Fürstentum Cuentez

Aus Sagradien
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Das Königreich Cuentez, auch als Comitat-Königreich Cuentez-Tulis bekannt, war ein frühneuzeitliches Staatsgebilde im Blaumeerraum und Nachfolgestaat des Tulinesischen Comitats. Das eigentliche Königreich Cuentez beschränkte sich auf die gleichnamige Insel, die bis 1545 als Prinzipat Cuentez bekannt war. Die Könige von Cuentez waren in Personalunion aber Contes von Tulis, Fornat, Cordês, Belavís, Plato und Conte sowie Herren von Villágua, Del Piey und Corell und damit Herrscher über die früher tulinesischen Besitzungen im Blaumeer. Hinzu kam bis 1669 auch die Herrschaft über das Fürstentum Perin, sodass der Begriff des Reino de Cuentez oder Rènju de Cüentìz auf das gesamte mit der Krone von Cuentez verbundene Herrschaftskonglomerat verweist.

Der Titel eines Königs von Cuentez wurde erstmals im 12. Jahrhundert von dem tulinesischen Adligen Mauro de Cornell benutzt, der größere Teile der Insel von Micolinien erobert und daraufhin den Königstitel angenommen hatte. In der Folge war Cuentez aber nicht als Königreich anerkannt worden, sondern als Fürstentum an die Tulinesische Republik gefallen. Die im 11. Jahrhundert etablierte republikanische Ordnung wurde durch die Herrschaft der Santori im 14. und 15. Jahrhundert de facto zur Erbmonarchie. Wichtiges Symbol dafür wurde auch der Fürstentitel. António de Sántori nahm 1390 bereits vor seiner Wahl zum Conte persönlich den Titel eines Fürsten von Cuentez an, um seine Herrschaftansprüche zu untermauern. In der Folge hatten die Sántori den Titel de facto in der Familie weiter vererbt, zunächst an Antónios Sohn David de Sántori und nach dessen Tod 1468 an dessen Sohn Joán Prudente.

Nach dem Tod Joán Prudentes 1475 wurde dessen neunjähriger Sohn Filipe de las Marcas nicht zum Conte gewählt. Stattdessen übernahm der sagradische Sántori-König Jakob III. die Herrschaft in Tulis und auch den Audaken-, nicht aber den Fürstentitel, den er formal seinem Neffen Filipe überließ. Als dieser 1487 daraus auch einen Herrschaftsanspruch in Tulis ableitete und sich gegen seinen Onkel erhob, wurde er von Jakob III. besiegt und seiner Titel beraubt. Jakob nahm nun den Titel eines Königs von Cuentez an und machte seinen Sohn Santiago zum Prinzen von Cuentez. Das Comitat-Königreich von Cuentez und Tulis wurde nun eine Verwaltungseinheit der sagradischen Monarchie mit eigener Ständeversammlung und Verwaltungsordnung, der Königs- bzw. Grafentitel aber fest mit dem sagradischen Königstitel verbunden.

Im Zuge des Thronfolgestreits nach dem Tod Davids I. 1543 beanspruchte der Führer der josefitischen Partei Josefe de Sántori, genannt der Schöne die Souveränität über das gesamte Comitat und nahm zuerst den Titel eines Fürsten und danach 1545 den Titel eines Königs von Cuentez an. Die Regelung wurde erst im Vertrag von Servette 1547 anerkannt und das Königreich von Cuentez damit erstmals unabhängig. Die Könige von Cuentez führten die meiste Zeit über die Titel Fürst von Perin (bis 1669), Graf von Tulis, Fornat, Cordês, Belavís, Plato und Conte, Herr von Alágua, Del Piey, Corell und (seit 1669) Scola.

Josephs Sohn und Nachfolger Johann I. von Cuentez hinterließ bei seinem Tod 1576 einen unmündigen Sohn Joseph II., für den seine Tante Leonor de Sántori die Regentschaft führte. Nach dem frühen Tod des Jungen 1577 erhoben die cuentesisch-tulinesischen Stände die Regentin Eleonore, Gräfin von Asterre, als Eleonore I. zur Königin von Cuentez. Nach ihrem Tod 1610 fiel das Königreich mit dem Regierungsantritt ihres Sohnes Karl I. an die karlitische Nebenlinie Santori-Asterre. Gleichzeitig setzte sich die starke Stellung der Stände durch, deren Rechte und Privilegien zuvor umstritten waren, im asumarischen Reichsteil aber stets stärker waren als im portugiesischen Teil der Krone.

