpa aus seiner eigenen Partei austrat und als fraktionsloser Abgeordneter firmierte, ehe er im Jahr 1956 verstarb. Die kurz vor seinem Tod noch gegründete Demokratische Freiheitspartei (PDL), der sich eine kleine Zahl von PSD-Abgeordneten anschloss, blieb letztlich erfolglos. Bereits bei den Kommunalwahlen im Sommer 1956 arbeiteten PS und PSD wieder verstärkt zusammen und bezogen teilweise auch sozialliberale Gruppen wie die radikaldemokratische UCR oder das linkshumanistische CDH in das neue Bündnis der linken Mitte ein, das sich einerseits in seiner Opposition zur konservativ-liberalen Mitte-Rechts-Regierung Luciaro, andererseits in seiner Ablehnung jeder Form der kommunistischen Diktatur und der Zusammenarbeit mit der KPS definierte. Seit Ende 1956 wurde nun in sozialistischen und radikaldemokratischen Kreisen von der Bildung einer neuen Arbeiterpartei der linken Mitte gesprochen.
Bei den Provinzialwahlen 1957 im Herbst 1957 bildeten nun PS, PSD, UCR, CDH sowie mehrere linke und pazifistische Splittergruppen und auch die sozialistische Gewerkschaft CSSL das Wahlbündnis Sozialistische Einheitsallianz der Arbeit (ASUL), das große Erfolge verbuchen konnte, woraufhin im Dezember 1957 die Gründung der ASUL als Partei erfolgte, in der sowohl PS als auch PSD aufgingen. Marcio Álvarez wurde zusammen mit António Santiago erster Co-Generalsekretär der ASUL. Ein Teil des PSD, der die Wiedervereinigung in der neuen Partei ablehnte, schloss sich danach der sozialliberalen Radikaldemokratischen Partei an.
Vorfeldorganisationen des PSD
In Konkurrenz zur PS-nahen CSJS gründete De la Ilpa 1948 die Unión Democrática de Jovenes Socialistas (UDJS), die 1962 erst wieder mit der CSJS in der neuen Juventú Socialista (JUSO) aufging.
Parteisekretäre des PSD
- 1946-1954: Santo De la Ilpa
- 1954-1957: Márcio Álvarez