Philipp VII.

Aus Sagradien
Zur Navigation springenZur Suche springen

Philipp VII. Jakob (von Sagradien), genannt der Dichterkönig (*1545; †1591), war König von Sagradien (1568-1591) und als Philipp III. Herzog von Servette (1567-1591). Der künstlerich interessierte König galt als schwacher Herrscher und stand Zeit seiner Regierung unter dem politischen Einfluss widerstrebender Machtgruppen um seine protestantische Frau Luise von Bourbon und der katholischen Hofpartei, die in den letzten Jahren seiner Regierung schließlich durch den leitenden Minister Joán María de Belavís eine entscheidende Machtstellung am Hof erreichten.

Jugend und Thronbesteigung

Philipp Jakob von Santori-Valier wurde 1545 in Servette als ältester Sohn von Königin Johanna I., der jüngsten Tochter König Davids von Sagradien, und ihrem Ehemann Michael III. geboren. Diese mussten ihr Königtum zunächst gegen Joseph den Schönen von Óstino verteidigen und wurden 1547 offiziell als König und Königin in Sagradien bestätigt. Als Kronprinz erhielt Philipp Jakob zunächst den Titel eines Grafen von Vierna, später den eines Prinzen von Sarmay, und wurde in Semess erzogen, wohin sein Vater und seine Mutter den Hof verlegten.

Nach dem Tod seines Vaters 1552 regierte seine Mutter Johanna alleine. Sie versuchte, die erstehende Ausbreitung der calvinistischen Religion in Sagradien mit Gewalt zu unterbinden. Die Konversion von Enrico d'Esqués, dem Herzog von Viça, zum Calvinismus führte 1560 zum Ausbruch eines Krieges zwischen dem protestantischen Nordosten und den königlichen Truppen (Vizanischer Krieg).

In der Folge versuchte Johanna ihren Sohn schrittweise zum kommenden Herrscher zu erziehen und ernannte ihn 1566 zum Mitregenten. 1567 heiratete er die 18-jährige Louise von Bourbon, die älteste Schwester des späteren französischen Königs Heinrich IV., die ihm 1569 mit dem Prinzen Jakob einen Sohn gebar. Bereits nach Philipp Jakobs Hochzeit war Königin Johanna 1567 in Servette und 1568 auch in Sagradien zugunsten ihres Sohnes abgedankt, der nun als Philipp VII. Jakob selbst den Thron bestieg. Doch erst einige Jahre später konnte Philipp sich auf Druck der französischen Berater um seine Ehefrau hin von seiner Mutter emanzipieren und zwang sie in ein Kloster.

Unter dem Einfluss Louises von Bourbon

Nun geriet er immer mehr unter den Einfluss französischer Gruppen am Hof, die enge Kontakte zu Heinrich von Navarra unterhielten. Als Heinrich 1569 zum politischen Führer der französischen Hugenotten aufstieg, konvertierte auch seine Schwester Louise zur protestantischen Religion. Spätestens seitdem führte auch Philipp Jakob eine zunehmend tolerante Politik gegenüber den Calvinisten im eigenen Land. Bereits 1566 hatte er mit seinem Onkel Enrico d'Esqués endgültig Frieden geschlossen und im Toleranzedikt von Viça Gewissensfreiheit gewährt. Im Edikt von Lesta 1570 gewährte er zudem den Calvinisten die vollen Bürgerrechte und lockte damit auch viele Flüchtlinge aus Frankreich ins Land, die der sagradischen Wirtschaft zugute kamen. Nach dem Edikt von Lesta kam es jedoch bald zu Aufständen der Katholischen Liga in Sagradien, die von Frankreich unterstützt wurden. Immer wieder kam es daher zu Versuchen katholischer Kreise am Hof, die Königin und ihre französischen Berater zu entmachten.

Der Dauerstreit Louises von Bourbon mit Philipps Mutter Johanna, der im Jahr 1574 eskalierte, und der gescheiterte Versuch des Grafen von Nerval, den Einfluss der französischen Hofpartei zu brechen und Johanna wieder als Regentin einzusetzen, führten 1575 zum großen Bruch des Königs mit seiner Mutter, die vom Hof entfernt und ins Kloster geschickt wurde. An ihrer Stelle übernahm nun die ehrgeizige Königin Louise die Rolle der starken Frau am Hof.