Das Herrschaftskonglomerat wurde de facto weitgehend zentral verwaltet und die einzelnen Herrschaftsgebiete verloren bereits in republikanischer Zeit ihre organisatorische Eigenständigkeit. Stattdessen wurden im 16. Jahrhundert so genannte Viguerías eingerichtet, kleinere Verwaltungsgebiete, an deren Spitze ein vom tulinesischen Hof eingesetzten vicarius oder viguer stand. Die Viguerias orientierten sich aber an den Grenzen der alten Gebietsteile und überschritten diese nur selten.

Nach dem Tod Karls III. 1699 folgte ihm seine einzige noch lebende Tochter Isabel de la Santa Lûce als Königin nach, die ihr gesamtes Leben bis dahin im Kloster verbracht hatte und noch im gleichen Jahr zugunsten ihres Schwagers Manuel de Nadal, dem Mann ihrer verstorbenen Schwester Maria Carlota, abdankte, der die Manuelitische Linie Santori-Nadal auf den Thron brachte.

Durch die Hochzeit des cuentesischen Königs Johann III. Franz mit der sagradischen Kronprinzessin María Luísa und der gemeinsamen Thronbesteigung in Semess im Jahr 1723 wurde das Königreich wieder in Personalunion mit der Krone Sagradiens vereint. Die Codices Magna etablierten für beide Teile der Monarchie eine Ständeherrschaft, doch behielt Cuentez-Tulis zunächst seine Privilegien und seine eigenen Cortes. Erst der Akt von Vierna aus dem Jahr 1735/36 schuf eine gemeinsame Ständevertretung und erklärte beide Reichsteile für untrennbar. Mit dem Tod Johanns 1744 fiel das gesamte Königreich an dessen Tochter María Francisca und ihren Ehemann António Ramírez, doch wurde die Nachfolge in Sagradien von Frankreich nicht anerkannt, das die Krone für Louis-Gabriel de Vienne einforderte. Auch der Herzog von Sesin als letzter männlicher Vertreter der Santori erhob Anspruch. Im Sagradischen Erbfolgekrieg konnte sich schließlich der bourbonische Kandidat als Gabriel VIII. durchsetzen. Mit Bezugnahme auf den Akt von Vierna erklärte Gabriel sich auch zum König von Cuentez und übernahm damit auch die Herrschaft in Tulis. 1765 vollzog Gabriel VIII. schließlich die Realunion und beendete damit endgültig die Eigenstaatlichkeit des Comitat-Königreichs, das auch de jure mit Sagradien verschmolz.

Liste der Könige und Königinnen von Cuentez

Von Bis König (Lebenszeiten) Sagradischer/Asumarischer Herrschername besonderes
Könige aus dem Haus Santori (1543-1746)
Josefitische Linie
1545 1554 Joseph I. der Schöne (1501-1554) Don Josefe il Bèl Bruder Davids I. von Sagradien
1554 1576 Johann I. (1535-1577) Don Joán I Sohn Josephs des Schönen
1576 1577 Joseph II. (1569-1577) Don Josefe II Enkel Johanns I. (III.)
1577 1610 Eleonore I. (1538-1610) Dona Leonor I Tochter Johanns I. (III.), seit 1576 bereits Regentin
Karlitische Linie
1610 1614 Karl I. (1558-1614) Don Carles I Sohn Leonors, seit 1580 Mitregent, seit 1610 unter Regentschaft seiner Frau Luísa de Sántori
1614 1617 Karl II. (1598-1617) Don Carles II Sohn Karls I., bis 1615 unter der Regentschaft seiner Mutter Luísa de Sántori
1617 1654 Maximilian I. der Prächtige (1600-1654) Don Maximilián I il Magnífico Sohn Karls I., Bruder Karls II.
1654 1669 Johann II. (1645-1669) Don Joán II Enkel Maximilians I., bis 1659 unter Regentschaft seiner Mutter Isabela de Santori
1669 1699 Karl III. der Großmütige (1629-1699) Don Carles III il Magnânimo Sohn Maximilians I., Onkel Johanns II.
1699 Isabella vom Heiligen Licht (1664-1715) Dona Isabel de la Santa Lûce Tochter Karls III., abgedankt zugunsten Manuels I.
Manuelitische Linie
1699 1701 Manuel I. der Alte (1621-1701) Don Manuel I il Vello Enkel Karls II.
1701 1713 Maximilian II. (1665-1713) Don Maximilián II Enkel Manuels I.
1713 1744 Johann III. Franz (1690-1744) Don Joán III Francisco/Joán III Francês Neffe Maximilians II., Ur-Enkel Manuels I.
1744 1747 Maria Franziska (1725-1759) Dona María Francisca Tochter Johann Franz', regierte mit ihrem Ehemann Antonio Raimondo de Piacone

Seit 1747 herrschten bis zur Abschaffung der Monarchie 1891 die Könige von Sagradien als Könige von Cuentez.