Unter dem Einfluss Luises von Bourbon fuhr Sagradien einen außenpolitischen Kurs, der zu heftigen Spannungen mit Philipp II. von Spanien führten, der als Vorkämpfer der Gegenreformation galt. Nach dem Aussterben der josefitischen Santori-Dynastie in Lissabon und Tulis im Jahr 1580 unterstützte Sagradien die bereits 1578 von den tulinesischen Ständen als legitime Königin anerkannte Eleonore I. von Cuentez, eine Urenkelin Jakobs III. und Enkelin Josephs des Schönen gegen die Ansprüche Philipps II. und zog gegen Spanien in den Krieg.

Philipp selbst galt als melancholisch und wenig interessiert am politischen Geschehen. Zunehmend widmete er sich seiner Leidenschaft, der Poesie. Er schrieb zahlreiche Gedichte, die an seinem Hof immer wieder ausländischen Gästen und Gesandten vorgetragen wurden. Er zog die Kultur klar der Politik vor und unter seiner Regierungszeit erlebte das Goldene Zeitalter in der sagradischen Literatur einen Höhepunkt.

Katholische Hofrevolte und Regierung Belavís

Nach dem Tod des Infanten Don Jâcque, Prinz von Sarmay, im Jahr 1580 wurde die Stellung Louises von Bourbon deutlich geschwächt, da es keinen Thronerben gab. Präsumptiverbe wurde nun der Neffe Philipp Jakobs, Ludwig Philipp I. von Sesin, der der antiprotestantischen Partei zugerechnet wurde. Daraufhin kam es 1581 zu einer Revolte der katholischen Hofpartei gegen die französische Königin und ihre Berater. Aufgrund einer angeblichen Affäre Louises mit einem ihrer französischen Günstlinge Charles de Maurois wurde die Königin vom Hof verbannt. Neuer leitender Minister und starker Mann am Hof wurde Joán María de Belavís, der in den Folgejahren maßgeblich die sagradische Politik bestimmte. Auf Bemühen Belavís' hin wurde die Ehe mit der Protestatin Louise durch den Papst annulliert und die Hochzeit Philipp Jakobs mit der Habsburgerprinzessin Anna von Österreich arrangiert. Philipp Jakob und Anna von Österreich heirateten im Jahr 1584. Bereits zwei Jahre später gebar diese ihm den Thronfolger Prinz Gabriel, der den Titel eines Prinzen von Sarmay erhielt.

Die Hochzeit mit Anna von Österreich 1584 stand in engem Zusammenhang mit dem Frieden von Malesc mit Philipp II. von Spanien und leitete auch eine Phase der Entspannung in der Auseinandersetzung Sagradiens mit Spanien ein. Während das Verhältnis Sagradiens zu den Habsburgern, besonders zu Philipp II., in der Tradition Davids I. zuvor gespannt war und dessen Nachfolge der Santori im Königreich Portugal zunächst nicht anerkannte, kam es nun zum Versuch einer Aussöhnung mit Spanien. Ziel war es, Sagradien aus den europäischen Kriegen der Habsburger gegen die Protestanten in England und Frankreich weitestgehend herauszuhalten, was schließlich auch gelang.

Dem distanziert-spanienfreundlichen Kurs im Äußeren folgte im Inneren ein radikal antiprotestantischer Kurs, der in scharfer Abgrenzung zu Louise von Bourbon die Kriege gegen die katholische Liga beendete und eine Reihe von blutigen Protestantenverfolgungen einleitete. Im Edikt von Novil 1586 verbot Belavís jede Form von Protestantismus in Sagradien. Die in Sagradien lebenden Calvinisten mussten entweder zum Katholizismus konvertieren oder wurden energisch bekämpft. Daneben legte Belavís den Grundstein für den sagradischen Absolutismus, indem er die Einflussmöglichkeiten des Adels einschränkte. Außerdem bemühte er sich um einen Ausbau des sagradischen Kolonialreiches.

Tod und Erbe

Philipp VII. Jakob starb im Jahr 1591 im Alter von 46 Jahren in Semess. Auf dem Thron folgte ihm sein erst sechsjähriger Sohn Gabriel V. nach, der fortan unter Regentschaft Anna von Österreichs stand.